Was tun im schlimmsten Fall?

    • Was tun im schlimmsten Fall?

      Hallo,
      Ich bin neu hier und möchte als erstes eine Frage loswerden. Falls ich gegen irgendwelche Richtlinien verstoße, so bitte ich um Nachsicht.

      Ich fahre bereits jahrelang für einen Bekannten im Allgäu Kremser. Dabei ist nie was passiert. Selber hatte ich bisher nur Reitpferde. Nun habe ich seid August einen grundlieben 11j Kaltiwallach und eine eigene Kutsche. Einen kleinen Jagdwagen. Der Kalti ist nach Horsemanship erzogen. Ich bin ihn selber zum Ankauf Probegefahren, zwei mal. Er ist tiefenentspannt, guckt hier und da, aber tut wirklich nichts. Das Pferd ist in top Zustand und war definitiv nicht sediert .
      Nun habe ich als sehr schlechten Scherz von meiner Familie Links mit Kutschenunfällen erhalten, diese auch gelesen und angesehen, und die halbe Nacht in Folge dessen wach gelegen. Immer wieder stellte sich mir nun die Frage, was tun, wenn Kalti doch mal losgaloppiert, durchgeht im Straßenverkehr? Er kennt alles, habe ich selber gesehen, von Lkw bis Motorad, dennoch fürchte ich mich nun etwas.
      Den Kutschenführerschein absolviere ich Anfang des kommenden Jahres. Nur bis dahin alles stehen lassen , nur wegen dieser Angst jetzt, möchte ich ehrlcih gesagt auch nicht.
      Um mich etwas zu beruhigen, würde ich gern wissen, was tue ich falls er doch mal unkontrolliert anfängt wegzurennen?
      Danke im voraus für eure Antworten!
      Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken
    • @Shire1992!
      Da war das Risiko bei Deinen Kremserfahrten ohne Fahrabzeichen aber weit gösser, dass mehrere Personen zu Schaden kommen.Jeder fängt mal mit seinen eigenen Pferd an mit etwas Unsicherheit .Nur eine Fachkundige Person kann dir beim richtigen Aufzäumen und Anschirren-Anspannen die Nachhaltig guten Tips geben und die vielen Stunden in Begleitung und Fahren mit System machen dich sicherer und vertrauter mit deinen Pferd.Kein Tip hier kann das ersetzen.Wer sich die vielen Unfälle von KFZ &Motorrädern vor Augen hällt ,geht deswegen auch nicht zu Fuss.Wünsch Dir Glück und Freude mit Pferd und Kutsche.

      Gruss von Spyder.
    • Ich habe Hilfe von Brenda Esfeld. Ich hoffe, dass ich hier Namen nennen darf, soll keine Werbung sein. Dennoch, was tun, wenn das Pferd hemmungslos los rennt um den Schaden für alle andern so gering wie möglich zu halten? Erstmal Spur halten und rennen lassen, oder Bremse treten was das wegrennen evtl etwas anstrengender macht? Abspringen und Eigensicherung walten lassen?
      Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken
    • Hallo,

      zunächst mal: Es gibt ein "Abgehen" , ein ein "Erschrecken" und das "echte Durchgehen",

      Was ich damit meine:
      "Abgehen": Ein Pferd läuft schneller als der Mensch will, weil es laufen möchte, z.B. weil es unausgelastet ist, weil man auf der schönen Galoppstrecke sonst immer flott geht, weil andere Pferde flott voraus gehen (Gruppengalopp, Massenstart...). Das Pferd ist hierbei NICHT panisch, sondern hat nur eine andere Vorstellung von einer angemessenen Geschwindigkeit und ignoriert die Anweisungen des Reiters/Fahrers. Das Pferd läuft (ohne weiteren Eingriff) in der Regel so lange, wie es das lustig findet und wird dann wieder langsamer. Das Pferd wird sich in der Regel nicht selbst gefährden.

      "Erschrecken": Ein plötzliches Ereignis erschreckt das Pferd und führt dazu, dass es bis zum Überschreiten der Fluchtdistanz läuft oder hüpft. Es entfernt sich von der Gefahr, dann bleibt es stehen. Je nach Pferdetyp und Training ist die Fluchtdistanz unterschiedlich weit.

      "echtes Durchgehen": Das Pferd wird durch einen Auslöser panisch und rennt davon, bis es erschöpft ist oder durch ein Hindernis gestoppt wird. Dies kann z.B. auftreten, wenn ein Auslöser das Pferd verfolgt, das Pferd z.B. vor dem Wagen Angst hat und davor flieht.

      Das "echte Durchgehen" ist zum Glück eher selten. Es ist so gefährlich, weil das Pferd in Panik reagiert und nicht mehr auf Selbstschutz achtet. Wenn ein Pferd wirklich durchgeht, also vollkommen panisch ist, hat man (zumindest für eine Weile) KEINE realistische Chance, es aufzuhalten. Es wird jede Art der Einwirkung ignorieren. Zu Beginn, wenn das Pferd gerade losrennen will, hat man ggf. die Chance, durch eine Anweisung noch zum Pferd durchzudringen und es dazu zu bringen, wieder "rational" zu handeln.

      Dem "Abgehen" kann man vorbeugen, indem man das Pferd ordentlich erzieht und gut trainiert. Dann wird es solche Dinge nicht tun, und wenn es doch mal eine Tempodiskussion gibt, wird sie ziemlich harmlos sein bzw. das Pferd wird durch normale ggf. etwas nachdrückliche Hilfengebung dann schnell wieder reagieren.

      Ansonsten sollte man im Training alles dafür tun, dass egal welche Pannen passieren, dass das Pferd nicht (lange) panisch bzw. irrational reagiert. Dies macht man, indem man das Pferd schrittweise an alle möglichen Situationen gewöhnt. Beim Fahren sollte das Pferd z.B. 100% mit dem Wagen vertraut sein, damit dass es mal über den Strang steigt, das Ortscheid hinter ihm auf den Boden fällt, irgendwas an der Kutsche komische Geräusche macht, wie der Wagen ohne Blendkappen aussieht, was passiert, wenn man vor der Kutsche galoppiert usw. Und es sollte lernen, dass auch ohne ständiges Einrahmen mit den Hilfen des Fahrers keine Gefahr droht . Um Erschrecken einzudämmen, gewöhnt man die Pferde an alle möglichen Reize, so dass sie sich gewöhnen und die Fluchtdistanz so kurz wird, dass sie harmlos ist.
      Das funktioniert sehr gut und ist m.E. die größte Sicherheit, die man schaffen kann. Ein Restrisiko bleibt jedoch immer, wie überall im Leben.

      Gruß Tina

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von greenorest ()

    • danke für diese ausführliche Antwort. Ich hatte mit meinem kranken Warmblutwallach leider mehrere Erlebnisse welche eine Angststörung bzw Trauma ggü Pferden ausgelöst hat. Der Wallach ist beim Abdecker gelandet, Rat vom Tierarzt, war durch und durch krank verkauft worden und dadurch dass der Händler auch mein Stallwirt war, konnte man das Pferd über lange Zeit sedieren und berühigen.
      Habe das soweit in den Griff bekommen, dass ich wieder vom Boden aus mein Pferd in jeder Situation unter Kontrolle bekomme. Fahren kann ich wie gesagt auch, dummer Weise solang es nicht meine eigenen Pferde sind. Mein Pferd bin ich ebenso mehrmals in Gegenwart seines Züchters gefahren. Aber nun bei den Alleingängen steigt die Angst wieder mit auf und diese will ich so gut als möglich verdrängen und damit besiegen. Das Training mit Brenda hat mir hier schon riesen Sprünge geholfen. Und hier mich austauschen zu können hilft mir auch sehr. DANKE
      Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken
    • Ich freue mich sehr für Dich, daß Du eine Trainerin gefunden hast, die Dir weiterhelfen kann. Ich nehme an, daß Du Deine Ängste und Wünsche besprechen kannst - das ist so wichtig. Tinas Beitrag ist ja nichts mehr hinzuzufügen, so schön habe ich das noch nirgendwo zusammengefaßt gelesen.

      Ich vermute, daß auch Du eine innere Stimme hörst, die sich bemerkbar macht, wenn etwas nicht stimmt? Ich habe mir fest vorgenommen, noch besser darauf zu hören - sie ist recht zuverlässig.

      Die Ardennerin
    • Nachdem X passiert ist (auch wenn das bei dir beim reiten war) haben Pferd und Mensch etwas abbekommen. Während man das Pferd idr den Beruf wechseln lässt (Kutschpferd mutiert über Nacht zum Reitpferd) bzw das auf Koppel parkt oder es zum Profi zur Korrektur gibt...wird sich um den Menschen idr nicht gekümmert.
      Im Gegensatz zum Pferd, wo das auf Koppel parken ein bewährtes Mittel ist, hilft es beim Mensch eher weniger das Thema zu meiden, falls man weiter Fahren will.
      Als Mensch kann es helfen sehr genau sich mit dem Unfall zu beschäftigen. Xmal drüber zu reden. Den Unfall nachzustellen, also sozusagen mit dem Pferd "durchgehen" zu üben (also sowas wie greenorest massenstart), damit beide Parteien schonmal Tempo und Geräusche von richtig tempo kennen lernen ohne das AuslöseX. Mir hilft fahren am besten, also sofort massiv mit dem gleichen Tier und gleicher/ähnlicher Kutsche weiter zu machen egal wie gehinkt wird, damit auf die Unfallbilder drauf schon sofort neue abgelegt werden. Natürlich je nach Person, sollte man unbedingt diese ersten male nach X jemand Erfahrenen dabeihaben, der notfalls die Leinen übernehmen kann. Gut helfen kann auch das Pferd und die Kutsch zu wechseln zb vom WB auf Pony von Zweiachser auf EInachser, Pferdsfarb/typ usw usf
      Dein Eingangspost liest sich für mich als "schwerverletzt", dh als ob du deine Trauma noch nicht richtig verarbeitet hast, da wirste du nochmal gründlich ranmüssen, sonst wird dein kutschfahren nichts. Entweder deine Kremserbilder von damals drüberinstallieren, also heut nochmal Kremserfahren um alte friedliche Erinnerungen aufzufrischen oder den Knoten beim reiten platzen lassen oder oder oder...
      Ach so, dass du mal Kremser gefahren bist, wird dir beim Kutschkurs das lernen vermutlich erschweren, denn jetzt heißt es dann umlernen was dem Mensch naturgemäß schwerer fällt im Alter als neues lernen. Du hast beim Kutschfahren gar nichts an Einwirkungsmöglichkeiten beim Pferd: Leine, Stimme, Peitsche ist null gegenüber den Möglichkeiten die ein Reiter so alles hat. Ferner liegt den Pferden das ziehen deutlich mehr als das reiten, dh die entwickeln völlig anderes tempo+gangwillen als beim reiten. Während ein steigendes Pferd beim reiten ein Erlebnis ist, ist das vor Kutsch relativ "normal" und berührt einen Vielfahrer eher weniger, dh wie du dein Pferd wahrnimmst gegenüber dem reiten wird sich auch verschieben. Pferd was beim anspannen einen Schritt vor oder zurückmacht ist ein völliges no go-->juckt beim Satteln nicht.
      Leine wird beim Fahrkurs ausgebildet, Peitsch dabei idr nicht nur sehr wenig, dass musst später selber nachhohlen. Und Stimme (die Basis beim Kremser) ist was sehr individuelles was Jahre in der Ausbildung braucht. Stimme ist ein gro´ßartiges Hilfsmittel grad bei X, aber dafür muss man sich selbst sehr gut im Griff haben, dh nach X wenn der Mensch auch psychsich schwerverletzt ist, fehlt die zuerst....
      Tips für X zb Leine kräftig annehmen und bremsen oder sowas in der Art sind völlig speziell und sehr von der jeweiligen Situation abhängig, am End ist man bei X immer allein und muss schnell aus der Situation raus abwägen ob man sein Gespann zum Schutz der Umwelt in eine mauer setzt oder doch noch versucht durch geschickte Geländenutzung und beten wieder die Kontrolle zubekommen.
      Großpferd sind eine andere Dimension als Pony von Natur aus mit weniger Eigenleben ausgestattet passieren "abgehen" und "erschrecken" viel seltener und irgendwie anders, aber dafür sind das da ganz andere Massen in Bewegung, die halt eben bei X auch ne andere Geräuschkulisse und vor allen Dingen andere Strecken unter die Füße nehmen. mM kommt beim Pony auch bißle eher bei X es Hirn wieder, einfach weil das X geübter ist. <-Vorsicht, ich fahr zwar schon länger, hab jedoch bisher nur 1 Erlebnis im Abspannen ohne Ursache gehabt, alles andere Unfälle waren immer erklärbar, was psychisch für den Mensch die Sache doch arg vereinfacht!!
    • oh schön noch jemand der sich hier so viel Mühe gegeben hat und für mich einen langen Text schrieb. Danke dafür.
      Mein Trauma war beim Reiten und am Boden. Einmal losgaloppiert kilometer weit ohne absehbares Ende, ich blieb oben, warum auch immer. Der Ritt endete weil Pferdi es wollte, meinen Widerstand gab ich irgendwann auf denn Zügel ohne Reaktion waren besser als gerissene Zügel dachte ich.
      Zweites Mal, selbes Pferd, ich hole es von der Weide woraufhin es auf mich zu galoppiert, steigt und Zähne zeigend mit liegenden Ohren und weißen Augen vor mir nur stopt als ich im Affekt die Gerte nach ihm schlage. Einen Tag später biss dieses Tier meine Freundin ebenfalls beim Weideholen so in die Brust dass sie auf dieser Seite nie wieder stillen kann.

      Mit der Kutsche ist noch nie was passiert, nicht mal steigen und durch brenzlige Situationen zb Plakat was locker runter hing, kam ich sogar im Schritt.
      Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken
    • Hallo,
      das liest sich so, als müsstest du nach einer sehr schlechten Erfahrung wieder Vertrauen aufbauen.
      Es gibt -wenige- Pferde, die gefährlich sind. Weil sie schwerwiegende Charaktermängel haben, Krankheiten/Schmerzen, verdorben wurden, was auch immer. Die allermeisten Pferde sind ganz anders, nämlich brav und sehr interessiert an einer guten Zusammenarbeit mit uns Menschen. Die meisten Kaltis sind zudem eher von der gelassenen Sorte.
      Nimm dein neues Pferd und mache mit ihm zusammen gute Erfahrungen. Ihr könnt zusammen lernen, dass Situationen gemeistert werden können, weil sie in eurem Kontrollbereich liegen (z.B. ihr beide habt gelernt, einen Trailparcours gelassen zu überwinden). Und wenn Dinge passieren, die wir nicht kontrollieren können, (z.B. eine Plane fliegt im Wind aufs Pferd zu) könnt ihr das gelassen händeln, wenn ihr die Ressourcen habt, damit gut umzugehen (z.B. das Pferd kennt Planen und regt sich nicht auf, wenn eine mal übers Feld fliegt...).
      Steigert euch ganz langsam, dann wird das wieder.
      Stell dir immer vorher vor, was du erleben möchtest. z.B. ihr geht beide ganz gelassen weiter, auch wenn es nebenan flattert. Wenn in deinem Kopf ein "Horrorfilm" läuft, dann wird dein Pferd das IMMER merken...und unsicher werden. Also so kleine Schritte machen, dass du auf jeden Fall ein positives Bild der Situation hast. Mit jeder Situation, die ihr erlebt, werdet ihr stärker und gelassener.
      Viel Erfolg!
      Gruß Tina
    • Egal was passiert, niemals an den Leinen ziehen und zerren. Das macht es nur schlimmer.
      Es erfordert Mut und "Losgelassenheit" des Fahrers um auch in solchen Situationen über ständige wiederholte halbe Paraden die Aufmerksamkeit des/der Pferd/e zurück zu bekommen.
      Dazu hatten wir vor Jahren(?) bereits einen sehr schönen langen Beitrag hier im Forum. Ich weiß leider nicht mehr an welcher Stelle.

      Was, wenn die Aufmerksamkeit zurück ist? Im Idealfall auf den Zierkel und diesen verkleinern. Ggf. bis zum Stillstand.
      LG Sonja

      Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.
    • Ich bin auch ein Schisser, mein Erlebnis mit Pferd war nicht so gravierend, aber die Angst blieb. Seit 2 Jahren besuche ich Kurse von Honza Blaha. Bislang nur als Zuschauer und daheim arbeite ich meine beiden danach. Die Pferde lernen, "unter Druck" dem Menschen zu folgen. Ziel hierbei ist es, dass das Pferd -egal was kommt- immer beim Menschen quasi Schutz sucht. Das gibt mir sehr viel Sicherheit -auch beim Fahren. Erst heute konnte ich erleben, wie mein Shetty statt abzuhauen zu mir kam und sich neben mich stellte.
    • So lang ich ein bekanntes Angstproblem hab, sollt ich vielleicht dann auch das gefährlichste meiden und da ist nunmal ein großes Pferd speziell KB ne Nummer, die auch ohne psychische Sorgen niemand braucht....als ich zum erstenmal bei 16 Kids+4 EW+4%+350 kg Kutsch einen krummgezogenen ortscheid hatte (von einem 500 kg haffi! )hab ich auch sehr kariert geguckt und mein pferdle ab da mit deutlich mehr Respekt behandelt....
      Nachbars vorgestern mal wieder WB angespannt, letzte Kurve heimwärts also 100 m vor heim ist Herr Großpferd kurzfristig im bergauf erschrocken, weil doch akut die maiswägen gewaschen werden, dh der gnädige herr hätt eventuell beim passieren bißle Wasserdampf abbekommen und Kratzboden lief auch. Wir Menschen leben seit ner guten Woche damit uns dauernd am HD-Reiniger vorbeiquetschen zu müssen natürlich sind auch alle Pony längst mal von einem Strahl getroffen worden, weil halt eben Abkürzung direkt neben Wagen ist. Das arme unterbeschäftigte Dummtier hatte mal wieder seinen blöden Moment: Schere grob verbogen, Pferd nach steigendem Überschlag in Hecke+festem Betonpfeilerzaun gelandet/ne Woche Ausfall wegen lahm. Der ist einfach ein Dödel und die Aktion hatte nu wahrlich nix mit Durchgehen zu tun, aber die Kutsch sieht scharf aus und der hinkt auch ganz nett...ein Shette hätt grad umgedreht und wär paar Meter ab, aber die Ausrüstung+Pony wär unbeschadet geblieben.
      Die komplette Ausrüstung bei einem großem Pferd wird massiv belastet und wenn es "schiefgeht" ist der Bruch sofort sehr kostenintensiv und zeitraubend.
      mfg Kirsten

      Mit Angstsorgen bräuchte ich gewiß kein KB vor einem leichten Jagdwagen...ich hatte paarmal zuviel Tempo mit kleinem KB vor schwerer Wagonette und auch da war Material massiv belastet und ich hab Berg, dh ich kann Gelände sehr gut nutzen, ferner hab ich meistens 400 kg Ladung mind...wenn es hier brenzlig wird, dann immer NACH Veranstaltung wenn Pferd plötzlich Frischluft wittert mit leichtem Wagen+ nur 1 Person und Heimwärtsweg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bennyblue ()

    • Neu

      Oh oh.... Ich habe auch so manche schlechte Erfahrung gemacht, vom absoluten Durchgänger (nach Tinas Definition er "Abgeher") bis zum bösartigen Pferd. Den Durchgänger habe ich behalten und gelernt, damit zu leben. War auch "nur" ein Reitpferd, vor dem Wagen hätte ich sowas auch nicht gebrauchen können. Das Bösartige habe ich an eine Fachfrau verschenkt. War letztendlich viel Lehrgeld, was ich da gezahlt habe, aber mir ist nichts ernstliches passiert. Der Pferdeflüsterin auch nichts Schwerwiegendes, aber der Bursche war nicht ohne, mich hätte der umgebracht, weil ich ängstlich bin.
      Meine Devise ist heute: Nur liebe und ehrliche Pferde kaufen, in der Richtung keine Kompromisse eingehen! Das hast du ja scheinbar getan, Dein Kalti ist 1A, wie Du schreibst. Und dann kommt das, was ich als "Feeling" bezeichnen würde. Irgendwann kam bei mir immer der Punkt, bei meinem neuen, jetzigen Pferd (schweres Endmaßpony mit richtig GO), an dem ich mir auf einmal etwas zugetraut habe. Und dann habe ich das einfach gemacht. Ich wusste: Das klappt jetzt! Das erste Mal ohne Sattel drauf gesetzt. Ohne Gebiss geritten. Nur am Halfter mit Führstrick und ohne Sattel geritten. Pony vor einen leichten Fohlenwagen gespannt (zuvor Monate gar nicht gefahren) und mit doppelt gebrochener Wassertrense durch den Wald gezockelt. Die Profis hier werden die Augen rollen, aber für mich geht nix über das "Feeling"! Lerne Dein Pferd kennen und mach nur das, was dir keine Angst macht! Geh spazieren, dann setz dich mal drauf irgendwann, mach einen Reifen dahinter und guck mal, irgend so'n Quatsch! Wenn dein Pferd gut (brav, ruhig, entspannt) gefahren ist, klar im Kopf ist und gut gehalten wird, dann kannst du es auch nach einem Jahr wieder anspannen und es wird nichts vergessen haben! Vielleicht musst Du ein paar Muskeln wieder erinnern, dass sie gebraucht werden, aber das ist doch das kleinste Problem! Mach Dir keinen Stress! Das ist Hobby, NICHTS muss, ALLES kann....! Lass Dir Zeit! Vergiss irgendwelche Ziele und tu nur das, was du dir und dem Pferd aktuell zutraust. Pferde sind perfekte Gefühls- Radare und spüren Unsicherheit. Ein braves Pferd wird das nicht ausnutzen, aber was bringt es Dir, wenn Du Dich unter Druck setzt?
      Ich will mich jetzt nicht über die Materialbeschaffenheit eines leichten Jagdwagen auslassen, da haben sicher alle recht die sagen, ein Kalti braucht was Stabiles. Aber mein Pony war echt heiß vor der Kutsche! Ich habe aber bei ihm die Erfahrung gemacht: Je leichter der Wagen, je entspannter ist er. Aber das nur am Rande, es ging ja in erster Linie um Deine Angst...
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      Zu dem Jagdwagen sei zu sagen, dass ich den unter Fachkundiger Beratung von Sachsen Kutschen kaufte, und der Chef war der Ansicht, dass es der perfekte Wagen dafürist. Obwohl ich bereits vorhersagte, das Geld absolut keine Rolle spielt, es muss in erster Linie sicher sein und zum Pferd passen und zu mir. Haben 4h geredet und Wagen angesehen und eine ausführliche Beratung genossen. War kein Spaßkauf oder unüberlegt. Ich hole mir gern und oft den Rat von guten Fachkundigen Personal und scheue da auch keine Kosten. Hier bei der Frage gings lediglich mal um den Austausch mit andern Fahrern da ich niemanden kenne außer meine Allgäu Kremser Opis
      Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken
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      Hallo, @Shire1992,

      ich glaube auch gar nicht, daß jemand hier unterstellt, daß Du unüberlegt irgendetwas gekauft hast...

      Wahrscheinlich haben hier viele, auch ich, erfahren, daß man erst im Laufe der Zeit genügend Erfahrung mit sich und dem Pferd gesammelt hat, um überhaupt erst die richtigen Fragen zu stellen.
      Ich hoffe, daß Du beginnen kannst, sie zu sammeln - dann kannst Du, wenn noch nötig, bestimmt hier jede Menge Tips und Erfahrungen bekommen, die Dir weiterhelfen. Der Rat der Allgäuer Kremserfahrer ist sicher nicht zu verachten - da bündeln sich Jahrzehnte Erfahrung...

      Die Ardennerin