Zurück von der APC Friedenswanderung

  • Falls jemand von euch gerne mit Saumtieren arbeitet, sich dabei in hochalpines Gelände vorwagt und sich mit Flüchtlingsschicksalen beschäftigen will, könnte ja am 24./25. Juni 2016 beim APC mitmachen. Heuer war eine Marschgruppe und zwei Tragtieren des Österreichischen Bundesheeres dabei. 2016 will ich mit ein oder zwei Tragtieren selbst mitgehen.

    Bin gerade zurück von dieser Veranstaltung.


    Es war ein tolles Erlebnis für mich und meine Begleitung (bin mit meiner Eselin mit marschiert). Leider konnten wir den Krimmler Tauern nicht überschreiten und mussten wieder auf der österreichischen Seite absteigen. Es lag einfach noch zu viel Schnee, der in einem flachen Stück auf 2600m, knapp ca. 30 Meter unter dem Übergang nach Südtirol nicht ausreichend tragfähig war. Nachdem „Taori“ mehrmals bis zum Bauch einbrach, entschloss ich mich zur Umkehr. Ich hätte ihr ja am nächsten Tag bei der Rückwanderung noch einmal die gleiche Schinderei zumuten müssen.


    Diesmal haben sechs Haflinger der Tagtierstaffel Hochfilzen die Wanderung begleitet (fast 15% unseres Gesamtbestandes :) ). Meine Hoffnung, dass diese Profis für meinen Esel einen Ruttnerdienst leisten, und uns eine Spur bis zum Tauern legen werden, musste ich mir abschminken: „Das können wir natürlich, aber ohne militärischen Auftrag gehen wir kein Risiko ein!“. Die, übrigens ausgesprochen nette, Militärgruppe, die sich sehr fürsorglich um meinen Esel annahm (unsere Tragtierstaffel will Erfahrungen mit Esel und Mulis machen, da sie solche neben den Haflingern in Hochfilzen einstellen wird und diese selbst ausbilden will!) machte bereits beim ersten Schneefeld kehrt.


    Das schöne Wetter, die schöne Landschaft, die netten Leute – vor allem die mitwandernden Flüchtlinge, die bei einer Wanderpause ihre Schicksalserlebnisse erzählten – haben meine gescheiterte Überschreitung wett gemacht.


    Etwas stolz bin ich auch auf meine Taori. Sie hat unter strenger militärischer Beobachtung gezeigt, wie arbeitswillig Esel sein können, wenn man sie einfühlsam ausbildet (die begleitenden Offiziere haben mir dies auch mehrmals anerkennend bestätigt). Sie hat uns die meiste Zeit frei laufend begleitet. Willig hat sie sich z.B. durch recht ansehnlich schäumende Bergbachquerungen voraus schicken lassen. Es waren sicher auch für sie Tage, an denen sie wieder viel dazu gelernt hat.





    Lange Ohren sind meine Leidenschaft! Deine auch?

    Edited once, last by Albert ().

  • Ich habe mit Ausnahme des Videos keine Links gesetzt sondern Dateianhänge plaziert. Ich kann dir hier nicht helfen - vielleicht der Admin, denn es dürfte an der verwendeten Software und dem Zusammenspiel mit deinem PC liegen. Ich selbst kann alle Bilder sehen.

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  • Bei mir lassen sich die Fotos auch nicht anscheuen (Sie haben einen falschen oder veralteten link ...)


    Aber allein der Bericht klingt schon nach einer tollen Veranstaltung!

  • Das mit den Bildern ist leider kein Einzelfall :( ,
    die hätten den Bericht bestimmt gut ergänzt.
    Die Eseldame finde ich einfach toll.
    Ich hoffe, daß unsere Maultierdame, z.Zt. 3 Jahre alt und seeehr selbstbewußt, in Zukunft auch halbwegs so kooperativ mit mir zusammenarbeitet :whistling:

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Habe den Beitrag editiert und die Bilder nur als Vorschau hoch geladen - hoffe ihr könnt sie jetzt sehen.

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  • Hut ab vor solch einer Tour! Die Bilder sprechen nochmal für sich! Eine Frage hätte ich: wenn die Eseldame voraus läuft, woher weiß sie, wo sie genau lang muss? Hält sie sich automatisch an die Wege? Ich finde das sehr spannend. Mit einem Pony ist das kaum machbar - der stoppt sofort bei Fressbarem in der Nähe, den kann ich nur auf maximal 3-5 m "verlassen".

    Suns always shine :)

  • Hut ab vor solch einer Tour! Die Bilder sprechen nochmal für sich! Eine Frage hätte ich: wenn die Eseldame voraus läuft, woher weiß sie, wo sie genau lang muss? Hält sie sich automatisch an die Wege? Ich finde das sehr spannend. Mit einem Pony ist das kaum machbar - der stoppt sofort bei Fressbarem in der Nähe, den kann ich nur auf maximal 3-5 m "verlassen".

    Weiß ich nicht? Sie bleibt aber auf den Steigspuren und, wie am Beispiel der Bachquerung, auf dem Rückweg auf dem gleichen Weg wie beim Hinweg. Wenn sie unsicher ist, wo es lang geht, zeigt sie mir das, bzw. ich habe gelernt, sie zu verstehen. Dann kommt mir zu Hilfe, dass ich ihr auch eine Holzrücker-Ausbildung zukommen habe lassen. Ein "Vista" oder "Divo" und sie wendet sich nach links oder rechts.


    Fast immer - manchmal aber auch nicht. Dann muss ich auch mal "Halt" sagen, und sie warten, bis ich zum Führstrick greifen kann. Und manchmal muß ich ihr auch nacheilen :D - wie beim Abstiog entlang des Wasserfallweges in Krimml, als ich sie hinter mir nachlaufen lies, und sie bei entgegen kommenden Wanderern mit Kindern stehen blieb. Kinder wirken wie ein Magnet bei ihr. Sie ist ihnen bergwärts gefolgt. Interessant war, dass sie auf meinen Pfiff hin reagierte und mich verzweifelt suchte. In der lauten Geräuschkulisse des Wasserfalls hatte sie aber wohl die Richtung nicht ausmachen können, und ist in ihrer Verzweiflung am Weg weiter bergwärts zurück geeilt. Dann flucht man nach vier Stunden Abstieg und muss seine müden Beine unter die Arme nehmen und ist überglücklich, dass ein nachfolgender Wanderer von vielen dir nicht mit den Worten: "Der geht wohl lieber bergauf!" begenet, sondern mit deinem Esel am Führstrick.

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    Edited once, last by Albert ().

  • Sehr schöne Bilder und im Video habe ich das Gefühl, sie kuckt sich den Weg richtig aus, den sie gehen muss.

  • Hallo Albert,
    schöne Bilder. Seid ihr wieder gut zu Hause angekommen? So wie es aussieht habt ihr schöne und interessante Tage gehabt und das Wetter hat auch mitgemacht.
    Hättest halt doch die Schneeschuhe mitnehmen sollen :-)

  • Hallo Norbert,


    Ja gesund wieder daheim - zwei Tage früher als geplant.
    Schneeschuhe hätten nichts geholfen, besser wären Schwimmflügerl gewesen bei dem weichen Sulzschnee ganz oben. Wir sind bis über die Horizontkante am sechsten Foto hoch gekommen.
    Vor dem Abstieg hatte ich dann ein wenig Bammel, weil ich die oben doch recht steilen Firnfelder nur senkrecht entlang der dunkeln, festen Schneerinnen runter wollte. Ich habe dann eine Passage gefunden, wo Taori einen freien Auslauf gehabt hätte und in keinem Geröllfeld gelandet wäre, falls sie ausgerutscht wäre. Aber die ist mir dann ganz langsam hinterher. Selbst hatte ich Probleme bei dieser Steilheit den Abstig nicht am Hintern zu beenden und sie setze Huf vor Huf und entlastete erst den nächsten, wenn sie den sicheren Halt geprüft hatte. Eine Schlittenfahrt am Bauch blieb ihr erspart - aber vielleicht hätte sie Gefallen daran gefunden und einen Eseljuchzerer ausgestoßen!
    Ich bewundere unsere vierbeinigen Freunde!

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  • Wahnsinnig beeindruckend! Ich bekomme schon wieder Fernweh nach den Alpen (war dort letzte Woche zu Fuß auf dem E5 von Oberstdorf Richtung Meran unterwegs). Respekt vor der Esel-Leistung. Vor allem im Schnee!

    Never be afraid to try something new;
    remember: Amateurs built the Ark
    but Professionals built the Titanic...

  • Unglaublich, was Ihr geleistet habt! Da zeigt sich die jahrelange Erfahrung und das immense Vertrauen Deiner Eseldame zu Dir! Beim Lesen Deiner letzten Wegbeschreibungen wird mir ja schon schwindelig - da bin ich doch wieder froh, ein Flachlandtiroler zu sein ;)


    Kommandos für links und rechts zu etablieren ist eine gute Idee, werde ich mal versuchen. Danke!

    Suns always shine :)

  • ich sehe es jetzt erst- und bin auch schwer beeindruckt. Vor allem auch das sie selbstständig läuft! Toll!!!!

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