Posts by Albert

    eine Transumanza in Italien, Albert, muß grad an Euch denken ;-)

    Bin seit Sonntag zurück.


    Meine Säumerwanderung hat mich heuer in eine wunderschöne Ecke unserer Welt geführt: Cottische Alpen.

    Wir sind dort den "Giro di Viso largo" gegangen. Im Waldenser - Pellice Tal gestartet, haben wir in einer achtförmigen Tour den gigantischen Monte Viso

    umrundet. Dabei hatten wir teilweise stark verblockte Passagen, ausgesetzt und verschneit. Ich würde solche Touren nie mit beschlagenen Tieren gehen. Mein Esel ist nach den 100 km auf extremem, schottrigen Gebirgspfaden mit wunderschönen Hufen heimgekehrt – kein bisschen fühlig.


    Ein Highlight war die zweimalige Begehung des „Buco di Viso“ – des ältesten Verkehrstunnels der Alpen (erbaut zwischen 1479 und 1480 von Markgraf Ludwig II von Saluzzo für Tragtierkolonnen unter dem schwierig zu passierenden Colle delle Traversette - das nach aktuellen Forschungsergebnissen Hannibal bei seiner Alpenüberquerung bewältigt haben soll.)


    Ich hänge ein paar Eindrücke an (hatte selbst wenig fotografiert, da ein Freund dabei war, der eine Filmdoku machen möchte – wird aber dauern).







    Buco di Viso - Italien


    Buco di Viso - Frankreich










    Albert hat einen neuen Termin erstellt:

    Noch eine Beobachtung: Pferde, die am Ende des Trinkens beim Hochheben des Kopfes wasser aus dem maul laufen lassen, neigen Eher zu Kotwasser als die anderen, die dies nicht tun. Dieses "Pritscheln" dürfte vererbt werden.

    Ich habe zwei Haflinger. Einer davon hat phasenweise Probleme mit Kotwasser – manchmal recht intensiv. Über die Jahre hinweg – er ist mittlerweile über 20 – glauben wir zu ahnen, was diese Kotwasserphasen bei ihm auslöst.


    Nachdem wir auch alle möglichen Futtervarianten ausgetestet und um viel Geld alle möglichen TA-Wundermittel in ihn hinein gestopft hatten, ohne dass dies viel Verbesserung brachte, wurde uns bewusst, dass sein Kotwasserproblem nicht mit dem Futter zusammen hängt. Zuerst fiel uns auf, dass das Kotwasser in kürzester Zeit verschwand, sobald er im Frühjahr angeweidet war. Damals dachten wir noch, dass es an der Heufütterung oder -qualität im Winter lag. Aber dann beobachteten wir, dass es auch verschwand, wenn er im Winter auf eine große Weide unserer Nachbarn durfte. Diese dürfen wir nur nutzen, wenn der Boden gefroren ist, oder sie unter Schnee liegt. Die Heufütterung bleibt in dieser Zeit gleich – auf der Weide ist viel Auslauf und Bewegung möglich. Diese bietet aber für den Magen praktisch nichts. Wenn er nicht auf diese Weide darf, muss er mit dem zweiten, dominanteren Haflinger auf einer „Gatschkoppel“ stehen. Dort ist die einzige Bewegung der Weg zwischen sozialen Menschenkontakt, Salz, Tränke und der ca. 400m entfernten Großballenraufe mit Heunetz, zu der sie nur über Nacht dürfen (Morgens und Mittag legen wir portioniertes Heu vor und geben Mineralfutter).


    Bei unserem Haflinger dürfte sein Kotwasserproblem rein Stress- und Bewegungsmangel-bedingt sein. Bei der Großballenraufe, wo er allein mit dem zweiten Haflinger fressen darf, ist vermutlich der Stress durch die Dominanz des „Fressrivalen“, der fast Kopf an Kopf frisst, gegeben. Sobald er daneben über viele Stunden hinweg, großen freien Auslauf hat, kompensiert er diesen Stress und wird ausgeglichener – und das Kotwasser verschwindet innerhalb weniger Tage. Kaum setzt Tauwetter ein, und ihm muss der große Auslauf versperrt werden, reagiert er mit massivem Kotwasser.

    Ich verwende diese Stränge bei meinem Esel. Bisher hatte ich noch nie Probleme, dass sich Schweifhaare in den Schnallen verfangen hätten. Mit seinen für eine Esel relativ langen Schwanzhaaren bleibt er, eher einmal an den Schnallen des Schweberiemens hängen. Das hängt wohl mit der Richtung des Schnallendorns zur Bewegungsrichtung der Schwanzhaare zusammen.
    Im Vergleich zu meinen Pferden trägt mein Esel beim Fahren den Schwanz relativ ruhig.

    Mit gegenseitigem Vertrauen geht bei Eseln Vieles! Es gibt natürlich auch Grenzen - in Gefahr bringen dürfen wir unsere Langohrfreunde nicht!


    Bei heiklen Stellen muss ich voraus gehen, und werde ganz genau beobachtet, ob ich da keine Probleme habe und eben „Sicherheit ausstrahle“. Würde ich an einer sumpfigen Stelle nur einmal einsinken, hätte ich keine Chance, dass sie mir folgt. Das habe ich schon mehrmals erlebt. Ganz besonders erinnere ich mich an eine Situation, als ich ihr im Abstieg vom Krimmler Tauern den weichen Schnee von einer aperen Stelle auf ein Firnfeld festgestampft habe, damit sie dort nicht einbricht. Sie hat mich dabei genau beobachtet, und als ich fertig war, war sie nicht um den Esel zu bewegen auch nur einen Schritt in Richtung Schnee zu machen. Mein Feststapfen hat sie wohl als Einbrechen im Schnee gedeutet. Zudem stand ein Wettersturz bevor und ich hatte keine Ausrüstung für ein Biwak wegen einer Eselverweigerung dabei. Dadurch habe ich sicher Ungeduld und Nervosität ausgestrahlt. Als ein anderer Bergsteiger zu uns herab kam, bat ich ihn, den Führstrick zu nehmen und vorne weg zu gehen. Ich wollte mich vergessen und sie von Hinten ordentlich anschieben und antreiben. Doch bevor ich noch hinter den Esel zurück gehen konnte ging mein „Hilfsäumer“ los und sie folgte ihm, wie ein Lamm. Klar: der Schnee war festgestampft und diesem Menschen konnte man vertrauen – er brach ja auch nicht ein!


    Bei dieser „Kirchtreppe“ im Nachbarort war ich gespannt, ob ich ihr genug Sicherheit vermitteln kann. Wir sind beim ersten Mal die Treppe nur von oben nach unten gegangen und zugegeben: der Blick in diese Stiege von oben muss für einen Esel nicht gerade ermutigend sein. Ich bin dann einfach los mit dem Vertrauen: „Sie wird mir folgen!“ Gerade bevor sich der 3 Meter lang Führstrick spannte, habe dann das erste „Tapp“ auf dem Holz gehört und gleich darauf auch das eindeutige Geräusch, dass sie die Schrittlänge nicht richtig eingeschätzt hat und mit den Vorderhufen über die ersten Stiegenkanten gerutscht ist. Mein „Guut! und mein innerliches „Sie kommt!“ hat geholfen. Wie Schecki sagt: die nächsten Schritte so als wäre das ganz normal. Und bei den Treppenabsätzen für einen Fotostopp wurde ich von hinten mit der Schnauze sanft angestoßen, ich solle nicht so lange warten, man wolle weiter gehen!


    Hätte ich auch nur eine Sekunde gezweifelt, dass sie mir folgen wird oder Bedenken gehabt, dass so eine Stiege für einen Esel zu schwierig sei, hätten Scheckis 30 Min. nicht gereicht – ich würde jetzt noch dort stehen und hätte keine Chance, dass sie auch nur einen Schritt in Richtung Stiege macht.:wacko:


    ... . Es gab auch Modelle mit Kevlar Pannenschutz seinerzeit oder Reifen die für ein Lasten Fahrrad sind . ...

    Die hätte ich für mein Esel-Gig a la fahrende Parkbank gebraucht, als wir damit die Puszta unsicher machen wollten.


    Ein nettes kleines, gelbes Blümchen und die neuen, starken Mountainbike-Reifen gaben w.o.: Tribulus terrestris (der Gattungsname Tribulus bezieht sich auf das gleiche lateinische Wort für die Kriegswaffe Krähenfuß aus vier Nägeln oder Stacheln.)

    Ich hatte die Geschichte hier unter "Plan- Zigeunerwagen zu mieten in Ungarn gesucht" erzählt. Wenn man mit seinem Esel und Gig nicht nur zuhause immer um den Wohnblock fahren will, sollte man bei der Reifenqualität nicht sparen.;)

    ... wenn man sich diese englischen Gigs (natürlich nur die Originalen) zum Vorbild nähme. ...

    Ehrlich gesagt: Der Wunsch eines möglichst großen Rades ist bei mir nicht wegen des englischen Gig-Know-hows hochgekommen, sondern als ich in Frankreich alte Eselkarren gesehen habe. Nach den Tipps des zitierten Gespannfahrers habe ich gewusst, wie ich das relativ günstig umsetzen kann.

    ... Albert, wie groß ist der Esel? ...

    Hier die Proportionen meines Gespanns:

    Esel: Stkm. 1,30

    Raddurchmesser: 1 Meter

    Sitzhöhe = Sitzbeinhöcker Esel: 1,10 Meter

    Den Gig habe ich mit diesen Angaben + der meines Lebendgewichts bauen lassen. Ich wollte ein Gig mit möglichst großen Rädern (wegen der Optik und der Laufeigenschaften). Als (Foto)-Muster für den Kutschenbauer habe ich ein Trainingsgig genommen, das Zoltan Lazar verwendet, wenn er vor den Dressurbewerben einzelne Pferde aus seinem Vierspänner noch korrigieren will.

    Als Option kann ich dieses Gig auch für meinen Haflinger (Stkm. 1,46 – Sitzbeinhöckerhöhe 1,20) nehmen. Will ich dabei keinen Kompromiss eingehen, müsste ich die Räder gegen solche mit 1,10 Durchmesser tauschen. Sitzhöhe und Achsposition kann ich verstellen.

    .. kann nicht erklären warum dass bei Albert klappt ohne Zuglinienbruch und bei Shetty +Cavaletti nicht, weil die größendiffernez ja keine erhebliche ist. ...

    Das kann bei jedem Einspänner anders sein. Es hängt von der Konstruktion ab, wo die Gabel liegt, und wo das Ortscheit liegt.


    Mir hat ein alter Gespannfahrer gesagt: „Wenn du dir ein Gig zulegen willst, schau dir die Proportionen englischer Gigs an: Räder so groß, dass die Sitzhöhe knapp über dem Raddurchmesser liegt – abhängig vom Zugtier, etwa auf Höhe dessen Sitzbeinhöckers. Die Gabel liegt waagrecht knapp über der Achse und läuft ab Kniegelenk in einem Schwung zu den Tragösen hoch. Wichtig ist auch, dass der Sitz oder der ganze Kasten verschoben werden kann, abhängig ob du bergauf oder bergab fährst. Nur so kannst du ein Gig ausbalanciert fahren!“.


    Wenn ein Gig halbwegs nach diesen Empfehlungen gebaut ist, wird das Ortscheit auch so hoch liegen, dass kein Bruch der Zuglinie eintritt. Das Ganze ist technisch gesehen, ein „Spiel der Momente“. Damit durch den Zug nur ein kleines Moment wirken kann, wird das Ortscheit in der Nähe der Linie Zugkrampe (Kumt) bzw. Brustblattspitze und Achsmittelpunkt liegen.

    Bei einem Gig a la „Parkbank auf Rädern“ wirst du das nicht umsetzen können. Hier wird die Gabel mit der Zugrichtung der Stränge zum - wegen der kleinen Räder - viel tiefer positionierten Ortscheit einen viel größeren Winkel einnehmen. Wenn du bei so einem Gig die Stränge durch die Gabelriemen führst, wirst du eine „gebrochene Zuglinie“ haben. Wobei hier diese „gebrochene Zuglinie“ für ein Zugtier nicht so ein Problem ist, wie wenn sie im Bereich Selett bzw. Kammdeckel durch zu hoch geschnallte Oberblattstößel entsteht.

    Liebe Fam. Lang,


    Es wäre schön, wenn Fragen präzieser gestellt würden;)!

    Ihr habt euch hier nicht vorgestellt. So kann ich nur vermuten, was ihr wissen wollt.

    Dazu zeige ich euch Bilder, wie ich die Stränge in den Scherenriemen lege, und wie sie insgesammt unter Zug liegen.



    Hier siehst du, was du vermutlich als "Achterschlag" meinst, und wie bei mir die Stränege duch den Scherenriemen laufen.


    Hier siehst du auch, wie ich den Zugstrang unterhalb der Tragöse unter den kleinen Bauchgurt führe.


    Hier unter leichtem Zug


    Hier in Bewegung


    Und hier kannst du sehen, wie Umgang und Scherriemen beim Aufhalten (Bremsen) durch das Zugtier sich spannen und wirken, und der Zugstrang dadurch leicht durchhängt.