Was tun im schlimmsten Fall?

  • Also diese mangelhafte Einschätzung eigenen Könnens gehört einfach zum Kutschfahren dazu, meistens gibt es ja gar nicht voll Bruch, sondern nur einen Merkzettel für den Fahrer, was der in Zukunft besser meiden sollt. Ich bin schon mehrfach wo heil runter, wo ich anschließend zurück guckend genau gewußt hab: so freiwillig nicht mehr, lieber 1-2 Kilometer Umweg....
    mfg Kirsten

  • Frau Esfeld kennt sich mit dem mentalen Training ebenso gut aus wie mit dem am Tier selber. Ich bin für mich selber der Meinung, keine bessere finden zu können. Wenn sie sagt, dass geht, denke ich nicht mehr über Horrorszenarien nach sondern tue es, und es geht. Ich denke, somit ist sie die beste Trainerin für mich und gern halte ich euch auf dem Laufenden, ob und wie ich meine Angst besiegen konnte. Ich glaube daran.

    Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken

  • Bitte, tu das in jedem Fall!


    Ich freue mich, wenn Du uns an euren Fortschritten teilhaben läßt und finde es verdienstvoll, wenn Du so offen über Dinge berichtest, über die viele sich nicht zu sprechen trauen. Du stärkst damit andere und öffnest vielleicht sogar Wege, die sonst verschlossen blieben.


    Die Ardennerin

  • Das hast du lieb geschrieben liebe Ardennerin. Heute waren wir spazieren auf dem Parkplatz wo er angespannt wird sodass er diesen noch besser kennen lernen konnte. Es lief meinerseits angstfrei und ich habe den Eindruck, dass er mir schon etwas vertraut. Am Samstag laufe ich mit ihm nochmal eine größere Runde durchs Dorf und am Montag kommt die Trainerin wieder.

    Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken

  • Hallo ihr Lieben
    Nachdem meine liebe Brenda leider krankheitsbedingt gestern absagen musste, bestellte ich mir heute meinen Sattler um nochmal die Anspannung zu üben und der gute Mann hatte Zeit für mich. Und dann machte er mir die größte Freude und fuhr mit mir und meinem Mampf eine schöne lange Runde durch den Ort. Mir half es sehr zu sehen dass nichts passiert und wie brav Lennox ist. Er meinte, dass Pferd sei wirklich 1a das hätte er selber gekauft. Kommende Woche nimmt er sich erneut Zeit für uns. Bin ihm so dankbar für seine Hilfe meine Angst wird immer besser.

    Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken

  • Ich glaube die Angst wird kontrollierbar und die Freude am fahren und über dein tolles Pferd wird von mal zu mal grösser.
    Das ist schön, auch ich freu mich für dich.
    LG und Allzeit gute Fahrt.

  • So dies wird in diesem Thread wohl mein letzter Post sein. Die Angst wurde besiegt, der Knoten ist wieder geplatzt und meine Kenntnisse und Fähigkeiten wieder da. Ich fahre mein Dickerchen angstfrei. Ich weiss nicht, wie es kam, aber die Fahrt mit meinem Sattler letzte Woche und nun wieder hat mir geholfen. Ich merke wie Lennox mich als vollwertige Führerin ansieht. Manchmal fragt er mich noch und will sich rückversichern... Meinst du das ernst Mama? Ok dann mache ich es. Brauch ich wirklich keine Angst haben, du hattest doch auch welche? Nein Lennox ich habe keine mehr und wir gehen an den Eseln und gefährlichen Müllkübeln vorbei.
    Danke an alle die sich die Mühe gemacht haben hier mitzulesen, und mir Antworten zu geben. Ich bleibe natürlich im Forum und hoffe, auch den ein oder anderen hilfreichen Beitrag zu liefern.

    Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken

  • Also, so viel Herablassung macht mich ein wenig sauer....
    Hunde fahren ist etwas vollkommen anderes, als Pferde fahren, egal welcher Größe!!! Und wer Shettys belächelt, der hat halt was verpasst im Leben!
    Man staune: Auch die "Angsthasen" möchten Ihr Leben genießen, Hobbys haben, ihre Träume verwirklichen....Ich mag es gar nicht, wie die "Macher" hier, von oben herab auf die restliche Welt blicken. Es gibt Pferde, die tragen oder ziehen auch einen ängstlichen Menschen durch jede Situation. Es gibt WIRKLICH Pferde, die es gut mit einem meinen!
    Lass dir nur nicht den Mut nehmen!!!

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Das hat nichts mit :Herablassung zu tun , es ist leidvolle Erfahrung im waren Sinn des Wortes.
    Wenn in Notsituationen Angst zu Panik wird , dann ????
    Gut ich bin ein Macher Ich mache sehr viel ,mit Pferden ob Groß ob Klein und verspreche ,mich ich in Zukunft aus sinnlosen Diskussionen raus zu halten .
    Und von oben herab schau ich gern , den oben auf der Kutsche Ist unsere Heimat noch viel schöner .
    Der Lohmüller

  • oh bitte keinen Streit wegen mir. Also ich bin über alle Tipps dankbar. Glaube nicht dass ich in Notsituationen zu Panik neige, eher zu korrektem Handeln. Wir fahren nur bekannte Runden und nur mit meinem Sattler wage ich größere Strecken da dieser wie gesagt Kremserfahrer seid Jahrzenten ist und über notwendige Erfahrungen verfügt. Erfahrung kann man leider nicht lernen, nur bebekommen



    Shettys finde ich im Übrigen echt süß. Am Besten schwarz weiss kastanienbraun . :)

    Angst kann man nicht aus dem Fenster werfen, aber Stufe für Stufe die Treppe herunter locken

  • lohmüller : Ohne Euch Macher gäbe es ja solche traumwandlerisch sicheren Pferde gar nicht! Von Daher habt Ihr meine Hochachtung! Wir Laien und Hobby- Fahrer können froh sein, ein solches Pferd von Euch kaufen zu können, während Ihr Euch der nächsten Herausforderung stellt. So hat jeder was davon! ;) Lieben Gruß!

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Nun ja, wer nie Angst hat, dem fehlt es vielleicht einfach an Vorstellungskraft - oder in anderen Fällen auch an Wissen und Erfahrung. Klar gibt es auch die ganz coolen, die alles schon erlebt haben.


    Neulich gab es auf fb ein Video von einer, die ein Schlachtpferd "gerettet" hatte, angeblich ein Verbrecher. Nach ein paar Wochen hat sie es einfach angespannt. Das Video zeigt ein sehr fehlerhaft angespanntes Pferd mit bis in die Kniekehlen baumelnden Leinen vor einem gräßlichen Wagen, darauf eine überlücklich lachende Besitzerin (von Fahrer konnte man wirklich nicht sprechen) mit ebenso glücklichem Kind in inniger Umarmung .
    Nun ja - der liebe Gott hält seine Hand über die, die arm im Geiste sind.


    Mir ist vor zwanzig Jahren mal folgendes passiert:
    Mit meinem Esel im Einspänner vor ungebremstem, leichten Ladewagen, leer bis auf meine Mutter als Gepäckstück, fuhr ich eine zum Glück verkehrsarme, aber stark abschüssige Straße runter. Der Wagen kam ins rollen, dem Esel wurde das Aufhalten zu schwer und mein kräftiger Zug am Zügel zerlegte das leichte Kopfstück. Eselchen übernahm endgültig die Führung; in Schußfahrt ging es ohne Lenker und Bremse den Berg runter Richtung Dorf. Gewiss - ich betete, dass Benny Spur hält. Aber Angst? Merkwürdigerweise beschäftigte mich die ganze Zeit die Vorstellung von der Blamage, so ins Dorf einzufahren. Ich sah die Bauern schon feixen. Da machte ich mir deutlich weniger Sorgen darum, was auf der Einmündung in die Dorfstraße passieren könnte.
    Nun, es passierte weder das Eine, noch das andere. Unmittelbar vor der Einmündung querte die Straße eine metallabgedeckte Entwässerungsrinne. Da rüber? Nie!!! Eselchen stoppte, ich konnte den Zaum notdürftig flicken und anschließend über den Gehweg fahren, weil Eselchen um's Verrecken nicht über die Blechrinne ging. niemand hat uns gesehen. Welch ein Glück.


    Und heute? Vor allem muss ich niemandem mehr etwas beweisen. und es MUSS gar nichts. Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich habe manchmal so schlaglicht-Bilder - nur den Bruchteil einer Sekunde - von dem, was gleich passieren kann. Darauf höre ich. Über solche Bilder setzte ich mich nicht hinweg, sondern ändere meine Absichten.
    Vor brenzligen Situationen ist man natürlich mit Pferden und in Verbindung mit abartigen Zeitgenossen nie sicher. In vielen Wanderreitjahren gab es da auch genug.

  • Nun ja - der liebe Gott hält seine Hand über die, die arm im Geiste sind.

    stimmt
    CB und ich sind unterwegs, CB nicht immer ganz einfach und manchmal mit seinen Hörnern nicht ganz ungefährlich; wir sind mit dem Sulky unterwegs, ich hinten drauf. Kommt uns eine Dame mit Baby entgegen. "Ach ist der süß" - gemeint war meine Tonne Rindfleisch. Sie läuft - wie alle - auf seinen Kopf zu, streicheln; Ich sag noch zu ihr, bitte weg vom Kopf, das ist ein Rind. "Mir tut er nix" und hält ihm das Baby mitten vor die Nase. Ihr Glück (und meins) war, daß der CB viel zu neugierig auf den Windelhintern vor seiner Nase gestarrt hat, als an seine üblichen Begrüßungsmodule zu denken. Ich wage heute noch nicht dran zu denken, was passiert wäre, wenn ...

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)

  • Oh man. Ich hab in meinem ersten leben mal Rinderzucht gelernt und weiß, wozu die fähig sind.
    Aber die Leute glauben tatsächlich sie hätten jedes Recht.


    Meiner Freundin und mir passierte mal Folgendes. mitten in der Pampa auf einer an einen Feldweg grenzenden Wiese: Wir beide zu Pferde (Connemara und Araber) direkt unter fauchenden Windrädern. Die Pferde waren ein wenig von den Windrädern irritiert aber ruhig. Da kam uns ein junges Paar mit ca. 2 Jahre altem freilaufenden Kleinkind entgegen. Ruck zuck war das Kind zwischen den Pferdebeinen unter den Bäuchen. Die Eltern lächelnd 10m entfernt. Als wir baten, doch das Kind einzusammeln, weil es in Gefahr wäre, bekamen wir zu hören: "Dann dürfen Sie hier nicht sein mit den Pferden, wenn die gefährlich sind."