Welche Kutsche/Sulky/Gig für Fahranfänger mit einem Shetty (ca. 80 cm)?

  • Warum sollte ich basteln, wenn ich doch nur 1 "großes" Pferd nutz und lediglich "vorwärts" erwarte? Probleme mit Sieltec gibt es dann, wenn ich dauernd das Pferd wechsel und im Berg bremsenlos oder mit hohem Tempo unterwegs bin durch die Leichtigkeit des Materials (und bei Winzpferd wegen nicht ausreichender Einsschublänge zb am Halsriemen). Und ganz zu Beginn beim Ersteinstellen bis sich Material genügend gesetzt hat. mfg Kirsten

  • Sieltec ist leicht und pflegearm. Das wars aber auch schon mit Vorteilen.
    Am meisten nervt, daß man keine schnelle Verstellung machen kann und mal eben ein paar cm hin oder her testen, was besser funktioniert.
    Verstellen kann man nur, wenn man wieder zurück ist, am Besten mit 2 Fläschchen Bier für ruhige Nerven :)


    Und wenn man noch keinen wirklichen Plan bzw. Erfahrungen beim Fahren hat, würde ich erstmal mit Leder und stinknormalen traumhaften Schnallen anfangen :)


    Lieber alt und Leder und irgendwann wegerfen, weil oll, als die Plackerei mit den Seilverschiebungen.


    Für jemand Erfahrenes sicher was ganz anderes. Für "Anfänger" ist Sieltec nicht die erste Wahl.
    (Auch nicht das Plus-Geschirr, denn mit den drei Schnallen gewinnt man auch keinen Blumentopf, rumgeschiebe mit den Seilen dennoch nötig! Das wußte ICH zum Beispiel nicht!)

  • Jede Sieltec-Verstellung sollt ich mind. 4 mal fahren um zu wissen, ob die funzt oder nicht. Etwas einfacher bei einem altem gebrauchtem Geschirr, was sich nicht mehr so setzt. Als Anfänger ohne "Helfer" ein schwereres Brot. Ist es endgültig angepaßt, muss man lediglich alle 3-6 Monaten mal penibel nachmessen, aber das war es dann auch.....bis die nächste Bastelidee im Hirn des Fahrers Gestalt annimmt. mfg Kirsten

  • Kirsten, jetzt mal im Ernst: Will ich alle paar Monate mal penibel nachmessen??? Ganz gewiss nicht.
    Und auch nicht 4x fahren, bis es sich gelängt hat. Ehrlich nicht!


    Dann lieber ein Biothane-Geschirr mit Schnallen oder Leder mit Nylonkern und SCHNALLEN ...


    Aber Gewicht und Pflegeaufwand sind 1a, da gibbet nix!


    Und hübsch aussehen tut es auch!

  • Nun ja, also wenn das mal drinn hat, geht die Messerei in ner halben Stunde für 3 Geschirre, find ich jetzt nicht soo wahnsinnig aufwendig, Leder putzen mußte ich doch bedeutend länger und häufiger. Und gewiß mißt nicht jeder so penibel und regelmäßig nach wie ich unfallgeschädigt....sondern erst wenn es hakt, also zb ewig der Ortscheid schief ist oder so. Ich hab bei dem Unfall psychisch doch nen Macken abbekommen, Leder traue ich mich auf Landstraße nicht mehr ohne Not, ist halt eben jetzt mal paar Jahre so, ist ja auch erst 9 Monate her der Unfall. mfg Kirsten

  • Bei mir hat die "Lederangst" mit dem speziellen Glück diesen Unfall "folgenlos" zu überstehen, dass wär bei dreimal leder nicht so gewesen, normalerweise werden die Pferd zerlegt, wenn jemand mit solchem Tempo unter Kutsch brettert, ich hab immer noch Blitzlicht wie sich das eine Ledergeschirr im weiteren Unfallverlauf Schnalle für Schnalle zerlegte...die beiden Sieltecer wurden bereits im Galopp seiend von ihren Körben angehoben und geschoben, die Eisen waren später verdreht und die Widea-Stifte abrasiert. mfg Kirsten

  • wie sich das eine Ledergeschirr im weiteren Unfallverlauf Schnalle für Schnalle zerlegte

    Das hat nichts mit Leder ansich zu tun, sondern mit ungepflegen und sprödem Leder.

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • Hallo gibt es hier mittlerweile weitere Erfahrungen ?
    Ich versuche mich gerade ins Thema einzuarbeiten. Wir haben ein 80 cm Minishetty 2,5 Jahre, also noch viel Zeit, nicht ganz zierlich, aber eben auch nicht Shettymässig rund. Ich möchte sie gern ganz langsam ausbilden und einfahren. Ich bringe über 35 Jahre Pferdeerfahrung mit, incl. ausbilden von einem Jungpferd, aber null Ahnung zum Fahren. Selber reite ich eine Camarguestute 1,38 der Zwerg ist Gesellschafterin für diese , soll aber eine Aufgabe haben oder eine gute Zukunft wenn mal eine eigene Haltung irgendwann nicht mehr klappt.Können ja alt werden.
    Ich und meine Tochter (18, reit erfahren) möchten nur Freizeitmässig das Pony etwas beschäftigen, wir wohnen am Niederreihn, als eher nur Flachland. Die Überlegung ist ein Gig oder Sulky. Derzeit versuche ich mich in das Thema Geschirre einzuarbeiten, scheint nicht ganz einfach. Erstmal brauche ich nur eines zum üben, da wir uns viel Zeit lassen, sollte es fürs erste ein günstiges sein, mit denen man die ersten Erfahrungen machen kann. Wichtig wäre mir ein Quick out System, weil mir das sicherer erscheint. Kopfstück ist erstmal uninteressant da fürs erste Gebisslos gearbeitet wird.
    Gern würde ich Kontakt knüpfen zu Minishettyfreunden um etwas mit den Augen zu klauen oder aus Erfahrungen zu profitieren. Komme aus dem Kreis Viersen. Ich würde auch gern Zubehör mal anfassen daher bin ich auch Dankbar für Adressen um Umkreis von 100 km, auch in NL, von Minifahrsportzubehör.
    Einen lieben Kontakt werde ich demnächst schon mal besuchen., die Gig und Minipony fährt.
    Zwar habe ich gute Fahrprofis in der Nähe , aber eben eher keine Miniexperten.
    Danke schon mal im vorraus.
    Simone mit Knöpfchen

  • Hallo Carmarguepony,


    dein Knöpfchen ist einfach zu knuffig :love:


    Ich fahre mein inzwischen 14-jähriges 90 cm Shetty im Distanzsport, gelaufen bis 90 km an einem Tag, also ein kleiner Sportler. Wir beide haben unheimlichen Spaß. Aus einem "Zufalls-Beistellpony" wurde so mein Nachwuchspferd :)


    Meine Erfahrungen:


    Geschirr: Für kleine Shettys so eine Sache. Viele "normale" Ledergeschirre sind nicht so sonderlich durchdacht, z.B. sind die Schnallen oft fast genauso groß wie an Großpferdegeschirren (Scheuergefahr), das Selett extrem schmal oder die Passform seltsam. Ganz abgesehen von einer riesigen Menge minderwertiger Qualität auf dem Markt. Alternativen: Entweder Sieltec, super anpassbar, pflegeleicht, aber keine klassische Optik oder viel Mühe geben und ein gutes Leder/Biothanegeschirr bei einem wirklich kundigen Fachmann besorgen. Achtung: Nicht überall ist die Beratung wirklich gut...
    Übrigens: Mit Trabergeschirr würde ich mein Shetty nicht im Gelände fahren, das ist nicht ponyschonend.
    Fahrzäume sind oft viel zu dick und massiv auf dem Shettykopf und werden dann leicht über die kleinen Ohren abgestreift. Oft ist ein gut sitzendes Halfter mit eingehängtem Gebiss die bessere Wahl. Übrigens: Vielen Minis passen aufgrund der Maulanatomie keine Kandaren.



    Wägelchen:
    Willst du einspännig mit einem kleinen Shetty viel fahren, kommt m.E. nur ein leichter Sulky für eine Person in Frage. Damit kann man richtig flitzen, hat ein Feeling als wäre man das Shetty reiten, sehr hoher Spaßfaktor für Fahrer und Pony! Man kommt quasi überall durch, wo man reiten kann. So ein Teil wiegt ca. 23 kg.
    Wenn es wirklich topfeben bei euch ist, ginge auch eine leichte Gig, die meines Wissens besten auf dem Markt sind von Schlemmer. Hier würde dein Pony mit ca. 60kg Wagen + 60-120 kg Passagieren aber vermutlich schon deutlich mehr als sein Eigengewicht ziehen. Kommen Berge und/oder unbefestigter Boden, fährt man nur noch sehr langsam und manierlich und/oder der Beifahrer muss laufen. Sowas eignet sich, wenn ihr überwiegend auf gut befestigten, ebenen Böden gemütlich unterwegs sein wollt.
    4-rädige Kutschen kann man mit Minis einspännig vergessen. Das wird definitiv zu schwer.
    Thema zu Sulkys, wo ich auch unser Wägelchen vorstelle


    Zum Einarbeiten ins Thema würde ich dir empfehlen, einfach erstmal einen ganz normalen Fahrkurs bzw. Fahrunterricht zu machen, um die Grundlagen zu kennen. Da ist vieles anders als später beim Shettysulky, aber das macht erstmal nichts. Dann besuche so viele Ponyfahrer wie möglich, um die Details zum Thema Einachser zu erfahren. Falls du mal in die Region Schwarzwald kommst, wärst du bei mir jederzeit willkommen. Und du hast echt noch Zeit, denn Shettys sind ziemliche Spätentwickler.


    Gruß Tina

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  • Hallo,


    QuickOut: Naja, je nach Leder und Verarbeitung kann man da mächtig fummeln, bis man die Dinger auf und zu hat...
    Wenn es mal schnell gehen muss, ist es sowieso besser,. die Leinen hinten auseinander zu schnallen, die Zugstränge zu lösen und dann den Bauchgurt zu öffnen, schon ist das Pony frei. Ich brauche so ca. 20 Sekunden zum Ausspannen :)
    Gruß Tina