Posts by Shettyfreak

    Ich habe bei meinem Mérens (das ist ein kleines Kalti, vergleichbar mit einem originalen Tiroler Haflinger) Old Macs, New Macs genutzt, dann Equine Fusion und jetzt Renegades. Er hat runde Hufe 150x150mm, recht flache Zehenwand. Meine Erfahrung: Also, Old Macs gibt es glaube ich nicht mehr, die New Macs sind ähnlich. Sie sind leicht anzuziehen und halten gut, sind aber sehr schwer und verlegen den Abrollpunkt stark nach vorne, und wenn sie nass sind, trocknen die schlecht. Equine Fusion wie Old Macs, bloß sehr biegsam und weich, Pferd lief "so lala". Ich kam bei den großen Füßen gar nicht damit klar, es funzte einfach nicht. Abrollpunkt ungünstig, wie beim Old Mac. Ich habe die EF's auch für meine Shette, da sind sie super, aber nicht für den Dicken. Sie leiern enorm schnell aus und schlackern, verdrehen sich, alles sehr unbefriedigend. Auch unterschiedliche Equine Fusion- Modelle, brachten das gleiche, unbefriedigende Ergebnis. Die Renegades sind recht einfach anzuziehen, vor allem auch ohne Kraft. Man muss sie halt passend voreinstellen, ist etwas fuckelig. Das mit den Drähten sagt mir persönlich nicht so zu, aber das Pferd läuft damit einfach sehr gut. Sie sind sehr leicht, selbst in dieser Größe und behindern nicht das natürliche Gangbild. Abrollpunkt ist wesentlich besser, als bei den beiden anderen von mir erwähnten Modellen. Der Mérens hat flache Trachten, aber keine untergeschobenen. Die Renegades sind nicht geeignet für untergeschobene Trachten. Sonst machen die alles mit! Scheuerstellen hatte mein Pferd nie, bei keinem Hufschuh, ich habe aber auch alle Modelle immer nur sporadisch genutzt. Der Vorteil bei Hufschuhen: Man wird sie immer wieder los! Ich habe bei meinen Hufschuh- Käufen und Verkaufen nie herbe Verluste hinnehmen müssen. Im Gegenteil: Ich hatte mal ein Paar die habe ich nach zwei Jahren sporadischer Nutzung zum selben Preis wieder verkauft.

    Kasparow : Bei euch scheinen die Schmiede sehr günstig zu sein....

    Ich fahre Barhuf deutlich günstiger. Aber der Preis sollte nicht der ausschlaggebende Punkt sein, sondern das Pferd und seine Nutzung.

    Ich stimme dir zu, Kasparow , da möchte ich gar nicht dran denken, wenn man den Hund ernsthaft verletzt... Dann steht natürlich zur Debatte, ob diese Abwehrmethode nicht überzogen war und die Beweispflicht liegt bei mir als Fahrer, dass ich mich so massiv wehren musste. Wobei schon das Mitführen einer Schleuder so ein bisschen...."naja" wäre....

    An einem Gartenzaun entlang laufende und kläffende Hunde finde ich nicht unerzogen, das dürfen die meinetwegen. Wenn der Zaun dicht ist, ist alles okay.

    Der Typ von dem ich hier schrieb, hat tatsächlich einen Draht in das Tor eingeflochten, so dass der Hund jetzt innerhalb der Weide bleibt. Ganz in der Nähe dieser Weide ist ein Reit- und Fahrstall, da wird es wohl häufiger zu ähnlichen Kontakten gekommen sein.

    Auf der Weide jedenfalls sind meine Ponys und auch die Araber Hunden gegenüber wesentlich selbstbewusster, wehren Hunde eher ab, als dass sie flüchten. Ich denke, dass sich Pferde vor dem Wagen oder unter dem Reiter nicht so wehrhaft fühlen, als wenn sie sich frei bewegen können.

    luz : Mein Pony hat auch Monate gebraucht, an dieser Stelle wieder gelassen vorbei zu gehen ...

    Kibu : Genau das ist das Problem: Die Hunde gehorchen sowieso nicht, warum also brüllen, los rennen oder irgendwas tun, wenn es doch eh nix nützt!? :cursing:

    gentille : Ich kenne Hund und Herrchen mit Namen und Anschrift, wir sind sogar per Du und unterhalten uns zuweilen, wenn wir uns begegnen. Nach dieser Geschichte hat er mich tatsächlich einmal darauf angesprochen: was dann denn für eine Aktion gewesen sei, "als Du nach meinem Hund gehauen hast", ich habe bloß erwidert, darüber spräche ich nicht mit ihm, wir würden uns da eh' nicht einig. Da hilft einfach nichts, dieser Mensch hat das Porzellansyndrom!

    Wäre ich der Besitzer der Rinder, würde ich den Kerl mal abpassen und dem ein paar Takte erzählen. Aber ich bin nicht der Typ, der zum Ordnungsamt oder zur Polizei rennt. Zudem ist es ja so, dass wenn kein ernsthafter Schaden entstanden ist, eine Anzeige sowieso im Sande verläuft. Solange da also kein Rind mit gebrochenem Bein in der Weide liegt und das nachweislich durch das Hetzen des Hundes, passiert dem Besitzer nichts, außer vielleicht eine schriftliche Verwarnung.

    Lohmüller : wie machst du das denn, mit den Leinen in der Hand? Und solche Situationen kommen ja meist sehr plötzlich, da eine Steinschleuder zu nehmen und das Geschoss, zu spannen und zu zielen.... Du hast natürlich recht, so eine Peitschenaktion ist irgendwie Mist, erschien mir aber die einzige schnelle und wirksame Methode. Gerade eben, weil es ein Pony von nur 1,10m ist und der Hund so ein 65-70cm Köter.

    Oder hast du immer einen zielsicheren Beifahrer dabei? Dann bilde ich meine Mädels jetzt an der Steinschleuder aus....;)

    Thema Hund und Pferd: Meine Ponys sind alle Hunde- gewöhnt, da wir selbst zwei große Hunde haben und die Hündin doch zuweilen auch mal sehr gerne Ponys hütet. Manchmal spielen die Ponys mit, manchmal stehen sie stoisch da und reagieren auf die Scheinattacken gleich Null, manchmal wehren sie sich aktiv und gnadenlos. Alle machen es so, wie sie gerade gestimmt sind.

    Eine Hundebegegnung mit der Shetty- Gig, (meine beiden Töchterchen waren mit auf dem Wägelchen, Zugtier war meine Top- Stute, 1A- Zugppony) lief so ab: Auf offener Landstraße an einer Weide vorbei, der Weidebesitzer war mit seinem Altdeutschen Hütehund (großer, massiger Rüde, seineszeichens ziemlich bekloppt und ungehorsam), auf der Wiese. Wir waren auf Höhe des Weidetores, ich konnte Hund und Herrn zuvor nicht sehen, hörte nur, dass der Hund sich wütend bellend näherte. Sah ihn im nächsten Moment im Freilauf, wie er auf das Tor zustürmte, durchschlüpfte und auf uns zuraste, Herrchen meterweit zurück, die Hände so tief in den Hosentaschen vergraben, dass er sich sonstwas kraulen konnte und machte keinerlei Anstalten, den Hund irgendwie zu bremsen. Kein Ruf, kein Schreck, schlurfte nur langsam hinterher und schaute dem Geschehen desinteressiert und tatenlos zu. Ich nahm also die Leinen fest in die Linke, die Peitsche hob ich hoch über meinen Kopf, sagte meinen Kindern, sie sollten sich gut festhalten und sobald der Hund in meine Reichweite kam, ließ ich die Peitsche mit einem Riesenknall direkt vor der Hundenase niedersausen. Wohl bemerkt: DAVOR! Holte aber sofort aus zum nächsten Schlag, der dann gesessen hätte, aber der Hund jaulte auch ohne Treffer nur vor Schreck laut auf und trollte sich, versteckte sich hinter Herrchen. Pony war ein paar Hopser angaloppiert, aber immerhin geradeaus.

    Das war zugegebenermaßen eine Situation, in der ich die Blendklappen sowas von zu schätzen wusste, von denen ich im allgemeinen nicht der größte Freund bin. Das war glimpflich abgegangen, ich weiß gar nicht, was ich bei dem Mérens hätte machen sollen, ich glaube, da hätte ich dann einen Kniff in das Sprunggelenk riskiert, bevor ich da solch einen Peitscheneinsatz gewagt hätte.

    Das Interessante war, dass mich der Hundebesitzer daraufhin noch dumm anmachte, er brüllte: "Du schlägst meinen Hund nicht!" Das habe ich ja nicht mal getan, aber ich hätte, wenn es nötig gewesen wäre!

    Ich an seiner Stelle, hätte mich in Grund und Boden geschämt und mich tausendfach entschuldigt. Aber es gibt einfach überall Leute, die von Rücksichtnahme oder Verantwortungsbewußtsein keinen blassen Schimmer haben, leider ganz oft Hundebesitzer. Zur Person: Dieser Typ ruft bei jeder Gelegenheit die Polizei, hat ständig Anzeigen und Gerichtsverfahren am laufen. Aber selbst lässt er seinen Köter regelmäßig auf die Weide eines Nachbarn, dort hetzt der Hund dann Milchkuh- Färsen und der Idiot von Besitzer guckt zu, stellt sich hin und schaut, wie der Hund sich auspowert.... denn der Milchbauer, dem diese Tiere gehören, bekommt das nicht mit, der wohnt ein paar Kilometer weiter. Wenn ich sowas sehe, schäme ich mich, weil ich auch Hundebesitzer bin. Und dann kann ich die Wut vieler Leute echt verstehen.

    Was soll ich da ? Wo sind da die fremden Reize für die Pferde ? Das kennen die alles vom ersten Tag ihres Lebens , das ist laaangweilig und nicht lehrreich !

    Das streite ich nicht ab. Wenn das zur Ausbildung eines sicheren Gespannes führen soll, kann man das machen. Inwieweit das zu welchen Zeiten erfolgen sollte und auch wo, ist hier schon ausreichend diskutiert worden.

    Lawirants Erklärung habe ich durchaus gelesen.

    Dann habe ich das in meinem Abzeichenkurs wohl falsch gelernt. Ich finde die Position des Helfers nur dann richtig, wenn der Fahrer mit den Leinen in der Hand auf dem Bock säße und sich vielleicht gerade noch sortiert, bis er mit einem Kopfnicken signalisiert, dass der Helfer auf den Wagen steigen kann.

    Vielleicht habe ich ja auch was an den Augen, aber ich sehe keinen Fahrer auf dem Bock - ist das im Bild abgeschnitten? Reden wir von unterschiedlichen Fotos? Die Person vor den Pferden hat keine Leinen in der Hand. Seht ihr mehr als ich? Dann möchte ich mich hiermit entschuldigen ich will hier gewiss niemanden zu Unrecht kritisieren.

    Also wie erwähnt: Als mir der Fauxpas kürzlich passierte, stand ich direkt neben dem Ponykopf und konnte nicht schnell genug reagieren. Ich fahre dieses Pony seit knapp 10 Jahren. Nachlässig ist und bleibt riskant.

    Und noch etwas: Das Foto von E. Schmid ist zweifellos sehr schön. Aber ich sehe niemanden auf dem Bock oder an den Köpfen der Pferde. Und das finde ich riskant. Ich bin gewiss kein Achenbach- Prediger, aber das geht nicht. Kürzlich habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass man Pferde niemals loslassen sollte, wenn sie angespannt sind. Egal wie sicher so ein Pferd oder Gespann erscheinen mag. Das kann Jahrzehnte gut gehen und dann passiert's, das Gespann rennt los und hält nicht mehr an. Habe kürzlich diesen Fehler gemacht und zum Glück ist nichts passiert, aber es hat verdammt lange gedauert, bis meine 22jährige Shetty- Stute endlich stehen geblieben ist. (Dabei stand ich direkt neben dem Pony, musste nur los lassen, weil ich mit einer Hand das Tor nicht offen bekam.)

    Dann noch fort gehen und ein Foto schießen.... naja, dann macht mal Alle solche Fotos und stellt die hier ein....

    Ich will es gar Niemandem verbieten auf der Straße zu fahren. Im Prinzip wäre es ja schön, wenn immer mehr Menschen auf dieses umweltschonende Transportmittel zurückgreifen würden, aber mal ehrlich: Wir haben alle Autos, die uns schneller, sicherer, bequemer und zuverlässiger zum Einkaufen bringen und brav auf dem Parkplatz warten, auch wenn wir uns vor der Fleischtheke mit einem Bekannten verquatschen. Die Krux daraus ist und bleibt: Es geht dabei nicht hauptsächlich um die ehrenvolle Absicht, die Pferde hervorragend auszubilden. Irgendwelche Wendemanöver kann man auch gut zuhause auf der Hoffläche trainieren. Es geht doch vielfach um Eitelkeiten.

    Mehr wollte ich damit gar nicht sagen.

    Verbieten würde ich gern andere Dinge, gewiss keine Pferde, so im ureigenen Interesse;)

    Dass jeder, der mit Pferden in welcher Art auch immer am Straßenverkehr teilnimmt, diese sicher beherrschen sollte, steht außer Frage und hier gar nicht zur Debatte.

    Ich persönlich freue mich hauptsächlich daran, dass ich mit meinem Ponys eins bin, wenn ich mit ihnen zusammen bin. Das macht mir die größte Freude, auch wenn mich keiner dabei sieht, außer Fuchs, Dachs und Reh.

    Noch ein Nachtrag dazu: Das betrifft nicht nur die Kutsch- Fahrer, auch die, die mit völlig überdimensionierten Fahrzeugen unterwegs sind oder Motorradfahrer mit extrem lauten Maschinen, ich habe sogar das Gefühl, dass es unter Landwirten ein Ranking gibt, wer den dicksten Schlepper fährt. Es muss alles groß breit, laut, schnell, rücksichtslos sein.

    Das zeigt sich in jeder Lebenslage, Auffallen und Stärke zeigen. Man ist, was man hat. Etwas mehr Bescheidenheit täte den allermeisten Menschen gut.

    Mikado hat vielleicht sehr harte Worte gewählt, aber ich weiß, was gemeint ist und ich sehe das in abgeschwächter Form ähnlich. Dieser Show- Gedanke den Mikado beschreibt, drängt sich mir auch oft auf. Mir scheint, dass diese Menschen irgendwie die Aufmerksamkeit brauchen, so als Anerkennung... Gerade auch beim Fahren geht es ganz viel um "Sehen und gesehen werden", je schicker, größer, beeindruckender das Gespann, desto mehr kann man seinen Status Quo darstellen. Der "SUV für die Kutsch- Fahrer" sozusagen. Ich weiß auch nicht, warum viele Leute so sehr davon abhängig sind, dass andere sie wahrnehmen.

    Die gewerblichen Fuhrhalter will ich mal davon ausnehmen, diese brauchen auch den webe- wirksamen Effekt.

    Irgendwo müssen wir alle mal über eine Straße, und die Pferde sollten da wirklich ein wenig abgehärtet sein und das kennen lernen, in einem gewissen Rahmen. Aber was man sonst auf der Straße an "Freude beim Fahren" findet, erschließt sich mir nicht.... Allein was man da alles schluckt, egal ob als Fußgänger, Fahrrad- Fahrer oder mit sonst irgendeinem alternativen Transportmittel....

    Ich fahre nicht absichtlich mit den Pferden in den Straßenverkehr, mir macht das gar keinen Spaß und ich tue das nur, wo ich es notgedrungen muss. Ich habe in den letzten Jahren zunehmend das Gefühl, dass es auf den Straßen immer verrückter wird. Auf den Stückchen, die ich mit meinen Ponys auf der Straße zurück legen muss, mache ich regelmäßig die unterschiedlichsten Erfahrungen. Von absoluter Rücksichtslosigkeit über Gelassenheit bis zu übertriebener Vorsicht. Von verzücktem Lächeln und "Daumen hoch" über abgrundtief erboste Blicke, bis hin zu Kopf Schütteln und vor-sich-hin-Schimpfen, ist alles dabei. Man weiß nie, was für eine Reaktion zu erwarten ist. Einmal kurbelte jemand das Fenster runter und meinte, ob das denn unbedingt auf der Straße sein müsse - ich habe ihm zugelächelt und geantwortet, es täte mir leid, ich hätte nicht gewusst, dass ihm die Straße gehört. Der hat Glück gehabt, ich kann nämlich auch ganz anders. Angst hat vor meinem Shetty wohl keiner, bei dem Dicken Mérens sind die Reaktionen anders, eher respektvoller, vorsichtiger, der ist ja auch eine Erscheinung. Bei dem süßen kleinen Schimmelchen haben auch sicher viele den Gedanken, ich betriebe Tierquälerei - ich glaube, das ist sowieso der Grundgedanke vieler anderer Verkehrsteilnehmer, die erbost sind. Mit den Hunden übrigens die gleiche Erfahrung. Mein Mann läuft Halbmarathon mit unserer Hündin. Malinois x Berger Blanc, ein Energiebündel! Aber ganz viele Zuschauer rufen: Der arme Hund!

    Naja, ich meide den Straßenverkehr....

    Das gab es hier schon....

    Schau mal hier:

    Mitläufer

    LG


    PS: Ich sehe gerade dein Profilbild... du nimmst das Kalti doch nicht mit einem Shetty mit, oder?

    Ich meine immer, wenn man über sowas nachdenkt, sollte das Handpferd das "Schwächere" sein....

    Gar nicht bequem, aber ich fahre ein- bis zwei Mal pro Woche ca. 1,5 Stunden und meine Tochter auch. Das ist für alle auszuhalten und das Pony selbst läuft gut damit. Ich hatte bisher auch noch keine 180° Wendung.... Aber ich war zuvor total abgelenkt und überhaupt nicht bei der Sache. Ich hatte mich umgedreht zu meiner kleinen Tochter, die hinter mir her ritt. Sie hatte da grade eine Diskussion mit ihrem Pony, weil es nicht da her wollte, wo es sollte. Mein Zugtier bekam die Diskussion natürlich mit und das Damwild ließ die Situation dann eskalieren. Bis auf eine fiese Schürfwunde am Handballen und ein paar Kratzer an der Schulter war aber alles gut. Es war ein absoluter Fahrfehler.

    und wie ging es dann weiter ? nach dem Fall ......

    Vor uns war ein Stück Damwild auf den Weg gesprungen. Pony machte in Nullkommanix eine 180° Kehre. Ich bin nach rechts runter geplumst, neben den Wagen, ich hatte die Leinen zum Glück fest in der linken Hand behalten. Sogar die Pitsche noch in der Rechten. Scheint ein Fahrer- Syndrom zu sein: Niemals loslassen! Pony stand also. Ich habe mich mächtig gewundert, wie schnell das ging und dass ich unten lag, bevor ich etwas gemerkt hatte. Ich bin wieder aufgestiegen, habe in die ursprüngliche Richtung gewendet und bin weiter gefahren. Und habe ab da aufgepasst wie ein Schießhund. Pony blieb sehr "wachsam" und versuchte das unvorhergesehen und ohne Damwild eine Zeit später nochmal, aber als ich das dann verhindern konnte, war das Thema durch. Seitdem denke ich aber ernsthaft über die Sicherheit meiner Mini- Kutsche nach. Bzw. über die Kombi mit mir....Das Wägelchen selbst steht fest mit beiden Rädern auf dem Boden, aber meine zusammengefaltete Sitzposition gibt mir nur sehr wenig Sicherheit, weil ich mich "mit den Knien an den Ohren" verdammt schlecht irgendwie abstützen kann. Ich fahre jetzt oft wie im Sulky, mit den Füssen vorne oben auf der Bracke, links und rechts.

    Also, mein erster Gedanke ist auch: Wenn links "Gefahr", leichte Stellung nach rechts, linke Leine stehen lassen, (wie der äußere Zügel beim Reiten) und rechts energisch vorwärts treibende Peitschenhilfe. Beide Leinen müssen ran, eine einseitige Hilfe gibt dem Pferd immer die Möglichkeit sich zu entziehen.

    Bei meinem Fahrabzeichen habe ich gelernt: in Situationen wo das Pferd guckig wird, frühzeitig VORWÄRTS zu fahren. Also mit der oben genannten Technik im Trab dran vorbei. Bei mir funzt das bisher, sobald ich antrabe, wird mein Pony durchlässiger.

    Und AUFPASSEN! Ich bin neulich von der Kutsche gefallen, war nur ein Plums, aber das ging sowas von schnell, weil ich unaufmerksam war und Ponylein gescheut hat. Wir waren in der Dämmerung unterwegs und Pony war trotz ihres weisen Alters ziemlich "ON". Beim zweiten Mal habe ich es rechtzeitig bemerkt und aus der 180° Wendung, die mich zuvor vom Bock geschmissen hatte, wurde immerhin nur ein Seitwärts- Hopser.

    Sitzen die Leinengriffe bei dir, um möglichst schnell das Leinenmaß zu verkürzen? Sonst "Trockenübungen" machen!

    Über Einachser vs. Zweiachser und hohe oder tiefe Sitzposition wurde hier schon viel geschrieben. Ich bin auch überzeugte Einachser- Fahrerin, gerade weil ich viel alleine unterwegs bin (und ich sitze zudem gerne tief).

    Du schreibst 780kg- Kaliber....

    Das alles was jetzt kommt ist nur ein Gedanke, ich kann völlig daneben liegen... Also:

    Ich als Frau wollte sowas nicht fahren... Ich kann dein Geschlecht anhand deines Profils nicht herausfinden. Also, mal ganz ohne Vorurteile, es gibt auch Frauen mit Händen wie Kohlenschaufeln und der Masse und Kraft eines Stiers, aber kannst du dieses Pferd denn verarbeiten? Ich bin nicht für Reiten und Fahren mit Kraft, aber wenn der Bursche auch beim Reiten so ist und Du und die Bereiterin chancenlos sind, drängt sich mir die Frage auf, ob er nicht im Grunde seines Herzens gerne mal auf diese starke körperliche Überlegenheit setzt und dann einfach auf stur schaltet. Ggf. sollte er dann mal von einem guten aber kräftigen Fahrer in die Spur gestellt werden. Oder eben, der Vorschlag kam hier schon, mit entsprechendem Gebiss, was aber vorsichtig begonnen werden sollte, damit das Pferd begreift, dass es nun mit stärkerer Einwirkung zu rechnen hat, wenn es verweigert.

    Ist Pony denn nur bummelig im Schritt oder will es gar nicht? Bleibt es an Steigungen stehen und versucht sich wirklich "zu drücken" oder wird es nur langsamer? Meine Stuten sind beide im Schritt sehr bummelig unterwegs, vernünftiger Schritt ist bei uns auch nur auf dem Heimweg möglich. Ich habe aber z.B. nie das Problem, dass sich Pony nicht antraben lässt und auch Galöppchen machen die immer gerne! Am Berg arbeiten die ruhig weiter, bleiben nie stehen. Bloß das Grundtempo könnte auch hier echt besser sein. Wie ist das denn bei euch? Vielleicht hast du ja auch einen schrittschwachen Kandidaten?! Ich versuche von Zuhause weg viel zu traben, also nicht Dauerlauf, sondern immer mal wieder, auch mal Galopp, wenn Ponylein warm ist. Und nach Hause rollt es dann von ganz alleine, auch im Schritt.

    Noch eine andere Sache, die etwas schräg klingen mag und vielleicht schlagen ganz Viele hier auch jetzt die Hände überm Kopf zusammen: Ich gebe meinen Faultieren auch gerne Hafer. Nicht viel, vielleicht 200ml am Tag. Und auch nur, zur Heufütterung, nicht bei Weidegang und wenn die wirklich in Arbeit stehen. Die Motivation steigt dann enorm. Das ist wie Doping, muss man aber auch abbauen. Da Hafer auch viel Energie liefert, hatte ich überlegt, es vielleicht auch mal mit Soja oder Luzerne zu versuchen ich kann dazu aber noch keine Erfahrungswerte berichten. Ich denke, gerade die Kleinen sind durch das karge Futter, was die meistens bekommen (überständige Weide + extra spät geschnittenes Heu) u. U. Eiweiß- mäßig unterversorgt, Energie- mäßig aber leider immer noch überversorgt. Meine Ponys sind leider wie sehr viele von den Zwergen immer mehr oder weniger dick bis fett. Vor allem auch jetzt wieder, nach Hitzeperiode/Heuernte und dadurch Wärme- und Zeit- bedingt kaum Abreit. Aber dick heißt nicht, dass die Kraft haben. Mit jedem Kilo zu viel werden die fauler. Die besten Konditionsbedingungen habe ich, wenn die halbwegs schlank sind, ohne Pelz und mit Hafer. Meine schieben auch jetzt schon wieder Winterfell und das merke ich auch sofort an der Motivation.

    Aus insgesamt drei Reheerfahrungen kann ich Unterschiedliches berichten.

    Ein Fall von Belastungsrehe bei einer Warmblutstute.

    Ein Shetty mit chronischer Rehe, das hatte ich gerettet und nach 1,5 Jahren dann doch über die Regenbogenbrücke geschickt.

    Ein Shetty, mit Fütterungs- Unfall- Rehe, das ist "geheilt". Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, denn so ganz bin ich davon nicht überzeugt und bin immer auf der Hut.

    Fütterungs- Rehe kommt nicht von heute auf morgen! Auch wenn es oft so aussieht, gibt es eine Vorgeschichte! Und die Vorgeschichte heißt: jahrelange Überernährung. Bewegungsmangel ist immer ganz schlecht, aber: Ganz egal, ob mit oder ohne Bewegung, wichtig ist auch bei Tieren: "Esse ich mehr als ich verbrauche, nehme ich zu!" Langsam und schleichend werden die Ponys immer dicker, bis sie dann verfetten und dann reicht ein kleiner Auslöser, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und die Rehe ist da! Bei manchen Ponys/Pferden baut sich der Körper bei fortwährender Verfettung irgendwann um, in diese metabolische Figur (starke Fettpolster an bestimmten Stellen, Muskelabbau an Anderen...). Ist es einmal so weit gekommen, gibt es kein Zurück! Auch bei regelmäßiger Bewegung und angepasster Fütterung wird jede überzählige Kalorie wieder in diesen Polstern eingelagert. Diese fiesen Fettzellen warten nur auf den minimalsten Kalorienüberschuss! Schwupp! Hat man wieder einen "Hengsttyp", aber nicht unbedingt gleich einen Reheschub.

    Ganz ehrlich: Die chronischen Rehefälle kenne ich eigentlich so: Pony hat den Schub überstanden, und dann: Ebenso schleichend wie das Grundproblem begonnen hat, verfällt der Besitzer wieder in die alten Gewohnheiten: Etwas zu wenig Zeit zum Pony bewegen, etwas zu viel Futter (Input vs. Output) doch mal auf die Wiese, hat doch früher auch gut gegangen etc.! Und dann geht das Ganze wieder von vorne los. Und jedes weitere Mal entsteht der neuerliche Schub schneller. Irgendwann ist es dann so weit und die Entzündung hat sich derart manifestiert, dass ein Pony absolut abgemagert aussehen kann und trotzdem noch einen Reheschub erleidet in dem Moment, wenn man vielleicht ein wenig dran füttern möchte. Die Energie wird einfach nicht mehr zum Körperaufbau verwendet, sondern nur noch für die Entzündungsprozesse. Auch ohne Cushing! Der Organismus ist schlichtweg völlig aus der Bahn geraten.

    Eine Paddocktrail- oder auch eine gängige Offenstallhaltung bedeutet für Pferde in Pensionsställen mit der entsprechenden Fluktuation, oftmals super- viel Stress.

    Ich finde diese Art der Haltung eigentlich nur für private, kleine Haltergemeinschaften und Kleingruppen von Pferden (4-6) ideal. Für normale Pensionsställe halte ich eine Box für jedes Pferd für die Winternächte, eine große Matschwiese oder genügend große Ausläufe mit Rauhfutterangebot für die Wintertage (ebenfalls in Kleingruppen!) für wesentlich besser. "So viel wie möglich draußen" sollte dabei die Devise sein, also die hellen Tagesstunden. Im Frühling, Sommer, Herbst 24/7 "Freigang", auf großen, interessanten Weiden mit Schatten spendenden Bäumen und mit der Möglichkeit, die Pferde bei großer Hitze oder bei Insektenplage auch mal tagsüber stundenweise aufzustallen. Auf solchen Weiden kann man dann bei Bedarf auch zufüttern.

    Dem ganzen Paddocktrail- Gedöns stehe ich skeptisch gegenüber. Wie gesagt: Für gängige Pensionsställe! Und in jedem Fall ist es besser als 24h Einzelhaft in der dunklen Tiefbox!!! Dennoch: Es mag funktionieren, aber wenn man schon die Pferde mit Hufschutz ausstatten muss, weil sie sich auf den stark abrasiven Pfaden die Hufe völlig platt laufen, komme ich ins Grübeln. Dabei sehe ich nicht das Maß an Bewegung als kritisch an, sondern die suboptimalen Böden, sowie das Maß an Stress, weil die Pferde doch in irgendeiner Weise räumlich stark eingegrenzt und unnatürlich dicht gedrängt werden oder ständig durch Engpässe müssen.

    Wir basteln hier auch seit Jahren an unserem Offenstall und es ist wirklich nicht einfach, allen Pferden gerecht zu werden und dabei noch die Bedürfnisse der Menschen mit zu berücksichtigen. Und sobald man nur eine kleine Sache verändert, kann sich das ganze System komplett umstrukturieren und man steht plötzlich vor Problemen, mit denen man zuvor niemals gerechnet hätte.

    Ich kann dich gut verstehen, Kibu.

    Als Einsteller hat man halt nicht alle Möglichkeiten dieser Welt.

    Noch einmal zum Thema Strahlfäule: Zweiter Hochrisikofaktor: Falsche Hufbearbeitung oder falscher Beschlag (Zwanghufe).