Posts by kaidan

    Also wir haben (ohne Gäste) immer die Strecke an der Karte geplant, Quartiere aber möglichst vorbestellt und gerne Boxen gehabt. Zelt hatten wir immer dabei.
    Obwohl unsere Pferde zu Hause den ganzen Sommer auch nachts draußen sind, ist die Unterbringung in Boxen besser. Gründe: Weiden sind oft nicht sicher eingezäunt. unsere Pferde haben stundenlang die Zäune abgewandert. Ich mußte mein Pferd ein mal sogar hobbeln, damit endlich Ruhe einkehrt. Draußen steht mindestens einer auch über Stunden. In der Box haben sich unsere Pferde dagegen immer gelegt. Sie sind einfach sicherer und ausgeruhter. Draußen bei Dauerregen übernachtete müde Pferde sind am nächsten Tag nicht wirklich fit. Unsere haben gezittert wie Espenlaub, obwohl sie wie gesagt zu Hause auch nicht reingeholt werden. Mein Kavalerie-Bekannter (schon tot) erzählte, dass sie selbst im krieg immer bemüht waren, die Pferde nachts unter Dach zu bekommen.

    In Brandenburg ist, dank jahrelanger zäher kämpfe von VFD und FN, auf Waldwegen sowohl das reiten als auch das Fahren erlaubt. Allerdings gibt es oft Wegschranken.

    Ich vermute, dass die Ausstattung aller Pferde gleich war, um schnell die Position im Gespann ändern zu können und das Anhängen der Vorderpferde einfach an die Stränge es komplikationslos ermöglichte, wenn es schwer wurde, z.B. Anstiege oder im Morast, beliebig viele weitere Pferde vorzuspannen.

    Ach, wenn ich das lese, juckt es mir so richtig in den Fingern. Schon die Planung ist ein Teil des Vergnügens. Leider habe ich momentan wegen Sorge für Mensch und Tier Residenzpflicht. Und es gibt überhaupt nichts, was einen Mehr mit seinem Pferd zusammenschweißt als mehrere Tage gemeinsam unterwegs zu sein.

    Uns hat mal bei einem 40km-Distanzritt ein Marathonläufer begleitet. Der war ganz vorn mit dabei. Wir waren voller Bewunderung. Aber Mensch und Tier schaffen solche Dauerläufe nur, weil sie sich auf ihr Tempo einpendeln. Diesen Zustand eines laufenden Uhrwerks erreicht man bei wechselndem Tempo und Pausen auf einem Wanderritt nicht. Wir haben immer sehr auf uns UND die Tiere geachtet und sind die Gangart gegangen, die sich beide jeweils gewünscht haben. Westernpferde sind ja ohnehin so ausgebildet, dass man nicht ständig treiben muss, um Gangart und Tempo zu halten, aber man merkt doch, welche Wünsche das Pferd hat. Das ist beim Fahren ja nicht anders.
    Ich wünsche Euch ganz viel Spaß.

    Ich hatte ja auch mal einen Fohlenwagen von der Rennbahn Karlshorst. Obwohl mein Araberhengst sicher 10cm kleiner war, als die Traber, für die der Wagen gebaut wurde, verwunderte uns auch das lange, sehr tiefe "Heck", dass bei einem größeren Pferd mit mehr Anspannhöhe ja noch tiefer kommen würde.
    Wir haben uns damals Gedanken über den Sinn gemacht. Auf der Trainierbahn steht öfter ein Helfer hinten drauf - vielleicht, um den Schwerpunkt in Richtung echter Rennsulky zu verändern, also um das Pferd dosiert an diesen Anhebeeffekt zu gewöhnen? Wenn das Pferd dabei unruhig wird, kann er sofort runter gehen. Die Gefahr des Aufsetzens entfällt ja auf dem ebenen Geläuf. Außerdem haben wir gemerkt, dass diese Kante das Steigen doch zumindest sehr erschwert.
    Als Geländefahrzeug benutzt wird dieser tiefe Überhang hinten wenig sinnvoll und schnell zum Problem. Unserer hat auch öfter aufgesetzt. Heute würde ich den Überhang einfach kürzen.

    Ich denke auch, dass der Lederriemen am Aufhalter eine Sollbruchstelle ist. Den Riemen kann man notfalls durchschneiden, wenn mal alles umfliegt. Eine Kette unter Spannung bekommt man dann nicht gelöst, um das Pferd zu befreien.

    Na ja, da hat die Distanzreiterin noch nie einen Wanderritt gemacht. Ich habe mit meinen VArabern beides betrieben und ich kann die sagen, zumindest für den Reiter ist eine gleiche Kilometerzahl zumindest für den Reiter wanderreitend viel anstrengender, eben weil man erheblich länger unterwegs ist.
    Wir waren immer mit voller Ausrüstung für mehrere Tage auf dem Pferd unterwegs.
    Beim Distanzritt ist die Strecke markiert, man hat nichts dabei. Da schruppt man 40km leicht in 2 Stunden runter. Wobei ca. 1 Stunde warmreiten ja auch noch dazu kommt.
    Auf dem Wanderritt fängt der Tag mit Packen an. Dann läßt man die Pferde sich langsam einlaufen. Wir haben nie Strecken vorher abgefahren, also geht auch viel Zeit mit der Orientierung im Gelände drauf. Gegebenenfalls Badepause oder lecker Mittag essen, etwas Gegend gucken, mit Leuten reden. Trotzdem sind wir zwischendurch auch mal flott getrabt.

    Meiner hat das vor über 30 Jahren nicht beim Fahren vom Boden, sondern erst vor der Schleppe gemacht - ohne Scheuklappen. die Folgen waren für ihn so traumatisch, dass die Fahrpferdkarriere beendet war, bevor sie begann. Eine Reihe Fehler meinerseits bzw. fehlende Sicherheitsvorkehrungen hatten ihren Anteil.
    Also Scheuklappen weglassen muss auch nicht helfen. Probieren würde ich es dennoch.
    Wenn möglich würde ich einen Helfer vorn nebenher gehen lassen, vorläufig.
    Geht er denn an der Longe vorwärts, one stehenzubleiben oder sich zu dir zu drehen?
    Heute sind ja Monty-Roberts-Methoden beliebt: Frei scheuchen im Round Pen. Dabei ist sogar erwünscht, dass das Pferd abdreht und mit dem Kopf wie eine Kompassnadel dem Menschen folgt. Seht kontraproduktiv für ein künftiges Fahrpferd.
    Also wenn das nicht gefestigt ist, würde ich erst noch mal an der Longe unbedingtes Vorwärtsgehen im Schritt festigen

    Wie viele Tagesstrecken sind geplant?
    Also meine Araber sind immer barhuf gegangen. Nur ür Wanderritte habe ich immer mit Kunststoff beschlagen. Ich habe reinen Kunststoff (keine Duplos) vorgezogen, weil der Hufmechanismus voll erhalten bleibt, die Gleiteigenschaften vergleichbar und das Gewicht minimal ist. Für die einmalige Aktion ist Nageln vertretbar. Kleben würde ich nur, wenn dauerhaft Hufschutz nötig wäre.
    Die Pferde sind prima damit klar gekommen. Auf jeden Fall Beschlagswerkzeug mitnehmen und euch einweisen lassen.

    Du kannst entweder die Sitzbank über die Räder bauen lassen, oder eine größere Spurweite bestellen. Ach die Sitzhöhe ändert Herr Schlemmer auf Zuruf. Allerdings - wirklich leicht finde ich die Gig nicht und wenn man sich selber mal "einspannt", hat man auch ganz schön was in der Hand.
    Wessen Knochen das noch mitmachen, der bespannt mit Sulky leichter.

    Ich habe da etwas sehr Interessantes gefunden:
    https://www.reitverein-zeitz.d…ktur-1-Letzte-Version.pdf
    Ab Seite 7.
    Es wurden 350km in 7 Tagen zurückgelegt. Heute unvorstellbar: Am Ziel schlossen sich mit den selben Pferden mehrtägige Prüfungen an. Die Reiter legten Prüfungen für das Deutsche Reit-und Fahrabzeichen ab, die bei weitem anspruchsvoller waren als heute. auch eine Fahrprüfung gehörte dazu.
    Auch Distanzfahrer waren dabei, welche Minimum 300km mit Tagesstrecken von 50km bewältigen mußten - mit dem dreifachen Pferdegewicht!

    Sämtliche Pferde mußten 1927 mindestens vier Wochen als Arbeitspferde im landwirtschaftlichen Betrieb verwendet worden sein.

    Für den Anfang solltet Ihr um die 20 km Tagesleistung planen und dann gucken, wie gut die Minis damit klar kommen. Danach kann man dann langsam steigern, wobei ich mehr als 30 km schon sportlich finde. Beim Wanderfahren / Wanderreiten ist man normalerweise fast durchgehend im Schritt unterwegs, was beim Mini nicht so viele km/h macht.

    In unbekanntem Gelände kann man sich leicht mal verfahren und dann sind flott fünf Kilometer mehr auf dem Tacho als geplant, dafür sollte dann die Kondition noch reichen. Also nicht "auf dem letzten Sprit" unterwegs sein.

    Mit Schuhen habe ich noch nie Probleme gehabt, weder im Alltag noch auf Wandertouren. Waren kürzlich noch knapp 70 km in drei Tagen unterwegs inkl. 1000 HM allein rauf und die Schuhe haben bombig gehalten und nicht gescheuert. Passendes, gut sitzendes Schuhwerk ist die Voraussetzung. Gerade wenn die Ponys Hufschutz benötigen, würde ich niemals ohne losziehen und eine Belastungsrehe provozieren.

    Im Ernst? Wir waren immer flott unterwegs, im Trab und auch mal im Galopp. Natürlich gibt es auch viel Schritt- und Führstrecken, aber überwiegend Schritt bedeutet auch länger unterwegs zu sein. Das ist sehr ermüdend für die Pferde. Ich denke, ob das mit den Hufschuhen geht, hängt sehr von korrekter Hufstellung ab.