Posts by Albert

    Tuco the mule sidestepped and bolted up the trail, spooked by the sloshing water and fish strapped to its back. :P

    The young mule calmed a few minutes into the climb up Cottonwood Creek, a 5-mile trek to bring thousands of 4-inch cutthroat trout to their new home.


    Ein Beispiel aus Colorado: einfach in die Satteltaschen füllen, Sauerstofftanks als Oberlast und ab geht's - wir sind nicht so gut ausgerüstet.




    https://coloradosun.com/2019/0…en-creek-cutthroat-trout/

    Liebe Säumerfreunde,


    Heute habe ich eine Anfrage der Stadt Judenburg bekommen, ob ich einen Tragtiereinsatz übernehmen, bzw. organisieren könnte. Ich hatte so eine Anfrage bereits im Vorjahr. Ein Auftrag kam nicht zustande, da die Anfrage zu kurzfristig und zu unklar war. Diesmal möchte ich aber versuchen, dass der Auftrag zustande kommt, da er ein interessantes Pilotprojekt zur Erfahrungssammlung und eventuell Basis einer künftigen Zusammenarbeit wäre.


    Es geht um den Transport von 250 kg lebender Fische zum Nachbesatz im Winterleitensee/Zirbitzkogel - Mitte bis Ende April (Zum genauen Termin weiter unten). Da Fische nicht ohne Wasser transportiert werden können, ist das angefragte Fischgewicht nur ¼ des Transportvolumens (1 Teil Fisch, 3 Teile Wasser). Es geht also darum 1000 kg auf Pferderücken zu transportieren.


    In der Praxis werden ca. 10 kg Fische und 30 kg Wasser in 100l – Plastiksäcke gefüllt und diese anschließend mit Sauerstoff aufgeblasen. Die oft praktizierte Zugabe von, oder Lagerung in Eis ist hier wegen der kurzen Transportzeit nicht notwendig. Zum mechanischen Schutz der Plastiksäcke müssen diese in stabilen Gebinden verstaut und Letztere am Tragsattel so sicher befestigt werden, dass das sehr starke Schwingen, bzw. Schwappen (für Fische kein Problem) durch die sich bewegende Flüssigkeit keinen Lastverlust bewirkt.

    (So kann dies aussehen – Toni Sauper in Kärnten, Fische und Pferd sind ohne Schaden davon gekommen).


    Nach meinen bisherigen Überlegungen wäre es eine Möglichkeit, die Säcke in 120 Liter – Kunststofffässer mit Spundverschluss zu verstauen und diese liegend am Tragsattel zu binden.

    Fotobeispiel


    Eine andere wäre, 60 l Fässer oder gleichwertige Gebinde seitlich am Tragsattel stehend zu befestigen und die Säcke oben raus schauen zu lassen. Letztere Variante hat den Nachteil, dass gegenüber der liegenden Art eine kleinere Oberfläche für den Sauerstoffaustausch zur Verfügung steht. Wie weit dies den Fischen auf der kurzen Distanz zumutbar ist, muss ich erst klären – für das Befüllen und der Transportstabilität wäre dies besser. Außerdem werde ich mich bei einem befreundeten Profisäumer in Origon erkundigen, welche Gebinde er für solche Einsätze verwendet. Von ihm weiß ich, dass er schon öfter Fische zu Seen in der Rockys transportiert hat.


    Bis zum Winterleitensee werden wir vom Verladeort ca. 20 Minuten benötigen. Für Entladung und Rückweg rechne ich noch einmal 20 Minuten.


    Für die Zuladung pro Tragtier rechne ich mit 2 mal 40 kg bis max. 50 kg (80 bis 100 kg Zuladung). Eine höhere Zuladung wäre auf diese kurze Distanz sicher möglich. Ich rechne aber dass dieser Einsatz starkes Medieninteresse wecken wird, und wir im Fokus von Tierschützern stehen könnten. Möchte daher auf der „leichten Seite“ bleiben. Bei 83 kg Zuladung wären dies 12 Saumeinheiten. Mit einem Saumtier würde man also 12-mal rauf und runter laufen müssen und min 8 Stunden unterwegs sein (ohne Fress-/Ess- und Rastpausen).


    Die Fische werden von einer Fischtzuchtfirma in einem Spezial – Lkw angeliefert. Aus Kostengründen kann dieser nicht einen ganzen Arbeitstag lang warten. Ich benötige daher mehr Säumer bzw. Tragtiere. Mit drei Tieren, die ich in meiner unmittelbaren Nachbarschaft voraussichtlich mobilisieren könnte, könnte ich den Transporteinsatz auf 2,5 Stunden reduzieren, mit 6 auf knapp 1,5 Stunden.


    Meine Frage an euch: wer würde hier für einen „Butterbrot-Lohn“ mitmachen (Lohn = abschließende Jause)? In den Vorjahren hat diesen Transport vermutlich das Bundesheer (Truppenübungsplatz in unmittelbarere Nähe) quasi kostenlos erledigt. Bei der angespannten Geldnot unseres Heeres ist dies nicht mehr möglich. Ich möchte es für dieses Pilotprojekt der Stadt und ihrem wahrscheinlich auch schlecht gefülltem Geldsäckel überlassen, wie sie unseren Aufwand abgelten will. Sollten wir mit einem finanziellen Beitrag unterstützt werden, würde dieser zu gleichen Teilen pro Saumtier aufgeteilt werden.

    Ob Gebinde beigestell werden können, ist noch nicht angefragt.


    Der Stadt Judenburg möchte ich spätestens Anfang Februar Bescheid geben, ob wir diesen Auftrag übernehmen können, und wie viel Tiere wir sein werden, bzw. wie oft wir gehen müssten. Bis dahin sollte die Stadt uns auch einen fixen Termin nennen können (ein Samstag wäre aus meiner Sicht ideal). Ich kann nicht erwarten, dass ihr euch bei weiter Anreise kurzfristig frei machen könnt.


    Bitte gebt mir bis Ende nächster Woche Bescheid, ob jemand von euch mitmachen könnte.


    In meinem alpinen Umfeld hat der Schnee vor allem eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt.
    Über den Winter hält die Schneedecke Wasser zurück. Mit der Schneeschmelze wird dieses über Tage und Wochen hinweg wieder langsam freigegeben. So kann das Schmelzwasser auch in Hanglagen in den Untergrund eindringen und die Quellwasserspeicher und den Boden versorgen, um diesen für die kommende Wachstumsperiode zu rüsten. Ein Winter mit wenig Schnee führt bei uns in Landwirtschaft und Wasserversorgung zu Problemen. Eine Schneedecke mindert auch die Abstrahlung der gespeicherten Bodenwärme Richtung kühlere Athmosphäre. So schützt sie als guter Isolator Pflanzen und das Bodenleben vor Frost.


    Im Vergleich dazu sind die gestellten Schneewunschfragen unbedeutend - und werden hoffentlich nicht als Messlatte einer Forengmeinschaft herangezogen.

    ...

    Das dunkle Muli läuft oft im Pass, kommt das öfter vor bei dieser Tierart?

    Die Gangart eines Saumtieres ist der Schritt!

    Ich kenne dieses Muli, habe mich aber nicht mit dessen Gangarten beschäftigt. Mir ist aber öfters aufgefallen, dass gerade bei diesem Tier das Gepäck stark schwankt. Hier würde eine bessere Fixierung der Körbe über einen zusätzlichen, stramm gezogenen "Bauchgurt" vermutlich helfen. Die wenigen "Passschritte" dieses Mulis bergab erscheinen mir wie ein "Zwangspass" als Reaktion auf das schwankende Gepäck.

    Andererseits könnte aber auch eine Neigung zum Pass das Schwanken des Gepäcks verstärken.

    beeindruckend schon. aber mit welcher Reisegeschwindigkeit kann ich hier rechnen. hab manchmal den Eindruck es geht seeehr langsam vorwärts, bzw. tempo wird komplett durch Willen des Yak bestimmt

    Vom Wallis ans Mittelmeer: "acht Wochen, 600 Kilometern und der Überquerung von 36 Pässen"

    Rosula führt ihre Tiere meist mit ihrem "meditativ, dynamischen Energiefluss". Das ist wohl das, was auch ich mit meinem Esel versuche: wenn du lange genug mit deinem Tier unterwegs bist, benötigt es keinen Führstrick und keine Worte. Dich versteht dein Tier über deine Gedanken, oder was auch immer du da ausstrahlst, und kannst es so "führen". Und umgekehrt fühlst du, was dein Tier denkt, und verstehst seine Entscheidungen. In Rosulas Film sind Passagen, in denen man spüren kann, wie der Yak denkt und dann entscheidet. Wer da sich und seinem Tier nicht die Zeit und Geduld gewähren kann, um hinzuhören, wird auch nicht diesen tiefen Zugang und gegenseitiges Vertrauen finden - aber er ist vielleicht schneller dort.

    ....

    Ist dir bekannt ob die Materialtransportbahn mittlerweile Repariert werden konnte?

    Und wie der Ersatz betrieb aussah?

    Das findet man mit Eintrag vom 02. Juli 2019 auf der Homepage des Berggasthauses:
    "Die grossen Lawinenniedergänge anfangs Januar haben auch unsere Transportbahn stark beschädigt. Im Moment schmelzen die letzten defekten Teile wie Stützen, Rollenbatterien etc. aus dem Lawinenkegel.
    Wir sind intensiv mit den Reparaturarbeiten beschäftigt und hoffen die Transportbahn in ca. 3 Wochen wieder in Betrieb nehmen zu können."


    Zum Ersatz, weiß ich nichts. Nehme an, dass der Profisäumer, Christoph Fässler, zum Einsatz kam - mit seinem Heli (was bei der Erstversorgung Anfang der Saison, bei solchen Hütten auch - ökonomischen - Sinn macht.)

    Säumen, Tragen und Fliegen: Transporte im Alpstein

    sommertour.ch/seasons/7/episodes/100


    Die Tradition des Säumens prägt diese Sendung. Von Wasserauen über Hütten-Meglisalp geht es für die Säntisträger via Wagenlücke zum Säntis. Und das auch im Jahr 2016 in alter Transport-Manier: zu Fuss mit einer vollbeladenen «Chreenze» auf dem Rücken. Die Säumer, allen voran Lukas und Dominik Knechtle hatten in der Sendung aus dem letzten Jahr das Ziel Meglisalp. Dieses erreichen sie – genau wie die Train-Kolonie unter Oberst Liechti – via Hüttentobel-Schrennenweg. Die Train-Kolonie hatte im 2015 dann aber noch ein ziemliches Wegstück vor sich, es ging nämlich noch via Oberchellen zum Berggasthaus Rotsteinpass, wo der letzte «professionelle» Säumer und heutige Helipilot Christoph Fässler bereits wartet.


    (Zwischen 1934 und 1999 erfolgte die Versorgung des Berggasthauses Rothsteinpaßmit Lebensmitteln durch Säumen mit Mulis von Wasserauen (AI) aus. Zwischen 1999 und 2014 erfolgte der Lebensmitteltransport mit Hilfe von Helikoptern von der oberhalb von Unterwasser gelegenen Alp «Thurwis» (SG) aus. Seit der Sommersaison 2015 übernimmt diese Aufgabe eine weniger wetterabhängige Materialtransportbahn - diese wurde im Winter 2018/19 durch Lawinen stark beschädigt)

    ..... Der Freipass (das Formular zur vorübergehenden Verwendung ZAVV ) ist rein theoretisch nur für Aufenthalte von max. 3 Tagen gültig, und längst nicht alle Zöllner können damit umgehen. .....


    Ganz früher waren noch Tollwutimpfung, Cogginstest und Gesundheitscheck beim Grenztierarzt vorgeschrieben, all das entfällt heute. Auf dem Weg in die EU muss noch ein Gesundheitszeugnis vorhanden sein, und wenn man länger als 10 Tage im Ausland ist, braucht es wieder eins für die Rückkehr (auch wenn Peter van der Gugten das verneint, Albert). Das ist aber Veterinärrecht, nicht Zollrecht; ....

    Mit der Erzählung meiner Erlebnisse, wollte ich zeigen, dass man in der Praxis an der Grenze der individuellen Auslegung und Interpretation sehr komplexer, rechtlicher Regelungen durch die agierenden Beamten ausgeliefert ist.


    Wenn wir hier Gesetzestexte zitieren und auslegen, können wir uns selbst verirren.


    • ZAVV: die „theoretisch nur für Aufenthalte von max. 3 Tagen gültig“ gilt nach meinem Kenntnisstand bei Wanderritten.
      "Die Standardfrist zur Wiederaus- bzw. Wiedereinfuhr beträgt 2 Jahre. Je nach Verwendungszweck der Waren und der Art der Zollanmeldung gelten kürzere Wiederaus- bzw. Wiedereinfuhrfristen."
      Diese kürzeren Fristen waren zumindest zum Zeitpunkt 2016/17 je nach Verwendungszweck (Sport und Wettkampf, Spazierritte und Ferienaufenthalt, Ausstellung, Zucht, usw.) unterschiedlich lang. Wiederholte Spazier-/Wanderritte hatten die längste Dauer von 2 Jahren.
    • Der Verzicht auf eine Gesundheitsbescheinigung ist nicht auf dem Mist von Peter gewachsen, sondern steht auch in den aktuellen Veröffentlichungen der Schweizer Eidgenossenschaft (Pferde, Esel und andere Equiden aus der EU):
      „Zur vorübergehenden Einfuhr (maximal 7 Tage) aus der EU (außer Rumänien) und zur Wiedereinfuhr von Schweizer Pferden nach einem Kurzaufenthalt (höchstens 7 Tage) verzichtet die Schweiz auf das entsprechende Zeugnis (und auf die TRACES-Meldung bei nicht registrierten Pferden).“
      Mittlerweile sind es 7 Tage – kann sein, dass ich mich mit den 10 Tagen falsch erinnerte
    • Es ist teilweise ein Unterschied ob ein EU – Bürger mit seinen vierbeinigen Begleiter in die Schweiz reist oder umgekehrt ein Eidgenosse zu uns.


    wirklich die sich ständig ändernden Bestimmungen oder ehr die sich ständig ändernden Beamten die den Stempel schwingen?


    was geht als "Zirkustier"?


    Das Problem sind in der Regel nicht die Beamten an der Grenze, die den Stempel "schwingen", sondern die Beamten ind den Hauptstädten, die die Regeln schreiben.

    Ich hatte mich 2016/17 sehr intensiv mit den Formalitäten beschäftigt, wenn man mit Equiden – hier einem Esel - in die Schweiz und wieder zurück will. Wie das mit Rindern ist, und ob sich mittlerweile viel geändert hat, weiß ich nicht.


    Was ich gesehen und erlebt habe: der Schweizer Staat hat mit seinen Regelungen dem Equidenhalter wirklich sehr entgegenkommen wollen (nicht einmal ein Gesundheitszeugnis - das man bei jedem Grenzübertritt innerhalb der EU benötigt - wurde gefordert, wenn man nicht länger als 10 Tage in der Schweiz weilt)! Die Regelungen sind aber in sich zu detailliert und kompliziert. So unterschieden diese, ob man Urlaub macht, auf Wanderritt ist, eine Gesundheitsbehandlung macht, an einem Wettbewerb teilnimmt, usw. Danach richtet sich, wo man über die Grenze darf, ob man über die grüne Grenze darf, wie oft man über die Grenze darf, wie lange man im Land bleiben darf usw. Das wiederum schafft Probleme beim Vollzug, da immer viel Interpretationsspielraum offen bleibt und die jeweiligen Beamten individuell auslegen und entscheiden können. Wenn man dann mit einem Equiden auf der Grenze auftaucht, ist das für den Beamten nicht die tägliche Routine und für den einen lästig, für den anderen eine willkommene Abwechslung.


    Hier meine persönlichen Erlebnisse, über die ich noch immer lächeln muss:


    1.       Akt:

    Ich wollte mit meinem Esel im August 2016 an der Sbrinz-Route teilnehmen, bei der man in der Innerschweiz startet, zu Fuß über die grüne Grenze nach Italien und wieder über eine solche zurück in die Schweiz säumt. Im Oktober hatte ich vor, noch einmal mit dem Esel zum 2. internationalen Säumertreffen in die Schweiz zu kommen. Ich hatte mir im Juni bei einem Besuch in der Schweiz an der Grenze alle notwendigen Formulare besorgt. Von Peter van der Gugten, der viele Reitgäste aus dem Ausland in der Schweiz hat, bekam ich folgende Tipps:

    • Kein (teures) Carnet ATA sondern einen Freipass für eine vorübergehende Einfuhr und Wiederausfuhr lösen, bei dem man zwar eine Kaution hinterlegen muss, diese aber bei der Ausreise wieder zurück bekommt.
    • Die Höhe der Kaution richtet sich nach dem Wert des Tieres. Bei meinem Esel könne ich einen Wert unter 2.000,- CHF angeben und müsse dafür die niedrigste Kaution in der Höhe von 120,- CHF hinterlegen.
    • Als Einfuhrgrund solle ich Wanderritt angeben. Da könne ich mehrmals über die Grenze, auch über die grüne, und der Freipass gelte 2 Jahre. Die begrenzte maximale Aufenthaltsdauer von 3 Tagen gelte ab Grenzübertritt. Dieser könne aber kaum nachgewiesen werden und somit auch kaum, dass man schon länger als 3 Tage im Land sei, falls sich die drei Tage nicht ausgehen.

    Peter stellte mir noch ein ausgefülltes Formularmuster zur Verfügung anhand dessen ich für meinen Esel alle Daten eintrug – einzig beim „Wanderritt“ war ich überehrlich und schrieb „Säumerwanderung“. Zuversichtlich, alles richtig gemacht zu haben, fuhr ich bei der Grenze vor, parkte mein Gespann und begab mich ins Abfertigungsgebäude. Dort stellte ich mich in der Schlange beim richtigen Schalter an. Als ich endlich an der Reihe war, war es kurz vor Mittag, und ich ahnte, auch schon hungrig, Ungemach.
    Ich schob mein Formular unter der Glasscheibe durch und sagte, dass ich mit einem Esel einreisen wolle. Nach einem flüchtigen Blick auf das Formular schob der Zollbeamte das Formular wieder zu mir und sagte: „Kommen sie wieder, wenn alles ausgefüllt ist!“.
    Ich schob das Formular wieder zurück und sagte, dass ich alles ausgefüllt habe, was ich ausfüllen könne. Daraufhin nahm er seinen Kugelschreiber und kreiste irgendwelche Felder mit fehlenden speziellen Zollnummern ein: „Hier ist nichts, und hier ist nichts und da steht nichts!“ Ich entgegnete, ich könne ja nicht Nummern raten, wie soll ich solche speziellen Nummern wissen. Ich solle zu einer Spedition gehen, die wissen das. „Das ist nett, aber ich bin Tourist und will mit meinem Esel zu einer schönen Veranstaltung ins Land. Mir wurde gesagt, diese Nummern werden vom Zoll eingetragen.“ Beharrlich blieb ich vor seiner Scheibe stehen.

    „Ausnahmsweise! Geben sie mir das Formular.“ - und dann wurde es heiter:

    „Was ist das für ein Esel? Ein einfacher Esel?“

    „Was sonst?“

    „Ein Zuchtesel?“

    „Ein einfacher Esel!“

    „Einfuhrzweck – was ist eine Säumerwanderung?“

    „Eine Wanderung, bei der der Esel neben mir geht und einen Tragsattel mit Last trägt.“

    „Eine Säumerwanderung gibt es nicht in meiner Liste. Das ist ein Wanderritt, halt zu Fuß. Wie lange wollen sie wandern? Ich trage eine Gültigkeit von einem Jahr ein.“

    Und so wurden am PC die Zollnummern gefunden, die Liste komplettiert ,und ich war auch mit der Gültigkeitsdauer zufrieden, da sie auch das Säumerteffen abdeckte.
    Anschließend wurde ich gefragt, ob ich wisse, dass ich jetzt zur Kassa gehen und eine Kaution hinterlegen muss.

    „Ja, ich weiß. Die 120,- CHF habe ich bar bei mir.“
    Mit einem breiten Grinsen deute mir der Zöllner, ich solle nah an die Scheibe heran treten, um deutlich zu hören:
    „Was glauben sie, was dem Schweizer Staat ihr Esel wert ist? ---- 3 Franken! Kautionshöhe 32,81 CHF.“

    Er zog seine Zollwarnweste an und kam zu mir heraus. „Jetzt muss ich den Esel sehen.“ Nach einem Blick in den Hänge und ein Streicheln der Eselstirn: „Ein liebes Tier! Das ist ja toll, was sie da machen! Hier ist meine Visitenkarte. Wenn sie wieder einmal kommen und Fragen haben, rufen sie mich an!“


    2.       Akt:

    Das internationale Säumertreffen wurde abgesagt – zu wenige Anmeldungen (wohl wegen der Furcht vor Schweizer Zollformalitäten). Ich wollte mir eigentlich bei der Heimreise von diesem Treffen die Kaution zurück holen. Prinzipiell ginge dies auch aus der Ferne mit einer Bestätigung durch den Amtstierarzt, dass der Esel nicht mehr in der Schweiz steht. Die Kosten dieser Bestätigung wären aber höher gewesen als die geringe Kaution und so wollte ich diese verfallen lassen.


    Im nächsten Jahr entschied ich mich, noch einmal bei der Sbrinz – Route mitzumachen. Ich fuhr wieder bei der Grenze vor. Diesmal bei einem anderen Übergang in Feldkirch. Ich hatte mich schlau gemacht und wusste, dass eine Verlängerung der Gültigkeit meines Freipasses möglich wäre. Es war der letzte Tag seiner Gültigkeit. Diesmal war es zeitig am Vormittag – ausreichend Zeit bis sich Beamte an den Mittagstisch begeben wollen. Wieder fand ich den richtigen Schalter – diesmal ohne trennende Glaswand - und kam an die Reihe:

    „Ich will mit meinem Esel einreisen. Hier ist mein Freipass. Er läuft heute aus. Ich möchte ihn um ein Jahr verlängern lassen.“

    Das lange Starren auf mein vor ihm liegendes Formular und wortloses Stirnrunzeln, ließ mir wieder kommendes Ungemach erahnen. Mein Wunsch lag wohl außerhalb der Tagesroutine des Beamten.

    Dann nach etlichen Minuten:

    „Das geht nicht! Dieser Freipass ist falsch ausgefüllt und falsch ausgestellt!“

    „Er wurde von einem ihrer Kollegen ausgefüllt und ausgestellt!“

    „Dann hat mein Kollege einen Fehler gemacht!“

    „Welchen?“

    „Ein Wanderritt ist für sie nicht möglich!“

    „Warum nicht?“

    „Sie wohnen nicht in Voralberg! Können sie eine Meldebestätigung vorlegen?“

    „Habe ich nicht dabei. Ich will Wanderreiten! Bei meinem Gewicht gehe ich aber lieber neben meinem Esel. Und ich werde immer in der Nähe der Grenze sein, damit ich nicht länger als drei Tage in der Schweiz bin.“

    „Das geht nicht! Das Wanderreiten ist bei uns nur für Vorarlberger gedacht, die hier einen Reitbetrieb haben und auch mal kurz über die Grenze wollen?“

    „Wo steht das?“

    Ich spürte, dass ein mit dieser Frage in die Enge getriebener Beamter unangenehm werden kann und lenkte ein:

    „Mein Esel steht noch auf der österreichischen Seite. Sie können sich überzeugen, er wurde wieder ausgeführt. Ich bitte mir meine Kaution zurück zu erstatten. Danach werde ich ihn sofort wieder ordnungsgemäß neu einführen.“

    „OK! Das geht. Aber nur als Urlaub nicht als Wanderritt!“

    „Einverstanden.“

    „Gut, dann fahren sie jetzt in den Zollhof und kommen danach wieder zu mir.“

    „Ich habe hier noch ein leeres Formular. Kann ich bei der Zollwarennummer die gleiche einsetzen, wie im auslaufenden Freipass?“

    „Geben sie es mir, ich mach das inzwischen.“


    Ich verzog meinen Hänger um 200 m in den Zollhof, ging wieder zum Schalter und wartete dort geduldig bis das Formular ausgefüllt war. Dann ging der Beamte zu seinem Kollegen in der Kassabox. Dort wurde länger diskutiert. Dann wurde ich gebeten, dazu zu kommen:

    „Sie bekommen jetzt ihre Kaution zurück. Und sie müssen den gleichen Betrag für die neue Einfuhr begleichen. Das heißt, sie brauchen jetzt nichts zu bezahlen. Hier ist der neue Freipass und eine Karte, damit sie beim Schranken aus dem Zollhof hinaus fahren können.“


    Beim Hänger tätschelte ich Taori „Nase rein, ich mach die Tür zu. Weiter geht’s.“

    Da plötzlich eine Stimme hinter mir: „Wo haben sie den Freipass? Wir haben eine Formalität vergessen!“

    War dann aber nicht viel, nur ein „Pickerl“, auf dem stand: „Hinweis: Werden bei der Ausfuhr die Ausfuhrformalitäten nicht durchgeführt, wird nach Ende der Gültigkeit des Freipasses der tatsächliche Wert der Ware für die Bemessung der Einfuhrtaxe herangezogen und nachgefordert.“ Gut, dass ich meine Kaution nicht verfallen ließ. Als tatsächlichen Wert von Taori hatte ich 1.500,- € angegeben und das wären mehr als die 3,- CHF gewesen!


    3.       Akt

    Nach herrlichen Tagen und Erlebnissen auf der Sbrinz – Route machte ich mich auf die Heimreise. Diesmal wollte ich Taori ordnungsgemäß ausführen und meine Kaution zurück bekommen. Wieder war es ein anderer Grenzübergang und wieder eine andere Beamtenperson, diesmal eine Dame. Außer, dass ich mich lange gedulden musste, bis ich an der Reihe war und wieder irgendein Formular ausfüllen musste, verlief alles recht einfach. Es wurde geschrieben, unterschrieben, gestempelt und ich erhielt an der Kassa meine Kaution zurück. Ich zählte nach: 32,81 CHF – exakt der gleiche Betrag den ich vor zwei Jahren hinterlegt hatte. Mich hatten außer Zeit, Schreiberei und manches Stirnrunzeln ob Schweizer Zollbürokratie die Grenzübertritte mit Taori eigentlich nichts gekostet.


    Ich ging mit den 32,81 CHF in der Hand noch einmal zu der Zöllnerin zeigte ihr diese und sagte:

    „Das ist exakt das Wenige, was ich hinterlegt hatte. Jetzt haben etliche Schweizer Beamte viel Arbeit dafür investiert, deren Kosten die Schweizer Bürger tragen werden. Wozu war das gut?“

    „Der Schweizer Staat hat sich sicher etwas dabei gedacht!“

    Wir kennen sie von Bildern der Tibetexpeditionen und Bergbesteigungen im Himalaya. Auf keiner Fotosammlung Fernreisender die den Himalaya oder die Mongolei besuchten fehlen sie: domestizierte Hausyaks als Tragtiere. In Europa sind sie Exoten.


    Im Wallis ist Rosula Blanc „auf die Yaks gestoßen“ und bietet Trekking mit diesen „Grunzochsen“ an.



    mehr Informationen auf ihrer Hompage: www.yakshuloche.ch


    Rosula unternimmt mit ihren Yaks wunderschöne Touren. In ihrem Blog finden sich dazu beispielsweise hier schöne Eindrücke:

    https://www.yakshuloche.ch/post/naulekh-solo

    https://www.yakshuloche.ch/post/grisons-i

    https://www.yakshuloche.ch/post/grisons-ii


    Hier noch ein aktueller Bericht in Schweizer Familie SFA1951_050_wis_mein tier.pdf


    Voriges Jahr wollte sie auf dem Zentralalpenweg dem Alpenbogen entlang bis in meine Gegend säumen und mich mit ihren Tieren besuchen. Ein unerwarteter Kieferbruch ihres Trekkingochsen „Tsarang“ machte ihr dabei einen Strich durch ihre Pläne. Nach Tsarangs Genesung war es zu spät im Jahr, um zu diesem Abenteuer zu starten. In diesem Jahr liebäugelt sie wieder mit diesem Plan oder mit dem GTA im Piemont auf den sie wohl nach den Fotos meiner Säumertour Lust bekommen hat.


    Die größten Hürden für ihre Säumerpläne sind die sich ständig ändernden Veterinärbestimmungen der EU für die „Verbringung von Rindern“. Hier haben es die Schweizer Yaks wesentlich schwerer als ihr Einhufer-Kollegen.

    Albert hat einen neuen Termin erstellt:

    Quote

    In Österreich bietet das Ländliche Fortbildungsinstitut der Landwirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit der ÖIPK den Zertifikatslehrgang "Zeitgemäßer Einsatz von Arbeitspferden" an. Dieser Kurs enthält auch einen Modul zum "Säumen im alpinen Raum".

    Kursdauer 2 Jahre (194 Einheiten)

    .... Hättest Du allgemeine Antworten?

    Es gibt verschiedene Möghlichkeiten mit Tragtieren zu arbeiten. Die kleine Wanderung im leichten Gelände kann der Einstieg sein, Interesse an dieser Arbeit mit Tragtieren zu finden.


    Der VfD hat sich in Deutschland dem Säumen angenommen und bietet eine entsprechende Ausbildung an. Es wäre schade, wenn all das Wissen um dieses Handwerk verloren geht.Vielen von den gegenwärtigen Generationen, ist nicht bewusst und auch nicht vorstellbar, was Tragtiere in der Vergangenheit geleistet haben.


    Hier nur ein Beispiel, was möglich ist (Habe heuer im Rahmen eines Faschingbrauches - Sauschädel mit Gerichtsverhandlung - auch einen gestohlenen Maibaum mit zwei Tragtieren zur Verhandlung gebracht. Der Helfer am Ende des Baums hatte nur die Aufgabe, ein zu starkes Schwingen des Baumes zu dämpfen, da dieser sehr dürr war und dabei zu brechen drohte.)


    Link zum Video



    Wann wart ihr übrigens unterwegs oder hattest Du das erwähnt?


    Bin seit Sonntag zurück.


    Meine Säumerwanderung hat mich heuer in eine wunderschöne Ecke unserer Welt geführt: Cottische Alpen.

    Wir sind dort den "Giro di Viso largo" gegangen. Im Waldenser - Pellice Tal gestartet, haben wir in einer achtförmigen Tour den gigantischen Monte Viso umrundet. Dabei hatten wir teilweise stark verblockte Passagen, ausgesetzt und verschneit. Ich würde solche Touren nie mit beschlagenen Tieren gehen. Mein Esel ist nach den 100 km auf extremem, schottrigen Gebirgspfaden mit wunderschönen Hufen heimgekehrt – kein bisschen fühlig.

    .... großen Respekt für die körperliche Leistung (beider !) ...

    War eigentlich eine meiner gemütlichsten und genussreichsten Touren der letzten Jahre!

    Die Cottischen haben ein ausgesprochen dichtes Hüttennetz. Da kann man wirklich gemütliche Tagesetappen machen. Und es kommt noch dazu, dass die Wirte auch der exponiertesten Schutzhütten sich dort der Tradition der italienischen Küche und Tischkultur verpflichtet fühlen. Unsere Tour war schon allein wegen der Hüttenlage eine Slow food Kulinarik auf höchstem Niveau.


    Die Tunnelbegehung ist spektakulär, bei 75m scheint da bestimmt nicht viel Licht von einem zum anderen Ende.

    Das Tunnel hat eine Steigung von ca. 10% von Italien nach Frankreich. Der Ausgang auf der französischen Seite ist eine hässliche Betonröhre. Nach wenigen Metern ist es zumindest für uns Menschen so ziemlich komplett dunkel.


    Bei unserer zweiten Begehung hatten wir in dessen Finsternis ein interessantes Erlebnis (Es gibt Situationen, die man so wohl nur einmal in seinem Leben erleben kann):

    Was mich auch interessiert: hast du Solarpanele mit dabei?

    Ja, hatten wir. Wir mussten ja die Batterien von 3 Filmkameras, 2 Fotoapparaten und 2 Handys laden können. Handyempfang gab’s praktisch nirgends und manchmal auch keine Lademöglichkeiten auf den Hütten.

    .... Trittsicherheit Deiner Eselin .....- ob Pferde das wohl auch schafften?

    Es gibt sicher auch sehr trittsichere Pferde, denke da an die alten Haflingerschläge, Merens, Huzulen, Freiberger, …. Aber die Trittsicherheit liegt den Eseln halt im Blut und schenken diese auch den Mulis.

    ich habe ja ziemlich Erfahrung im Gebirge und sehr trittsichere Pferde, aber nein, das würde ich nicht machen. ....... Aber dieser Weg der steilen Geröllhalde entlang, da würde unweigerlich irgendwo der Weg abrutschen.

    Die Trittsicherheit ist bei Gebirgspfaden nicht allein ausschlaggebend. Du erwähnst die Gefahr des Ausbrechens von Wegen (Wege waren dort allerdings alle stabil und fast von „Säumerautobahnbreite“). Ja, da spielt stark das Gewicht und die Größe des Saumtieres eine Rolle. Auf schmalen Wegen sind kleine, wesentlich wendigere Tiere großen und schweren überlegen.


    Die schwierigsten Stellen waren die stark verblockten Passagen. Da habe ich aber mittlerweile gelernt, welche ich meinem Tier zumuten kann, welche ich bergauf noch machen kann, und wo es bergab ohne zu hohes Risiko nicht mehr vertretbar ist. Was aber dabei angesprochen werden sollte: mit Beschlag wäre auch bei meiner Eselin viel weniger vertretbar. Barfuß hat sie vielmehr „Friktion“. Und ich bewundere immer wieder, wie sie austestet, ob sie rutscht, bevor sie auf schräge Platten steigt, und oft auch einen anderen Weg wählt, wenn sie eine Stelle als gefährlich einschätzt.


    Und Vieles ist oft eine Frage der Perspektive. Unser Abstieg von Col Selliere bei Neuschnee und keinen erkennbaren Steigspuren hat auch bei mir den Blutdruck etwas angehoben, als ich von oben nach einer sicheren Möglichkeit suchte. Ich würde mein Tier nie bewusst in Gefahr bringen. Erst als ich genügend breite Bänder im steilen Gelände entdeckt hatte, auf denen auch bei einem Sturz von mir oder meinem Tragtier keine Gefahr eines Absturzes bestand, bin ich eingestiegen. Sonst hätte ich umgedreht: