Deichsellänge

  • Hallo,
    ich bin neu hier,
    ich bin dabei einen Ackerwagen(Gummiräder) herzurichten. wie lang muss die Deichsel sein. das Thema wurde vor ein paar Jahren hier schon mal für Ziegen diskutiert, Ergebnis war für mich aber nicht genug. Habe zwei schwere Warmblüter. Wieviel Platz benötige ich hinter den Pferden (Trab, Galopp), damit die Pferde nicht mit den Beinen an die Schwengel kommen? Und wieviel länger muss die Deichsel vor den Pferden sein ??


    Vielen Dank erstmal


    Hartmut

  • Kommt drauf an wie du anschirrst (kummt oder BB, HG ja oder nein), was die pferd arbeiten sollen (wagen zweiachsig längeres Stück regelmäßig zurückdrücken gefordert ja oder nein?) und welches tempo du da beabsichtigst (galopp vorm Gummiwagen?)...ich würd Seitenlänge+60-80 cm haxe/ortscheid und nach vorn mind. Stirnlinie eher länger wählen. Schau genau, wer dir was empfiehlt, ob der arbeitet oder tunierler ist und nur flott um enge kurven will...wir mussten hier alles wieder verlängern, damit das zurück auch vernünftig ging. mfg Kirsten

  • Danke erstmal.


    Ich will eigentlich keinen Galopp mit dem Ackerwagen fahren, aber wenn Sie mal hintreten, haben Sie schon einen richtigen Schritt. Und bei mal 20m Trab sollten sie den Wagen nicht in die Beine bekommen. Könnte man die Schrittweite messen, mal beim Reiten, bringt das was ??? Ich habe auch einen Marathonwagen, bei diesen sind die Deichseln sehr kurz, wegen der Hindernisse...diese Länge taugt aber, glaube ich, nicht für einen Ackerwagen.
    Rückwärtsrichten möchte ich nur wenn es unbedingt notwendig ist(kostet sehr viel Kraft), aber vorkommen kann es schon und ausschließen sollte man es nicht. Es wird wohl so kommen, dass ich sie halbflexibel baue und später erst richtig fest zusammenschweiße ... ???
    Noch eine Frage ... Wie hoch sollte sie vorne sein???
    Auf Deinem Bild "Hafiking" erscheint sie mir sehr hoch, oder ist das falsch ???? Ist da nicht die Gefahr, dass sie die Stange gegen das Maul bekommen ???
    Erst nochmal danke und
    viele Grüße


    Hartmut

  • Guten Tag,
    bei meinem Wagen ist die Deichselspitze etwa 1 m überm Boden. Bergauf steht sie manchmal etwas höher. Ich möchte sie auch nicht tiefer, da ich mit Spielwaage fahre und die Pferde mit der Deichsel den Wagen lenken. So können sie mit dem Kumtholz die Deichsel rüberdrücken. Wenn sie tiefer läge, gäbe es auf unebenen Wegen Schläge an die Beine.
    Du musst beim Anspannen natürlich die Aufhalter so einstellen, dass der Wagen nicht in die Pferde rollen kann. Im Arbeitseinsatz empfehle ich grundsätzlich die Verwendung eines Hintergeschirrs. Dann kann das nicht passsieren und den Pferden fällt das Bremsen und das Rückwärtsrichten leicht. Es kostet dann nicht mehr Kraft als vorwärts. EIne vernünftige Verpassung des Geschirrs vorausgesetzt.


    Gerade mit der losen Spielwaage sollte die Deichsel noch etwas über die Nasen der Tiere hinausstehen, damit sich die Leine nicht unter der Deichsel verfangen kann.
    Bei der Verwendung des Querholzes kommt die Deichsel logischerweise tiefer und kann auch etwas kürzer sein. Allerdings ist es günstiger, wenn die Deichsel dann frei nach oben und unten beweglich ist und von den Tieren getragen wird. --> Schau mal mit der Suchfunktion nach Querdeichsel, Brustholz oder Genickjoch. Da steht schon einiges.


    Zu den Maßen: Ich nehm die traditionellen Maße von den ortsüblichen Kuh und Pferdewägen. da sind´s dann eben meist die 3,10 bis 3,20m. Passt für meine meistens. Den Rest stell ich mit den Aufhaltern und den Strängen ein.
    Beim Arbeiten kann die Deichsel selten zu lang sein. Kürzer Machen kann man dann immer noch.





    Grüße


    Florian

    2 Mal editiert, zuletzt von hafiking ()

  • Ich bin auch der Meinung das die Deichsel lieber ein Stück länger sein und die Stränge voll ausgereizt werden sollte(n) damit zwischen Pferd und Schwengel genügend Platz bleibt. Klar, mit dem Gummiwagen fährt man normal keinen Galopp aber man kann manchmal gar nicht so dumm denken wie es kommt.

    Vor zwei Jahren habe ich mit dem Gummiwagen Mist gefahren. Es war windig und die Pferde daher etwas nervöser als sonst. Ist das bei euch auch so? Bei der letzten Fahrt passierte es dann, zwei Tauben flogen vom Ackerrand direkt neben der Straße auf und eine davon dem Handpferd vor den Kopf. Danach half nichts mehr, keine Leinenhilfe, keine Stimme und keine Bremse. So sausten wir im gestreckten Galopp auf einer Asphaltstraße bergab Richtung Ort. Vermutlich eskalierte das Ganze auch deshalb so weil die Pferde bei den Galoppsprüngen mit den Beinen ab und an gegen die Schwengel knallten. Wir drei haben das ganze ohne große Verletzungen überstanden aber seit dem haben wir eine längere Deichsel und die Stränge sind so lang wie möglich geschnallt.

  • Ich kann hier nur zustimmen. Die Deichsel lieber etwas laenger, gerade zum Aufhalten. Bei allen Massen wollte ich zu bedenken geben, dass es natuerlich von der Pferdegroesse,bzw. Laenge abhaengt. Ich habe schonmal eine Deichsel zu kurz abgesaegt und mich sehr geaergert.

    Auf alten Fotos sieht man auch oft, dass die Deichseln vorne richtig weit rausragen.

  • Vielleicht verstehe ich gerade das Problem nicht richtig aber ich beschreibe einfach mal wie ich das mache.


    Ich fahre die Pferde an den Gummiwagen ran - Deichselspitze + Querdeichsel liegen dabei parallel am Boden. Wenn ich dann die QD festmachen will, greife ich zuerst mit der einen Hand die Deichselspitze, hebe sie hoch (sie hängt am langen Arm) und richte die QD mit der anderen Hand so aus, das sie wieder im rechten Winkel zur Deichsel steht und über dieser ist. Dann greife ich mit der gleichen Hand den Ring auf der einen Seite der QD und hänge ihn in den Schnäpper vom Geschirr. Anschließend greife ich den Ring auf der anderen Seite und hänge ihn ebenfalls in den dazugehörigen Schnäpper (ggf. muss ich, um ranzukommen die Deichsel noch etwas anheben).

    Beim Miststreuer mache ich das ähnlich, nur das ich hier statt der Deichsel gleich die QD greife - lässt sich besser halten.


    Gruß Marcus

    Einmal editiert, zuletzt von PrinzB ()