Posts by A. Nemitz

    Albert : Das hat er jetzt schön erklärt. Diese ganzen Diskussionen über Ausbalancieren, Sitzhöhen, gebrochene Zuglinien, Anzenlängen und-breiten bei Gigs könnte man sich sparen, wenn man sich diese englischen Gigs (natürlich nur die Originalen) zum Vorbild nähme: England ist wohl das europäische Land mit der besten Einspänner-Fahr-Tradition und zwar durchaus sehr verschiedener Pferde-/Pony-größen. Manchmal hat man den Eindruck, als wollte mancher Gigbauer und Ponyfahrer mal wieder das Rad neu erfinden wollen.


    A. Nemitz

    riosin19: Auf unseren Touren hier in Bayern zu den Schlössern fahren wir in 5 Tagen ca. 200 Km, täglich zwischen 52 und 35 Km. Übernachtet wird zumeist in den Dörfern in aufgelassenen Kuhställen, gelegentlich in Schuppen und Scheunen, die wir uns für diese Reisen hergerichtet haben. Dadurch können wir die örtlichen Gasthöfe benutzen und haben nur fußläufige Entfernung zum Stall.

    Pferde müssen unbedingt auch Anbindehaltung gewohnt sein.


    A. Nemitz

    Im 2. Weltkrieg war die Marschleistung der Infanteristen bis zu 80 Km/Tag, der Kompanieführer ritt, zumindest in der ersten Zeit noch.


    Ich selbst habe mit dem Vierspänner und der Road-Coach in der Ebene bis zu 110 Km/Tag (natürlich nicht über mehrere Tage !) zurückgelegt.


    Diese Distanzen wie sie schwolli nennt sind also nicht unmöglich.


    A. Nemitz

    Alle meine Geschirre bis jetzt hatten Strangtraeger am Hintergeschirr. Scheuert das nicht oder bricht die Zuglinie?

    Ganz korrekt ist das nach Lehrbuch zwar nicht, aber auch ich mache es so wie Albert es zeigt. Wenn der Gabelriemen des Hintergeschirrs locker genug ist (Abstand des Umganges eine Handbreit auf jeder Seite des Hinterschenkels), gibt es beim Anziehen ja auch nicht die Gefahr des Bruchs der Zuglinie,und wenn nicht gezogen wird sind die Stränge sowieso lose.


    A. Nemitz

    Wir haben mehrmals bei unseren Alpenüberquerungen (Brig - Simplonpass - Mailand und Lindau - ViaMala -Splügen -Como) mit viel Mühe und beschränktem Erfolg versucht, stille Seitenwege in der Schweiz, also hier vor allem in Graubünden und Wallis. Die Schweiz scheint wohl zu dicht besiedelt, um noch in größerem Umfang dort solche stillen Wege zu finden.


    A. Nemitz

    Zumindest in Oberbayern:

    Aus zwei Gründen:

    Einmal ist es die hiesige Siedlungsform, die Bauernhöfe scharen sich um Kirch, Rathaus, Schule, Wirtshaus. So mussten die Bauern Wege anlegen, um zu ihren Feldern zu kommen. Diese Wege existieren noch und werden weiterhin von den Gemeinden unterhalten.

    Zum Anderen: In der Bayrischen Verfassung von 1948 (damals hatte die SPD in Bayern noch etwas zu sagen) steht, dass jedermann mit Ausnahme von motorisierten Fahrzeugen Zugang zu den Naturschönheiten zu Erholungszwecken hat. Das wurde später noch im Bayrischen Naturschutzgesetz detailliert verankert.

    So kann man hier auch "von Rechts wegen" auf so ziemlich allen Wald- und Feldwegen spazieren gehen, wandern, Radfahren, sowie Reiten und Fahren soweit das die Beschaffenheit der Wege zuläßt.

    Das wurde vor ein paar Jahren durch eine Vereinbarung zwischen dem Bayrischen Reit- und Fahrverband und den B ayrischen Staatsforsten noch erweitert, sodass man jetzt nicht nur aus Erholungsgründen, sondern auch zu Ausblidungszwecken von Reitern, Fahren und den Pferden dieses Betretungsrecht hat.

    Diese Umstände ermöglichen uns seit Jahrzehnten die Kutschreisen auf herrlichen Wegen.


    Und wenn wir Gäste z.B. aus USA oder England haben, da können die nur noch staunen über solche paradiesischen Möglichkeiten: Fahren mit unseren Gespannen oder auch mit eigenen Pferden. Quartiere, Stallungen Routen: Alles im Detail vorbereitet.


    A. Nemitz

    Wenn ich auch den Unmut und die Meinung vieler Diskutanten hier Teile, bin ich dennoch der Meinung, daß solche Themen nicht in ein Fahrer-Forum gehören.

    Ich war auch zunächst irritiert vom politischen Ehrgeiz unseres admin. Doch wenn man eine Reihe seiner "politischen" Beiträge genauer betrachtet, geht es immer wieder um die Freiheit des Internets, zu dem wohl auch unser kleines Forum gehört.


    Wenn man bei jedem Beitrag, womöglich noch mit Bildern, prüfen muss, ob da nicht irgendwelche urheberrechtlichen Fragen betroffen sind, hört bald die Begeisterung , hier Beiträge zu leisten, auf.


    A. Nemitz

    Ich hatte mal einen Kutscher, dem auch die Vorderleinen beim Fahren aus der Hand gefallen waren: Er stieg dann auf die Deichsel zwischen den Stangenpferden und konnte sie wieder aufnehmen.


    (Alle Forumsmitglieder kennen ihn übrigens).


    A. Nemitz

    Es gäbe noch zwei weitere Lösungen_


    - bei Herrschaftsgespannen, die vom Kutscher gefahren wurden, gibt (gab) es eine kleine Lederschlaufe, die an der Leinenschnalle der Handstücke befestigt ist und die der Kutscher an seinen kleinen linken Finger hängte. So kam die (zu) lange Leine nicht auf den Boden, rieb dort nicht und hielt somit etwas länger (Sparsamkeit der Reichen !).


    - Ungarische Gespanne schnallen prinzipiell einen Steigbügelriemen um das Leinenende und dann um die Bocklehne. Damit wird verhindert, dass die Leinen beim Fahren mal aus der Hand fallen .

    Das geht halt nur beim ungarischen Fahrstil: Man so vom Boden aus ja keine Leinen abmessen.


    A. Nemitz

    Rossknecht : Mit der direkten Demokratie in einem so großen Land wäre ich etwas vorsichtiger: Die direkte Abstimmung in Großbritannien zum Brexit wie auch schon die Plebiszite während der Weimarer Republik haben gezeigt, dass zu schnell mit Stimmungen und mit Lügen (Großbritannien) und (leider auch) Wahlenthaltung der Jüngeren ein völlig falsches Bild der Meinung der Bevölkerung erreicht wird.


    A. Nemitz

    Man kann durchaus mit Metallbremsklötzen auf Gummireifen bremsen; mit Holzbremsklötzen hat man wohl eine bessere Reibung (=bessere Bemswirkung). Beide Bremsklotzarten sollen aber unten und oben leicht vom Reifen abgebogen sein, damit nicht das Reifenprofil am Klotz hängen bleibt.


    Man kann auf die flachen Metallbremsklötze entweder 2 Löcher für die Holzklötze bohren (und diese mit Schrauben befestigen) oder 2 nach unten konische Metallleisten anschweißen, sodass man die Holzbremsklötze nach Verschleiß leicht auswechseln kann.


    A. Nemitz

    Ein Verkäufer einer Landauer aus dem Ruhrpott hat erst gesagt , er fahre nur Friesen und polnisches KB , das wären die einzigen die man auf Umzügen und Hochzeiten sicher händeln könne .

    Es ist auch, wie schon bei den verschiedenen Fahrsystemen: Fast alle Rassen sind für bestimmte Zwecke gezüchtet worden. Nur wenige wissen wahrscheinlich, dass Friesen, Lippizzaner und Kladruber den gleichen Ursprung haben (das wäre eines eigenen Threads wert).


    Der Friese ist ein leichtes Kaltblut (siehe z.B. gespaltene Kruppe und Kötenbehänge), auf Grund seiner Farbkonsistenz, vor allem bei den Hengsten das ideale Pferd für den Leichenwagen, mit hoher Knieaktion, guter "head carriage", herrlicher Mähne und zumeist bestem, umgänglichem Charakter, jedoch unbrauchbar für echte Arbeit, lange Strecken, schnelleres Fahren. Die Holländer haben durch geschickte Werbung es geschaftt, dieses schöne Barockpferd zu ungeahnten Preisen, vor allem in den USA, auf den Markt zu bringen. Gerüchteweise gab (gibt?) es sogar ein Stud boodk für Wallache (!!).


    Kaltblüter im Allgemeinen sind ja die ruhigeren unter den Pferderassen, auch weil (noch!) kein Vollblut eingekreuzt wird.


    Somit ist die Aussage des Landauerverkäufers unseres Kasparows sicherlich nicht falsch. Doch nicht jeder kann sich jeweils spezielle Gespanne eigens fürs Freizeitfahren, fürs gewerbliche Fahren, für Festzüge und (wie wir hier) für die Reisen leisten.

    Man muss also mit diesem einen eigenen Gespann versuchen, möglichst viele Aufgabenstellungen zu bewältigen. Und das geht durchaus.


    A. Nemitz