Posts by Rainy

    das ist richtig, Strasser &Co. will sich das Geschäft nicht nehmen lassen und hat sich vor kurzem auch anerkennen lassen. Aber ich bete, dass die nicht Fuss fassen können, die haben in anderen Ländern schon genug Unheil angerichtet - drum habe ich die Schule nicht erwähnt, die existiert für mich nicht. Sogar mein Compi weiss genau, was man davon zu halten hat: wenn ich die HP eingebe, kommt gross und rot "Schädliche Website blockiert" 8) 

    Naja, existieren tut sie ja trotzdem, und leider Gottes ist sie auch noch anerkannt, also werden wir immer wieder mit Absolventen von dieser Schule zu tun haben :rolleyes: Die Idee mit dem Blockieren gefällt mir aber gut :thumbup:


    Quote

    Ja, ich war beim LTZ, und fand die ganz brauchbar. Michael diskutiert fair und fundiert, und seine Hufe sind soweit auch für mich, die ich von NHC überzeugt bin, absolut akzeptabel. Hab's bedauert, dass ich den Kurs nicht fertig machen konnte, vielleicht nehme ich das noch einmal auf (nicht um den Beruf zu wechseln, sondern um den Horizont zu erweitern). Du machst mit drei Jahren offenbar den anderen Kurs. Mit Biernat kann ich mich leider auch nicht anfreunden; er war ein verhinderter Akademiker, der glaubte, das Rad neu erfinden zu müssen. Aber seine Gedankengänge sind für mich oft nicht nachvollziehbar (Rietdach, Gewicht auf Hufwand, geschnitzte Sohlenwölbung). Fränzi hat da sicher einiges modifiziert und verbessert, aber ihre Absolventen schnitzen mir auch immer noch zu viel an der Sohle herum.

    Zur Qualität der Kursinhalte kann ich nichts sagen, aber was beim LTZ aus meiner Sicht sehr heikel ist, ist die kurze Ausbildungsdauer. Da werden Leute auf Kundenpferde losgelassen, die unter Umständen noch nie einen Huf komplett haben durchwachsen sehen. Ich wäre da skeptisch.

    Vorsicht, die FHS unterscheidet sich mittlerweile ziemlich von Biernats ursprünglicher Methode! Am ehesten lässt es sich mit der DHG vergleichen, wobei ich auch dort ziemliche Unterschiede zu dem feststelle, was an der FHS gelehrt wird. "Geschnitzte Sohlenwölbung" ist zum Beispiel etwas, was bei uns ganz klar abgelehnt wird und auf gar keinen Fall gemacht werden darf! Kann sein, dass es Huforthopäden gibt, die das so machen, aber mir ist keiner bekannt und gelehrt wird es ganz sicher nicht. Wir nehmen an der Sohle generell sehr wenig weg, eigentlich werden nur die Eckstreben zurückgeschnitten und Sohlenwülste geglättet sowie lose Platten entfernt. Wenn an der Sohle was machen, dann wirklich nur hauchdünn, um sie etwas zu säubern und so Fäulnisherde besser zu erkennen. In die Sohle zu schneiden ist ein NoGo und dass man eine Sohlenwölbung nicht reinschneiden kann, sollte jedem Hufbearbeiter, der etwas von Anatomie versteht, klar sein. Meine Ponys laufen seit 10 Jahren mit dieser Bearbeitung top, auch über Schotter keine Fühligkeit und alle haben eine gute Sohlendicke. Wir hatten auch noch nie mit Strahlfäule oder Abzessen/Geschwüren zu tun, und auch keine sonstigen Hufprobleme. Trotz nicht perfekter Beinstellungen und Hufformen.


    Aber nichtsdestotrotz, für mich ist die beste Bearbeitungsmethode diejenige, mit der das Pferd gut läuft. Für die einen ist das NHC, für die anderen klassische Huforthopädie oder das, was der Hufschmied macht, und angeblich soll es sogar Pferde geben, die mit der strasserschen Methode noch "laufen".... Also jedem das Seine :)

    OT:

    (und das ist noch die bessere unserer beiden anerkannten Schulen)

    Zwei? :D Nein, es sind drei anerkannte Schulen. Und ich bin gerade mitten drin in der Ausbildung. Die dauert drei Jahre und ist wirklich sehr fundiert. Ich nehme an, du warst beim LTZ? Das ist ja "methodenoffen".

    Vielen Dank für eure Antworten! :) Das hilft uns sehr weiter. Wenn es ein Bremszylinder von einem Motorrad ist, dann werden wir ihn durch einen handelsüblichen für Kutschen ersetzen. Das Anbringen eines Bremsflüssigkeitsbehälters sollte kein Problem sein. Vermutlich ist der Zylinder wirklich defekt, sonst hätte ihn der Mechaniker wohl repariert bekommen (er ist auf Mofas und Roller spezialisiert). Daher verschwenden wir keine Zeit mehr auf dieses Teil. Trotzdem danke für die Tipps jeverson !


    Noch eine Frage: wenn wir den Bremszylinder nun durch ein anderes Modell ersetzen, müssen wir dann die Bremssättel auch austauschen? Oder würdet ihr es mit den bestehenden probieren, bevor man gleich alles neu kauft?


    Die Fa. Hansmaier hat sich übrigens heute Morgen gemeldet. Sie hat seit 2013 einen anderen Geschäftsführer und dieser sagt, Ersatzteile für ältere Modelle könne er nicht mehr besorgen, da müsse ich mich an den alten Geschäftsführer wenden. Ich habe die Vermutung, dass an der Bremse bereits schon mal was ausgetauscht wurde, denn ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man im Herstellungsland Polen an einem 65 kg schweren Gig so ein teures Bremssystem installiert :/ Hat ev. hier jemand auch einen Hansmaier-Gig in dem Alter und könnte mir einige Fotos von dem Bremssystem machen?

    So wie das aussieht ist der Bremsflüssigkeitsbehälter im Bremszylindergehäuse integriert. Vielleicht aufschrauben, Bremflüssigkeit nachfüllen und nochmal (sehr) gründlich entlüften, dabei gleich die Gelegenheit nutzen und die Bremsflüssigkeit tauschen.

    Danke für die Antwort. Entlüftet und Bremsflüssigkeit ausgetauscht haben wir bereits mehrfach gemacht, es scheint irgendwo im Zylinder drin ein Leck zu haben. Ich guck mal, ob man es irgendwo aufschrauben kann. Der Mechaniker sagt, es sei kaputt, aber anscheinend versteht er nichts von solchen Systemen (was mich aber eher wundert), da er keinen Plan hat, woher man das Ersatzteil bekommen kann :(

    Hallo zusammen


    Ich habe mal eine technische Frage. Unsere Einstellerin hat ein gebrauchtes Hansmaier Gig mit defekter Bremsanlage gekauft (wissentlich). Da mein Mann beim Entlüften der Bremse das Problem nicht beheben konnte (Druck konnte nicht mehr aufgebaut werden), ging das Gig in eine Werkstatt zu einem Mofa-Mechaniker. Dort steht es nun seit drei Monaten und der Mechaniker hat zwar herausgefunden, wo das Problem liegt - Bremszylinder ist defekt - vertröstet das Mädel aber immer wieder, weil er angeblich die Ersatzteile nicht bekommt. Wir sind alle langsam mit der Geduld am Ende und wollen das Gig demnächst abholen und es entweder selber versuchen oder in eine andere Werkstatt geben. Leider haben wir keine Werkstatt in der Nähe, die Kutschen repariert und müssen auf Landmaschinen- oder Mofa-Mechaniker ausweichen. Und nochmal so eine Pleite möchten wir nicht, daher würden wir es gerne selbst versuchen.


    Das Problem, wir wissen jetzt zwar, welches Teil kaputt ist, aber haben keine Ahnung, woher man so eines bekommt. Bei Hansmaier habe ich schon angefragt, aber keine Antwort erhalten. Das Gig hat Baujahr 2009. In den bekannten Shops haben wir keinen Zylinder gefunden, der ähnlich aussieht, aber vielleicht sind wir einfach nur zu dämlich dafür. Das Besondere an diesem Zylinder ist, dass es anscheinend keinen Behälter für die Bremsflüssigkeit braucht (?), zumindest war kein Behälter dabei. Habe ein Bild angehängt. So war der Zylinder verbaut, als er abgeholt wurde. Alternativ überlegen wir uns, einen anderen Bremszylinder mit Flüssigkeitsbehälter zu kaufen, aber ob das dann passt? Muss zugeben, für mich ist diese Thematik völlig neu.


    Vielleicht weiss jemand von euch, woher man dieses Ersatzteil bekommt? Wir sind für jeden Hinweis dankbar :)


    Liebe Grüsse

    Anna

    Bei Kaltblütern fehlt mir die Erfahrung, da ich ausschliesslich kleine Ponys halte, aber zum Thema Mehraufwand bei Hufschuhen vs. Eisenbeschlag kann ich etwas beitragen.

    Egal ob das Pferd beschlagen ist, barhuf laufen soll oder man Hufschuhe überzieht: Vor jeder "Verwendung" des Pferdes ist es doch notwendig und gebräuchlich, jeden Huf einmal aufzuheben, um Dreck und eingetretene Steinchen zu entfernen. Die 15 Sekunden, die ich dafür benötige, den Hufschuh überzuziehen und nach dem Abstellen des Hufes die Schnallen zu schliessen, machen jetzt aufs Ganze gesehen keinen soooo grossen Unterschied, oder? Im Gegenteil: Ich spare mir meistens sogar Aufwand, weil ich mir nach dem Fahren das Hufe auskratzen und Steinchen-herauspulen sparen kann. Natürlich vorausgesetzt, die Schuhe passen und man ist in der Handhabung geübt. Die Empfindung mag für jeden anders sein, aber ich empfinde es jedenfalls nicht als zusätzlichen Aufwand, für meinen Mini-Dreispänner mal eben 12 Hufschuhe anzuziehen. Da verplempere ich wesentlich mehr Zeit mit dem dem Lesen von unnötigen Social Media Beiträgen oder ähnlichem.

    Fjordy Danke für den Tipp! Ich guck mir das gleich mal an... Wahrscheinlich würde ich den Anhänger mit Frontausstieg, ohne Sattelkammer und Mittelwand, aber dafür mit verstellbaren Seitenwänden für Querverlad wählen, dann könnte ich die Ponys bei Bedarf nach vorne stellen, um das Gewicht auszutarieren.

    Kasparow Es geht hier nicht darum, dass Pferde nicht rückwärts aussteigen könnten. Das Thema hier ist "Kutschenhalterung am Heck". Isiman1964 hat eingeworfen, dass man im Falle, das man die Pferde schnell ausladen muss (Unfall o.ä.), zuerst die Kutsche demontieren muss, da diese die Heckrampe ja blockiert. Dann hat HeiBo entgegnet, dass es den Hänger ev. auch mit Frontklappe gibt, womit dieses Problem gelöst ist.


    Ich würde den Hänger wohl auch mit Frontausstieg nehmen, eben aus diesem Grund. Wobei ich meine Ponys wohl im äussersten Notfall auch über die Servicetür ausladen könnte :thumbsup:

    Sehr schön, dein Vorhaben! Ich bin gespannt, wie es geht. Ich denke, du hast alles richtig gemacht mit der Vorbereitung und deine angepeilte Tagesstrecke finde ich schonmal nicht verkehrt.


    Ich fahre ja mit zwei AMHA (80 und 86 cm) und einem Minishetty (79 cm). Unsere längste Sonntagsstrecke war bisher 35 km in knapp 6 Stunden, da war die Hälfte aber sehr hügelig. Und die Ponys haben das hervorragend weggesteckt. Leider fehlt uns für längere Fahrten die Zeit, bzw. mir fehlt dann selber die Bewegung. Wir gehen dafür öfters mal mehrtägig Bergwandern, ebenfalls mit den Minis.

    Minis können, wie andere Pferde auch, bei richtigem Training problemlos 6-10 Stunden täglich arbeiten. Nur so, weil manche Stimmen - nicht nur hier, sondern auch oft anderswo gehört - behaupten, für AMH gäbe es ein anderes Limit als für normale Pferde und Ponys ;-) Das stimmt definitiv nicht! Damit das mal geklärt ist, und zwar von jemandem, der die Rasse tatsächlich auch zuhause im Stall hat und ernsthaft mit den Tieren arbeitet und sie nicht nur als geschminkte Püppchen auf Schauen präsentiert.

    Natürlich ist man etwas länger langsamer als mit grossen Pferden. Das hängt Tempo von vielen Faktoren ab: Zuggewicht (und die Minis haben normalerweise etwas mehr zu ziehen als normale Ponys/Pferde), Ausrüstung, Wegbeschaffenheit, Steigung, usw.. Da, wo man Schritt gehen muss, z.B. den Berg hoch, kommt man mit Minis nicht wirklich vom Fleck, deshalb würde ich jetzt nicht unbedingt eine Gotthardpass-Überquerung planen, ausser man hat viiiel Zeit. Ich trainiere meine Ponys an der Kutsche zu 80% im Trab. Da ich sie sehr viel (idR 4x wöchentlich) zum Laufen mitnehme, sind sie es gewohnt, 1-2 Stunden pausenlos durchzutraben. Unser Wohlfühltempo (das würde ich dann auch für eine längere Strecke wählen) liegt bei 8-9 km/h. Dabei kommen die noch nicht mal ins Schwitzen. Gerade bei Minis, wo man vielleicht eher mal in Zweifel gerät, ob man ihnen nicht zu viel zumutet, ist Pulsmessung im Training sehr wertvoll. Mir hat es gezeigt, dass wir in punkto Trainingsintensität eher an der unteren Grenze sind und ich ruhig auch ein bisschen mehr verlangen darf, ohne dass sie überfordert sind.


    Für eine längere Fahrt würde ich darauf schauen, die Kutsche nicht zu überladen, dh. max. 1:1 Zuggewicht/Pferdegewicht und die Strecke eher flach (für mich heisst das: max. 300 Höhenmeter auf 10 km) wählen. Ich würde dann als Anfänger für eine solche Strecke etwa mit einem Tempo von 6 km/h rechnen, alle 1,5-2 Stunden eine halbe Stunde Fresspause einplanen und dann noch etwas Puffer für Unvorhergesehenes oder Tratschpausen (man wird ja als Mini-Fahrer alle paar Meter von Fussgängern befragt, nicht wahr ;)). Also vielleicht als Maximum bei einer organisierten Strecke vorsichtig geschätzt 4x 1,5 oder 3x 2 Stunden Fahrt, macht dann 36 km. Ich denke sowas wäre bei ordentlicher Planung gut machbar, auch für ein Mini.


    Noch zum Thema Hufschuhe: Wir nutzen mittlerweile die Equine Fusion Active, die sind top für sowas. Kenne auch eine Menge Leute, die die an kleinen Ponys auch für extreme Touren einsetzen. Ich habe mit meinem Mini vor einigen Jahren selber mal die Alpen zu Fuss überquert und damals noch mit massgeschneiderten Leder-Hufschuhen. Das ging auch, wir hatten aber einige kleinere Scheuerstellen. Mit den Active ist uns sowas noch nie passiert.

    Ich mache mir seit einigen Tagen auch Gedanken über Kutschenverlad und bin ebenfalls - wie es der Zufall so will - auf diesen Hänger gestossen. Mich würden auch Erfahrungen interessieren, vor allem was die Stützlast angeht. Ich hätte nämlich das gegenteilige Problem: Meine drei Ponys bringen keine 100 kg/Stk. auf die Waage, die Kutsche ist ebenfalls 100 kg. Ob das reicht, um die Stützlast auszugleichen, weiss ich nicht. Der Nonnenmacher baut diese Anhänger auch, dort steht aber, dass die extra-lang sind und die Pferde bei Bedarf weiter nach vorne gestellt werden. Beim Modell von Schmidt hat man die Möglichkeit nicht, der scheint Normallänge zu haben.

    Ich finde die Tendenz, dass kleine Ponys vermehrt auch erfolgreich auf Turnieren anzutreffen sind, sehr erfreulich! Es zeigt, dass sie so gearbeitet werden, wie sie es verdienen, und dass sie durchaus Chancen gegen grössere Ponys haben.

    Ich bin ja selber mit sehr kleinen Ponys unterwegs; bisher aber noch nicht grossartig auf Turnieren. Zwei von drei sind halt noch nicht so lange an der Kutsche. Seit kurzem habe ich aber einen Trainer und möchte sie auch in dem Bereich etwas mehr fördern anstatt nur Ausfahrten zu unternehmen. Bin gespannt, wo uns das hinführt. Leider legen uns die schweizerischen Reglemente ein paar Steine in den Weg, gerade was Ausrüstungsvorschriften (z.B. ein relativ hohes Mindest-Kutschengewicht) angeht, deshalb werden wir wohl nicht über ein paar inoffizielle Spass-Turniere hinauskommen.

    Ich habe auch Kandidaten, welche fast kein Platz auf der Brust habe. Muss die Brustblätter jeweils sehr hoch schnallen und eines meiner Ponys zieht etwas ungern bzw. ich hab fast das Gefühl, dass es ihm die Luft etwas nimmt. Deshalb habe ich mir kürzlich ein "Zwischending" aus Marathonkumt und Brustblatt angeschafft: Ein anatomisch geschwungenes Brustblatt. Damit ziehen nun alle drei Ponys besser als mit Brustblatt. Es sieht fast ein bisschen aus wie ein abgespecktes Marathonkumt, und da beim Marathonkumt der Druck sowieso nicht auf auf den Schultern, sondern auf der Brust lastet, kommts wohl aufs Gleiche raus. Was mir halt sehr gefällt, ist, dass weniger Material dran ist und das Pony nicht so überladen wirkt.

    Mit englischem Kumt fehlt mir die Erfahrung, ich möchte das aber zum Vergleich noch nachholen, da ich jetzt eine gute Adresse hab, die auch solche Kumte auf Mass (für XXS-Ponys) herstellt.

    Wegen dem Stockmaß hab ich zwar nur relativ dürftige Erfahrungen <95 cm Stm (also nicht mit Rainy Erfahrungsschatz zu vergleichen), aber generell find ich je Kleiner je pfeffriger und arbeitswilliger von der Basis her, wenn die nicht "wollen" dann sinds bisher bei mir immer Ausbildungsfehler gewesen. Aaaber bei 1,10 m gibts beides, zumindest bei dem typ den ich bevorzuge hat sich ganz klar auch noch keiner freiwillig überarbeitet. Arbeitsfähig ohne End, aber nicht unbedingt dieses freiwillig sofort anbietend. mfg Kirsten

    Hm, der Kleinste ist bei mir tatsächlich der Arbeitswilligste :) der Zweitkleinste lässt sich dann eher wieder bitten. Die Classics und grösseren Shettys in meinem Bekanntenkreis sind dann ebenfalls ganz unterschiedlich, da gibts auch beides, Raketen und Schlaftabletten.

    Kann es sein, dass das ev. auch davon kommt, dass man auf die grösseren Ponys eher mal Kinder loslässt, während die Kleinen eher uninteressant sind, da nicht reitbar? Ich hatte mal einen Minishetty, der auch eher unwillig war - der wurde komplett von Kindern vermurkst. Mein anderer "Grosser" (Stm. 97, ehemaliges Privat-Kinderreitpony) ist auch eher vom gemütlichen Typ. Bei Kindern ist halt immer die Gefahr, dass wenn man sie einfach machen lässt, das Pony oft machen kann, was es will, und es kriegt trotzdem hin und wieder mal - unbeabsichtigt oder aus purer emotionaler Schwankung - eine Breitseite ab. Wenn ich nur schon daran denke, wie meine Nichte (6 J?) auf meinen armen Shettyopa eingetreten hat, weil das Pony nicht so wollte, wie sie es im Sinn hatte - dabei hat sie völlig widersprüngliche Signale gesendet, der arme Kerl hat einfach nur sein Bestes gegeben und wurde trotzdem verprügelt (ich habs nur zufällig gesehen, da ich sonst zum Kinderreiten nie mit war; hab sie anschliessend heruntergeholt und das Pony wurde von da an als pensioniert erklärt, Kinderreiten muss mit ebenfalls Ü30 echt nicht mehr sein, wenn die Kiddies ihre Emotionen nicht im Griff haben). Da würde ich auch zum Verweigerer.


    Zottelfuss Klingt fast so, als wäre dein Pony noch nicht ganz zugfest. Ich würde einfach weitermachen, normal treiben wenn nötig, nachgeben, Pausen, viel (verbale) Belohnung, auch mal verschnaufen lassen. Mit der Routine wird das besser.

    Ich weiss nicht, wie nachhaltig solche Darmsanierungen sind. Bei uns hat sowas immer nur kurzfristigen Erfolg gebracht - nämlich exakt bis das Pony das nächste Mal Stroh oder grobes Heu gefressen hat.


    Derzeit ist er "trocken", da er tagsüber auf der Koppel steht und nachts Heu à Discretion hat. Glücklicherweise momentan recht feines Heu.

    Die Tipps von Bennyblue sind alle super, nur was das Stockmass mit der Arbeitswilligkeit bei Shettys zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht so ganz.

    Ich kenne und kannte ziemlich viele Shettys und deren Grösse ist für die Arbeitswilligkeit und Motivation genauso wenig relevant wie die Farbe der Tiere.


    Wir hatten bei unserem Shettymix-Wallach (füs Protokoll: Stockmass 107 cm ;)) vor 20 Jahren ein ähnliches Problem. Der kam heruntergewirtschaftet, schon damals 18 Jahre alt, via Händler aus einer Reitschule zu uns und hatte wirklich null Bock auf Arbeiten. Spazieren/Reiten mit hängendem Kopf und Trab ging nur mit sehr viel Einsatz der führenden/reitenden Person und nach 5-10 Metern wars das auch schon. Also wirklich ein Härtefall in dieser Hinsicht.

    Wir konnten ihm die Freude an der Arbeit wieder geben, hauptsächlich durchs Fahren selbst. Das war was ganz Neues für ihn und er hatte per se Spass daran, also gings schon etwas bergauf. Die Bewegungsfreude haben wir dann so wieder hingekriegt, indem wir ins nach Hause rennen lassen haben - irgendwie klappte es dann auch von Zuhause weg etwas flotter. Diese Methode ist jedoch sehr mit Vorsicht zu geniessen, wenn noch Kinder mit dem Tier umgehen. Unser Ponymix wurde übrigens dann doch noch zu einem flotten Fahrpony und geniesst mittlerweile, 37 Jahre alt, seinen Ruhestand mit regelmässigen Spaziergängen und zu seiner Freude gelegentlich noch Mini-Runden an der Kutsche. Da ist er jeweils kaum zu bremsen :)


    Im Falle von deinem Pony, Zottelfuss würde ich wohl erst einmal für vernünftigen Hufschutz sorgen und schauen, ob es dann besser wird. Oft ist das ein grosses Problem, gerade bei Weideponys. Ebenfalls unterschätzt wird der Effekt von regelmässiger, konsequenter Arbeit. Ich würde das Pony wirklich täglich arbeiten, egal welches Wetter, und wenn es nur ein kleiner Spaziergang ist. Gerade die kurzen Spaziergänge, und seien es nur 10 Minuten, dafür in anständigem Schritt, sind sehr wertvoll.

    Kibu Ich nehme Futterkohle, die gibts in grösseren Mengen auch für Nutztiere - das ist dasselbe wie es für Pferde gibt, aber günstiger. Ich füttere meinem Kleinen, der 90 kg wiegt, wenn er akut an KW leidet, ca. 20-30 g/Tag.


    Ardennerin Pilze sind auch ein Thema; die können auch Kotwasser auslösen. Aber ich spreche hier tatsächlich von der Struktur des Heus. Also grobstängeliges Heu von spätem Schnitt. Ganz schlimm ist Heu vom 1. Schnitt, das spät geerntet wurde oder aus Saaten, die speziell für Pferde sind. Hatte ich alles schon da, und es war wirklich zum allergrössten Teil wirklich schönes, sauberes Heu (was anderes würde ich auch nicht verfüttern wollen). Mein Pony reagiert übrigens auch auf zu grobes, überständiges Weidegras.


    "Mitunter richtet sich bereits bei der grobsinnlichen Prüfung der Heuprobe der Verdacht auf eine eingeschränkte mikrobielle Fermentation im Dickdarm als ursächlich für das Auftreten von Kotwasser; zuviel Lignin und zu wenig Zellulose/Hemizellulosen. Mit dem Aufwuchs verbunden ist die vermehrte Einlagerung der Rohfaserart Lignin in den Pflanzenhalmen, um die Standfestigkeit zu erhöhen. Entsprechend weist spät geschnittenes, sehr grobstängeliges Heu auf einen erhöhten Ligningehalt und einen verminderten Zelluloseanteil hin. Da Lignin von der Dickdarmflora des Pferdes nicht abgebaut werden kann und nur Zellulose/ Hemizellulosen und Pektine Wuchsstoffe für die Dickdarmflora sind, erklärt sich das bei Verfütterung von überständigem, hartstängeligem, verholztem Heu oft zu beobachtende Auftreten von Kotwasser mit einer unzureichend ernährten Dickdarmflora (siehe unten: „Heubeurteilung hinsichtlich Lignifizierung“)."
    Siehe https://www.iwest.de/tl_files/…ie/Infothek/Kotwasser.pdf


    Ebenfalls im Verdacht, Kotwasser hervorzurufen steht mit Luprosil (Ameisensäure) behandeltes Heu. Bei uns in der Nachbarschaft wird das Heu vorbeugend vor dem Pressen gespritzt, um Schimmelpilze zu vermeiden. Eigentlich sollte das harmlos für die Pferde sein; es gibt jedoch Kandidaten, die darauf reagieren.

    Ich habe einen langjährigen Kotwasser-Patienten. Er ist jetzt 18, Hengst und hat das KW seit ich ihn kenne. Ich habe ihn mit 4-jährig übernommen und er hatte da schon eine ziemliche Odyssee hinter sich, inkl. starker Verwurmung. Ich vermute das als Ursache für seine Reaktionen, Auslöser sind jedoch unterschiedlich.

    In den langen Jahren haben wir so ziemlich alles ausprobiert und untersuchen lassen, selbst eine Gastroskopie musste er über sich ergehen lassen, jedoch ohne Befund.


    Nach meinen Beobachtungen kann ich mit ziemlicher Sicherheit, dass der Haupt-Auslöser vom KW, zumindest bei meinem Pony, zu strukturreiches Heu ist. Bekommt er zu grobes Heu oder sogar Stroh, dann läufts nur noch... Mit Emd ist er nahezu symptomfrei, das trau ich mich aber aus diversen anderen Gründen nicht zu füttern. Diese Ansicht vertritt auch mein Tierarzt und dasselbe habe ich auch schon an Vorträgen von anderen Tierärzten und Fachpersonen gehört.

    Bewegungsmangel könnte ich mir als weiteren Auslöser auch gut vorstellen, da es deutlich schlimmer wurde, als er neulich zwei Wochen ferienhalber stand - ansonsten macht er im Schnitt 8-10 km am Tag, entweder an der Hand oder am Wagen. Im Herbst/Winter, wenn er voll bewegt wird, hat er aber trotzdem Kotwasser, also kanns das allein nicht sein.

    Stress haben wir so weit es geht reduziert. Es gab auch Zeiten, wo er enorm viel Stress hatte, z.B. auf einer langen Wandertour, wo der Kleine aufgrund Stutenanwesenheit stark unter Strom stand und kaum noch händerbar war. Interessanterweise war er da aber komplett symptomfrei.


    Was übrigens Akut sehr gut hilft, ist Futterkohle :)

    Vielleicht interessiert es euch, wie es mit dem kleinen Zappelphillip weitergegangen ist :)


    Ende März (knapp einen Monat nach dem Durchgehen wegen dem Zug) wurde er kastriert. Das hat sehr schnell Entspannung in die ganze Sache gebracht, auch wenn natürlich die Verkehrs-Unsicherheit immer noch tief sass. Im April habe ich angefangen, ihn regelmässig im Zweispänner zu fahren, noch ohne Scheuklappen. Das ging immer besser und wir trauten uns dann mit der Zeit auch, neue Routen zu gehen und uns Dinge anzuschauen. Den Zug haben wir aber vorerst vergessen, dafür bin ich ihm mit ihm sehr viel an Strassen entlang gelaufen, immer an Zaum oder Knotenhalfter, um ihn halten zu können. Darüber war auch ein paar Mal sehr froh, denn bei überholenden Bussen, Traktoren, Lastwagen usw. wollte er jeweils durchstarten. Immer wenn wir grossen Fahrzeugen begegneten, habe ich je nach Möglichkeit versucht, sie zu verfolgen, um ihm zu zeigen, dass die sich weg von ihm bewegen.

    Ab August konnte ich dank meiner neuen Kutsche anfangen, dreispännig zu fahren, wobei der Schreckhafte dann in der Mitte lief. So eingerahmt, kam es fast nicht mehr vor, dass er Angst bekam.

    Im Herbst habe ich dann endlich passende Zäume mit Scheuklappen gefunden und ihn sorgfältig daran gewöhnt. Das hat dann tatsächlich den Durchbruch gebracht. Er schaut sich nun gefährliche Sachen weniger lang an und steigert sich nicht mehr so stark in etwas rein.

    Gegen Mitte Oktober war das Vertrauen zu ihm dann wieder gross genug, dass ich ihn einspännig angespannt habe, dieses Mal MIT Scheuklappen. Vor kurzem habe ich einen wöchigen Fahrkurs absolviert, in dem wir mit den Gespannen in dichtem Verkehr unterwegs waren. Das hat mir zusätzliche Sicherheit gegeben (man lernt nie aus und so ein Fahrkurs ist IMMER zu empfehlen, auch wenn man denkt, dass man ja schon jahrelang gut fährt und viel Erfahrung hat ;) ) und danach habe ich mich erstmals mit dem Pony am Einspänner ohne Begleitpony auf befahrene Strassen getraut. Und siehe da, er zappelt noch etwas rum, aber von Durchstarten keine Spur.

    Letztes WE dann der Test: eine grössere Tour am Sulky. Wir sind 35 km durch ein Tal gefahren, in dem es Züge, Schnellstrassen, Dörfer usw. gab. Ja, er ist immer noch guckig, das bringt man wohl nicht so schnell weg. Dank der Scheuklappen schaut er die Dinge nur noch kurz an, stockt, und dann sind sie bereits aus seinem Blickfeld und vergessen. Wir hatten einige brenzlige Situationen mit schwerem Verkehr und gefährlich überholenden Autofahrern, das hat das Pony aber souverän gemeistert - insgesamt bin ich sehr stolz auf den Kleinen, wie gut er es gemacht hat. Übrigens war der Zug ganz nebenbei kein grosses Thema mehr ;)


    Für dieses Pony sind Scheuklappen definitiv notwendig und ein Gewinn. Aus anderen Gründen (Beissereien im Mehrspänner und zugunsten besserer Ansprechbarkeit einzelner Ponys) habe ich nun alle vorsichtig auf Scheuklappen umgestellt und finde es angenehmer zu fahren. Ich bleibe aber dabei: ein Fahrpferd sollte wenn möglich beides kennen, mit und ohne Scheuklappen.

    Oh wow, vielen herzlichen Dank! :D Hätte ich jetzt voll nicht erwartet, fühle mich sehr geehrt ;) Der alte Knabe vor dem Wagen ist übrigens stolze 36 Jahre alt und die kurzen, gemütlichen Runden an der Kutsche sind sein absolutes Highlight (ich glaube, man kann auch gut sehen, wie sehr er sich darüber freut :) - und die Besitzerin ebenfalls). Das Pony daneben ist sein Altersheim-Kollege, mit einem von 31. Das Wetter an Ostern war bei uns ja ganz miserabel, das tat aber dem Kutschen-Spass aller Beteiligten gar keinen Abbruch!


    Glückwunsch auch den anderen zu den tollen Fotos und den super Motiven!