Posts by Bill

    schätze ich bin nicht die Einzige die den Rundbrief und brauch eine Erklärung

    Der Schreiber erklärt wie sie Abstandshalter im Holz / bei anderen landwirtschaftlichen Arbeiten einsetzen

    dann kommt eine Zeichnung eines sog. "jay grab", der sich offenbar löst wenn ein Baumstamm im steilen Gelände ins Rutschen kommt und die Pferde überholt

    ich verstehe noch warum man das Ziehen erleichtert wenn man den Dee Link zum Anspannen nutzt, sehe aber nicht wie sich die gegenseitigen Haken lösen sollen

    ja, ich steh auf der Leitung :/

    06.05.2024 Montag Formignano – Monteriggioni (Siena) 20km

    Auch das Frühstück ist diesmal in der Rezeption. Abermals haben wir einen Einhorn-Tag, Wenezia läuft noch nicht sauber. Angußverband und krank geschrieben. Heute kommen alle Gästen mit auf die Jagdbreak, der Weg ist nicht so weit und ohne größere Hindernisse. Nur den steilen Anfang in Formignano ersparen wir den Pferden, die Mitreisenden steigen erst an der Hauptstraße auf. Wir vom Hintergrund fahren über die Autobahn nach Siena, so können wir neben dem Stall den großen Anhänger für die Heimreise vorbereiten. Das Mittagessen schaffen wir pünktlich beim Il Ceppo, typisch toskanische Küche inklusive der leckeren Burata mit den Sardellen. Wir verabschieden unsere Gäste und bringen sie ins Hotel. Weil alle vom Hintergrund anpacken ist der große Trailer bald umgeräumt und die Jagdbreak darin verladen. Morgen werden wir wieder nach Kerschlach fahren. Basylia wird ganz von selber einsteigen, dableiben will sie dann doch nicht. Aus dem Land der blühenden Akazien geht es in das Land der blühenden Kastanien. Die Toskana wird sich von uns verabschieden genau so wie sie uns diesmal begrüßt hat: nass, feucht und kalt. Zahllose Regentränen werden über die Windschutzscheibe kullern und der Ginster im inzwischen gelben Staatsornat an der Autobahn Spalier stehen.

    Auf ein Wiedersehen!

    05.05.2024 Sonntag Pieve a Salti – Formignano 39km

    Noch ein Einhorntag, Wenezia geht endgültig lahm, dafür ist der Abszess endlich eitrig stinkend aufgebrochen. Wir machen dem Mädchen einen Angußverband und ich schreibe sie nochmal krank. Sie ruft nach ihrem Freund, muß aber bis abends im Stall warten bevor wir sie mit dem Pferdeanhänger aus Siena nachholen. Wir nehmen die Hälfte der Gäste vormittag auf die Jagdbreak und wechseln sie bei der Mittagspause aus. Ich fahre mit der Christina mit, bleibe gleich vor Ort in Formignano und helfe beim Koffer verteilen. Formignano ist berühmt berüchtigt für seine Steinpyramiden und Holzgesichter. Entlang der Route steht ein neuer Wurzel mit roten Augen im Wald. Ich soll mit dem I-Phone ein Bild machen. Als ich es zurückgebe meint Christina es sei ein Video geworden. Dann muß er sich bewegt habe... Endlich einmal Zeit die alte Kirche aus dem 13. Jahrhundert höher am Berg zu besuchen. Wildschweinspuren überall. Jemand hat eine Bank und Stühle aus Holz hingestellt, prima Idee denn der Ausblick ins Tal fasziniert. Mit der gegen 16.00 Uhr angekommenen Jagdbreak fahre ich hinab in den Stall. Jetzt können Jane, Andrew und Christina nach Siena und schließlich nach Pieve a Salti Wenezia abholen. Ich richte in aller Ruhe den Rest, kann außerdem Heupellets für die Pferde ansetzen und – Geschirr putzen. Bei der Gelegenheit treffe ich den jungen Mann wieder der beim Palio in Siena mitmacht. So weit ich sein Italienisch errate geht es allen gut. Weil zwei Kühe und ein Kalb krankheitsbedingt im Stall sind, kommt die ganze Herde regelmäßig vorbei. Ein Prachtexemplar von Bulle läuft mit. Abendessen gibt es diesmal an der Rezeption. Die Köchin kenn ich schon, sie hat die Koffer mit verteilt. Herrlich einfach die Idee vor Ort zu speisen, spart die ehemals vielen, langen Fahrwege. Der Kellner sagt alle Gänge des lukullischen Mahls an und erklärt die Weine. Köstlich!

    04.05.2024 Samstag Argiano – Pieve a Salti 42km

    Gleich am Morgen auf dem Weg zum Aufschirren und Einspannen müssen die vier Schimmel über die ausgelegten Decken laufen. Klappt ganz gut. Nachher vor der Jagdbreak wird es noch besser und sie können es heute ja noch mehrmals üben. Mit dem dicken Anhänger müssen wir heute hochgebirgsähnliche Kehren und Straßen bewältigen, dafür bietet Montalcino herrliche Ausblicke. Aus beiden Gründen geht es langsam voran. Das geplante Lokal für Mittags in Buonconvento hat zu, außerdem ist unmittelbar davor Wochenmarkt, nicht so gut hier mit 4 Pferden für eine Pause aufzuschlagen. Die Suche nach der Lokalität führt uns ins uralte Zentrum der kleinen Stadt. Die Alternative zur Pause liegt am Weg von morgen, aber 3km hin und wieder zurück sind zu viel für den Umweg. Wir suchen einen Supermarkt der Samstag nachmittag noch offen hat, die kleinen Läden sind geschlossen. Spezialitäten für’s Picknick sind gefragt. Nach Rücksprache mit der Jagdbreak bieten wir eine Pause am Sportstadion unter dem Schatten der Bäume an. Die Gäste wollen nur Getränke, aber wir können drei von ihnen im Auto mitnehmen. Jetzt kommen nochmal ein paar steile Auf- und Abfahrten, die Pferde hatten keine Pause und Wenezia ist nicht voll einsatzfähig. Wir richten vor der Rezeption in Pieve a Salti schnell ein kaltes Buffet, Getränke können wir gekühlt aus dem angeschlossenen Lokal bekommen. Ein Bier? Noch bevor es getrunken ist kommt die Jagdbreak mit allen anderen, hurtig jetzt in den Stall und beim Waschen und Aufräumen helfen. Ich finde auch nach all den Tagen keine offenen, wunden Bereiche, keinen Geschirrdruck. Ob das kühle Wetter da hilft? Und Andrew’s Fahrkünste?

    03.05.2024 Freitag Argiano

    Auf dem Weg zum Stall steht der Feigenbaum. Mißmutig erzählt er mit hängenden Blättern, wie sehr er doch auf wärmere Zeiten wartet. Das Nasskalt ist ihm ein Gräuel und die angesetzten Früchte warten händeringend auf Licht und Sonne, steinhart sind sie noch. Auch Czacker erzählt. Beim Huf auskratzen finde ich, warum er gestern gestolpert und gefallen ist. Offenbar hat seine Ledersohle unter dem Hufeisen vorn alles ausgelöst, sie hängt in Fetzen. Wir entfernen sie und das Silikonpolster darunter fürs Erste und werden sehen wie er ohne laufen kann. Den Vormittag widme ich dem Geschirr, die Zeit ist immer gut investiert. Bei der Mittagspause eröffnet uns Herr Nemitz daß ein Teil des weiteren Weges wegen unüberwindbarer Schlammlöcher ausfällt. Selbst mit dem Navara sind sie heute morgen stecken geblieben und mußten von einem Landwirt herausgezogen werden. Alternativen tun sich auf, sind aber mit Weiderosten wegen der Wildschweine bestückt. Wir müssen mit den Pferden also noch Decken laufen üben. Der Nachmittag verspricht bequem und gemütlich zu werden. Vor dem Eingang zum Haupthaus blühen weiße Kamelien und duftet betörend der Jasmin. Ich sitze im Zimmer, die farbrissig hölzernen Fensterflügel weit offen und schaue den vom Wind in der Sonne bewegten silbernen und dunkel grau-grünen Olivenbaumblättern zu. Eben bin ich an dem Regal vorbeigekommen, was gleich im Flur hinter der Küche steht. Ein dummer Zufall ließ mich den Hintereingang benutzen: die Terrassentür war zugefallen. So oft bin ich schon unaufmerksam an dem Regal vorbeigelaufen, heute hab ich es gesehen. Die Gläser sind keine eingekochten Vorräte, sie enthalten Farbpigmente. Das gesamte Regenbogenspektrum des Lichts kann ich erkennen. Ob man Anmalen kann gegen das derzeitig vorherrschende Schwarz-Weiß in den Köpfen der Menschen? Die Fliege die mich gerade so geärgert hat ist weg, sicher zur Küche hin, denn vielversprechender Duft erfüllt den Raum. Was es heute Abend wohl für ein Festmahl gibt? Aus dem frühen Regen ist Sonnenschein geworden, wunderbar präzise gewählter Zeitpunkt. Unsere Gäste können den Nachmittag über das Gelände erkunden und jetzt, gegen Abend, den Turm besteigen um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Niemand wollte so recht ins Orgelmuseum. Die Musik kommt dafür heute beim Dinner in der alten Kapelle unter zahllosen Kerzen von den Cardellini. 70 Jahre gibt es diesen Chor schon, immer nur Mitglieder aus Castel del Piano. Das A Capella ihrer Stimmen immer wieder faszinierend und überwältigend.

    02.05.2024 Donnerstag Campagnatico – Argiano 45km

    Der Tag beginnt mit Regen, das ist immerhin besser als das vorhergesagte Gewitter. Wir verschieben die Abfahrt des Vierspänners um eine Stunde, hoffen auf Sonnenschein bis dahin und nutzen die Zeit für weitere Picknick-Einkäufe. Je nach Niederschlagsmenge über Nacht im Hinterland wird der Ombrone passierbar sein und dort wollen wir rasten. Der Navaro meldet Ölbedarf und beschert uns eine kurze Verzögerung in der Werkstatt vor Ort. Wir eilen über die Autobahn mit dem schweren Anhänger nach Argiano, stellen das Ungetüm an den schönsten Geschirrputzplatz der Erde und fahren sofort weiter zur Furt. Wir wollen Bilder! Das Navi ist bei den kleinen unbefestigten Straßen in den Weinbergen keine Hilfe, prompt kommen wir vom Weg ab. Ich bin hier zwar schon gewesen aber im derzeitig grünen Dickicht schaut vieles anders aus. Die Jagdbreak wartet auf uns. Schnell noch einen umgestürzten Baum weg gehoben, den der Navara im hohen Gras entdeckt hat und mit gezückten Kameras und Phones in Position gestellt. Es dauert, der Vierspänner hat noch die ganze, schlammlöcherige Anfahrt vor sich. Und dann sind sie da, die Schimmel blitzen durch das Gebüsch am anderen Flußufer. Das Wasser ist tief, aber auch breit, die Sandbank hat sich seit letzten Herbst kaum bewegt. Czacker hebt in der Flußmitte den Kopf um zu sehen wo die Auffahrt an dieser Seite ist, alter Hase. Die Picknick-Lade unten an der Achse der Jagdbreak ist voller Wasser, leider diesmal kein Fisch drin. Das Essen haben wir sinnvoll im Auto mitgebracht und so genießen alle die Pause entspannt an der alten Raststelle. Wir erzählen vom eingeweichten Brot und vom davon schwimmenden Picknick-Korb. Auf dem Heimweg biegen wir zu früh ab, bald ist der Irrtum bemerkt aber kein Platz zum Umdrehen. Also weiter steil bergan bis zu einem Stacheldrahtgatter. Hier geht es nun wirklich nicht weiter aber der Ausblick von hier oben über das Ombrone-Tal und seine Furt ist atemberaubend. In der Ferne können wir die Kutsche erkennen. Deutlich hebt sich das Weiß der Pferde vom Grün des Graslandes ab. Als der Vierspänner in Argiano ankommt hören wir, Czacker sei unterwegs gestürzt, können aber außer einer Zecke am Nabel keine Verletzung entdecken. Guter Junge! Ein kurzer Rundgang im alten, ehemals schiefen Turm mit seinen jetzt freigelegten Wandreliefs vor dem Abendessen in der heimeligen, mittelalterlichen Steinkapelle rundet den Tag ab.

    01.05.2024 Mittwoch Alberese – Campagnatico 48km

    Ein Tag der dem Regen gewidmet ist, mal sanft, mal heftig, aber ohne Unterlaß. Wir, im Hintergrund, haben Verstärkung durch die Jane, aber weil gestern Abend die Quittung für das Mahl beim Omar vergessen wurde kommen wir erst gegen 11.00Uhr weg, da ist sein Lokal endlich offen. Dafür reicht die Zeit für einen zweiten Cappuccino an der Bar. Dann müssen wir noch den Schlüssel zum Zauberwald, von der Jagdbreak am Pfosten des Tors hinterlegt, in das zuständige Büro in Spergolaia bringen. Das geht überraschend schnell, eine inoffizielle Autobahn-Ausfahrt, die von der Polizei gern zum Blitzen benutzt wird, führt direkt zum kleinen Wäldchen. Heute sind wir allein und der Regen läßt auch die Elfen und kleinen Geister zu Hause bleiben. Endlich können wir den großen Anhänger nach Campagnatico zum Stall bringen. Die Boxen brauchen nicht viel herrichten, wir haben letzthin alles ordentlich hinterlassen. Wir telefonieren. Sollen wir die Gäste von der Kutsche abholen? Der Regen ist heftig. Und das Picknick am Ombrone? Fällt ja wortwörtlich ins Wasser. Abholen braucht es nicht, sie wollen in einer Bar pausieren. Auch recht, also machen wir drei uns im ehemaligen Frühstückszimmer der Villa Bellaria über den gefüllten Spezialitäten-Koffer her als wenn es kein Abendessen mehr gäbe. Die Koffer der Gäste sind nur teilweise verräumt, weil die namenlosen nicht zugeordnet werden können. Als die waschelnassen und verfrorenen Mitreisenden ankommen haben sie natürlich doch nichts gegessen; ein paar Reste sind noch da und schnell hergerichtet. Jane und ich fahren auf der Jagdbreak mit in den Stall, dort reicht den Pferden im strömenden Regen Katzenwäsche. Dringend muß danach der Andrew trockengelegt und sein Blutzucker aufgepeppt werden. Kutscher-Los. Morgen die Ombrone-Furt? Nach all den Niederschlägen? Um die Ungewissheit zumindest ein bißchen aufzulösen fährt Herr Nemitz noch heute mit dem Navara hin. Er schafft es mit dem Fahrzeug durch das Wasser, weidet mit dem vorderen Bodenblech reichlich Gras ab und ist sicher, daß der Übergang möglich sein wird. Im Lokal vom Corrado beschließen wir das Abendmahl mit einem legendären Tiramisu. Da erscheint die Furt schon fast unwichtig...