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      Stadtrundfahrt

      Sonntag: Kaffeezeit für die einen, ich spanne an. Herrlicher Sonnenschein blinzelt mich an. Erst Mal ein büschen Luft in die Reifen pumpen, dann die Ponys holen. Ich zieh Zeppo seine Insektendecke herunter und schmier 1, 2, 3, 7 supppende Exzemstellen mit PeNaTen ein. Nun sieht er gut aus, wie eine schwatte Tüpfelhyäne. Noch die Puschen auf die Hufe ziehen, aufschirren und die beiden Ponys vor den Buggy spannen. Geburtenkontrolle... ääääh... Geschirrkontrolle, alles gut, es kann also los gehen. Es sind 19°C, etwas milder Wind und mein Sombreró sitzt.

      Die ersten 100m durchs Dorf drückt Zeppo wie immer, auf die Tube, er ischja noch jung und braucht das... Geld?/! Hossa! Dann können Wilma und ich ihn davon überzeugen, ein bisschen im Schritt über den Asphalt zu spazieren. Der Rapsduft zieht mir in die Nase. Ich dirigiere den Buggy in den Wald, jucheé´. Das Maigrün blitzt im Halbschatten an den Bäumen auf. Der Weg ist tief, vorgestern Nacht kam ein fettes Gewitter herunter, mit 39 mm Wasser. Zuerst kann ich noch traben, dann gehts im Schritt weiter, durch die Matschepampe, schlorch, schlorzss, glibsch, schmier.

      Ein Tanne-Bäumchen is ummefallt, wir quetschen uns dran vorbei, bei einer Spurbreite von 1m passt der Buggy - fast - überall durch. Wir sind durch den Sumpf, wieder auf dem dumpf federnden Waldweg. Ein paar Holsteiner ReiterInnen kommen uns entgegen, Zeppo wiehert höflich. Wink. Wir traben hinaus aus dem Wald auf die sandige Graspiste. Wilma trabt, Zeppo galöppelt und *boing-boingt* ein bisschen mit seinem Hinterteilchen hin uner her, und her und hin. Ja, ja, dir gehts gut. Wilma marschiert wie immer wohl geordnet. Sie is ja auch eine Dame und vor ein paar Tagen 9 Jahre alt geworden. Das is schon was anderes, als so ein Jungschnösel! Ghnihi.

      Am Sandweg Kreuz is ein Stück vom Knick umgeweht, beim letzten Pustefix, auch hier kommen wir locker dran vorbei. Dann gehts auf die Landstraße und über die schlängelnden Land-Neben-Wege in die Stadt hinein. Heute ist nämlich Stadtrundfahrt angesagt. Und zwar die Oststadt, da heuer im westl. Teil der Kleinstadt grad Ringelpietz mit Anfassen und tumultartige Touristenströme zu erwarten sind, werde ich hier sicherlich fast Freie Bahn mit Marzipan haben. Gähnende Leere in den Häuserschluchten, sozusagen, das ist der Plan.

      Über die Bundestrassen-Brücke geht Zeppo heute schon wie ein alter Hase, dahinter staut sich eine kindliche Radlertruppe und schaut uns zu. Wink. Ich loste den Buggy in den alten Sand-Dammweg. Den halbschattigen verflixten Steintroll auf halber Strecke hat Zeppo nicht vergessen, der hat ihm das letzte Mal schon böse aufgelauert und auch heute scheint es so zu sein.

      Dann kommt eine Wegverengung, Steintrolle und Polder, ich ziehe rechts rüber, über den Parkplatz vor der Mucki-Bude. Dann rauf auf den Stadtzubringer und nach ein paar 100m auf den Supermarktparkplatz. Der ist leer, wie es sich für einen Sonntag Nachmittag gehört. Die Schaufenster blitzen uns an, Wilma blinzelt zurück und Zeppo zwockelt. Huuch, da sind Ponys!! Wildfremde Schatten Ponys!!! Aarrggh. Nu schiet di man nich in de Büxx. Ich mach ein bisschen Slalom zwischen den Flatter Fahnenmasten. Dann noch 2x links und ein Mal rechts herum, über den Getränkemarkt Parkplatz. Der ist auch leer. Hintenrum stehen Container und der Müllplatz duftet. Im milden Sommerwind kreiselt eine Plastiktüte und Zeppo möchte deswegen auch kreiseln, ich lasse ihn aber nicht.

      Dann kommt der Grabstein Kurt. Grabsteine rechts und links, dazwischen ein schmaler Plattenweg. Zeppo ist eiskalt: Ha! Trolle im prallen Sonnenschein, wer hat denn vor so was Angst? Niiieeemand !! Wenn, dann müssen die schon im Halbschatten sitzen. Es geht auf den vierspurigen Gewerbegebiet Zubringer. Auch hier ist wenig los, ein paar Autos, von MäcDööf duftet es nach Kaffee herüber... schnüff...schnüff, dann, 100m weiter, duftet es nach Abdecker. Es geht nach rechts, in die ruhigen Stadtrandgebiete. Ich versuche eine sandige Piste, irgendwann bin ich hier schon mal durch, aber soooo genau weiß ich das auch nicht mehr, und dann stehen wir vor eine schmalen Brücke: 60cm breit. Zu schmal, für den Buggy und eine Furt gibt es auch nicht, also: Umdrehen.

      Herum, herum, herum, herum, und drüber und drunter und durch. Ach, ich sing schon wieder, einfach nicht hin hören. Tiefer gehts in die Stadt, Bäckerei (zu), Schule (auch zu). Alles zu, bis auf ein paar Kinderwagen und Gehwagen Schieber, die nicht singen. Dann kommen die etwas älteren Kiddis auf ihren Longboards die Piste herunter gekullert und sausen an uns vorbei, haha. Die Ponys möchten mit-flitzen, aber ich lasse sie nicht. Wir stehen ganz oben, am Hügelchen, es geht etwas bergab. Wasser glitzert zwischen den Bäumen, ich kann die Ostsee sehen. Das wusste ich noch gar nicht, das man von hier aus so weit gucken kann. Naja, im Auto kriegt man ja auch nix mit, weißt Bescheid?/! Wir gurken den Möwenstieg hinunter, dann nach links.

      Ein Plexigläsernes Buswartehäuschen bringt die Ponys zum zaudern. Dahinter kommt eine rosa Joggerin herangekraxelt, deren Bild verzerrt sich in den Scheiben und nun muss auch Wilma ein bisschen die Stirn runzeln. Locker bleiben, Mädel, is nur Rosa und geht gleich wieder. Dann kommt der Bauhof (zu). Danach vereinzelt sich die Straße auf eine einzige Fahrspur. Überholen ist hier nicht möglich, aber ich will ja auch nicht überholen. Die Töff-Töffs hinter mir müssen die nächsten paar 100m auch grad warten. Nächste Kreuzung wieder links. Durch eine junge Allee gehts näher ans Wasser heran. Der freie Hafen liegt vor mir. Wasser kräuselt sich und glitzert in der Sonne. Wilde Camper, Spaziergänger und Radler genießen die Hafenkante, Wasser plätschern und das Möwen Gekreische, an der Promenade.

      An die Ostsee komm ich mit den Ponys nicht ran, die Rampen sind zu steil und glibschig. Vom gestrigen Regen sind aber ein paar pfützige Seenplatten auf den Wiesen übrig geblieben. Die steuere ich nun an. Von einer Pfütze zur nächsten, spazieren die Ponys zwischen den Campern hindurch, Leute lachen und winken, im Café ist Hochbetrieb. Dann folgt eine Weg-Enge. Blitz saubere, schneeweiß angepinselte Betonringe glänzen in der Sonne und Zeppo schielt diese misstrauisch an. Autos kommen hier nicht durch, aber Ponys schon: Wilma, zieh den Bauch ein... ohne schrammeln hab ich den Buggy durch gequetscht.

      Die Nächste gehts nach Links. Ein paar verlassene und halb abgerissene Backstein Häuser grinsen uns Fensterlos an. Ein Rudel Motorradfahrer, Quad und Co. überholen uns, dann noch ein paar Camper. Wir müssen unter der breiten Panzerbrücke durch, da rollert Zeppo wieder mit seinen Äugelchen. Du wirst sagen: Wie kann die datt sehen? Auf dem Kutschbock? Datt der lütte Schwatte hinter seinen Blendklappen mit den Äugelchen kullert?/! Doch - das geht, das sieht man einwandfrei.

      Nun gehts noch ein bisschen Rennstrecke gerade aus, also, Rennstrecke für die PKW´s. Ein PKW kullert volle 10 Minuten bei freier Straße hinter uns her, bevor er sich dann in der Kurve aufraffen kann, zu überholen, während uns ein Moped Fahrer entgegen kommt. Ja - Ne, is klar: Wenn schon, dann in der Kurve, vorher war es auch definitiv zu fad. Ghnihi.

      Soooo - Gewerbegebiet, die zweite, diesmal von der anderen Seite. Erstmal die ganzen Autohäuser und sonstigen Gewerbetreibenden, Container auf Stelzen ohne Unterleib, Wäscherei, Fahrradladen, dann kommt die Kartbahn. Hier ist gut was los, mindesten 10 Kartfahrer flitzen über den verschlungenen Parcours um die Wette. Röööömmm rööööömm. Dann Camping und Bootsverleiher, alles öde und verlassen. Der Wind weht um die schlackernden Fahnenmasten. Wir gurken herum, ein bisschen im Trab, nochmal auf den Stadt Zubringer rauf und dann nach rechts ins Neubaugebiet hinein. Verlorene Rohre, Betonringe (diesmal nicht in Schneeweiß), Drainage-Plaste und Flatterkram wird auch von dem Jungspund gut gemeistert.

      Nun müssen wir noch über die Wohnstätte kullern und dann nach rechts... häääh, das is kein Parkplatz, das is ne Weg Einfahrt. Herr und Frau Pachulke verspeisen ihre Klappstulle, schlürfen Kaffee aus der Thermoskanne und nach ein paar Sekunden haben sie auch verstanden, das ich da gerne rein fahren möchte. Sie rangieren ihr Töff-Töff zur Seite. Schnell noch ein paar Fotos knippsen. Wink. Schon sind wir weiter. Sooo, nach dem ganzen Stadtfrääggel Gekuller könnten wir nun eigentlich --- Jöööööööö---> Berg runter im Galopp, Hopp-Hopp. Es fliegen die Hufe und Schweife und der Stadtmief fällt von uns ab. Nun noch ein paar Kilometer über die Sand- und Landpisten und nach drei Stunden unterwegs - sind wir wieder fein zu Hause.
      Gute Fahrt. Wink.
      besten Gruß :-]