Der Versuch Heu zu machen...

  • Anfangs vorletzten Sommer kaufte ich an einer Auktion eine McCormick-Deering No.7 Maehmaschine mit neuen Messern und Fingern. Ich habe die Maschine nach hause genommen und eine Probefahrt gemacht. Das Messer bewegte sich gut und war auch scharf, aber die Maschine war sehr schwer zum ziehen und drueckte die Deichsel exrem zur seite. Der Schuh fehlte aussen am Balken und die Schrauben der Finger kratzten wie eine Egge am Boden. Ich konnte dann so einen Schuh ausfindig Machen und war bereit fuer die Heuernte.
    Der Fruehling war extreme trocken, I'm July war das Gras erst 10 cm hoch. Und dann kam der Regen und hoerte nicht mehr auf. Auf einmal began das Gras zu wachsen aber mehr als 2 Tage Sonne war nie drin. Von meiner Heuwiese konnte ich etwa einen viertel als Heu einbringen, ein anderer viertel konnte ich nur maehen und die Haelfte liess ich stehen weil es zu tiefe Tritt und Fahrspuren gab. Schnee gab es dann relative spaet und wenig, die Heuwiese wurde dann als Weide genutzt und ich musste erst nach Weihnachten zufuettern. Dank des nassen Herbstes war der Fruhling natuerlich auch sehr nass. Wenn dann endlich trocken genug gewesen waere um die Wiese zu eggen und das auf Schwaden liegende faule Heu wegzuraeumen, kam mir das Gras schon bis zu den Knien. So haben wir dann ende Juli begonnen mit maehen. Dadurch das wir I'm Fruehjahr keine Gruenlandpflege Machen konnten, war es extreme muehsam zum maehen. Ich realisierte schnell warum schon mein Grossvater einen Kreiselmaeher hatte! Wenn es dann der Scheckstute zu bunt wurde sprang sie ins Geschirr und machte ein paar Gallopspruenge, was in eienem gebrochenem "Pitman" resultierte. Ich weiss jetzt nicht das Wort auf deutsch fuer die Holzstange die das Messer antreibt. Hartholz ist hier nicht heimisch und I'm Baumarkt nur als Leisten erhaeltlich. Nach 3 gebrochenen Pitmans brach dann das Eisenstueck mit dem Kugelkopf, das auf das Messer genietet ist. Ein deutscher Schlosser der zu besuch war versuchte es zu schweissen, hielt aber nicht. Ich habe danach meinem Nachbarn angerufen und er hat die restlichen 5 ha mit dem Scheibenmaeher geschnitten und 55 Rundballen gepresst.
    Seither habe ich die Pferde nicht mehr angespannt. Ich habe jetzt Heu fuer die naechsten 3 Winter und werde das Land einem Nachbarn ausmieten um seine Kuehe zu weiden. Keine Ahnung ob ich es in 3 Jahren noch einmal versuche oder ob die Pferde in die Wurst gehen, da die aelteste Tochter wegen Schule und Job keine Zeit fuer die Pferde hat, meine Frau sitzt seit sie das Steissbein gebrochen hat auch auf kein Gaul mehr und fahren mit einem ungefederten Wagen geht auch nicht. Alleine Pferde einfahren und Viererzug fahren ist mir zu gefaehrlich und seit ich einen geschraubten Fuss habe bin ich auch nicht mehr so der schnellste, vorallem nicht auf unebenem Boden.
    Diesen Sommer war ich weit mehr zu Hause als normal, da wir ein Feuer hatten an meiner Arbeitsstelle und habe trotzdem nicht viel geschafft. Am Wochenende muss ich meistens zuerst irgendwas reparieren und wenn ich dann endlich zeit habe fuer die Pferde muessen dan zuerst Hufe geschnitten werden. Nach 20 Hufen bleibt dann nicht mehr viel Zeit fuer zum fahren/reiten.
    Heute wollte ich eigentlich mit den Pferden etwas machen, aber das Thermometer zeigte -30 an, das macht auch keinen spass und eine Eisenstange will ich den Pferden nicht ins Maul schieben. Im Februar und Maerz ist es haeufig so eisig, dass es mit unbeschlagenen Pferden zu gefaehrlich ist, Im Fruehling ist es dann besser ausser es ist wieder viel zu nass. Im Sommer wir es dann wieder so heiss und schlimm mit Muecken dass man nur bei Tagesanbruch mit Pferden arbeiten kann, aber ich beginne um 5 an meiner Arbeitstelle...Der Herbst ist eigentlich schoen, aber von Oktober bis Dezember bin ich 70 und mehr Stunden I'm Betrieb und sehe die Pferde nicht.
    Bevor ich mich wieder an die Heuernte mit Pferden heranwage muss ich entweder einen anderen Maeher haben oder diesen so abaendern dass er breiter nimmt, nicht verstopft und vorallem das ich nicht (mit 194cm) wie ein Affe auf dem Schleifstein hocke und nur Pferdehintern sehe.
    Kein wunder hatten meine Grossvaeter seit den Driessiger- und Fuenfziger Jahren Traktoren...

  • Das hört sich ja ganz schön frustriert an!


    Kopf hoch, das wird schon wieder, vielleicht nicht so wie du es dir jetzt vorstellst.


    Und denk doch mal positiv, das Heu für die nächsten 2 Jahre ist gemacht :) .

  • hach solche Geschichten kenne ich auch nur zu gut. Ich habe mich entschieden selbst das nachmähen der Eeiden nicht mehr mit Pferd zu machen. Es gibt wirklich schönere Sachen die man mit den Pferden machen kann.
    Wie wäre es mit einem gefederten Wagen? Wenn 2 aus der Familie Lust auf eine Ausfahrt haben steigt die Wahrscheinlichkeit das man dazu kommt.

  • Einen gefederten Wagen liegt eigentlich im Moment nicht im Budget, und meine Frau arbeitet meistens Wochenende oder Spaetschicht. Wir wolten auch schon die Pferde reduzieren, es muessten ja nicht unbedingt 5 sein, aber wir koennen nicht entscheiden, welche wir behalten. Das Pony ist gut zu reiten, fahren und landw. Arbeiten, ist aber bein einfangen ein Schwein und fuer mich und meine Tochter zu klein zum reiten. Der Vollblueter hat superschoene Gaenge, ist gut zu reiten, moechte ich eigentlich als Vorpferd im Tandem, ist aber nicht eingefahren und den kann man nur anhalftern wenn man zuerst alle anderen von der Weide nimmt. Der Standardbred ist das Reitpferd meiner Frau, sehr schreckhaft, keines der Kinder wuerde sich draufsetzen, und unmoeglich einzufahren, da er durchdreht wenn irgendwas an seine Beine kommt. Wahrscheinlich hat er etwas erlebt auf der Bahn. Die schwerere der beiden Percheron-Kreuzungen kann man fahren und arbeiten, aber nur im Schritt oder ruhigem Trab. und sie geht nicht wirklich an den Hilfen, sie ist zum Reiten wie ein Schiff. Die Halbschwester von ihr hat den idealen Koerperbau fuer einen leichteren Kaltblueter, ist aber noch nicht so weit dass man sie problemlos anspannen kann, und sie hat wenig vertrauen in den Menschen und sie hat mich auch schon abgeladen...

  • Hallo Rossknecht,


    subjektiv deiner obigen Beschreibungen wüsste ich (für mich dann wohl) schon, welche Gäule von Hof verschwinden würden ... (5) :thumbdown: 
    Aber man kann auch schwierige Pferde (oder andere Tiere) in's Herz schließen, wenn sie irgend welche besonderen oder, aus menschlicher Sicht komische Marotten und Angewohnheiten an den Tag legen über die man in der einen Minute Flucht, und zwei Minuten später drüber lachen muß ... ?(

     Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
     :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Pony weg, wer braucht ein Einfangeschwein? Niemand...aber mit 5 an der Backe hat man definitiv nicht die Zeit und den Nerv sowas zu verändern. ist bei Pony oft Arbeitsmangel/Vorgeschichte und mühselig/arbeitsintensiv in der Korektur und gefährlich im Umgang.


    Ihr arbeitet beide voll und wenn sollen Pferd für euch Erhohlung und Ausgleich sein nicht Belastung. Im Moment reibst dich unnütz auf und bist Diener für 5 unausgebildete und unausgelastete Pferd, die dementsprechend auch auffahren, ein Teufelskreis aus dem du ohne radikal durchzugreifen nicht rauskommst.


    Was sagt die Frau, muss es unbedingt dieses Partbred-Pferd sein? Denn offensichtlich macht der extrem viel Arbeit, wenn der je angespannt werden soll und ist nur von einer Person unkompliziert reitbar, jedoch lässt sich ein Pferd, welches für fortgeschrittene ein gutes Reitpferd abgibt, idr relativ gut verkaufen.


    Das schwerere KB ist der Beschreibung nach zwar sicher, aber als Reitpferd zu schwer, würd ich abgeben als reines Arbeits/Zugpferd. und schon sinds reduziert auf nur 2 und dann wirst du auch der Arbeit drumrum herre und bekommst wieder Spaß an der Sache, kannst ans Ausbilden der Restpferde gehen.


    Auf alle fälle würd ich reduzieren auf 2 und dann ganz klar eins für frau und eins für dich und ran an die Ausbildung. und bei dem was du von euren leben und arbeiten so schreibst, kannst du dich um höchstens ein Pferd vernünftig kümmern, wobei es auch da vermutlich besser ist das mal kurzfristig zu jemanden zu geben der einen teil der Ausbildung übernimmt.


    ich hatte hier jahrelang den Murks ausbilden zu müssen und gleichzeitig schon auf die Pferd angewiesen zu sein, es war keine schöne Zeit. Heut hab ich Zeit (ua weil tochter jetzt so alt ist, dass die hälfte aller Arbeiten drumrum macht und oft bei meinen Arbeitsspitzen einspringt und ich dann ein vollgearbeitetes Pony wieder übernehme, sobald ich Zeit hab) und Erfahrung und das Ausbilden lauft irgendwie nebenher, weil es total simpel ist immer mal jemand nebenbei trapseln zulassen, damit der sich mal grad was abschaut und die fertigen werden aus sich selbst raus immer besser.


    Übrigens würd ich mir sehr genau überlegen, ob ich das Pony definitiv nicht reiten kann (weil das Tier nicht ausreichend tragefähig ist, also langer Rücken/schmales Röhrbein) oder es nur optisch nicht optimal passt. Denn sobald da nur noch 2 Pferd sind und Zeit vorhanden um sich dem Fangeproblem energisch zu widmen, ist das sehr wahrscheinlich händelbar, VB dürfte deutlich mehr Arbeit erfordern, aber ist natürlich feines Tierle im Endprodukt.


    Hier haben die Umstände uns einen Hund beschert....dessen Ausbildung dann auch mal wieder an mir liegt bzw an mir hängenbleibt, echt auch nix rares, ich hätt jetzt mal gern die mittlerweile guten Pony genossen und auf die Aufregung verzichten können. Funzen tut das nur, weil mittlerweile die Pony echt top sind, dh meine Konzentration oft voll auf dem Hund liegen kann/darf. Einen etwas ruhigeren Hund (Rasse ist Aussie) hätt ich mir aus Ausgangsbasis gewünscht.


    mfg Kirsten

  • Das Pony brauche ich um die anderen einzufahren und ist eigentlich nur optisch zu klein, da ich 194 und meine Tochter 184 cm gross sind und es gehoert meiner Tochter. Und nein, meine Frau will den Standardbred nicht hergeben. Das schwerere Kaltblut wuerde dann in die Verarbeitung gehen, da hier der Markt an Pferden die nichts koennen uebersaetigt ist. Vor allem im Herbst und Winter, wenn man die Pferde fuettern muss, w
    erden sie einem fast nachgeworfen. Der Vollblueter hat mich 450$ gekostet.
    Eigentlich fahre ich am liebsten Vierspaennig, nur seit ich in Canada bin, bin ich nicht mehr dazu gekommen.