Beiträge von kaidan

    Die Quaderballen brauche ich nicht mehr bewegen. Die liegen trocken eingestapelt in der Scheune. Da ich portioniert füttere, nehme ich einfach scheibenweise ab.
    Viel einfacher als sich mit Rundballen zu balgen.
    Aber jeder hat andere Gegebenheiten.

    Kleiner Scherzkeks. Denkst Du ich bin blöde? Wenn ich einen eingestapelten fast 2m-Ballen mit Auto runter geholt habe, dann liegt der wo und wie er gefallen ist, oft genug auf der Seite. Aber selbst wenn er steht, steht er zu dicht an den anderen, als dass Platz zum Abwickeln wäre. Und dann wird es schwer. Die Dinger sind so groß und schwer, dass sie nicht mehr ohne Technik zu bewegen sind, alleine. Durch die Lagerung rollt da nichts mehr.
    Ich setze alles daran Quader zu bekommen. Mit der Rundballen hab ich jahrelang gekämpft. Das ist heute nicht mehr drin.

    Das mit der Bequemlichkeit wollte ich so drastisch nicht ausdrücken. Aber wie geschrieben. Je nach Größe und Umständen kann es zum Kraftakt werden, die auseinander zu bekommen, wenn Wickeln nicht möglich ist.

    Bei uns in Brandenburg gab es diese Wagen auch, Bäckerwagen oder Fleischerwagen genannt. Es waren vergleichsweise leichte Einspänner, mit offener Ladefläche oder Aufbau und im Gegensatz zum bäuerlichen Tafelwagen immer mit Blattfedern gefedert. Die mit kleiner Ladefläche waren in DDR-Zeiten bei Pferdehaltern sehr begehrt und gern genutzt. In den letzten Jahren habe ich keine mehr gesehen. Gibt auch kaum noch Leute, die zum Arbeiten anspannen

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    Ich habe in 35 Jahren Pferdehaltung am eigenen Hof mit Heu auch einiges durch. Die Zeiten ändern sich. In DDR-Zeiten hatten wir nicht genug Land, um selbst Heu zu machen. Zu kaufen gab es auch kaum. Stoppeln ging. Großballen gab es nicht. für Heu hat unsere LPG extra locker gepresst, damit das Heu gut durchlüftet. In den Kurven flogen ballen runter. Die durfte man stoppeln. Das hab ich mit Eselchen und kleinem Wagen mit hohem Aufbau getan.
    Nach der Wende hatten wir dann 3 ha Land. Einige Jahre hatte ich einen kleinen Schlepper, dahinter Pferdemähwerk, Gabelheuwender, Schwader, Trommelschwadwender. Z. Teil lose eingefahren mit Esel, später pressen lassen. irgend wann hatten die hier nur noch Rundballenpressen. Die Rundballen haben wir mit Hilfe von Freunden aus der Großstadt, für die "zum Heu einfahren auf's Land" ein Event war, mit Geländewagen und Pferdehänger eingfahren. In den letzten Jahren ist es bei uns so trocken, dass auf unserer Kuppelweide Heu machen einfach nicht mehr lohnt. Die gekauften Rundballen hat man mir zwar in der Scheune gestapelt, aber das runterholen (mit eingeschlagenem Dorn und Geländewagen) , auseinanderzerren und in stall und Auslauf schaffen hatte ich dann satt.
    Seit einigen Jahren nur noch Großquaderballen (hier schwer zu bekommen) die mir in der Scheune gestapelt werden. Die schneide ich auf und kann das Heu scheibenweise in Stall und Auslauf mit GROWIkarre. Die ist mir inzwischen zu schwer.
    Jetzt hab ich mir wieder ein Eselchen gekauft. mit dem ziehe ich das Heu mit Kinderschlitten mit Gestell drauf täglich in Auslauf und Stall.
    Die heute übliche ad libitum Heufütterung hätte früher überhaupt keiner in Erwägung gezogen. Alle tun so, als würden sie das zum Wohle der Pferde tun. In Wahrheit liegt es wohl eher an den Rundballen, die man kaum auseinander bekommt und deshalb lieber komplett in den Auslauf stellt.

    Demnächst wird mir Eselchen auch beim misten helfen. ich habe mir einen Panjewagen bauen lassen, mit dem ich durch die Stalltüren komme.
    Esel anlernen war schon etwas speziell. Aber inzwischen geht sie sehr brav, vorwärts, rückwärts seitwärts. Mein Pony wäre mir dazu zu rappelig.

    Man kann natürlich ein bisschen schon tun: Z.B. Futter aus der Region kaufen. Mist nicht als Sondermüll betrachten, sondern als Dünger nutzen.
    Aber Ökobilanz ist sowieso so ein Thema. Ich möchte nicht wissen, wie die bei all den kunststoff-Fassadendämmungen aussieht, von denen noch kein Mensch weiß, wie die mal entsorgt werden sollen.

    Kirsten, mit den Dingern mit den großen Rädern (gab es auch für Ponys) ist man glaub ich nicht rumgefetzt, sondern hat sich im Sonntagsstaat im Tiergarten gezeigt. Also nix für dich. Mein Nachbar hatte so einen Eigenbau aus Holz für Pony, Anzen waagerecht, da war gar nichts an Gewicht auf dem Selett. Leider hat er das Teil verkauft, als ich noch kein Pony hatte.

    Ich mache mir auch gerade einen wesentlich kleineren, einfachen Schlitten (kleiner Lastenschlitten) für Esel und Pony fertig und bin auch noch am Überlegen. Wie es aussieht, bekommen wir sowieso wieder keinen Schnee.
    Aber bei Deinem denke ich, ist es wie bei Kutschen. Wenn Du auf ebenem Untergrund und festgefahrenem Schnee fährst, ist das ok wie es ist.
    Alle Bauernschlitten, mit denen auch Holz aus dem Wald geholt wurde, also der Schlitten auch durch Löcher und über Huckel gewuchtet werden muß, sind die Anzen ganz unten an den Kufen angebracht. Ob und wie das bei Zweispänner geht, weiß ich nicht.
    Jedenfalls ein schönes Teil

    Also ich hab auch oft Probleme mit den Handgelenken. Ich kann nur sagen, je dünner die Leinen, desto mehr muss man mit den Fingern pressen und desto schlimmer werden die Schmerzen. Schmalere Leinen allein macht das nicht besser. Schmal und dünn bekommt man überhaupt nicht mehr gehalten.
    Beim Reiten hab ich Westernzügel, die schmal aber dick sind. Die bekommt man auch in kleine Hände und braucht kaum pressen.
    Ich würde raten, entweder leinen aus dickem, relativ schmalem Biothane machen zu lassen. Man kann sich Probestücke schicken lassen. Breite muss man wirklich probieren, richtet sich nach der Fingergliederlänge.
    Wenn Du sparen willst , vielleicht einfach bei der Lederleine, die dir nicht liegt, das Handstück entsprechend ersetzen.
    Du fährst mit Eseln - zweispännig?

    Ja, die Schlemmer-Gig hat so gar nichts Herrschaftliches. Aber irgendwie wirkt sie vertrauenerweckend. ich habe mich aber schon öfter gefragt, warum eute keine mehr mit großen Rädern gebaut werden, wo die Anzen waagerecht liegen und das Teil somit nahezu automatisch in der Waage ist.

    das ist auch cool!! danke für die beschreibung.


    mir reicht mittlwerweile marathon schäkel zw ortscheit und schlitten - pony kennts ja, dass was hinterherkommt, da mach ich mir um ortscheit im zweifel keinen kopf. aber wenn man nur noch die stränge dran hat, ists natürlich noch nen ticken besser!

    Ein ganz alterBeitrag, ich weiß. Aber Neulinge im Forum lesen auch alte Beiträge. Ichkann mir eine Antwort nicht verkneifen. Offensichtlich weißt du nicht, was passiert, wenn sich in einer Paniksituation der Schlitten oder Schleppe beim Einfahren vom Ortscheit löst, bzw. man das bewußt auslöst. Ich leider schon. So erlebt vor über 30 Jahren. Das leichte Ortscheit folgt einem abgehenden Pferd nämlich nicht, sondern fängt an zu springen und prügelt dem Pferd in die Haxen. Dann gibt es kein Halten mehr und Hindernisse auch nicht. Mit diesem Pferd hatte sich das Thema fahren ein für alle mal erledigt.
    Die zuvor beschriebene Variante ist deutlich sicherer.

    Du hast doch noch einen alten ungefederten Arbeitswagen für Shette, warum nicht Quaderballen mit pferdskraft vom Autohänger aufs pferdsfuhrwerk umladen? Und die dann mit dem Ballen irgendwie mittig in die Weid stiefeln lassen (ersatzweise allte Motorhaube Auto bei Rundballen??). mfg Kirsten

    Boh, das mit der Motorhaube als Schleppe ist eine tolle Idee

    Also ich habe dieses Jahr erstmals das Problem, praktisch überhaupt kein Heu zu bekommen. Sonst habe ich immer von den angrenzenden LPG bekommen, die mir direkt die Ballen in die Scheune eingelagert haben. Viele Jahre waren das immer 1,60 Rundballen und es war immer eine Haupt-, und Staatsaktion, die von oben wieder runter zu bekommen und dann das Heu raus zu bekommen, denn händisch rollen oder schieben ließ sich da nichts. Seit einigen Jahren konnte ich dann Quaderballen eingelagert bekommen. Das war ideal, weil ich die einfach aufschneiden und scheibenweise in den Stall oder Auslauf bringen konnte. Dieses Jahr wird hier gar nichts verkauft, weil der zweite Schnitt praktisch wegen Trockenheit komplett ausgefallen ist.
    Jetzt könnte ich allenfalls 40 Rundballen aus Polen bekommen, die ich aber selbst abladen und einlagern müßte. Das macht mir hier aber keiner, und schon gar nicht auf Zuruf. Dazu kommt, dass die mit riesigem LKW liefern, der hier nicht wenden könnte.

    Motorsense für Grünfutterschnitt: Dazu habe ich folgende Frage: besteht dabei nicht die gleiche Gefahr wie beim Rasenschnitt die durch die Motorsense teilweise sehr kurzen Grasanteile und damit einhergehend die Gefahr zur Kolik?

    ich nehme bis jetzt für Grünfutter immer meine Handsense, hab jedoch auch schon mal an die Motorsense gedacht.

    Wenn man mit der Sense umgehen kann, ist das Schneiden damit wesentlich kräftesparender als mit jeder Motorsense. Letztere hat einzig den Vorteil, z.B. um Zaunpfähle rum arbeiten zu können.

    Bei uns, nordöstliches Brandenburg, hat es praktisch seit April nicht wirklich geregnet. Schon der erste Schnitt hat keine hohen Erträge gebracht und einen zweiten gab es fast nirgends. meine 3 Araber+ Welsh laufen auf knapp 3ha kuppiger, trockener Weide, wo so gut wie nichts mehr grün ist. Dennoch brauche ich nicht zufüttern und alle sind feist. Heu für den Winter ist von meinen üblichen lokalen Lieferanten nicht zu bekommen. Kauft man sonst wo, kann man auch gleich Wiesencobs füttern.

    Ich denke, wenn es um Unterordnung geht, ist Belohnung fehl am Platze. Aber generell ist es schon eine starke Motivation. Wir arbeiten auch nur für's Geld.
    Beim Westernreiten gilt ja auch die Philosophie: "Pause ist Belohnung genug." Sehe ich ganz anders. Wenn mein Pferd sich erst freut, wenn ich es in Ruhe lasse ...
    Man darf nur eben nicht was rausrücken, weil Pferdchen so nervt.
    Meinem Araber z.B. hab ich viele Zirkustricks beigebracht:
    Hinknien , Hinlegen, Apportieren, Ja und nein sagen , Kompliment, Pfötchen geben. Da gab es immer Belohnung. Er hat dann angefangen, auf eigene Faust sein Repertoir abzuspulen - in der Hoffnung auf Belohnung. Da gab es aber NIE was und dann hat er das schnell wieder gelassen.
    Und wie gesagt: bedingte Reflexe schleift man auch nur mit Belohnung ein.
    Beim Einreiten hab ich immer gesagt: Erst die Bremse, dann die Lenkung. Gas geben kommt wie von selbst. - jedenfalls liefen meine Araber immer von selber. Pony leider nicht.


    Aber wenn ich was hasse, sind das freche Pferde, die einem einerseits in die Tasche kriechen, aber rempeln, drängeln und ziehen beim Führen. Das muss am losen Halfterstrick gehen. Wer dazu ein Gebiss braucht, hat irgend was nicht verstanden.

    Bin mit allem einverstanden, nur nicht mit gar keine Belohnung. Die bekommen sogar die Hengste in Wien. Sparsam verwenden finde ich ok. z.B. um das promte Anhalten als bedingten Reflex einzuschleifen.

    Also die Trockenheit der letzten Jahre hat sicher auch ihren Anteil. Die guten Gräser gehen zurück und die Lücken werden von JKK und Co gefüllt. Früher hatte ich das Zeug nicht. 2 Jahre hab ich den Sommer damit verbracht, es auszureißen. auf 3ha unmöglich, das zu schaffen. Ich muss eingestehen, dass ich den Kampf aufgegeben habe. Meine Pferde scheinen es tatsächlich nicht zu fressen. Auf den feuchten Niederungswiesen der Bauern gibt es das hier (Brandenburg) übrigens wirklich nicht, nur auf trockenen Standorten.