Anhänger von Ziemann Fahrzeugbau

  • Hallo,


    ich habe diesen Anhänger erworben, er ist von der Firma Ziemann Fahrzeugbau aus Kulmbach. Er ist Bj 1958 und hat 1,2to Gesamtgewicht und zwei unabhängige Bremsen.
    Es sind Bergische Achsen verbaut. Ich würde versuchen den Anhänger etwas herzurichten. Im Internet habe ich nichts über die Firma Ziemann gefunden.
    Wenn ich wüsste, welche Farben der Anhänger im Original hatte könnte man an der einen oder anderen Stelle etwas Farbei aufbringen. Dabei würde ich mich am Orignal orientieren. Weiß da wer was, oder hat selber einen Anhänger von dieser Firma?


    Sonst versuche ich das irgendwie ähnlich zu machen, aber es gibt nicht mehr viele Stellen, wo noch Farbe drauf ist.
    Im Prinzip muss man nicht viel machen, außer den Gummis bei den Bremsen und alles mal gängig machen bzw schmieren. Da hoffe ich aber von der Firma Bergische Achsen was zu bekommen. Neuere Reifengummis passen von der Ente....
    Ein Kantholz für den Baum und dann kann es schon losgehen.


    Viele Grüße
    Hermann



  • Ich möchte hier Respekt äußern vor dem Mut, einen solchen alten Wagen zu restaurieren und vor der Achtung, die hier einem (fast schon historischen) Fahrzeug entgegen gebracht wird.


    Viel Erfolg beim Restaurieren und Herrichten.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Ja , Ziehmann war ein guter und erfolgreicher Fahrzeugbauer .
    Lackiert Waren die Wagen in dem üblichen Landmaschinen grün Die Räder in einem etwas dunklerem Rot ,
    Wen ich min Kulmbach bin werd ich genauer schaun ich wusste noch einen stehen.
    Die Deichsel müsste auch die Pferdezugeinrichtung haben .


    Gruß der Lohmüller


    Ziehmann Kulmbach ist Jugenderinnerung für mich

  • Hallo,


    ja mir gefällt der Anhänger auch, weil das Fahrgestell aus Metall ist und alle Teile mit "Schlosserwissen" wartbar sind. Ich habe im letzen Jahr einen etwas neueren Kipper überholt, da konnte ich innerhalb von einem halben Tag alle Bremstrommeln abnehmen, die Lager schmieren, die Bremsen gängig machen. Das ist deutlich überschaubarer als die Scheibenbremsen der Marathonwagerl aber gängiger als die Klotzbremsen beim Holzspeichenrad.


    Für mich der ich aus dem Gäuboden, der Kornkammer Bayerns komme sind solche Anhänger auch ein Stück weit Kindheitserinnerung. Zwar haben hier in dieser fruchtbaren Gegend immer alle Bauern die neusten Anhänger. Unter 180PS und 2x18to kann man sich derzeit hier nicht auf der Straße sehen lassen.
    In meiner Kindheit sind im Herbst aus dem nahe gelegenen Bayerischen Wald die "Waidler" mit Schleppern aus den 50ger Jahren und solchen Anhängern gekommen um 10 Zentner Erdäpfel und einen Zentner Hafer zu holen. Das war für mich damals (1980) schon faszinierend, wie man mit so alten Fahrzeugen überhaupt noch fahren kann. Mein Vater hat mir damals auch erklärt, warum die Kinder nicht nur zum Spaß mitfahren, sondern als "Bremser" bei Steigungen und Gefällen wichtige aufgaben zu erfüllen hatten.


    Viele Grüße
    Hermann

  • Nein,
    die Geschirre für meine Kühe sind nicht von Sieltec - ich nähe das immer selber aus dem LKW Gurtbandzeug und ausgedienten Feuerwehrschläuchen, aber farblich auch gut zum Oldtimer passend . Alle paar Monate eine neu Größe - bis ich in Rente gehe schauts auch professionell aus :)

  • Was tust du deinen Kühen an - Du behängst sie mit Plastic ?????
    Hast du selbst schon mal Kunststoffstiefel getragen ???
    Auf die Haut unserer Tiere gehört Natur , Also Leder ,oder Leinen, auch kein Sieltec , Biotane oder wie das Zeugs noch heißt !


    Der Lohmüller

  • ... da stimme ich grundsätzlich zu, aber ich fange mit der Ausbildung immer schon recht früh an und so kann ich alle paar Monate einfach was "neues" nähen, das dann auch für die Größe des Tiers passt. Und weil ich mit "jugendlichen" Tieren arbeite sind die Arbeitszeiten meist nur eine halbe Stunde pro Tag. Bei meiner dreijährigen Kuh bin ich langsam so weit, dass ich (außer bei Trächtigkeit) fast nichts mehr ändern muss, da werde ich bald was aus Leder machen und das schöne ist, ich kann das dann schon recht genau anpassen, weil ich die Längen vom Plastikgeschirr abnehmen kann....

  • Bei meiner dreijährigen Kuh bin ich langsam so weit, dass ich (außer bei Trächtigkeit) fast nichts mehr ändern muss, da werde ich bald was aus Leder machen und das schöne ist, ich kann das dann schon recht genau anpassen, weil ich die Längen vom Plastikgeschirr abnehmen kann....

    Das finde ich ist ein Argument, ich denke für Hinterwälderkühe gibts auch nichts von der „Stange“, oder?

  • Hallo,


    Geschirr nähen habe ich nicht mehr geschafft, aber der Anhänger ist fertig - alle Lager geschmiert, alle Gummis neu(er), alle Bremsen gängig, mit nachgerüsteter "Fahrbremse". Nur den Bremsbelag für die "Lenkbremse" habe ich noch nicht. Die Schere ist vom Marathonwagerl und

    eher ein Provisorium, aber mit dem Kalb Zweispännig zu fahren ist auch doof und so einen Einspännerbaum für eine Saison erscheint mir auch übertrieben.



    Ach ja hat von euch wer eine Meinung bezüglich Rückstrahler. Der Hänger hat eine Deichsel für den Traktor und für das Zugtier. Im ersteren Fall müsst er dreieckige Rückstrahler haben, als Kutsche eher Runde.


    Viele Grüße

    Hermann

  • Dreieckige Rückstrahler (Spitze nach oben) für maschinegezogene Anhänger


    Runde für tiergezogene Anhänger. (In der DDR war hierfür der dreieckige Rückstrahler mit Spitze nach unten)


    Zumindest habe ich das so verstanden.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Hallo Hermann, herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Restauration und Wiederinbetriebnahme des Anhängers. Ein schönes Bild von dem Wagen mit der Kuh und ihrem Kalb.

    Wegen der Rückstrahler würde ich mir keine Gedanken machen, wer kennt schon den Unterschied bzw. was soll das für einen Unterschied bewirken, ob ein Anhänger von einem Traktor oder einem Zugtier gezogen wird.

    Um ganz sicher zu gehen könntest Du ja auch runde und zusätzlich dreieckige Rückstrahler anbringen.

    Gruß FRITZ

  • der tüv kennt zumindest die bestimmungen beim traktorbetrieb,

    denn zu den dreiecken gehört dann ja wohl auch die beleuchtung und blinker, welche bei rein tierischer nutzung nicht verpflichtend ist.

  • Hallo Fritz,


    eine meiner Hauptaufgaben hier im Dorf ist es, lustige Sachen zu machen, z.B. mit einer Kuh rumzufahren. Damit haben die Leute immer was zu reden und werden von der schwierigen Situation am Land abgelenkt. Die Dorfgemeinschaft dankt es mir damit, dass sie mir immer helfen wenn ich was brauche, aber die Idee mit den zwei Strahlern finde ich nicht so schlecht, weil nirgends steht dass das nicht so sein darf, zumindest habe ich es nirgends gelesen. Im Prinzip ist es egal, aber wenn was passiert dann kann das ein Thema sein.


    Servus

    Hermann

  • Hallo "Hermann411"


    Gratulation zum wieder hergerichteten Allzweckwagen und deiner Kuhanspannung und überhaupt zu deinen Aktivitäten dieser Art.


    Auch wenn die Farbgebung von Rahmen und Felgen vielleicht von den einstigen Originalfarben etwas abweichen mag,- wen juckt's ... ?

    Was die Rückstrahler anbelangt - sollte der Wagen dann doch (wieder) mal von einer Zugmaschine gezogen werden ... bei meinen Wagen sind "dreieckige" dran. Schon immer. Aber für zwei runde wird da dann sicher noch ein wenig Platz übrig sein ... ;)


    Ich habe letztes Jahr einen kleinen "Blumhard - Allzweckwagen 2,2 T" aus den Brennesseln gezogen, wo er vorher etwa 20 Jahre dahin vegetierte ...



    Leider hab ich keine Bilder mehr, wie das damals aussah, dieses Wagenfahrgestell im Gestrüpp ... ;(


    Da mir technische Verwendungsfähigkeit allerdings vor Farbgebung geht, hab ich auf langwieriges abschleifen, sandstrahlen und aufhübschen der Art erst mal verzichtet, und nur das gemacht, was vorrangig notwendig war.


    Das einzige was sich noch "drehte" waren (zum Glück) die drei defekten Räder und das eine halbwegs noch intakte Rad. So hab ich den Wagen erst mal aus der Hecke raus, und zu mir nach Hause in's trockene gezerrt ... :pinch:

    Der Drehkranz sowie der Langbaum waren festgeklebt bzw. festgerostet ... in den Kurven quasi wie ein urzeitliches, vierrädriges Gefährt - ohne Lenkmöglichkeit. Da musste der Nachläufer (Hinterwagen) in den Kurven - eben durch die Krafteinwirkung von Vorn quer über den Bodenbelag rutschen ... Autsch :cursing:

    Ich hab den Nachläufer dann mit dem Kettenzug hochgezogen und habe jede Menge Rostlöser zwischen die Langbaumrohre gesprüht - bis es an anderen Ende wieder raus lief ... :huh:

    Und das mehrere Tage lang.

    Jeden Tag sprühen, und immer versuchen ein paar Zentimeter zu bewegen und los zu wackeln ... :]

    Zum Schluß hab ich die beiden Teile, Vorderwagen und Nachläufer dann doch mit dem Traktor auseinander ziehen müssen, , weil es mit einfacher menschlicher Kraft eben nicht möglich war. Mit etwas Vorsicht hat das dann aber doch ganz gut funktioniert. Dann hab ich den Vorderwagen mit Hilfe des Kettenzuges auf den "Rücken" gelegt und auch den kugelgelagerten Drehkranz kräftig mit Rostlöser eingesprüht, bis der Rost bzw. der alte, verhärtete "Fettschmodder" sich so weit gelöst hatten, daß ich den Drehkranz mit der Zugangel immer ein paar Zentimeter nach rechts und links bewegen konnte. Als auch das bis zu den Anschlägen gut ging, hab ich den Drehkranz an allen Schmierstellen frisch abgeschmiert, das Verrostete und Verfressene (innere) Langbaumrohr mit einem großen Winkelschleifer mit Topfbürste entrostet, das äußere Rohr mit einer entsprechenden Rohrdrahtbürste im inneren etwas gereinigt, gefettet, und das Fahrgestell wieder zusammen gebaut. Dann noch 4 neue (gebrauchte, aber noch recht gute 15" Autodecken und Schläuche) Reifen aufziehen lassen und einen neuen Kastenaufbau aus Fichtenbohlen hergestellt. Originalbereifung war AW 15 x 5.50. AW - Bereifung in dieser Größe hätte es zwar auch noch gegeben, die hatten aber nur eine Tragkraft von 360 Kg pro Rad / Decke, somit wäre ich bei Auswahl dieser Bereifung nur auf eine nutzbare Last von etwa 1,5 T gekommen, hätte also im Gebrauchsfall ca. 750 Kg Tragkraft verloren. So hab ich mehr von ... :]


       


    Den Wagen habe ich bei einer Aufbaulänge von 3 Meter belassen, da das für meine momentan benötigten Zwecke ausreichend ist und ich den / die Wagen so am besten rangieren und wegstellen kann. Der (kleinere) "Blumhard" Allzweckwagen hat so eine Ladefläche von etwa 3 m² und ein Ladevolumen von ca. 1,9 m³, der etwas größere, möglicherweise ein Selbst-aufbau eines Schmiedes aus dem Nachbarort eine Ladefläche von etwa 3,9m² und einem Ladevolumen von 2,3m³.

    Bei Bedarf kann man diese/n Wagen in kurzer Zeit auf bis zu 4,50 Meter länge auseinander ziehen und hat dann eine entsprechend größere Ladefläche bzw. Ladevolumen - was bei Heu / Grummet oder Strohfuhren durchaus interessant sein kann ... :]


    Allzweckwagen eben ... :]

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)