Die Holzlüge

  • Da sind die Waldbesitzer gefragt, denn ich sehe das bei uns, es wird nur noch hier und da was nachgepflanzt. Vor Jahren waren bei uns im Gemeindewald noch vier Waldarbeiter im Einsatz. Jetzt sind es nur noch zwei und die betreuen die Nachbargemeinde auch noch mit. Gerade wo jetzt der Holzpreis gut dasteht als vor Jahren wird kaum noch gepflanzt und die neuen Bäume im Sommer frei gemäht, es wuchern Brombeeren und Holunder in Massen im Wald. Dazu noch die Rückegassen die verdichtet sind und da wird als noch von Nachhaltigkeit gesprochen. Neuerdings haben sie bei uns einen Teil des Waldes Stillgelegt, dort wird nichts mehr getan, die Fläche wurde für Ökopunkte angerechnet für Baugebiete. Nur weiter so das Chaos kommt noch. ;(

  • In Schleswig-Holstein wurde 17-hundert-und-noch-was das „Verkoppelungsgesetz“ eingeführt, d.h. die gemeinschaftlich genutzten Agrarflächen wurden verteilt — sogenannte Koppeln — und mußten von jedem Besitzer mit Hecken abgeteilt werden. So konnte jeder Besitzer besser besteuert werden...
    Der positive Effekt war auch der, daß der Raubbau an Feuerholz beendet oder vermindert werden konnte weil das „Knickholz” zur energetischen Nutzung zur Verfügung stand.


    Die meisten dieser Knicks existieren heute noch und müssen weiterhin gepflegt, d.h. in periodischen Abständen auf „den Stock gesetzt“ werden. Meine Großeltern und deren Vorfahren haben dieses Knickholz zu 100% verwendet, auch die dünnen Äste bis in die Spitzen. Das wurde per Hand und später vom Lohnunternehmer mechanisch kleingehackt und „Buschholz” genannt.
    In nachfolgenden Jahrzehnten des billigen Öls wurde zwar noch geknickt, aber das Schwachholz einfach zusammengeschoben und auf dem Land verbrannt...


    In Zeiten der steigenden Energiepreise wurde und wird wieder zur energetischen Nutzung geknickt, aber nur die stärkeren Äste verwendet, das Schwachholz weiterhin zusammengeschoben und verbrannt oder das Knicken samt Holzverwertung an Firmen abgegeben. Ich selbst mache das auch so, werde das aber demnächst ändern, denn es gibt mittlerweile Geräte die wie früher die mechanischen Buschhacker das Knickholz wieder zu 100% nutzbar machen.
    Hier ein Beispiel — der Hersteller produziert in Norddeutschland, also in meiner Region — , es gibt vergleichbare Geräte anderer Hersteller!


    Das ist dann mein eigener bescheidener Beitrag zur Schonung der Wälder.

  • Ich kenne die Buschhacker auch noch von früher. Die großen Mengen Hackholz wurden dann nach und nach mit in den Öfen verbrannt. Hier wird alles Schwachholz unter 7-8cm Durchmesser von dem meisten auf den Flächen verbrannt, obwohl das auch für Landwirte nicht mehr zulässig ist. Mit dem Energieholz hat man aber in den meisten Öfen heute schon wieder ein Problem, da ja Stufe 1 und 2 der BImSchg für Holzöfen und Kamie gilt. Die jetzt geforderten Werte von 0,125 g/m3 Kohlenmonoxid und 0,04 g/m3 Feinstaub können ältere Öfen nicht mehr einhalten und auch moderne Öfen schaffen das mit derartigem Energieholz kaum. Alle alten Öfen, die vor März 2010 eingebaut worden sind, müssen in Stufen bis spätestens 2024 außer Betrieb genommen werden. Da werden dann die Bemühungen einer nachhaltigen Energieversorgung wieder vom Gesetzgeber zunichte gemacht. Ein Kollege hat sich jetzt gerade einen entsprechenden wassergeführten Kaminofen nach neuesten Vorschriften einbauen lassen. Das ist mit einem riesigen Aufwand verbunden, weil der Ofen einen min. 1000Ltr. Pufferspeicher und diverse Sicherheitseinrichtungen benötigt. Allerdings kann er damit dann das gesamte Haus über die normalen Heizkörper mit heizen. Wenn man selber über ausreichend Knicks verfügt, ist das eine gute Lösung. Man darf die Arbeit beim Holzmachen allerdings nicht rechnen. Wer keine eigenen Knicks oder Wald hat, der kann das gleich vergessen.

    Einmal editiert, zuletzt von Bernstein. ()

  • Und da erkennt man wieder was für Kasper hier Politik machen dürfen...


    Woher das Holz stammt, siehe 1. Filmbeitrag, ist Sache der Mitgliedsstaaten. Wenn wir den Import auf eine Minimum beschränken können, werden, von wem auch immer (Ofenhersteller?), neue Kriterien wie die o.g. BImSchg für Holzöfen erdacht. Ist schon recht merkwürdig, denn Holz verbrennt klimaneutral. Soll wohl wieder auf eine zentrale Verbrennung im großen Stil hinauslaufen, von dort wird dann die Wärme verteilt. Der Betreiber verdient sich dusselig, die Endverbraucher zahlen die Rechung! Und der Staat verdient über die Umsatzsteuer.


    Und ja, ich habe genug Knicks. Knicken muß und will ich sowieso, daher zählt die Arbeit mit zu den Betriebsaufwendungen. Und meine Holztrocknung funktioniert hervorragend, der Schornsteinfeger war bei der Kontrolle begeistert.


    Übrigens geht viel von dem über Firmen geknickte Holz aus S-H in Schredderform nach Dänemark in die zentrale Wärme- und Energieversorgung.

  • Es geht bei den neuen Richtlinien wohl in der Hauptsache um den Feinstaub und nicht um die CO-Bilanz.


    Holztrocknung? Welche Wärmequelle nutzt Du für die Holztrocknung?

  • Holztrocknung?

    Quer zur Hauptwindrichtung liegende Halle mit an der Holzlagerung verbauten Lochblechen(gibt es im Trapezblechformat und Farbe nach Wahl und fügt sich perfekt ein). Das gespaltene Holz wird komplett vom Luftstrom um- und durchstrichen. Die Fächer sind 2m tief. Untergrund aus Gitterrosten mit Bodenabstand. Ich hatte gehofft, aber das Trocknungsergebniss nicht erwartet. Manchmal hat man einfach Glück.


    Feinstaub? Ist für mich wieder nur ein Kriterium das für Otto-Normalbürger nicht messbar ist. Kann sein, kann aber auch nicht sein...
    Bei der natürlichen Verbrennung — ausgelöst von Blitzschlag — wird auch irgendwas frei. Die Welt ist davon nicht umgekommen. Alles in Maßen genießen. Ich bin nicht blöd, aber ich glaub' nicht alles was geschrieben und sonstwie propagiert wird.
    Pferdepfurze enthalten umweltschädliches Methan. Danach hätten Pferde und andere Viecher dafür gesorgt, daß die Erde unbewohnbar wird. Menschen in der Masse pfurzen mehr Methan. EIgentlich sollten Menschen auf den Umweltindex kommen und kontingentiert werden...

  • Ich heize mit Holz solange es mir passt.


    Du heizt mit Holz, solange es dem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister passt. Die s.g. Feuerstättenschau muss 2x binnen sieben Jahren erfolgen. Hierbei muss der Schornsteinfeger prüfen, ob die Öfen/Kamine den geltenden Richtlinien entsprechen. Je nach Alter werden die Öfen/Kamine stillgelegt.


    Stilllegung bis:


    – bei Inbetriebnahme bis einschließlich 31.12.1974: bis zum 31. Dezember 2014
    – bei Inbetriebnahme zwischen 1975 und 1984: bis zum 31. Dezember 2017
    – bei Inbetriebnahme zwischen 1985 und 1994: bis zum 31. Dezember 2020
    – bei Inbetriebnahme zwischen 1995 und 2010: bis zum 31. Dezember 2024


    Für danach in Betrieb genommene Öfen gelten Stufe 1 (bis 2014) oder Stufe 2 ( ab 2015 ) der BImSchg.


    Es gibt nur wenige mögliche Ausnahmen, so z.B. für Öfen in Räumen ohne weitere Heizung oder für Grundöfen.
    Ich habe das Thema gerade durch und habe auch alles versucht.


    Mit der Sylvesterknallerei hast Du absolut recht. Das hat zum Jahreswechsel zu extremen Feinstaubwerten in der Luft geführt.