Beiträge von Albert

    Liebe Pferde-, Muli- und Eselfreunde,


    Das Österreichische Freilichtmuseum will eine mehrtägige Säumerwanderung organisieren, die Ende September 2019 Säumer und Mitwanderer vom Aichfeld im oberen Murtal in den Grazer Raum zum „Erlebnistag“ im Freilichtmuseum bringen wird.


    Für diesen Saumzug suche ich noch engagierte Säumer!


    Wir wollen mehrere Säumer finden, deren Idealismus mit Tagen der Gemeinschaft von Gleichgesinnten und Interessierten und durch das schöne Freizeiterlebnis eines dahin ziehenden Saumzuges bedankt wird.

    Wenn du mit deinem vierbeinigen Kameraden auch gut „auf Augenhöhe“ zusammenarbeiten kannst, ihn also sicher als Tragtier mit Tragsattel und Saumlast einsetzen kannst, das nicht das erste Mal machst und auch nicht scheust, auf deinen eigenen Füße mehrere Stunden unterwegs zu sein, würden wir uns freuen, wenn du dich bei mir bis spätestens Ende März 2019 meldest.


    Gib bitte diese Einladung an Freunde weiter, die eventuell interessiert sein könnten, mitzumachen.


    Ausführliche Informationen auch bezüglich Kontaktaufnahme findest du hier im Forum im Terminkalender unter

    Säumerwanderung zum Erlebnistag

    Donnerstag, 26. September 2019 - Sonntag, 29. September 2019

    Albert : Bei Eseln gibt es ja wohl wie bei Pferden eine weite Zahl von Rassen. Ich habe meine ersten "equinen" Erfahrungen zwischen 11 und 15 Jahren mit einem kretischen Esel gemacht. Vielleicht kann uns Albert über die Rasse seines großen Esels aufklären.


    A. Nemitz

    Nach reichlich Eselwanderfahrung mit Eseln zwischen 0,95 und 1,15 Stkm. Habe ich gezielt einen Esel zwischen 1,2 bis 1,35 Stkm. gesucht (meine persönliche Vermutung ist, dass in dieser Größe die gesundheitlich robustesten und leistungsfähigsten Tiere zu finden sind, da sich Wildesel in dieser Größe in ihrer Nische der Natur behaupten konnten.) Ich wollte eine Stute mit Pedigree und gutem In- und Exterieur, deren Eltern und weitere Vorfahren oder zumindest deren Bewertung ich sehen kann.


    Meine Suche dauerte sechs Jahre. Dabei habe ich hauptsächlich in Frankreich gesucht, bin aber ob der weiten Reisen, schlechter Sprachkenntnisse und vor allem der verständlichen Weigerung der Züchter zur Abgabe wirklich guter Tiere nicht fündig geworden. Bei einer dieser Reisen habe ich Christina Kessler/Tröndlin kennen gelernt, die in Trier eine ernsthafte Eselzucht betreibt. Bei ihr habe ich eine, nach meinen Vorstellungen wunderbar gebaute, harmonische, tragende Stute mit 1,33 Stkm. gesehen, die sie in Amerika von einem Mammoth Jack Züchter gekauft und importiert hatte. Da ich auch den gekörten, deutschen Eselhengst Stkm. 1,24 begutachten konnte, habe ich mein Interesse am Fohlen, falls dieses ein Stutfohlen wird, deponiert. Als ein Stutfohlen fiel, bin ich das Risiko eines Fohlenkaufes eingegangen, und bin nach einem Besuch in Trier, bei dem ich das kleine Wesen ausgiebig beobachten konnte, handelseinig geworden. Dabei war ein wesentlicher Punkt, dass meine „Taori“ mindestens zwei Jahre in Christinas Eselherde (30 Tiere) mit den damals sechs gleichaltrigen Fohlen bleiben darf.


    Als Zweijährige habe ich sie dann zu mir nachhause zu meinen anderen Eseln und Haflingern gestellt. Sie durfte uns von Anfang an bei allen unseren Esel- und Pferdeaktivitäten (Wanderungen, Almaufenthalte, etc.) mit unseren Tieren begleiten. Die Schule in der Herde und das Lernen mit unseren Tieren war Gold wert! Wir Menschen hätten ihr kaum die Erziehung geben können, die sie von Ihresgleichen erhalten hatte. Unsere Ausbildung beschränkte sich auf Grundausbildung (Hufe geben, Halfterführigkeit) und spielerische, zirzensische Lektionen bis sie sechs Jahre alt war. Erst dann begann ich mit der eigentlichen Ausbildung unter leichter körperlicher Belastung. Volle körperliche Belastung mutete ich ihr erst mit 8 Jahren zu.


    Derzeit ist Taori 11 Jahre alt und hat sich zu einem intelligenten, sehr umgänglichen Tier entwickelt. Mit einem Stkm. von 1,30 ist sie ganz leicht überbaut, was ihr enorme Vorteile bei unseren Wanderungen auf steilen Bergpfaden bringt. Sie wird (bewusst) nicht geritten – dazu haben wir unsere Pferde - und hat eine volle Ausbildung als Tragtier/Wanderbegleiter, vor der Kutsche und als Rückeesel. Da ich sie bei unseren Wanderungen meist frei mitlaufen lasse und dabei hinter, seitlich oder vor mir gehen lassen kann, kann ich sie dabei mit den Stimmkommandos der Rückeausbildung gut lenken (auch als freies Einhorn:-]).


    Wandererlebnisse mit ihr allein sind die schönsten Geschenke, die ich in meinem Leben erhalten durfte: wenn sie bei unseren Übernachtungen im „Million Star Hotel“ in der Nacht die meiste Zeit nur einem Meter neben meinem Lager steht oder liegt und am Morgen auf Pfiff zu mir kommt und sich unangebunden, aufsatteln und aufbasten lässt, um mir dann wieder einen Tag lang frei zu folgen, gemeinsam Pause machen, und abends ihre Handvoll Sonnenblumenkerne verlangt – dann genieße ich es, dass meine Frau so tolerant ist, mich mit meiner "jungen Freundin mit langen Ohren" ziehen zu lassen.<3

    Zum Laufen fühl ich mich zu alt. Da mache ich es lieber etwas gemütlicher.


    Am Sonntag bin ich von einer schönen Eselwanderung zurück gekommen: sind den alpinen Teil des Salzsteigweges (WWW 09 https://www.alpenvereinaktiv.c…eg-9-salzsteig-/14330752/ ) von Hinterstoder bis Turrach gegangen. Die 190 km führten uns auf anspruchsvollen Wegen ins Tote Gebirge, die Wölzer Tauern und die Nockberge. (Nachahmung nur für geübte, erfahrene Säumer mit sicheren und vor allem trittsicheren Tieren).

    Jetzt im Frühherbst während der Hirschbrunft mit einem Esel in den Bergen unterwegs zu sein, war wieder einmal ein wunderbares Erlebnis.



    Ich habe diesen Zeitungsartikel gefunden: https://www.ledauphine.com/ise…eufs-tractant-sa-roulotte

    In der Druckversion von Le Monde gibt es auch einen Nachruf zum tragischen Ende dieses ungarischen Abenteurers (habe ich leider nicht). Mit seinen 32 Jahren ein frühes Ende.

    Bo führte demnach sein Gespann - für ein Fuhrwerk dieser Art korrekt- links neben der Bremse gehend, wie man es auf dem oben eingestellten Film gut sehen kann.

    Er wurde bei Villard-Bonnot am Morgen um 08:30 von einem 90 jährigen Fahrer überholt und dabei überfahren. Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos.

    Der Fahrer gab an, von der Sonne geblendet gewesen zu sein, und den neben dem Fuhtwerk zur Straßenmitte hin gehenden Fuhrmann nicht gesehen zu haben.

    Schön, wenn so ein Gestüt in privater Hand erhalten werden kann.


    Was soll aber die Rahmenstory außer Effekthascherei: „Mit etwas Angstschweiß kann jeder an einem Abend Kutsche fahren lernen?“


    In meinem kurzen Leben mit Pferden habe ich einfach zu viele Unfälle mit Kutschen gesehen oder von Betroffenen erzählt bekommen. Und täglich erinnern mich Schmerzen in meinem Sprunggelenk, dass auch mich wegen eines Fahrfehlers nach jahrelangem Fahren einmal unerwartet der Unfallteufel heimgesucht hatte.


    Gingen halt wieder einmal Einschaltquoten vor verantwortungsbewusster Sendegestaltung!

    Ich bin kein Fachmann zum Mehrspänner und Traditionsfahren. Nachdem ich mir diese Hochzeitskutschenfahrt angesehen habe, kommt in mir das Gefühl hoch, dass in unserem Zeitalter des Automobils selbst in diesem pferdegeprägten Herrscherhaus viel Wissen und Können langsam verloren geht. Die Show war sicher perfekt geplant. Dass manches Details dem sicher überbordendem Sicherheitsbedürfnis zum Opfer fiel, kann ich nur vermuten.


    Ich gehe einmal davon aus, dass sowohl bei dem Pferden, als auch bei der Equipagenmannschaft die besten und bestens ausgebildeten zum Einsatz kamen. Was mir auffiel, bzw. zu den Fragen von Kasparov:

    • Der Vierspänner bei Hochzeiten nichtregierender der Windsors dürfte üblich sein.
    • Während Bruder Williams mit seiner Cate „a la Daumont“ und Galageschirr kutschiert wurde, wählte man bei Harry und seiner Meghan eine „Postanspannung“ (ersichtlich an der Kopfbedeckung der Equipagenmannschaft - Jockey-Kappe/Zylinder) und ein wesentlich schlichteres Geschirr.
    • Die langen Zugstränge gehören bei einer „a la Daumont“ dazu (warum?) - Auch das direkte Beischnallen in die Stränge der Stangepferde. Ohne Vorderbracke wirkt dies viel eleganter und anders als bei der Arbeitspferdeanspannung im schweren Zug „a la Brauwagen“.
    • Der gewählte Wagen hatte Hartgummibereifung und Bremsklötzen an den Hinterrädern. Letztere wurde vom links sitzenden Groom mittels Handbremshebel bedieht.


      Anders als beim Galageschirr bei der Hochzeit seines Bruders hatte das schlichte Geschirr bei der Hochzeit vom Harry kein Hintergeschirr der Stangenpferde. Der Wagen wäre von den Pferden nur über Aufhalte und Kumt abzubremsen möglich gewesen.
    • Was mir nicht gefallen hat: Beide Handpferde wurden auf der gesamten Strecke mit stark beigezäumten Beibindezügel gefahren. Sie mussten so immer schräg, mit in die Außenstränge gedrückter Krupp laufen. Das war offensichtlich gewollt (Warum?)

    • Vermutlich wegen dieser starken Beizäumung gingen die Handpferde auch kaum in den Zug und die gesamte Arbeit wurde von den Sattelpferden geleistet.

    Das Ganze war dennoch sehr interessant anzuschauen. Das Bildes, den der leichte Trab der Equipagenreiter zum ausgesessenen Trab der Trossreiter vermittelte, war beeindruckend.


    PS.: meine Hochzeit war wesentlich weniger pompös. Dafür bin ich mit meiner Prinzessin nach 38 Jahren noch immer glücklich zusammen.

    Da hier immer wieder Nachfrage nach Betriebsanleitungen zu historischen Pferdearbeitsgeräten auftauchen ein Tipp:


    http://www.prillinger-archiv.at




    Prof. Prillinger war Gastreferent beim letzten Fuhrmannsstammtisch der ÖIPK. Er besitz und betreut ein riesiges Archiv an historischer Landtechnik mit Prospekten, Betriebsanleitungen und Ersatzteillisten sowie unterschiedlichste Literatur zum Thema Landtechnik. Natürlich auch zu Pferdearbeitsgeräten.


    Falls wer auf der Suche nach einer Betriebsanleitung ist oder Informationen zum einem alten Arbeitspferdegerät benötigt, kann er sich an Prof. Prillinger wenden. Gegen einen Unkostenbeitrag kann diese dann auch in elektronischer Form übermittelt werden.

    Weiß jemand, welche Gründe über die im Artikel erwähnten hinaus für die Mulis im österreichischen Bundesheer sprechen ?

    Soweit ich Hager verstanden habe, steht primär das Erarbeiten eines Muli- und Esel-"Know Hows" für Auslandseinsätze als Grund für den Einzug von Muli und Esel im Vordergrund. Vor allem für solche Einsätze, wo die eigenen Tiere zuhause bleiben und vorort Equiden gemietet oder gekauft werden müssen - "und dann gibt's dort meist nur Esel oder Mulis.".


    Ich habe den Haflingerersatz beim Heer auch mit dem GF der Arge Haflinger diskutiert: "Mit den paar Haflingern, die unser Heer noch kauft, ist es für die Haflingerzucht wirtschaftlich absolut bedeutungslos."

    Ich habe Major Hager vor zwei Jahren bei einer gemeinsamen Tour getroffen. Damals hat er mir vom bevorstehenden Einzug der Esel in Hochfilzen erzählt (habe hier im Forum berichtet: Zurück von der APC Friedenswanderung)


    Der langfristige Plan ist, den Bestand von ca 45 aktiven Haflinger auf 20 zu reduzieren und dafür 20 Esel und 20 Mulis einzusetzen.
    Die ersten 4 Esel wurden bei einem Züchter in meiner Nähe (Steiermark) gekauft. Die Ausbildung des Kaders in Sachen Esel als Tragtier wurde bei einem privaten Betrieb, der ebenfalls in der Steiermark liegt, durchgeführt.

    Die Haflinger sollen langsam, Schritt für Schritt, quasi nur im natürlichen Abgang, ersetzt werden. Das Heer will mit der Ausbildung eigene Erfahrung sammeln - und dazu will man sich Zeit nehmen. Deshalb werden max. 2 jährige, rohe Hengste gekauft, die alle gelegt werden.


    Bezüglich Mulis besteht ein guter Kontakt nach Bad Reichenhall.

    Ist das "dicke Teil nicht zu dünn? Ortscheit ist doch viel dicker

    Nein - ist es bei handelsüblichen Strängen nicht. Selbst habe ich diese Adapter eine Zeit lang verwendet. Habe mir dann aber gute Zugstränge mit D-Ringen zugelegt.