Posts by Laredo

    Mir ist vor Jahren berichtet worden, dass mein sehr erfahrenes Distanzrittpferd zusammen mit einer Stute aus einer Weide ausgebrochen sei, diese um das ganze Dorf herum auf die grosse Winterweide geführt habe und dabei immer auf der Banquette geblieben sei und an jeder Strasse gehalten habe. Es muss wohl gestimmt haben, da es mir mehrere Leute unabhängig voneinander erzählten. Dieser Wallach hat mich mehrfach auch nachts und bei Nebel auf dem kürzesten Weg in seinen Stall gebracht, wenn ich den Weg nicht mehr wusste.

    Prof. Gzimek hat zu dem Thema im 2. Weltkrieg Versuche gemacht. Er stellte dabei fest, dass das Ganze nur bei Pferden klappt, die die Gegend gut kannten. Zuchtpferde, die mit verbundenen Augen mit dem LKW weg gebracht wurden, fanden den Weg nach Hause nicht.

    Ardennerin Unabhängig davon was Bennyblue antwortet halte ich zweispännig mit Kutsche hinten dran auch für viel gefährlicher als zweispännig fahren vom Boden. Wenn Dir zwei beim Fahren vom Boden abhauen kommst Du nicht hinterher, aber sie bleiben entweder wieder stehen oder machen das Leder kaputt und dann hast Du zwei einzelne abgängige Pferde.

    Wenn ein Zweispänner vor der Kutsche abgeht, schleudert sie hinter den Pferden und bringt sie immer mehr zum Durchgehen. Im positivsten Fall ( ausser Du bekommst sie wieder eingefangen) fällst Du rechtzeitig runter, die Kutsche löst sich und das Geschirr löst sich auf. Bei einem Unfall, bei dem ich dabei war, lagen Pferde und Kutsche auf dem Rücken. Zum Glück nur gering verletzt wie der Fahrer und es waren keine weiteren Fahrzeuge und Menschen im Weg. Beim anderen Unfall wurde eine stabile Reihe von Betonpfosten abrasiert, die massive Marathonkutsche sah aus wie aus der Schrottpresse, beide Pferde verletzt, Fahrer und Beifahrer im Krankenhaus. Das nicht mehr passiert ist lag daran, dass es sehr erfahrene Pferde, ein sehr erfahrener Fahrer und Beifahrer waren und eine seit einer Woche zusammenarbeitende Gemeinschaft von Pferdeleuten und ihren Pferden dazu beitrugen, das durchgehende Gespann zu beruhigen.

    123-Tuning Ja, beide Pferde lagen auf dem Rücken und die Kutsche umgedreht auf den Lehnen der Sitzbänke. Die Fahrerin war Fahranfängerin, aber neben ihr sass eine Fahrlehrerin mit angeblich viel Erfahrung. Dass vorher aus meiner Sicht schon vieles schief gegangen war, hatte ich nur mit einer Frage, die von der Lehrerin abgeschmettert wurde, anmerken wollen. Aber ich war und bin ja nur eine mistfahrende Freizeitfahrerin und nicht wie dieser Stall Turnierprofi und immer noch hochgelobter Fahrausbilder.

    Also, mir käme kein ABS an die Kutsche! Das einzige Mal, dass ich Kutsche und beide davorgespannte Pferde "auf dem Rücken liegend" gesehen habe, war während eines Fahrkurses, bei dem die Fahranfängerin beide Bremsen durchgetreten und die Leinen auf Anschlag angezogen hat, nachdem die Pferde anzogen, weil der Weg etwas abschüssig wurde. Da ist mir eine alte Kurbelbremse lieber, weil ich sie besser dosieren kann.

    Bei meinem Auto und dem Motorrad sieht das natürlich ganz anders aus, weil da der Motor die Bremse nicht missverstehen kann.

    Mein Traber mit superharten Hufen hatte sich für Hufschuhe entschieden: je älter er wurde, um so weniger wollte er auf Asphalt ohne Hufschuhe traben. Zwei meiner Fjordstuten ebenfalls.

    Ähnlich ist das bei mir auch. Ich wohne in einem kleinen Dorf, führe die Pferde täglich von und zu den Weiden und mein Youngster ist das von Fohlen auf gewöhnt, muss allerdings neben mir und nie hinter mir gehen. Bis jetzt haben das alle meine Pferde gelernt. Auch das neben dem Fahrrad laufen. Ich habe nie den Unterschied verstanden zwischen vor der Kutsche und neben dem Fahrrad gehen. Neben dem Fahrrad gehen gehört genauso wie Arbeit mit der Fusslonge und dem Hobble bei mir zu den Vorarbeiten zum Einspannen.

    Da ich z.Zt. 3 Pferde habe, führe ich auch immer 3 auf einmal. Mein 3jähriger ist dabei bei meiner 22jährigen Leitstute am Bauchgurt links festgemacht. Sie geht also rechts aussen, er links daneben, dann ich und links von mir seine etwas ängstliche Mutter. Da meine Älteste so gut gehorcht, dass ich sie neben dem Fahrrad her galoppieren lassen kann, sehe ich da kein Problem. Zu der Aussage, man könne nur ein Pferd auf einmal führen und das nur mit Gebiss: Eigentlich kann man gar kein Pferd führen, da selbst ein Schetty mehr als ein Mensch wiegt. Wenn man aber seine Tiere entsprechend erzogen hat, ist die Anzahl der Tiere höchstens von der Tagesform des Menschen abhängig, wie früher Säumer bewiesen haben und im übrigen alle Freiarbeiter seit spätestens Freddy Knie.

    Das ist so eine "Vorschrift" wie dass das Führen von Pferden am Halfter im Strassenverkehr nicht erlaubt ist. Ich möchte mal den erleben, der ein wirklich erschreckendes Pferd halten kann. Das sind dann die Leute, die mit der Hand 400 - 1000 kg ziehen können. Pferde werden durch Menschenverstand beherrscht, nicht durch Geräte.

    Einer der Gründe, warum wir kein Pferdefleisch essen, hat mit den Germanen und der katholischen Kirche zu tun. Die Germanen hielten nämlich in heiligen Hainen vor allem Schimmel, die dann den Göttern geopfert und beim Ritual gegessen wurden. Während der Christianisierung wurden die Rituale verboten oder durch christliche ersetzt. Wintersonnenwendfeier - Weihnachten, das Fest der Fruchtbarkeitsgöttin mit Kennzeichen Ei und Hase - Ostern. Und keine rituelle Opferung der Pferde, da das und damit Pferdefleisch zu den alten Göttern gehörte, die dann als Dämonen und teuflisch galten.

    Auch für mich ist es schwierig mit dem Anklicken: wenn Schnee da ist und ich Zeit habe, fahre ich mit den Pferden Schlitten und beteilige mich an Schneeballschlachten. Schneeräumen liebe ich eher nicht und insgesamt ist es mir lieber, wenn's nicht schneit, u.a. weil ich dann meine E-Zäune immer nachjustieren muss, was bei Frost schwierig ist.

    Es gibt auch Beschreibungen von Fjordies auf ähnlichen "Wegen" in Norwegen, zum Teil als Packtiere bei der Elchjagd, d.h. unter sehr schwerem Gepäck.