Wanderfahrt Mai 2016

  • So, wir waren dieses Jahr ein erstes Mal los, 3 Tage in der Pfalz.
    Quasi als Testlauf für den Sommer, wo wir mit dem Zweispänner und kompletter Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder) vom Harz an die Ostsee fahren wollen.
    Ausrüstung: Jagdwagen, Sieltec-Geschirre, geklebte Duplos, Navi Garmin Montana 680 t.


    1. Tag:


    2.Tag


    3.Tag

  • Danke für den schönen Bericht. Die Erfahrung, dass gerittene Pferde ein Gespann etwas argwöhnisch beäugen, hab ich auch schon gemacht.

  • Ein interessanter Bericht: Am meisten freut mich, dass jemand überhaupt mit einem akzeptablen, leichten Wagen eine solche Reise plant und dann auch macht.


    Das Links-Kehrt-Manöver war gut !


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Illefons : Das stimmt. In letzter Zeit begegnen wir unglaublicherweise öfter mal Gespannen, da geht es deutlich relaxter zu und wir halten oft nebeneinander an und quatschen.


    @Nemitz: Schwereren Wagen mag ich auch nicht hinter meine Pferde hängen, die rechte Stute ist schon 22 und beide sind ja vorwiegend Reitpferde. Zudem haben wir hier anstrengendes Gelände (seltenst eben...eigentlich nur Steigung und Gefälle).
    Die Sommertour wird eine Herausforderung, wir werden wieder autark unterwegs sein, also Stromzaun für die Pferde und Campingausrüstung für uns dabei haben (Zelt, Matten etc.), da müssen wir die Kutsche noch ein wenig ummodeln (die hinteren Kotflügel und der Korb am Heck werden durch Boxen ersetzt, um Stauraum zu gewinnen). Das wäre mit einem Planwagen sicher einfacher (aber den habe ich nicht und wäre in unserem Gelände auch wenig praktisch).
    Vielen Dank für die Bewertung der Kehrtwende, das ist auch mal schön zu hören von einem "Fachmann", in meinem Bekanntenkreis gibt es ja keine Fahrer. Ein bisschen besser könnte die Wendung noch sein, die Stute (rechts) hängt gerne etwas nach.

  • Bei uns sind die Pferde zwischen 6 und 22 Jahren "im Dienst". Viele 22-Jährige machen noch 5 - 6.000 Km im Jahr bevor sie in Privathände gehen. Arbeit und Training haben sie fitgehalten.


    Fürs Gepäck am Jagdwagen empfehle ich, eine sog. "Bähre", die deutschen Wagner nennen's auch "Schiff", also einen Gepäckträger, auch mit Plane, mit seiner Vorderseite an die Hinterachse und mit seiner Rückseite mit
    lacheisen an die Bolzen der Federpakete oder auch mit Lederriemen an die Rücklehne zu hängen. So gewinnt man zusätzlichen Gepäckraum. Nur beim Durchfahren tieferer Furten siollte man vielleicht das Gepäck vorher wasserdicht einpacken.




    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Danke fürs Teilnehmen lassen :thumbsup:

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Hallo Coeslin,
    schöner Bericht von Eurer Wanderfahrt. Mich würden noch Deine Erfahrungen mit den geklebten Duplos interessieren. Ich fahre normalerweise ganz ohne Beschlag aber bei einer längeren Tour wäre das eine Alternative zu Hufschuhen. Die Kutsche war ein Jagdwagen von Glinkowski? Die Pferde rel. leichte Warmblüter?
    Gruß
    FRITZ

  • Hallo Coeslin und Team,
    danke für den tollen und sooo ausführlichen Bericht, der sicher auch sehr Zeit,- und Arbeitsintensiv war.
    Ich freu mich schon auf den nächsten Urlaubsbericht. 8o ( Es wäre toll, wenn es wieder einen gäbe.)
    Macht weiter so. :thumbsup:
    LG :-]

  • @Nemitz: Vielen Dank für den Tipp, aber wo finde ich so einen Gepäckträger??? Wir haben jetzt schon mal eine Alukiste mit 90 l Volumen bestellt, die anstelle des Korbes kommt. Und die hinteren Kotflügel werden unseren Kunststoffkoffern vom Wanderritt weichen. Aber so ein Gepäckträger wäre natürlich noch ein immenser Stauraumgewinn....


    CharlyBonifaz : Sehr gerne!


    FritzS : Ich habe ja auch Barhufgänger und mangels Hufschmiededichte in unserer Gegend habe ich irgendwann in den sauren Apfel gebissen und mich in der Hufbearbeitung fortgebildet. Ich bearbeite also meine Pferde seit nunmehr 7 Jahren selber. Hufschuhe habe ich auch rumliegen, aber mehr als ein gemäßigtes Tempo im Trab geht damit nicht bzw. beim Wallach scheuern die Dinger spätestens ab +30 km.
    So bin ich über eine Messe auf "Beklebe" (sonderbares Wort) und letztendlich auf die geklebtenn Duplos gestoßen. Klar haben die Dinger auch ihre Schwächen bzw. muss man gerade zu Anfang Lehrgeld bezahlen, aber ich habe die für uns beste selberzumachende Alternative eines temporären Hufschutzes gefunden. Für den Sommer werde ich mir je Pferd 3 Sätze vorbereiten, so dass ich unterwegs unabhängig bin. Ein Satz kostet mich pro Pferd ca. 60 €, damit liege ich deutlich günstiger als mit allen anderen Möglichkeiten und es funktioniert. Es gibt kritische Stimmen, die behaupten, bei Großpferden könnten die Beklebe drehen, aber selbst beim recht kraftvoll arbeitenden Wallach hat sich da nix bewegt. Wenn das Zeug sitzt, dann hält es auch!
    Der Jagdwagen ist von Kutschen Kibele, ob das produktionsmäßig eine Glinkowski ist, kann ich dir nicht sagen. Ich habe sie gebraucht in super Zustand für wenig Geld gekauft und bin sehr glücklich damit. Vom Fahren und von der Optik absolut "mein" Wagen.
    Bei den Pferden hast du nur bedingt recht, das auf den Videos rechte Pferd ist eine Bayrische Warmblutstute aus einer Halbblutmutter, da liegst du also mit dem leichten Warmblüter ganz gut, der linke Wallach ist ein Sächs.-Thür. Schwerer Warmblüter von Lexter (Lord-Linie) aus einer Eichbaum-Mutter, also definitiv kein leichter Typ, allerdings dank strenger Diät und ordentlichem Arbeitspensums ganz gut in Form.
    Wenn du noch mehr Infos zu den Duplos möchtest, geb da gerne Auskunft, soweit meine bisherigen Erfahrungen das schon hergeben.


    Kutscherkurt : Klar wird es vom Sommer einen Bericht geben, so alltäglich ist das für uns ja auch nicht und für später so ein Filmchen als Erinnerung.....

  • Ich habe alle meine "Bähren" bzw. "Schiffe" von meinem hiesigen Wagnermeister Wolfgang Linke. 08807-2143498, machen lassen, bitte Direktkontakt und gewünschte Maße angeben.
    Die Plane/Abdeckung darüber macht entweder man selbst oder ein Planenmachen.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Coeslin : Die Linkskehrt fand ich auch beeindruckend -besonders auf dem schmalen Weg. Musste ich beim Fahrlehrgang bei der Prüfung in einem Hof machen...der Fahrlehrer musste mir helfen:-(

  • @Nemitz: Hmm, hast du noch genauere Bilder von der Befestigung bzw. welche Maße da wichtig wären? So ganz kann ich mir das noch nicht vorstellen. Danke schon mal für den Kontakt, er kann mir ggf. auch weiter helfen.


    Illefons : Jaaaa, die Linkskehrt bei meinem Fahrabzeichen vor 20 Jahren ist mir auch noch in bleibender Erinnerung: der Prüfer meinte, nächstmögliche Straße rechts hinein. Normalerweise wäre das ja an einer Kreuzung gewesen, da die Feldwege offiziell nicht zu befahren sind. ABER: der Besitzer des nächsten Feldweges saß als Mitprüfling auf dem Wagen, ich fragte ihn kurzerhand um Erlaubnis und durfte dann in den Feldweg einbiegen. Ich war ganz stolz auf mich, dass ich das so raffiniert gelöst hatte, der Prüfer war ein wenig angezopft, weil ich seinen ursprünglichen Weg so ausgelegt hatte. Die Rache folgte auf dem Fuße: Kehrtwendung auf dem rechterhand nicht befahrbaren und links durch einen Graben begrenzten Feldweg....DAS war eng!!! Aber mein Stolz hat mir dabei geholfen, das Ding zu wuppen.
    Seitdem gehört die Linkskehrt zu meinen absoluten Lieblingsmanövern (wie auch allerlei knifflige Situationen insgesamt).

  • Ich habe mal von einem erfahrenen Kutscherkollegen gelernt, daß man bei engen Kehrtwendungen auf Wegen im Hang immer gegen den Hang wenden soll, also von der talseitigen Seite anfangen. Wenn es dann doch nicht reichen sollte, steht man immer noch auf der sicheren Seite. Wenn man es andersrum macht, könnte die Kutsche über die Hangkante rutschen.
    Gruß
    FRITZ

  • @Nemitz: Hmm, hast du noch genauere Bilder von der Befestigung bzw. welche Maße da wichtig wären?

    1. Genauere Bilder : Nein, ich bin ja schon stolz, dieses Bild überhaupt hierherein bekommen zu haben.


    2. Breite: so dass es gut zwischen die Federn passt, Länge: von der Hinterachse bis etwas über das hintere Ende der Federn, Höhe: nach Geschmack, vielleicht 20 cm, sehr viel mehr würde den Kasten vielleicht zu klobig machen.


    3. Befestigung:
    Vorne an der Hinterachse entweder mit Schäkeln, die natürlich so weit sein müssen, dass sie um die Achse passen oder einfach mit zwei Lederriemen, die von Ösen an der Bähre fest an die Achse geschanallt werden. Hat aber natürlich beschränkte Dauer, da das Leder irgendwann durch gescheuert ist.


    Hinten von den Ösen mit zwei Lederriemen hochgeschnallt bis zur Rückenlehne des hinteren Sitzes ODER: mit je einem leichten Flacheisen von der Bähre an die hinteren Federbolzen (die man eventuell etwas verlängern muss)


    A. Nemitz

    A. Nemitz

    Edited once, last by A. Nemitz ().

  • FritzS : Interessanter Aspekt. Mir ist es so rum trotzdem lieber, auch von der Vorstellung. Weil so fahre ich die Kutsche so nah es geht an den Hang (Bergseite) und kann da ja sehen, wie die Pferde rumkommen. Wenn es denen schon nicht reicht, kann ich ja abbrechen. Bisher habe ich das aber ganz gut einschätzen können und wenn es mir zu eng wird, spann ich ab und wir drehen die Kutsche von Hand (bisher 2 mal, aber vor allem auch deshalb, weil der Rand zu nachgiebig war und ich Sorge hatte, dass der Boden unter den Pferden nachgibt...).
    Aber ich werde das Wenden andersherum mal probieren, vielleicht gefällt mir das doch besser und fühlt sich sicherer an...man lernt ja nie aus.


    @Nemitz: Die Beschreibung ist mindestens genauso hilfreich wie ein detailliertes Bild. Danke schön!

  • Tolle Tour, die ihr gemacht habt!!!
    Ich finde es sehr mutig, in zugewachsene Wege zu fahren, bin da mit Kutschi etwas vorsichtiger. Ihr habt es ja immer prima gelöst! Sehr schön!

  • Nicht nur ein toller Bericht, sondern auch eine wunderbare Strecke. Gratuliere.


    Wir waren Ende Mai 3 Tage von Seligenporten(Opf) nach Schopfloch(Mittelfr) mit 7 Gespannen unterwegs.
    1. Tag Seligenporten- Schloß Heideck traumhafte Strecke, hauptsächlich Waldwege. gut 40 km
    2 Tag nach Gunzenhausen/Wald - mehr offenes Gelände gut 50km
    3. Tag in die Nähe von Schopfloch hügelig, anspruchsvolles Gelände ca 40km
    Eine ,von 3 Mitfahrern, gut organisierte Tour - jeder hat für einen Tag die Strecke erkundet- die von den 6 Zweispännern und dem Einspänner problemlos bewältigt wurden.
    Gerlinde