Arbeits-selett bauen?

  • Hallo Leute.
    Meine Kollegin könnte nicht klar mit einem baumlosen Sattel von Deuber kommen. Extra Pads, Kissen, usw- alles umsonst.
    Dann habe ich so was gemacht :

    und nach ca 6 Monaten kann ich sagen, das es funktioniert sehr gut.
    Jetżt aber zu sache: Macht es sinn auf gleiche art, ein "Arbeitsselett" zu machen, und wenn ja, auf was muss ich achten?
    Groesste vorteil mMn- Passtorm /Gewichtsverteilung.


    Schulter/Lenden/Rückenfreiheit- alles geachtet.


    Gruesse aus Polen.
    Slawek

  • das schaut recht professionell aus, was für Material ist das?

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)

  • Guten Tag,
    hab mir mal ein Sellett fürs Arbeitsgeschirr gebaut und dabei bewusst auf das steife Innenleben verzichtet. Ist billiger und passt beim Pferdewechsel eben auch. Bei einem Arbeitsselett dürfte und sollte die aufzunehmende Gewichtslast deutlich geeringer sein als beim Reitergewicht, daher braucht es meiner Ansicht nach keinen festen "Baum", sondern lediglich eine gute Polsterung.
    Manchmal ist es auch sinnvoll ein altes gebrauchtes Teil wieder zu ertüchtigen als was neues zu basteln. Karrensättel werden hin und wieder im Netz angeboten.
    Grüße
    Florian

  • Sehe ich das richtig? Hast du den Baum selbst gemacht?
    In der DDR hat eine kleine Firma in Rostock auf diese weise Sattelbäume gebaut und daraus Westernsättel. Da nicht auf Maß war die Passform sehr schlecht.

  • Ja, habe ich selbst gemacht, und auf gleiche art werde ich ein Selett bauen, weil laut Max Pappe "Die Kunst des Fahrens" ein Selett muss so eingepast werden wie ein Reitsattel.
    Heutzutage etwa 80% der Sättel nicht passen.


    Gruesse aus Polen

  • also beim einachser, sollte das Selett ein Seletteisen drin haben.

    Warum Seletteisen? Damit der Geschirrdruck punktuell übertragen wird? Speziell wenn nicht 100% passend? Gerade hier in Nevada Geschirre gesehen ohne Selett nur breitere Auflage mit Polsterung.die gleiche Ausstattung wie bei meinem Arbeitsgeschirr
    .

     :thumbsup: Freude ist da, wo auch Pferde sich wohlfühlen


    HeiBo

    Einmal editiert, zuletzt von HeiBo ()

  • Wenn ein Seletteisen zwingend sei, dann passt das Selett einem Shetty maximal 6 Monate pro Jahr, einfach weil die Dampfwalzen sich im Jahresverlauf so stark umbauen....ich hatte 10 Jahre einen alten Voltigurt kleingebastelt als Selett, der hat immer gut gepasst waren im Prinzip 2 dicke Kissen, die nur via Leder an der WS verbunden waren. Sämtliche moderneren Leder/Plastikselette waren sowohl von der Paßform als auch Auflage her murks, Sieltec funzt gut. mfg Kirsten

  • Im Grunde ist es die selbe Streitfrage, die es auch beim Sattel gibt. Das kommen ja auch zunehmend baumlose in Mode, wobei auch die in der Regel doch ein festes Kopfeisen bzw. aus anderem Material haben. Was ich an sieltec überhaupt nicht verstehe: Wenn schon ohne Seletteisen, warum haben die Dinger nicht mal Widerristfreiheit, wo man doch jede Satteldecke kammert?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Altvorderen sinnloserweise, Sattelbäume und feste Seletts erfunden haben.
    Beim Zweiachser kann man sicher gut darauf verzichten, aber der Einachser bringt doch zeitweise viel Gewicht auf die Gabel, allein schon, wenn einer für zwei Personen austariert ist in der Zeit, wo die Gig noch leer ist, allein schon, weil allein schon die Gabel selbst nebst Vorbau ihr Gewicht haben, hinter der Achse aber kaum Gewicht ist.
    Der unterschiedliche Futterzustand ist natürlich ein Problem, das aber Reiter genauso haben. da hilft wohl nur, die Futteraufnahme zu steuern.

  • Was ich an sieltec überhaupt nicht verstehe: Wenn schon ohne Seletteisen, warum haben die Dinger nicht mal Widerristfreiheit, wo man doch jede Satteldecke kammert?

    zum einen, weil das Selett weiter hinten liegen soll, nicht so weit vorne auf der Schulter/dem Widerrist, wie ein Sattel. Zum anderen, weil das Evazote (Polstermaterial bei Sieltec) enorm gut polstert/Druck verteilt. Das ist nicht nur simpler Schaumstoff.

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

  • Sieltec, gibt ja viele, die sich Wiederristfreiheit einbauen, indem da einfach nochmal 2 Stück Evazote drunterkommen mit den üblichen 5 cm Abstand an der WS. Beim Shetty funzt ja nun das Gleiten des Tragriemen auf dem Leder-Selett nicht/kaum mangels Platz. ich hatte mal an 5 Leder-Seletts nachgemessen: mögliche Rutschstrecke lag bei 1,5 cm eventuell 2 cm. Tragaugen Durchmesser um die 7 cm. Nun fahr ich aber da lang, wo ich niemals mich mit einem paddeligen Riesentier langtrauen würde, dh Räderdifferenz von 30 cm Höhe hab ich oft. Leder-Selett ist mir regelmäßig als gesamte Einheit um den dicken Bauch gerutscht. Sieltec ist viel labbriger, die Tragaugen viel größer (~12 cm Durchmesser), Varianz der Tragaugen durch das Material auf dem "selett" bringt auch nochmal paar cm. Tatsache: bei mir rutscht das Selett seltenst als Einheit aufm Pony maximal 2 cm das waren beim Leder mehr 4-5 cm und dies deutlich öfter. Deshalb hab ich beim Selett nix Wiederristfreiheit nachgerüstet. Und beim Sulky sind das wirklich keine Drücke die vorne ankommen, sieht bei Gig anders aus. Meine Pony hatten mal erklärt, dass Sieltec-Selett ihnen bei schwerer Gig unangenehm sei, da zu labbrig (zuviel Bewegung Einachser am Selett). Ich würde auch Einachser >100kg immer festes breites Selett nehmen (aber ohne starre Wiederristfreiheit, damit es durchs Jahr aufs Shetty paßt), jedoch bei Einachser <50 kg Sieltec bevorzugen.
    Sättel: Die alten Torsion funzen ja auch Langstrecke mal abgesehen davon, vermute ich, dass es die Baum/wiederrist Freiheit vor allen DIngen für die schlechteren Reitersleut braucht, da sieht man nämlich auf jedem Oritt bei den baumlosen Sätteln abenteuerliches. Ein schlechter Reiter sitzt einfach grader/bequemer auf einem Baum-Sattel, was widerrum das Pferd gewiß dankt. Ich persönlich find die alten Torsion im Bereich von 3 Stunden und mehr auch als Zumutung (alter Torsion ist nur dicke Filz/lederplatte mit Fork+Hinterzweisel aus Balsa-Holz leder verkleidet, Steigbügel sind auf breitem Gurt ohne WS Freiheit genäht, aber fast 10 cm schweifwärts im Verhältnis zum Baumsattel). mfg Kirsten

    Einmal editiert, zuletzt von Bennyblue ()

  • Ich besitze ein fast historisches Selett aus einem Schweizer Militärgeschirr - dort verwendet, um die (einachsigen) Trainwäggeli in anspruchsvollem Gelände zu bewegen. Kein Eisen, sondern an den Seiten jeweils Roßhaarpolster(?), der Wirbelsäulenkanal ausgespart. Allerdings ist das Selett luxuriös breit - an die 15 cm. Die Tragschlaufen sind aus Leder. Dieses Selett würde ich jedem schmäleren, metallbewehrten vorziehen, wenn ich die Wahl hätte.


    Die Ardennerin

  • dort verwendet, um die (einachsigen) Trainwäggeli in anspruchsvollem Gelände zu bewegen.

    das dürfte genau der Grund sein für die Bauweise

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)

  • Dass das Selett weiter hinten liegt als ein Sattel, ist kein Argument, denn Sättel haben (bis auf den spanischen, der aber nicht für lange Ritte konzipiert ist) Baum und Wirbelsäulenfreiheit über ihre gesamte Länge.
    Bei einem tonnigen Pferd mit Rinne längs der Wirbelsäule verhindert weder Polster, noch eingebauter Eisenbügel das Rutschen. davon können auch Reiter ein Lied singen.
    Aber auffällig ist doch, dass der feste Baum bzw. Selettbügel immer dort eingebaut ist, wo es um Gewicht auf dem Rücken geht, also bei Reitsätteln, Packsätteln, Einachserselett. Deshalb nehme ich an, dass die Vorzüge erprobt sind.
    Das Evazote-Zeug kenne ich schon sehr lange. ich hatte es z.B. für mein selbstgenähtes Wanderreitpad als Füllung benutzt. Ich habe schon jahrelang immer eine Trekkingmatte rumliegen, aus der ich bei Bedarf Polster schneide. Ich weiß, dass es gut polstert. Aber warum einen Druck abpolstern, der vermeidbar ist? Sollte ich mal einen Versuch mit Sieltec machen, würde ich die kammer nachrüsten. Allerspätestens, wenn Pferde mal in schlechterer Kondition sind, macht sich das bemerkbar. Früher war damit immer zu rechnen.

  • Ich habe noch eine andere Frage:
    Sind die Gewinde von Leinenaugen und Aufsatzhaken eigentlich genormt? Mein Aufsatzhaken ist abgebrochen und ich würde ihn gerne ersetzen.

  • Die Gewinden von Importgeschirren sind meistens in Zoll-Gewinde die in Deutschland hergestellten Geschirre in Metrisch - Gewinde .
    Kutschgeschirre haben einen Stahlbügel geformt auf die Sattellage passt schlecht auf runde Pferde z.B. Shetty oder Kaltblut. Arbeitsgeschirr haben keinen Stahlbügel dafür größere
    Polster und liegen besser auf runde Pferd. Kann man bei mir noch als Zwei-oder Einspänner bestellen.

    2 Mal editiert, zuletzt von olekfahren ()