Posts by Schleswiger

    moin,
    für mich hat das Buch einige sehr gute Ansätze: immer, wenn er sich kritisch mit gewissen Aspekten der Achenbach - Religion auseinandersetzt (Mein Pferd kann auch laufen, wenn ich keinen Hut trage etc.).
    Mit dem von ihm vorgestellten System kann ich dann allerdings nicht viel anfangen. Beispiel: Das Fahren von der Mitte des Kutschbocks finde ich unpraktisch (wo sollen Beifahrer sitzen, die ich als Freizeitfahrer gerne mitnehmen würde). Das System mit einer Verstärkung des Handstücks der Leine, um sozusagen einen Steuerknüppel in der Hand zu haben, finde ich nicht sehr sinnvoll.
    Das Achenbach-System der Leinenhaltung in einer Hand und des Fahrens der Wendungen ist nur mit Übung zu lernen, aber letztlich ist das Fahren einer Kutsche eben eine Angelegenheit, für die man sich Zeit nehmen sollte. Hier wäre m. E. eine Heranführung an das Fahrsystem Achenbach sinnvoller gewesen, als ein eigenes System zu entwickeln.
    Die Kritik des Herrn Menzel halte ich für überzogen, aber wenn jemand einen Guru (Achenbach) kritisiert, werden die Anhänger schnell zornesrot.
    Das Abschleppen der Weide im Trab hat mich allerdings auch entsetzt.
    Fazit: Ein teilweise sehr amüsantes Buch, das man, wie alle Bücher zum Thema, mit der nötigen kritischen Distanz lesen sollte.
    Gruß
    Bernd

    Hallo,
    ich fahre meinen Schleswiger seit einiger Zeit mit Postkandare, vorher waren wir mit einem doppelt gebrochenen Ausbildungsgebiss unterwegs.
    Arbeiten, d. h. Schleppen, Eggen oder Pflügen, und Reiten tun wir weiterhin mit dem doppelt gebrochenen.
    Ich habe auf Kandare gewechselt, weil mir das gebrochene Gebisse zu unruhig im Maul lag und ich beim Annehmen der Leinen immer das Gefühl hatte, dass das Gebiss rutscht und wackelt. Eine Kandare liegt m. E. ruhiger. Wir kommen mit dieser Lösung sehr gut zurecht.
    Langer Rede kurzer Sinn: probiere es einfach aus und wähle dann das Gebiss, das Dir und Deinem Tier am besten gefällt und mit dem Ihr am besten zurecht kommt (das erhöht die Sicherheit mehr als ein möglichst scharfes Gebiss).
    Übrigens, falls Du nicht die richtige Peitsche oder Kutsche oder Hut oder ähnliches zum Gebiss hast (s. Achenbach): dem Pferd ist das egal...
    Gruß
    Bernd

    moin,
    wenn Du keine Bedenken hast, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Bei einer ungebremsten Kutsche empfiehlt sich auf jeden Fall ein Hintergeschirr, damit das Pony den Wagen nicht mit dem Selett aufhalten muss.
    Ich weiß nicht, was du für ein Pony hast, aber normalerweise kannst Du ein Pferd, das nicht halten möchte, nicht mit der Bremse anhalten. Wir haben einen Schleswiger, der auch mal einen Pflug zieht. Wenn ich bremse, ohne dass ich ihn zum Halten auffordere, geht der so weiter, als ob nichts gewesen wäre.
    Eine Bremse hat vor allem einen psychologischen Effekt für den Fahrer.


    Gruß
    Bernd

    Hallo Sempra,
    welche Kommandos Du verwendest, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass es immer die gleichen sind, und dass sich die Kommandos deutlich unterscheiden.
    Wir verwenden Wiest für Links, Hott für Rechts, für ganze Drehungen kann man Ganz Hott, Ganz Wiest sagen. Uuund Halt oder Hooo-Ha für Anhalten. Zum Antreten wird ein Komm verwendet, für Zurück Zuuurück. Zu jedem Kommando verwendet man entsprechende Leinenhilfen.
    Wenn man das konsequent durchhält, verstehen die Pferde nach einiger Zeit meistens recht gut, was man von ihnen erwartet und lassen sich ohne Leinen oder mit sehr wenig Leinenhilfe lenken.
    Wir sind aber lange nicht so weit wie die Holzrücker auf der Pferdestark, die z. T. nur mit Stoßleine und Kommandos ihre Tiere dirigieren können.
    Grüße
    Bernd


    P.S.
    Habe gerade gesehen, dass Fuhrmann etwas schneller war als ich. Die Idee mit den regionalen Kommandos gefällt mir. Unsere Kommandos haben wir bei einem Kurs bei Erhard Schroll gelernt.

    Hallo Faros,
    ich habe keine Erfahrung im Umgang mit Eseln, würde Dir deshalb empfehlen, unter www.eseltier.de, www.esel.org oder www.muli.org nach Hilfe zu suchen. Dort sind auch Foren eingerichtet, in denen man sicher auch Tipps bekommt.
    Dumm sind Esel auf keinen Fall, aber in vielen Fällen völlig anders, als die meisten Pferde. Esel flüchten nicht, sondern bleiben lieber stehen, um die Situation einzuschätzen.
    Grüße
    Bernd

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    Original von Rabea
    mir fällt da Herrmann Drechsler aus Mollhagen ein- Schleswiger Zucht.
    Es gibt eine Website.


    moin,
    www.hermann-drechsler.de ist die Adresse.
    Ich habe die Meldung auch bekommen und versuche gerade ein Gespann Schleswiger aufzutreiben. Es wäre doch schade, wenn keine Schleswiger mehr im Museumsdorf wären. Nichts gegen andere Rassen, aber hier im Norden ist nun einmal das Schleswiger Kaltblut zu Hause.
    Grüße
    Bernd

    Hallo Becci,
    bei einem Geschirr müssen ein paar Dinge beachtet werden, die man am bestem mit dem Fachmann bespricht, bei dem man es kauft. Es empfiehlt sich, das Pferd mitzunehmen und das Geschirr anzupassen oder den Fachmann mit Geschirren zum Anpassen kommen zu lassen. Dabei kann man alle möglichen Fragen zum Sitz und zu verschiedenen Teilen klären.
    Mit dem Hintergeschirr wird die Kutsche daran gehindert, auf das Pferd aufzufahren, das Pferd bremst sozusagen die Kutsche mit dem Hinterteil. Im hügeligen Gelände ist das sehr hilfreich, bei uns im Flachland wird es nicht so häufig verwendet. Es ist also nicht zwingend erforderlich. Wir fahren ohne, überlegen allerdings, eines anzuschaffen.
    Grüße
    Bernd

    moin,
    so einfach kann das sein. Dann werde ich es mal einfetten versuchen. Ob sich die Leinen dabei etwas verlängern ist mir eigentlich ziemlich egal, Hhauptsache die Dinger rutschen nicht.
    Gruß
    Bernd

    Moin,
    ich war in letzter Zeit ein paar mal bei Regen unterwegs und meine Lederleine wurde ein paar mal recht nass. Meine Frage: womit kann ich die Leine pflegen? Ich habe im Fahrlehrgang gelernt, dass man sie nicht mit Lederfett fetten soll, weil sie sonst wie ein Aal durch die Hände glitscht, leider kann ich mich nicht mehr an den Namen des Leinenpflegemittels erinnern. Kann mir jemand weiterhelfen?
    Grüße
    Bernd


    Moin,
    dem ist nicht viel hinzuzufügen. Wenn die Last den Möglichkeiten der kleinen Nähmaschinen angepasst ist, spricht nichts dagegen.
    Ich sehe das nicht mit dem verklärten Blick eines Shetty-Besitzers, wir haben Schleswiger Kaltblüter.
    Die Zugziegen finde ich auch gut - habe bisher außer Pferden nur Rinder ziehen sehen.


    Grüße
    Bernd

    Quote

    Original von anuschka
    4) Am Achenbach- System ist ALLES logisch- manches versteht man bloß nicht auf Anhieb.


    Hallo Anuschka,
    ich bin einverstanden mit Deiner Analyse, wenn Du mit Achenbach-System das Anspannen, den Gebrauch der Leinen etc. meinst.
    Wenn ich mich recht erinnere, gehört die Stilkunde auch zum Achenbach-System und da verstehe ich vieles nicht auf Anhieb. Ob ich mit oder ohne Kopfbedeckung fahre und ob ich eine Stockpeitsche zur Postkandare benutze oder doch lieber eine Bogenpeitsche ist doch wohl ziemlich egal.
    Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn auf Turnieren auf diese Dinge geachtet wird, aber zum sicheren, zweckmäßigen und pferdeschonenden Fahren tragen viele dieser Regeln überhaupt nichts bei.
    Grüße
    Bernd

    @Torsten,
    die Alt-Oldenburger, die ich auf der Hansepferd gesehen habe, fand ich schon beeindruckend, auch vom Kaliber. Sie sind mir gleich aufgefallen und ich stehe eigentlich nur auf Kaltblüter, auch die von der ganz schweren Sorte wie z. B. die Belgier. Da würde ich Deine gerne mal sehen.
    Grüße
    Bernd

    Hallo Torsten,
    wir haben mit diesem Futter (s. o.) sehr gute Erfahrungen gemacht, füttern es allerdings auch nur unserem mittlerweile 31-jährigen Schleswiger alle zwei Tage, unser Junger (7) bekommt davon höchstens eine kleine Hand voll, der ist als guter Futterverwerter bei wenig Arbeit rund genug. Explodiert ist uns noch keiner, wir waren am Sonnabend mit dem Jungen beim Pflügen und am Sonntag hat unsere 12-jährige Nichte einen Ausritt mit ihm gemacht, ohne Explosionen - in der Ruhe liegt die Kraft.
    Und etwas Off-Topic: Alt-Oldenburger habe ich das erste Mal in diesem Jahr bei der Hansepferd gesehen - sehr beindruckende tolle Kutschpferde.
    Grüße
    Bernd

    Moin,
    versuche es doch einmal mit eingeweichtem Pferdefutter (Pellets brauchen nicht soviel Wasser wie Rübenschnitzel), dazu kann man Rübenschnitzel und Quetschhafter tun. Wir geben immer einen Schuss Sonnenblumenöl dazu, außerdem goldgelben Leinsam. Alle zwei Tage geben wir selbstgemachtes Mash (Quetschhafer, Weizenkleie, Leinsamen mit heißem Wasser aufgießen und quellen lassen). Wir füttern so seitdem unsere Stute eine Schlundverstopfung durch zu hastiges Fressen von eingeweichten Pellets gehabt hat und haben seither keine Probleme mehr.
    Wenn er noch ordentlich kaut ist Heu natürlich gut, auf Stroh sollte man wohl verzichten. Sonst würden sich noch eingeweichte Heucops anbieten, würde ich aber nur dann geben, wenn er kein richtiges Heu kauen kann.
    Gruß
    Bernd

    Hallo,
    ob sich Euer Pferd zum Fahren eignet, müsstet Ihr am besten selbst wissen. Ist das Tier ruhig und ausgeglichen oder neigt es eher zu Panikaktionen, wenn etwas ungewöhnliches passiert. Genügend Zugkraft sollte ein Araber-Mix auf jeden haben, wenn er daran gewöhnt wird auch gegen einen Widerstand zu ziehen.
    Welche Vorbildung hat Euer Pferd? ist es geritten oder hat es noch gar nichts getan?
    Wir haben unseren Schleswiger Kaltblutwallach kontinuierlich an das Fahren gewöhnt. Zuerst sind wir mit einem Bauchgurt und Leinen, mit der wir ihn von hinten gefahren haben, losgezogen, zuerst noch mit Begleitperson am Kopf, die ihn an einem Strick zur Sicherheit geführt hat.
    Nach einiger Zeit lässt man diese Person immer weiter zurück gehen, so dass das Pferd praktisch alleine nach vorne marschiert. Wenn man das öfter übt, ist es für das Pferd normal, das die Befehle von hinter per Stimme und Leine kommen. Gleichzeitig kann man das Tier an das Geschirr gewöhnen. Hier muss man auch wieder individuell vorgehen, bei einigen geht es schneller, bei anderen braucht es länger.
    Wenn man das Gefühl hat, dass das Pferd mit der Situation gut zurechtkommt, kann man es an das Ziehen gewöhnen, indem sich eine Begleitperson an den Zugsträngen des Geschirrs festhält und den Druck auf das Brustblatt (oder Kumt) erhöht oder auch wieder nachlässt, ein bisschen Vorsicht ist geboten, wenn die Zugstränge die Beine berühren, das mögen viele Pferde erst einmal nicht.
    Wenn man das Gefühl hat, dass das Pferd alles gelassen mitmacht kann man anfangen etwas dahinterhängen, ein Reifen ist nicht schlecht, am besten mit den Schnellverschlüssen, die man, ähnlich wie Panikhaken, schnell öffnen kann. Zuerst natürlich wieder eine Begleitperson mit Sicherungsleine vorne ans Pferd. Bei der Ausrüstung sollte man natürlich darauf achten, dass nichts scheuert oder klemmt und das das Geschirr nicht gleich beim ersten Mal anziehen reißt.
    Wichtig ist vor allem, dass Ihr das Pferd nicht überfordert, kleine Lerneinheiten, viel Üben, immer sehen, ob das Pferd gelassen bleibt oder ob es Panik bekommt.
    Im besten Fall seid ihr dann bald an einem Punkt, wo das Tier die Situation mit Gewicht auf der Brust und Geklapper von hinten als ganz normal empfindet. Mit viel Geschrei und schmerzhaften Gebissen im Maul kann man das Pferd nur eine Zeitlang überzeugen, bei der erstbesten Gelegenheit wird sich das Tier aus der ungeliebten Situation befreien.
    Es gibt ein nettes kleines Büchlein von Gine Willrich, genaue Angaben kann ich noch nachreichen, in dem sie das Einfahren von Pferden erläutert.
    So, genug klug geschnackt,
    viel Spaß beim Einfahren
    Bernd

    Quote

    Original von ebenhoch
    ähem...


    du schreibst du hast das Fahrabzeichen IV .... also eine Ausbildung erhalten. Da gehört normalerweise auch der Bereich FN usw. dazu!!!


    finde es immer erschreckend wenn solche grundlegenden Dinge nicht "rübergebracht" werden. Kannst Du vieleicht nix dafür, vieleicht hats Dich damals ja auch einfach nicht interessiert - aber wissen sollte man das schon


    Hallo Ebenhoch,
    muss jetzt auch einfach mal meinen Senf dazugeben. Grundlegend beim Fahren sind doch wohl deutlich andere Dinge als der Bereich FN. Anspannen und Fahren mit Pferden und Kutschen ist das Thema und die grundlegenden Dinge sind die Tiere, die Ausrüstung, die Leinenführung und noch ein paar Themen. Turniersport und die Organisation der FN (die sich anmaßt für jeden Gaul in Deutschland verantwortlich zu sein) sind keineswegs grundlegende Dinge des Fahrens und interessieren nur einen sehr kleinen Teil der Kutschenfahrer. Das wäre in etwa so, als ob ich beim Autoführerschein auch gleich die Regeln der DTM mitlernen muss. Das Thema Stilkunde, das man auch beim Fahrabzeichen Kl. IV zumindest in Ansätzen durchkaut, sehe ich ähnlich kritisch: ob ich mit Postkandare und Stockpeitsche oder mit Tilburykandare und Bogenpeitsche fahre oder in Landanspannung oder Stadtanspannung etc. ist ja mal ganz nett anzuhören, aber für das sichere und pferdeschonende Fahren bringt das auch nichts.
    Grüße
    Bernd

    Hallo Corina,
    schön, dass Du so überzeugt von Deiner Rasse bist, so soll es sein. Wie gesagt, ich habe noch keine Freiberger im Original gesehen, obwohl es hier in Hamburg eiin Gestüt mit Freibergern geben soll.
    Ich mag die schweren Kaltblüter sehr gerne, unser Schleswiger ist für einen Schleswiger schon recht kompakt, wenn ich die Möglichkeiten hätte, würde ich auch ein belgisches Kaltblut halten.
    Grüße
    Bernd