Österreich: Pferderückung – bundesweit einheitliche Förderung

  • Über das „österreichische Programm für ländliche Entwicklung 2014-2020“ werden Fördermittel für ein „Waldökologieprogramm“ bereit gestellt, mit denen auch die Pferderückung unterstützt wird


    Die Förderung erfolgt durch die Übernahme der Kosten für eine bestandesschonende Rückung bzw. Bringung in Beständen bis max. 30m Oberhöhe. Die Abrechnung erfolgt nach vorgegebenen Standardkostensätzen (bei Pfederückung: pro Festmeter). Dabei können auch Eigenleistungen anerkannt werden (Vorlage von Stundenaufzeichnungen). Der Standardkostensatz für Pferderückung wurde mit € 14,- /fm festgelegt. Er kommt in Schutzgebieten (§32a Forstgesetz – Biotopschutzwälder, Natura 2000-Gebiete) zu 100% zur Anwendung. Pferderückungen in den restlichen Wirtschaftswaldflächen werden mit 80% des Standardkostensatzes (€ 11,20 /fm) unterstützt.


    Es müssen mindestens € 500,- anrechenbare Kosten pro Förderungsantrag ausgewiesen werden können. Um dies zu erreichen, müssen daher mindestens 36 fm gerückt und abgerechnet werden.
    Einreichstelle des Förderantrages ist die jeweilige Bezirksforstinspektion. Mit der Durchforstung bzw. Rückung darf erst nach Einbringung des Förderantrages mit fünf Mindestinhalten (Name des Förderwerbers, Geburtsdatum, Zustelladresse, Kurzbezeichnung des Vorhabens und Unterschrift auf Antrag und Verpflichtungserklärung) erfolgen. Vorhaben, die vor Einreichung des Förderantrages begonnen wurden, können nicht gefördert werden.


    Da Erstdurchforstungen in Beständen mit max. 20m mittlerer Oberhöhe auch nach einem flächenbezogenen Standardkostensatz (€/Hektar) gefördert werden können, wird der Waldbesitzer bzw. Förderungswerber in der Praxis abwägen müssen, ob für sein Vorhaben dieser Förderungsschlüssel nicht günstiger ist. Ausschlaggebend sind die zu erwartenden Erntefestmeter/ha. Förderungstechnisch jedenfalls interessant kann die Pferderückung in Beständen über 20m bis max. 30m Oberhöhe werden. Hier wird nur eine bestandesschonende Rückung bzw. Bringung unterstützt. Die Pferderückung konkurriert hier mit Logline, und anderen traditionellen historischen Bringungs- bzw. Rückeverfahren.


    Ausführliche Unterlagen zur Forst LE – 20 Förderung findet man im Internet unter nachfolgendem Link: https://stmk.lko.at/media.php?…6rderung%20LE%2014-20.pdf
    (Details zur Pferderückung dort auf Seite 24)


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  • Gratulation nach Österreich !!!!
    Muss man Österreicher sein um die Förderung zu bekommen ?
    Bei uns in Baden-Württemberg gibt es 2€/fm. Aber man muss dazu Zertifiziert sein und die Bagatellgrenze liegt bei 1000€ im Förderzeitraum.
    Somit habt ihr, meines Erachtens, ein super Grundlage damit man professionell in das Thema einsteigen kann. Wenn jetzt auch die Masse an Holz für die Pferderücker auf dem Markt vorhanden ist kann es klappen.


    Gruß


    Carsten

  • ...
    Muss man Österreicher sein um die Förderung zu bekommen ?
    ...

    Gefördert wird nach einen ha- oder fm-Satz. Förderungsnehmer ist der Waldbesitzer, nicht der Rücker (außer er arbeitet im eigenen Wald). Und der Waldbesitzer muss kein Österreicher sein.


    Ich rücke gerade im Wald meines Nachbarn und habe diesen auf diese Förderung aufmerksam gemacht, was er erfreut auch nutzen will. Die Vertreter weder der örtlichen Landwirtschaftskammer noch der Forstinspektion wussten nicht, dass es diese Förderung gibt und mussten sich erst schlau machen. Danach war aber deren Unterstützung bzw. der Förderungsantrag ausgesprochen unbürokratisch.


    In unserem Bezirk waren wir wohl die einzigen, die diese Förderung abholen wollen. Wenn es Österreich-weit so bleibt, werden diese Mittel nach dieser Förderungsperiode wohl wieder gestrichen werden! Es liegt also an den Pferderückern die Waldbesitzer anzusprechen bzw. auf diese Förderungmöglichkeit aufmerksam zu machen.

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