Posts by kaidan

    Aus meiner Kindheit kenne ich das einspännig an der Deichsel fahren auch noch. Ich kann mich nicht erinnern, an einem Arbeitswagen in den Sechzigern je eine Schere gesehen zu haben. meist war ja auch doppelte Zugkraft nötig und wenn mal nicht, dann ging es eben so.
    Dass das gemeine Volk zur Schonung der Wege nicht in der Schere fahren durfte, war mir unbekannt. Sehr interessant.
    Hier bei uns im brandenburgischen hatten die mittleren Höfe auch immer Pferde. z.T. sieht man es noch heute an den Ställen. Auf meinem Hof gab es 4 Anbindeplätze, auf dem einer Freundin 5. Hofgröße um die 30 ha. Kuhanspannung gab es hier nur nach dem Krieg und auch da vorrangig auf den Neubauernhöfen.

    Was den bevorzugten, bzw. gezüchteten bodenständigen Pferdeschlag an geht, so habe ich gelernt: schwerer Boden = schwere Pferde (z.B. in meiner alten Heimat, der Magdeburger Börde, das Sachsen-Anhalter Kaltblut, in Brandenburg das Brandenburger Warmblutpferd. Einerseits erforderten schwere Schwarzerdeböden mehr Zugkraft als die brandenburgische Streusandbüchse, andererseits sagte man: ein leichter, karger Boden trägt nur ein leichtes, leichtfuttrigeres Pferd.
    Bodenständigkeit war ein wichtiger Begriff in der Pferdezucht, der besagte, dass man das Pferd züchten muss, welches mit der regionalen Futtergrundlage klar kommt, ohne seine guten Gebrauchseigenschaften zu verlieren.

    Ich hatte inzwischen mehrere Pferde, die 30 Jahre und älter wurden. Pferdezähne sind ziemlich lang und schieben dem Abrieb entsprechend nach, bis sie schließlich im Wortsinne aufgebraucht sind. Übrig bleibt eine blank polierte Scheibe, die oft nur noch an einem Faden hängt. Das qutscht beim Kauen und tut auch weh. Richtiges Kauen ist nicht mehr möglich. Der Zahnarzt soll ins Maul fassen und probieren, ob noch alle Zähne fest im Kiefer sitzen.

    Meiner Erfahrung aus 35 Jahren Araberhaltung in Eigenregie sagt: Es ist ein großer Teil Veranlagung dabei. Während meine ersten Araber völlig reheresistent waren, hatten die Nachkommen eines bestimmten Hengstes alle irgend wann ihren Reheschub.
    Kontraproduktiv sind: enge Begrenzung der Weidezeit, abgefressene Weiden, blattreiches Heu.
    Ideal sind trockene Kuppelweiden, gerne mit überständigem Altgras.
    Ganzjahresweide ist für die Weide selbst kompletter Wahnsinn. Die braucht auch Erholungszeiten.
    Pferdeheu soll zwar keinen Regen bekommen haben und noch Farbe haben, aber einen geringen Blattanteil und hohen Stengelanteil haben und deshalb nach der Blüte geschnitten worden sein.
    In der Anweidezeit bekommen die Pferde erst einen halben Tag Heu im Paddock und gehen dann satt auf die Weide. Ist die Heuqualität zu gut, wird mit Stroh gemischt.
    Für die Fütterung von Shetties mal "Shetlandponys" von J.E. Flade lesen.

    Gute Besserung erst mal für Deinen Mann. Meinen hat es am 6.7. erwischt...Knie, Schienbein und Knöchel 2x gebrochen.

    Er will wieder fahren, aber auch mit entsprechender Sicherheitsausrüstung von daher lese ich hier auch mal mit. An eine Airbagweste hatte ich noch gar nicht gedacht. Gute Idee. Ich hab eine "normale" zum Reiten, bin aber aus der rausgewachsen und will mir wegen meinem Jungspund auch ne neue Weste zulegen.

    Zum Fahren kenne ich auch nur die "normalen" Westen.

    Knie, Schienbein, Knöchel .... Da würde dann ja nur eine EishockeyspielerAusrüstung schützen.

    Weißt Du, wie schnell Kühe den Kopf zu Dir wenden?:-))))


    Aber - ich bitte um Tips, wie Du "Führen von hinten" installiert hast. Hier ernte ich noch ungläubige Blicke.

    Aber ja doch! - Ich habe eine landwirtschaftliche Ausbildung. Allerdings hatten unserer Rinder nicht solche "Geweihe", wie die von Zeno. Über denen müßte man schon schweben, um außer Reichweite zu sein.

    Ardennerin, ich halte das alles für viel zu verkopft und auch für Wortklauberei. Nenn es Respekt oder nenn es, wie du willst.
    Ein ständig "positiv verstärktes Pferd" konzentriert sich auf die Leckerlis und sonst auf nicht viel. Wobei ich nicht grundsätzlich gegen Belohnung bin.
    Es ist menschliche Überheblichkeit, zu denken, dass hoch entwickelte Tiere so grundverschieden von Menschen wären.
    Respekt ist in seiner Bedeutung ein vielschichtiges Wort und meint im Umgang mit Pferden nicht mehr, als dass das Pferd den Menschen als beachtenswert und relevant in seiner Welt wahrnimmt, und zwar nicht als den mit den stets gefüllten Taschen, sondern als den, den man nicht bedrängt oder gar überrennt, sondern als jemanden, dem Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, dem, der Pferd auch mal was Gutes tut . Angst ist etwas anderes. Pferde, die wirklich Angst vor dem Menschen haben, sind gefährlich, denn von Angst zu Abwehr oder gar Aggressivität ist es ein sehr kleiner Schritt.
    Pferde, die dem Menschen grundsätzlich Respekt UND Vertrauen entgegen bringen, muss man nicht auf Schritt und Tritt dominieren. mit denen kann dann auch ein Kind umgehen - nicht, weil das Pferd Angst hätte, sondern weil es gelernt hat, keinen Grund gibt, NICHT smart zu sein. Aber tatsächlich ist es der alltägliche Umgang, der dafür sorgt, dass man klar kommt. Im richtigen Moment Grenzen zu setzen ist keine große Sache. Das verursacht dem Pferd kein Leid. Pferde untereinander tun das auch.

    Bist Du Dir da sicher ?

    Schon mal erlebt wenn Dich ein Pferd mit der Schulter umhaut ?

    Wenn man sich dumm anstellt, geht es an jeder Position schief. Auf der Hut sein muss man immer. Aber man sieht das Pferd. Wenn man es wie eine Kuh hinter sich her schleppt, sieht man es nicht. Und nein. Habe ich in 50 Jahren Umgang mit Pferden noch nicht erlebt. Was wäre denn deiner Meinung nach eine sichere Führposition?

    Die Führposition neben der Schulter wird seit Xenophon so gelehrt. Der Grund ist dass es für den Führer der einzig sichere Platz ist. Er kann nicht überrannt werden und wenn das Pferd kreiselt steht er im Zentrum. Beim Umgang mit fremden Pferden sollte man eine andere Position gar nicht erst in Betracht ziehen.
    Allerdings ist es in dieser Position schwieriger, dem Pferd beizubringen, dass es nicht ziehen darf.
    Ein Wanderreitpferd muss lernen, in jeder Position am losen Bändel zu bleiben, sogar, wenn der Führer hinter dem Schweif geht und das Pferd voran schickt.

    Bisschen sparen und Marathonkummet kaufen.
    Die Gigs sind beide zu klein, die Scheren zu kurz. Brustblatt passt nur ohne Polster. Zur Not einen Gurtschoner aus Neopren aufziehen. Der ist nicht so dick.

    Ein klassischer Fohlenwagen wie ganz oben ist nicht für die Schwebe konstruiert. Er soll dem Jungpferd Anlehnung geben. Nur wenn sich hinten jemand rauf stellt kommt er in die Schwebe.
    Solange die Anzen nicht gekürzt werden kann man nicht viel verderben.

    Also ich habe meinen Fohlenwagen damals auch mit Wickelgeschirr gefahren.
    Es hat nur einen Vorteil: Alles sitzt bombenfest und der Wagen kann nicht wippen und die Anzen schlagen nicht.

    In der Ebene ok.
    ABER: Das Hintergeschirr kommt bei Wickelanspannung gar nicht zum Greifen, weil ja die Anzen festgezurrt sind und sofort greifen. In dieser Anspannung hält das Pferd immer mit dem Selett auf. Auf der Rennbahn ist das egal, weil es kein Gefälle gibt und die Pferde auch nicht abrupt ausgebremst werden sondern nach der Ziellinie austrudeln. Hintergeschirr ist deshalb sinnlos.

    Es ist immer problematisch, mit einem Wagen anders fahren zu wollen als wofür er gedacht ist.

    Also wenn Wickelanspannung, dann immer schön in der ebene geradeaus.
    Es gibt auch noch einen gravierenden Nachteil. Weil alles so schön doppelt verzurrt ist, bekommst du das Pferd im Ernstfall nicht so schnell frei.

    Und ich halte "Probleme mit dem Gleichgewicht" für eine bequeme Entschuldigung für ein unerzogenes Pferd.

    Ich muss dir recht geben. Ich hatte hier einige Jahre einen Deckbetrieb und mehr Pferde da, die sich nicht ordentlich führen ließen als ordentliche. Manche haben einen schon überrannt, wenn man nur die Tür aufgemacht hat. Nach zwei Tagen haben alle im Umgang funktioniert. Die mußten nur eines lernen: Wer das sagen hat. Nur, wenn ein Pferd das akzeptiert, hat man auch seine Aufmerksamkeit, ihm ernsthaft was beizubringen. Pferde untereinander machen es genau so. Wenn man den Respekt hat, kann man mit Freundschaft anfangen. Nur bei wirklich verdorbenen, ängstlichen Pferden ist es umgekehrt. Deren Vertrauen muss man zuerst gewinnen. Das sind aber die wenigsten. viele Pferde sind eher verhätschelt und darum manchmal gefährlich.
    Angst und Respekt sollte man nicht verwechseln. Angst macht auch unberechenbar und unaufmerksam.
    Mir war es immer schleierhaft, wie viele Leute sich auf Pferde setzten (oder dahinter), die sie nicht mal zu Fuß halten und dirigieren können.

    Beim Einspänner soll es ca. 5-10cm vor dem Selett enden, damit sich nichts verhakelt. Es gibt aber auch Brustblätter mit angenähten Strängen, die können auch länger sein, solange der Halsriemen richtig zu liegen kommt.
    Beim Zweispänner ist an der Brustblattschnalle ja noch Schnallstück für Oberblattstrupfe und kl. Bauchgurt. Deshalb muss es länger sein, so dass die Schnalle genau auf dem Selett zu liegen kommt.

    Ob es sich lohnt, an dem fohlenwagen so viel rumzubauen? Schere habe ich aber auch schon so umgebaut. Hat gut geklappt.

    Vielen Dank. Ich hab schon rausgefunden, dass man solche Stangen aus einem stück in verschiedenen Längen kaufen kann.

    Also beim Pony bietet sich das vom Boden her an, weil soo schnell reißt mich das nicht von den Füßen. Die meisten Pony werden einachsig ungebremst gefahren, und die wissen das genau, dem entsprechend nutzen sie ihre Chancen auch. Dieser Gesichtsausdruck, wenn plötzlich die Pläne in der Ausführung behindert werden, weil Mensch halt eben zu Fuß und durchsetzungskräftig, belohnt einen zutiefst für die Hinterherlatscherei. Ein Pony dreht sich blitzschnell um, kenne ich vom Großpferd her nicht so massiv, eher anders, die zeigen ihren Stress vorher bereits und versteinern eher auf BF wartend, wobei meine Einspännergroßpferdfahrerfahrung relativ dürftig ist (1-2 Exemplare insgesamt, rest waren KB, VB, Kleinpferd).

    Natürlich macht ein Großpferd eh völlig andere Sätze bei X und meine Chancen da bodentechnisch noch was zu verändern sind allein wegen der Größenverhältnisse nicht gut. mfg kirsten

    Wenn du mit Großpferd Warmblut meinst, gebe ich dir recht, Araber nicht. Die drehen schneller als du denken kannst. bei Verladeangst gut zu beobachten: Warnmblut zieht sich zusammen und zittert, Araber springt überall hin, nur nicht in den Hänger.

    Die Kutschenaufarbeitung schreitet voran. Die Bereifung ist erneuert und alle Metallteile fast fertig lackiert.
    Ich habe dann doch die Kutsche einfach auf den Kopf gestellt und ohne Abbau der Räder neu bereift.
    Es haben sich bei genauerer Betrachtung noch ein paar Baustellen ergeben. Z.B viel Spiel im Drehkranz. die Ursache war so simpel wie erstaunlich: Einer der Vorbesitzer hatte auf den Herzbolzen eine zu diche Mutter aufgeschweißt auf der dann der obere Drehkranz munter balancierte. Die Flex hat's gerichtet. Mutter halbiert, jetzt paßt es.
    Bremsen brauchen auch neue Gummiklötze.
    am Holzaufbau ist allerhand verbastelt und zurechtgestümpert.
    Unter den Bock hat der Vorbesitzer Holzkeile eingeschraubt, um einen Bocksitz zu simulieren (siehe Foto). Sitzt sich tatsächlich gut, sieht aber bescheiden aus und ist mit unsinnig vielen Schrauben festgestümpert. Ich habe das abgebaut.
    Nun stellt sich aber die Frage, wie ich die Sitzbank unauffällig fest bekomme, am liebsten ohne Schrauben, die von außen zu sehen sind. wie ist das bei euch gelöst?
    An den Seiten möchte ich die Holzteile mit dünnen Multiplex verkleiden. Auch da stellt sich die Frage: reicht Verklebung mit Tischlerleim oder muss ich die anschrauben? Eigentlich möchte ich da keine sichtbaren Schrauben.

    Zweite Frage:
    Gummimatten im Fußraum lose verlegen oder verkleben? Vorn war nur gestrichen (Holzlatten) und gar nichts drauf, hinten ein fürchterlicher Fußbodenbelag verklebt. Den hab ich rausgerissen, da auch teilweise schon kaputt.

    Dritte Frage:
    Hinten und vorn sind kleine Staufächer. Das unter dem Bock war einfach zugeschraubt. Das unter dem Bock ist (Schrauben entfernt) nur von der Rückbank zu öffnen. Das möchte ich so umbauen, dass es von vorn zu öffnen ist, evtl. auch von vorn und von der Rückbank aus, also 2 Klappen? Bei der hinteren Klappe habe ich die total verrosteten Grendelriegel abgeschraubt und ähnliche neue gekauft. Die passen aber nicht dran.
    Welche Möglichkeiten gibt es, diese Klappen zu verriegen/ zu schließen? Würde ein starker Magnetverschluss halten? Wie ist das bei Euren Kutschen gelöst?