Posts by Rossknecht

    Wenn die Armee Material beschafft, muss es moeglichst einheitlich sein, dass macht es fuer die Logistik viel einfacher. Fuer 100 Geschuetze braucht es 600 gleiche Geschirre und nicht 6 mal 100 verschiedene Geschirre.

    Genau so kommt es darauf an wer das Sagen hat bei Neuanschaffungen, respective auf welche Lobby gehoert wird, und von was fuer einem Szenario ausgegangen wird.

    Ich denke bei der Deutschen Artillerie sind sie davon ausgegangen, dass sie mit dem schweren Geschuetz (10,5cm?) kein direkten Feindkntakt haben und sie die Anspannung optimieren fuer den Einsatz im schweren Boden. So lose wie die Deichsel auf denen Bildern angespannt ist, sollten die Vor- und Mittelpferde immer im Zug sein, da sonst die Deichel bei jedem Stein oder Loch wie wild um sich schlaegt.

    Auf dem Bild der Schweizer sieht man ein Geschuetz das auch im Direktfeuer verwendet wurde, und somit erhoeht sich die Wahrscheinlichkeit dass Pferde verwundet werden und ausgetauscht werden muessen. Gleiche Geschirre auf allen Pferden macht das natuerlich viel einfacher.


    Die Anspannung ist natuerlich immer ein Kompromiss. Alles sollte stark genug sein fuer rauhen Bedingungen, und man sollte alles dabei haben fuer den Fall der Faelle, aber man sollte die Pferde nicht ueberladen.


    Stellt euch vor ihr nehmt ein Fasswagen auf eine Marathon Piste, so wurde gefahren mit diesen Geschuetzen. Ein Bekannter (selig) wahr ein Fahrer in der Schweizer Artillerie, und er erzaehlte mir das Graeben und Boeschungen immer im Gallop genommen wurden damit sie genug Schwung hatten und nicht stecken blieben. Fuer die Fahrer geht es ja noch, die koennen in den Steigbuegeln stehen, aber fuer die Schuetzen auf der Protze war es eine unbequeme fahrt.

    Die von "Bauchgurt" verlinkten Bilder sind alle 3 Schweizer Gespanne, die Uniformen sind von verschiedenen Epochen. Aufallend ist dass bei der schweizer Anspannung Deichsel-, Mittel- und Vorderpferde das selbe Geschirr haben und die Straenge der Mittel- und Vorderpferde mit einer Verlaengerung an den Straengen der Deichselpferde angebracht sind. Bei der deutschen Anspannung hingegen ziehen die Mittel- und Vorderpferde an der Waage die an der Deichselspitze angebracht ist, und so wie es auf dem Bild scheint, unter Last leich angehoben wird.

    Ich wuerde zu gerne solch ein Gespann "live in action" sehen, erst dann sieht man wie die Geometrie funktioniert, sprich Zugwinkel, Deichsellast usw.

    anders als eien vierraederiger Wagen mit fester Deichsel ist Eine Protze eine Karre, die Eine gewisse Deichsellast hat, die die Pferde mit dem Hals tragen muessen.

    Manchmal mal ist die Angst des Fahrers das groessere Problem als das Pferd. Der Fahrer hat den Unfall im Hinterkopf und verhaelt sich zoegerlich/aengstlich, das Pferd merkt das und ist auch verunsichert.

    Manchmal ist die mentale Vorbereitung wichtiger als alles andere.

    Ein Einspaenner-Ortscheit kann nur zu schmal sein, aber nie zu breit. Aber es wuerde sicher genug breit sein als Waagscheit/Bracke fuer deine Zugtiere. Die Ortscheite muessen nur soviel Abstand haben damit sie nicht an die Deichsel schlagen. Ob mit Haken oder Lederriemen angebracht, spiel fuer die funtionalitaet keine Rolle, kann wohl aber einen grossen Unterschied machen bezueglich Laerm. Eine so leichte Kutsche laeuft auf einer ebenen Teerstrasse so leicht, dass sie nur an den Leinen gezogen werden und die Strangen und Ortscheite schlackern nur so umher im Trab.

    Mein Ackerwagen fuer Grosspferde hat ein 2"x2" Vierkantrohr mit 5/16" Wandstaerke, entsrpicht etwa 5x5cm mit 4mm Wandstaerke.

    Ardennerin : Du hast zwar drossendorfer gefragt, aber ich habe hier in Kanada so meine Beobachtungen gemacht. Die meisten Kanadier wuerden nie Pferdefleisch essen und praktisch 100% des bankwuerdigen Pferdefleisch geht in den export. Viele Pferde die hier nicht gebraucht/gewollt sind stehen irgendwo herum in einem desolaten Zustand. Ich habe Pferde gesehen, deren ihre Hufe machten eine volle umdrehung.

    Das gleiche mit den ausgewilderten Pferden, die das Gras so tief abfressen, dass die Wapiti-Hirsche nichts zu fressen haben. Fuer Jahre wurde eine gewisse Zahl freigegeben zum Einfangen, welche dann zum Schlachthof gebracht wurden. Die Tierschuetzler haben dann einen Aufstand gemacht, und die Pferde wurden dann zur "Adoption" freigegeben, Die Pferde landeten am Schluss dann doch beim Schlachter weil Leute doch nicht mit den Pferden zurecht kamen. Auf ausgewilderten Schweinen hats ein Kopfgeld, auf Pferden nicht weil die eine ganze Armee von Armchairwarriors hinter sich haben, die alles emotinell, aber nichts logisch begruenden.


    Wer in der Meinung ist, der Mensch hat nicht das Recht ueber ein Leben eines Tieres zu entscheiden, der sollte auch keine halten und keine tierischen Erzeugnisse verwenden.

    Ich sehe jetzt gar keine Vorteile im "vergiften" von Pferden. Der Schuss ist sofort wirksam und wenn das Pferd nicht zur Schlachtung (Lebensmittel oder Hundefutter) genutzt wird, ist ein entbluten auch nicht notwendig, da im Gegensatz zur elektrischen Betaeubung bei Schweinen und Schafen, der Schuss (mit Bolzen oder Kugel) endgueltig ist und sie nicht wieder zu Bewusstsein kommen.

    Bei uns haben die kleinen Schlachthaeuser keine Lizenz fuer Pferde, so werden die Pferde vielfach zu Hundefutter verarbeitet. Geschossen werden alle mit Kugel (.22 Mag), da nicht alle Pferde halfterfuehrig sind, und wie von Bennyblue beschrieben fallen sie vorwaerts und das steht man besser 2 Meter weg.

    Nikoma : Ein Schuss ist kurz und schmerzlos. Da kannst du jeden Tierarzt fragen. Das war sicher nicht leicht fuer Kirsten, aber sie traegt die Verantwortung, die die Haltung von Tieren mit sich bringt. Hut ab!

    Vielfach ist reicht es, den Bauchgurt zu tauschen, oder ein zweiter Rieimen fuer die Tragoesen.

    Der Grund warum die Rueckhalteriemen gewickelt warden ist, dass keine hohen belastungen auf die Schnalle kommen. Riemen reissen eigentlich immer bei der Schnalle.

    Das Pferdekutscher-Forum kann sich im Vergleich zu anderen Foren gut halten, viele Foren sind dank Facebook und anderen Social Medias verschwunden oder ausgetrocknet, ein gutes Beispiel ist DAPnet, auf deren Facebook page ist immer was los, im Forum hats alle 2 Wochen einen Eintrag. Die Beitraege hier auf Pferdekutscher sind so Umfangreich, da ist selten etwas was nicht schon gefragt, gesagt oder ausdiskutiert wurde.


    Mit der praktischen Umsetzung siehts halt anders aus. Gerade wenn man die Landwirtschaft als Nebenerwerb oder Hobby betreibt, fehlt dann haeufig die Zeit, oder wenn das Wetter gut waere muss man arbeiten. wenn man dann frei hat ist das Wetter schlecht und die Pferde untrainiert. Oder nach 8 bis 10 Stunden koerperliche Arbeit will ich auch nicht mehr hinter den Pferden ueber den Acker laufen...