Arbeits-selett bauen?

  • Bei diesem Vielfachgerät gehören die Scherbäume am Kummt befestigt

    Warum ?


    Nur weil sie deiner Meinung nach "lang genug" seien ?

    Es gibt Gegenden, wo diese Methode sicher gebräuchlich(er) war, als Selett mit Hintergeschirr.

    Daß die Befestigung der Anzen am Kummet anstatt der Verwendung von Hintergeschirr und Selett einen ruhigeren lauf des angehängten Gerätes ergibt, wäre zu beweisen ... !

     Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
     :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Nun ja,

    so ganz einfach zu beantworten scheint mir das nicht zu ein. Grundsätzlich sorgt die Befestigung der Scherbäume am Sellett mit einem entsprechenden Umgang für eine bessere und aus meiner Sicht pferdeschonendere Führung des Geräts.

    Die Befestigung der langen Scherbäume am Kumt ist in ganz Süddeutschland allerdings gängige Praxis (gewesen) und hat funktioniert. Im schweren Zug kann es allerdings vorkommen, dass das Kumt bei jedem Schritt aus seiner Lage gezogen wird.


    Was allerdings aus meiner Sicht heute gar nicht mehr geht, ist das anbringen der Scherbäume mit Riemchen an einem halben Zweispännerbrustblatt, wie man dies bei alten Bildern aus dem Norden noch hin und wieder sieht.


    Daher ist die Verwendung eines Arbeitssellettes bei Einspännern grundsätzlich richtig, denn ein halbes Zweispännergeschirr gibt meist kein vollwertiges Einspännergeschirr.

    Grüße

    Florian

  • Die Scherbäume dürfen auch nicht am Kummt befestigt werden .

    Diese werden ca 10 bis 15 cm langen Kettchen ,oder Trageriemen an den Kummtringen getragen .Die Anzen stehen ca 10cm vorne über .

    Das hat den großen Vorteil das die Scherbäume bei Unebenheiten ans Kummtholz ,und nicht ans Pferd schlagen .

    Egal ob Vielfachgerät oder Heugerät ,die waren so konzipiert .


    Der Lohmüller

  • Dahin gebe ich Dir recht. Vor allem, an den Industriell hergestellten Geräten und Maschinen im 20zigsten Jahrhundert, wo auch oft Anzen aus Stahlrohr verwendet wurden wie z.B an Gabelheuwendern und auch an Schwadrechen, aber ebenso Holzanzen an Vielfachgeräten / Hackmaschinen etc. waren Vorrichtungen sowohl für die Befestigung am Kummet - wie von Dir ausgeführt, als auch Befestigungsmöglichkeiten für die Anspannung mit Selett und Hintergeschirr vorhanden.

    Wie von "hafiking" aber bereits erwähnt, war die Methode der Befestigung der Anzen am Kummet im Süddeutschen Raum, wohl auch in der Schweiz recht verbreitet, also schon irgend wie eine regionale Angelegenheit ...

    Wo aber der "Einspänner" recht obligatorisch war, und eben dort auch recht schwere Arbeiten verrichtet wurden, war die Verwendung von Selett / Karrensattel und Hintergeschirr selbstverständlich.

     Kaltblutpower.
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