Posts by Rossknecht

    Ich muss vielleicht vorausschicken, dass hier die Ketten an den Straengen kuerzer sind als in der Schweiz und wahrscheinlich auch in Deutschland. In der laengsten einstellung wuerde das Ortscheit immer noch an die Hufe schlagen, wenn man es auf dem Boden nachschleppt und ist somit zum Holzruecken nur bedingt geeignet.

    Beim Buttchain Harness gehen die Lederstraenge nur bis Stranghalter und haben dort einen Haken. Das Ortscheit muss statt Haken Ringe haben. Die Ketten haben an einem Ende Ringe, die so gross sind, damit sie nicht durch die Ringe am Ortscheit rutschen. So fuer lehrfarten und leichte Ladungen werden die Ketten einfach (lang) verwendet, fuer schwere Ladungen, wo man einen idealen Zugwinkel und Hebeeffekt will, werden die Ketten doppelt (kurz) verwendet.

    Die Ketten werden nicht im Stranghalter einhehaengt, die Straenge gehen einfach nur bis zum Stranghalter, die aber fest miteinander verbnden sind, damit die Straenge nicht rausfallen.


    Im weiteren wurden diese Geschirr bei den grossen Gespannen fuer die Bodenbearbeitung und Ernte (bis zu 40 Pferde) bevorzugt, weil da die (dreckigen) Ketten mit Waagen und anderen Zugausgleichsystemen ueber Nacht auf dem Feld gelassen wurden.

    Bild

    Ich moechte nochmal betonen, dass nicht mit der Metze aufgehalten wird, auf dem ersten Bild sieht man dass der Umgangsriemen auf dem Schweifriemen spielen kann.

    Eine interessante Abhandlung in Rural Heritage, leider sind die Bilder von Yankee und Box Britchen vertauscht.

    Diese Art von Hintergeschirr eignet sich auch fuehr Fahrgeschirre, vor allem wenn sie mit modernen Wagen mit federentlasteten Deichsel ausgeruestet sind. Mit einer genug breiten und beweglichen Deichselbrille (funktion wie ein Neckyoke) kann mit einer extrem kurzen Deichsel angespannt werden, ohne dass die Pferde die Kutsche in die Haxen bekommen.

    Wenn ich mal dazu komme, hole ich die Ballen mit den Pferden oder sonst der Nachbar mit dem Traktor, den brauchts sowieso zum Stapeln. Die Ballen sind mit Netz gebunden, das haelt das Wasser ab wie ein Strohdach. Bei uns werden min. 80% der Rndballen draussen offen gelagert. Verluste treten erst auf, wenn sie ueber einen nassen Sommer liegen.

    Geneueber dem "normalen" Postumgang (engl. Box/Western style britchen) hat das Yankee Britchen ein paar Vorteile:

    -kein Kot und Urin auf dem Geschirr

    -leichter

    -kostenguenstiger

    -weniger Flaeche wo das Pferd darunter schwitzt und wo man putzen muss

    -kann fast nicht falsch eingestellt werden

    -hoehere kraft zm Aufhalten

    und einen gravierenden Nachteil:

    -kann nicht als Einspaenner mit ueblichen Gabel/Schere/Landen gebracht werden.

    Wir haben heute den Schlitten eingespannt und ein Bilder gemacht:

    Der Umgangsriemen sitzt oberhalb der Schweifruebe und oberhalb derSchnallen der Schweifmetze. Der Umgangsriemen hat spiel auf dem Schweifriemen, bleib aber immer am selben Ort sitzen.


    Der 120cm lange Umgangsriemen hat an beiden Enden ein Ring, wo die 90 cm langen Quarter Straps (Rueckhalteriemen) eingeschnallt werden.

    Der Umgangsriemen bleibt auch in Trab und Gallop am richtigen Ort liegen.

    Das Box Britchen kostet by Aaron Martin das zweieinhalbfache als das Yankee Britchen fuer das selbe Geschirr.

    Was ich bei einem Arbeitsgechirr sehr wichtig finde, sind die im zweiten Bild von hafiking sichtbaren Haken um die Straenge bei nichtgebrauch einzuhaegen. Ein Arbeitspferd muss man aufgeschirrt stehen lassen oder zum Feld fuehren koennen, ohne dass das Pferd mit scharfen Hufeisen die Straenge auf dem harten Boden beschaedigt.

    Am Sonntag werde ich ein paar Bilder schiessen vom Yankee brichen, und wenn es so weiter scheit, Bilder wie das Gespann am Schlitten eingespannt ist.

    Alle meine Geschirre haben ein Hintergeschirr, aber die Ruestzeit kann das Zuenglein an der Waage spielen, ob man zwischen Feierabend und Sonnenntergang noch einspannt oder die Pferde auf der Weide verfetten laesst...


    butterfly123 : mit geschlosser Gabel meinte ich vor dem Pferd durchgehend, also das Pferd steht in einem aus Rohr geformten U und muss beim ein und Ausspannenen ueber den vorderen Teil treten. Es wird wahrscheinlich Februar bis ich ein Bild von so einer Anspannung an der Cutter-rally machen kann.

    Du hast ja ein Fahrgeschirr mit Sellet, da kommt mir eine Zeichnung im Pape in den Sinn, ein Einspaenner mit den vor 100 Jahren ueblichen geschwungenen relativ langen Landen, die die Spitzen bis zur hoehe Nase gingen und von dort Ketten oder Riemen zum Kummt / Brustblatt zurueck gingen. Wurde als nicht empfehlenwert beschrieben, da das Hintergeschirr fehlte. Mit dem Yankee britchen wuerde das problemlos funktionieren, da mit Umgang, Quarterstraps und Martingal und Aufhalteketten die Verbindung von Hinterhand zu Landen hergestellt wird.

    Der Nachteil ist, dass man auf die modernen, kurzen Marathon Landen verzichten muss und sich das Pferd nicht so drinn biegen kann. Das ist sicher im Turnier ein Nachteil, fuer den Freizeitfahrer aber kaum.

    Aus meiner Ehrfahrung macht es nicht so einen grossen Unterschied in der Zeit zum Aufschirren mit oder ohne Hintergeschirr, vielmehr was fuer eine Art von Kummet verwendet wird und ob die Geschirre zwischen verschieden Pferden oder zwischen ein-und zweispaennig verstellt werden muessen. Mein bevorzugtes Geschirr war ein Buendner Schlosskummt mit einem Korb. Kummt von der Seite aufgelegt, Geschirr aufs Pferd gelegt, Schweif aus dem Umgang genommen, das Schloss geschlossen und das Gebiss eingehaent und schon war aufgeschirrt. Die langen Landen mit Patenhaken am Kummt angehaengt und die Strangen eingehaengt und schon war eingespannt. Mit den Amerikaner ist es ziemlich muehsam, grad mit Pferden mit grossen Koepfen und duennen Haelsen , wenn man einen Unterkummt unter den Kummt pfriemeln muss, dann das Geschirr erst aufgelegt wird und man noch ums Pferd gehen muss um den Quartestrap einzuhaengen. Richtig zeitaufwaendig wird es, wenn man zurueck zur Geschirrkammer spatzieren muss, um von einem anderen Geschirr Landenriemen, Leinen oder Martingal abmontieren muss.

    butterfly123 : nach laengerem nachdenken habe ich meine Meinung ein Bisschen geaendert: Einspaennig einachsig ist moeglich mit einer vorne geschlossenen Gabel. Zusaetzlich muss ein sogenannter Schnappriemen verwendet werden, um zu verhindern dass dle Karre rueckwaerts umkippt (fehlender kleiner Bauchgurt). Die Anspannng ist dann eigentlich nichts anderes als die in der Schweiz (frueher) ueblichen "Kaesi-Karren" ausser dass die Gabel mittig mit der Kummtkette/Riemen getragen wird und nicht mit den zwei Landenriemen.

    Es ist zu bedenken dass diese relativ kleinen Karren eigentlich nur dazu dienten um ein paar Kannen Milch in die Kaeserei zu bringen, was hoechstens eine halbe Stunde dauerte, der Rest vom Tag wurde es im Zweispaenner oder vor Geraeten ohne Deichsel/ Schere genutzt.
    Dieses Bild zeigt so einen Karren, bei dem die Landen aber untypischerweise mit dem Rueckenriemen getragen werden.

    Es funktioniert nicht nicht mit den ueblichen Landen/Scheren/Gabeln, das funktioniert nur wenn die vorne durchgehend sind und nur bei vierraederigen Wagen und Schlitten. Ich habe im Moment kein Bild von dem, aber bei uns im Dorf hat einer den Schlitten so ausgeruestet. Eine andere Moeglichkeit waere mit einer versetzten oder gekroepften Einspaennerdeichsel mit einem halben, starren Neckyoke, aber auch nur bei Wagen und Schlitten.

    Im Gegensatz zu Korb und Postumgang muessen die Quarter straps (Rueckhalteriemen) zwingend unter dem Bauch gehen zum Martingal.

    Wenn ein Pferd rueckwaerts geht oder stark bremst, kippt das Becken leicht nach hinten unten, der Umgangsriemen zieht dann im 45 Grad Winkel nach unten und bringt somit mehr Gewicht auf die Hinterbeine, anstelle die Beine unter dem Pferd wegzuziehen wie man es haeufig bei zu tief eingestellten Postumgaengen sieht.

    Vor Jahren hatte ich mir Geschirre bei Aaron Martin machen lassen, die zu den Buendner Kummten passen. Ich waehlte das Parade-Geschirr aus "Granite" Material. Sonderausstattng waren Rueckenriemen mit Leinenaugen und Ringen fuer die Landenriemen, Zusaetlich bestellte ich Koerbe anstelle von Postumgaengen, gefertigt nach Bildern von meinen Leder Geschirren. Die Kopfstuecke waren Sonderanfertigngen nach dem Muster von Fahr/Fuhrhalftern. Die Hamen, die normal zum Geschirr gehoehren liess ich weg, dafuer bestellte ich noch 2 "spyder",( Schweifriemen mit Metze und Strantraegern). Neben den ueblichen Martingal und Quarterstraps kamen noch lange Sidebacker-Aufhalteriemen dazu, die ich allerdings noch nie gebraucht habe.

    Fazit: Der Pflegeaufwand ist viel kleiner. Nach einem langen Tag Roesslifahrten im Emmental konnte ich die Geschirre von den Buendnerkummten trennen, und die Geschirre in den Brunnen werfen. Wenn die Pferde geduscht und gefuettert waren und die Kummte geputzt, hing ich die Geschirre zum trocknen auf und die waren wieder "good to go" fuer den naechsten Einsatz.

    In der Schweiz hatte ich mit Ausnahme des Kartoffelroders keine Geraete oder Wagen mit getragener Deichsel, so kam das Martingal nie zm Einsatz.

    Die "Spyder" hatte ich im zum Tandem, Einhorn und Viererzug fahren im Einsatz (vorne).

    Mit Koerben koennen Pferde das Maximum physikalisch moeglich zurueckhalten, aber nur wenn sie passen, und genau das ist das Problem beim Schweizer Schnittmuster, die kann man nicht verstellen. Von den momentan 6 Pferden wo ich habe, passt es nur 2. Darum habe ich die "Spyder" mit einem zusaetzlichen Umgangsriemen ergaenzt, um es als "Yankee-breeching" zu nutzen. An den Ziernieten am Umgang verheddern sich dauernd die Schweifhaare, das war keine so gute Idee, sieht zwar gut aus, aber ist unpraktisch.

    Fuer die Pferde die ich ohne Scheuklappen fahren kann, haben sich die Fuhrhalfter bewaehrt, fuer das Tandem und fuer den Standardbred verwende ich einen Fahrzaum mit Klappen.

    Der Rueckenriemen hat eine Doppelfunktion als Arbeitssellet, so wie es ausgestattet ist kann man sowohl zweispaennig als auch einspaennig mit Landenriemen und kleinem Bauchgurt fahren. Die Leinenaugen braucht es nicht wirklich zum Arbeiten, nur wenn man nach Achenbach fahren will. Wer viel vom Boden aus arbeitet macht besser Leinenaugen/Ringe auf die Kruppe.

    Hier ein Bild der Hintergeschirre, jetzt im Einsatz mit Amerikanischen Kummt und Hamen:


    Fuhrhalfter:

    Jeder Geschirr-Typ hat seine Vor- und Nachteile. Es kommt auf darauf an, wie und wieviel Pferde man hauptsaetzlich einsetzt. Es gaebe fuer jeden Einsatz das Ideale Geschirr, aber kaum einer kann sich 20 Geschirre leisten und hat Platz dafuer. Auch gibt es Geschirre die man umbauen kann, aber die Umbauerei vor jedem Einsatz kann auch ziemlich laestig werden.

    Wenn man viel mit Vorderwagen zweispaennig arbeitet, mit Wagen in huegeligem Gelaende faehrt, zum vom Hof entfernte Felder fahren muss, sind Hintergeschirre und ein gut eingestelltes Aufhaltesystem wichtig, wogegen zum Holzruecken und fuer Zugarbeit ohne Deichsel/ Schere ist jeder zusatzliche Riemen nur Ballast und ein Magnet fuer Dreck und Schweiss.

    Es gibt schwedische Hersteller die Wagen bauen mit doppelter oder dreifacher Gabel um die Vorteile der Geschirre auszunutzen. Um Wagen mit fester Deichsel oder gar Geraete ohne Deichsel zu ziehen, braucht es weder ein aufwaendiges Sellet noch zwei Bauchriemen.

    RD 26 : Es gibt "side backer" und "D-ring" Harness.

    Beim "side backer" geht der Aufhalteriemen vom Hintergeschirr bis zum Neckyoke, oft aber nicht zwingend durch einen Ring beim Rueckenriemen (wenn es ueberhaupt einen hat). Die Deichsel wird mit dem Kumt getragen.

    Beim D-ring dreht sich alles um den (haeufig doppelten) Ring: Strang, Strangstuzen, Rueckenriemen, Bauchriemen, hinterer und vorderer Aufhalteriemen treffen sich alle dort. Der Strang, die vorderen Aufhalteriemen und die Deichsel muessen ein Dreieck bilden, so wir die Deichsel mit dem Ruecken getragen. Die Riemen die vom Kummt zum Neckyoke gehen, muessen, wen eingespannt, lose sein. Die Straenge (aber nicht die Strangstuzen) sind immer unter Spannung, auch wenn die Pferde nicht ziehen. Ein falsch (zu lose eingespanntes) D-ring harness wirkt wie ein "side backer". Das D-ring harness ist ein ausgekluegeltes Geschirr fuer Zweispaenner mit schweren oder wechselnden Deichselstuetzlasten. Jokey Yokes sind fuer beide zwingend.

    Die skandinavischen Geschirre sind in erster Linie als Einspaenner gedacht.

    Ardennerin : Jein. Das Problem ist, (zumindest aus meiner Erfahrung) dass wenn man mit "belly backer" ( Aufhalteriemen unter dem Bauch) an einem Wagen mit fester Deichsel faehrt, das Martingal an der Innenseite des Deischselseitiges Vorderbeines reibt. Abhilfe dagegen schafft ein neckyoke . das aber gegen die Pferdehaelse und -koepfe schlaegt bei Bodenwellen. Auf meiner Seite des Teiches werden alle Wagen, auch Buggies und Schlitten mit getragener Deichsel gefahren. Das Polster von Halsriemen und Halskoppel muss so dimensioniert sein, um die Deichsel staendig zu tragen. Aaroon Martin verkauft Brustblattgeschirre fuer Zweispaenner mit getragener Deichsel.

    Das "Dreieck" auf dem Ruecken ist normalerweise ein Kreuz, da die Ringe fuer das Hinterzeug an den Hamen mittig zwischen Zugkrampe und Leinenfuehrring angebracht sind und nicht wie in Deutschland, Oestereich und Schweiz ueblichen Ring am Spitz des kummt.


    Beim letzten Bild von hafiking kann man sehen, dass wen man mit einem Geraet ohne Deichsel faert, die Riemen unter dem Bauch ziemlich lose sind und im Sommer sich die Pferde darin verheddern koennen, wenn sie gegen Insekten schlagen.


    Es gibt nicht nur ein Amerikanisches Arbeitsgeschirr, genauso wie es nicht nur ein Deutsches Arbeitsgeschirr gibt.


    Bei einem Geschirr das nicht mit Landen angespannt wird, wuerde ich ein "Yankee britchen" waehlen, wo nur aus einer Schweifmetze und einem Umgangsriemen ueber die Kruppe besteht, nicht aber einen hinteren Umgangsriemen hat der immer voll Kot und Urin ist.