Eine Maschine mit Hilfsmotor (Mähbalken).

  • Hallo, Jakob,


    grundsätzlich gefällt mir ein Mähbalken für Pferdeantrieb gut.
    Auch dieser würde mir gefallen - wenn es denn das einzige Gerät wäre, das ich durch Motorkraft unterstützen wollte.


    Praktischer, wenn es denn ein externes (Motor-)Aggregat sein soll, fände ich, wenn es auf dem Vorderwagen montiert wäre.
    Dann bräuchte man nur einen Motor. Das Allerbeste wäre: der Motor wäre dort nicht ständig, sondern nur, wenn er wirklich gebraucht würde. Aber das ist
    reine Theorie und Wunschdenken.


    Es grüßt mit Hü und Hott
    Die Ardennerin

    Einmal editiert, zuletzt von Ardennerin ()

  • Diese Maschine gefällt mir nicht , Warum ?
    Ich stelle mir ein Mähwerk vor wie zB eine Fahr -Mähmaschine mit Bodenantrieb und nachgrüsteten Doppelmesserbalken .
    bei all den Geräten mit so aufwändiger Technik mit VW.und Motor haben die Pferde mehr zu schleppen als mit einer ganz normalen Mähmaschine.
    Das gleiche gilt fürs schwaden , VW Kreiselschwader und Motor .dagegen ist ein bodengtriebener Sternradrechwender einfach und relativ leicht .
    unsere Pferde sind nun mal keine Traktoren an die man beliebig viel Eisen hängen kann .


    Gruß Hans-Georg

  • Ich kann mich "lohmüller's" Ausführungen nur anschließen.


    Hier - soll doch das Arbeiten mit Zugtieren propagiert und diskutiert werden !


    Und dabei wird dann oft eine Richtung eingeschlagen, wo Maschinen mit Leistungen und Arbeitsbreiten etc. verwendet werden (können oder sollen), die über die meisten - hier in -D-und -EUR - realistischen und zur Verfügung stehenden Bedingungen weit hinaus gehen.


    Zum einen hat es, gerade bei Mähmaschinen - die Verwendung mit aufgebauten Hilfsmotoren schon vor vielen Jahrzehnten gegeben, also nix wirklich neues.



    Daß Doppelmesserbalken mit Schnittbreiten um- und sogar über 2m Schnittbreite auch mit "nur" Bodenantrieb ganz gut funktionieren ist inzwischen auch bekannt.


    Wer dennoch mehr will, sollte vielleicht weiter beim Traktor bleiben. Das geknatter vom Motor ist dann zwar permanent vorhanden, dafür ist man meist schneller, flexibler, unabhängiger, ..... und das alles "relativ".

     Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen
     :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • ...


    Praktischer, wenn es denn ein externes (Motor-)Aggregat sein soll, fände ich, wenn es auf dem Vorderwagen montiert wäre.
    Dann bräuchte man nur einen Motor. Das Allerbeste wäre: der Motor wäre dort nicht ständig, sondern nur, wenn er wirklich gebraucht würde. Aber das ist
    reine Theorie und Wunschdenken.


    ...

    Das ist nicht nur Wunschdenken. Kurt Ohrndorf hat mit seinem HISKO diese Strategie verfolgt, modulartiger Aufbau, was gerade nötig ist, wird dazugenommen der Rest zuhause gelassen.


    http://www.hof-heckseifen.de/8Pferdegeraete.html


    Ich würde den VW mit Motor nicht pauschal verteufeln. Bei uns ist es Tatsache, dass wir gewisse Arbeiten nicht mit den Pferden machen könnten, wenn wir nicht den VW mit Aufbaumotor einsetzen könnten. Wir leben von der Landwirtschaft, bewirtschaften 45 Hektaren Landwirtschaftsland und sind auf eine gewissen Schlagkraft angewiesen.
    Spannende Diskussionen, die immer wieder kommen, bin gerne bereit, weiter darüber zu diskutieren.


    Gruss E. Schmid

  • Ich denke zwar ähnlich wie lohmüller und hippo aber pauschal kann man das so nicht sehen. Im Ebenen und auf großen Flächen, sowie in Stosszeiten oder eben, wie Emanuel schreibt, sehe ich eine unterstütztende Motorisierung sinnvoll. Bei Wirtschaftsflächen über 45ha ist die Scheidegrenze der Wirtschaftlichkeit von Pferdekraft. So zeigen die Berechnungen von Wendell Berry und Anderen, sodass eine sinnvolle Kombination von Pferde-/Motorkraft im Bereich dieser Betriebsgrößen um die 40 bis 50ha erwogen werden sollte.


    Hat man jedoch kleine Flächen die auch noch Terrassen haben, oder Streuobstwiesen, verwinkelte Stücke, arbeitet die bodengetriebene Technik ohne Vorderwagen besser und ist wendiger.
    Ich bin auch der Meinung, dass man trotzdem immer versuchen sollte so viel wie möglich ohne Motorkraft zu tun. Aber oftmals bei oben beschriebenen kann ein Auf-/Anbaumotor trotz Zusatzgewicht eine Entlastung für die Pferde bedeuten.

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!:

  • Schön währe wenn alle ihre Erfahrungen mit Flächenleistung und Zeitaufwand mit bodenbetrieben Geräten zu einer Tabelle erfassen könnten .Das gleiche mit Motorunterstützung und effektiven Geräten.Beim arbeiten sollte an das Gerät ein Zugwiederstandsmessgerät zur Zugkrafterforschung anbringen, währe auch eine interessante Erfahrung .Der Einsatz eines sehr leichten VW zum ziehen einer Heuma oder anderer bodenbetriebener Geräte ist sicher Sinnvoller als ein schwerer bodenbetriebener VW um ein bodenbetriebenes Gerät zu ziehen.Um von den Pferden diese Leistungsanforderung zu verlangen ist ein regelmässiges Training oder ähnliche Arbeiten erforderlich.Ein Einsatz untrainierter Pferde ist Gesundheitsschädlich.
    Die nächste Heuernte ist nicht mehr weit ,lasst uns ein neues Thema-Thread beginnen :Mähen -jeder gibt hier seine Erfahrungswerte bekannt .Pferde-Mähgerät -Fläche -Zeitaufwand .
    Grüsse von Spyder.

  • Ich unterstütze Spyders Vorschlag.
    In den einzelnen Threads steckt soviel Erfahrung und Wissen, das es verdient hat, besser zugänglich gemacht zu werden.


    Vielleicht kann man überlegen, eine Art Wissensdatenbank/FAQ o. ä. hier aufzubauen, die interessante Fakten ohne schmückendes Diskussionsbeiwerk zur Verfügung stellt. Wenn Kutscher vielleicht sogar ein spezielles Modul dafür hätte und auch der Meinung wäre...


    Was meint ihr dazu?


    Es grüßt mit Hü und Hott
    Die Ardennerin

  • Ja, hervorragende Idee!


    Ich könnte mir vorstellen dass man die Tabelle in drei Listen einteilt um sich einzutragen. Grünland, Ackerland und Wald. Dann kann man die Listen auswerten und sehen wer wieviel mit oder ohne Motor macht.

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!:

  • Eigentlich sollte man wissen, dass derartige Motoren ohne jede Abgasreinigung bei Verwendung von normalem Benzin einen ca. 25-fachen Schadstoffausstoß im Vergleich zu einem modernen Motor mit Abgasregelung und Katalysator haben. Davon mal abgesehen sitzt der "Anwender" in einer Wolke krebserregender polyzyklisch aromatischer Kohlenwasserstoffe ( s.g. PAK ). Der Lungenkrebs lässt grüßen.... Zwar lässt sich der Schadstoffausstoß durch die Verwendung von Alkylatbenzin deutlich reduzieren, aber wer gibt am Ende denn 4,-- € / ltr. für umweltfreundliches Gerätebenzin aus, wenn der Liter Super an der Tanke gerade mal ein Drittel kostet? Spätestens wenn man den Treibstoffverbrauch ins Verhältniss zur Flächenleistung stellt, dann erweisen sich solche Geräte als ökologische Mogelpackung und es bleibt einzig der angeblich verminderte Bodendruck als Argument für den Einsatz. Davon mal abgesehen halte ich es für unverantwortlich ein Pferd, dass von Natur aus über ein hochempfindliches Gehör verfügt, über Stunden vor einer derart lauten Maschine laufen zu lassen. Der Anwender kann sich ja mit einem Gehörschutz vor dem unerträglichen Lärm schützen, aber was ist mit den Pferden? Mit Grauen denke ich an die Videos hier im Forum, in denen Pferde vor einem, mit einem solchen Kleinmotor angetriebenen Holzspalter stehen müssen, wobei jeder bessere Waldarbeiter die gleichen Meterscheite mit einem Spalthammer in Sekunden gespalten hätte, ohne den Scheit überhaupt in die Hand genommen zu haben.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gardist ()

  • Hallo, @ll,


    ich kann mich Gardists Argumenten nicht verschließen.


    Für mich käme die Arbeit mit Hilfsmotoren wohl nie infrage, da ich persönlich lieber mit der Sense als dem Stihl mähe - des Lärmes, der Umwelt und meiner Gesundheit zuliebe. Aber bei mir sind ökonomische Fragen nachrangig und die Flächen sehr klein.


    Wenn ich versuche, weiter zu denken -
    dann müßte ich fordern, daß die Hilfsmotoren pferde- und umweltverträglich werden müssen. Den Einsatz von Hilfsmotoren grundsätzlich zu verdammen halte ich für falsch - damit versperrt man weiteren Entwicklungen ökonomisch sinnvollen Pferdeeinsatzes den Weg. Emanuel und Kollegen haben dargelegt, warum sie auf Motoren angewiesen sind.


    Welche Alternativen zu "derartigen Motoren" wären denkbar?
    Elektromotoren - haben derzeit eine sehr schwere und teure Batterie.
    Gas - hm. Der Lärm ist nicht anders. Die Betankung umständlich, die Wartung extrem teuer (ich fahre ein CNG-Auto).


    Was fällt euch ein, wenn menschliche Arbeitskraft ein knappes Gut ist?


    Es grüßt mit Hü und Hott
    Die Ardennerin

  • "Was fällt euch ein wenn menschliche Arbeitskraft ein knappes Gut ist?"


    Dann haben wir ja genug Arbeitslose und Flüchtlinge die für Qualitätsvolle Argrarprodukte in Handarbeit einsatzbereit sind .an die Sensen ,Rechen ,Gabeln.
    Oder es sind die meisten im Kriegseinsatz mit Zerstörung von Lebensgrundlagen.


    Der Vergleich den ich bisher anstellen konnte war pro Ernte:
    vorher :Heuernte mit 15 ps kleintraktor ,pro HA 15 liter Diesel
    nachher:Heuernte mit bodenbetriebenen mähwerk und VW mit Hilfsmotor für wenden ,schwaden ,3 Liter super 95.
    Den Rat von Gardist auf Aspen4 umzustellen wird ab dieses Jahr geschehen.
    Es würde sicher ein interessantes Thema für die kleinen und grossen.


    Gruss von Spyder.

  • Hallo Emanuel.
    Es ist schon richtig sich nicht moderner Hilfsmittel zu verschließen .
    Aber soviel als nötig und so wenig als möglich , vor allen am mitgeschleppten Ballast .
    wie viel weniger haben wir ,und das zeigen auch deine Bilder ,von dem Hiskogepann und einer Mähmaschine mit Doppelmesser und selbst auch mit Hilfsmotor .
    Oder das Bild mit der Sähmaschine,wenn man schon keine alte mehr hat ,dann muß man doch nicht die ganze Maschine aufheben es reicht doch die Schare auszuheben so das das Gerät auf seinen eigenen Rädern direkt angehängt werden kann .
    Der moderne sich als Biobauer zu verschließen wäre auf jeden Fall grundverkert .
    Ich hab schon als wir noch nur mit Pferden gearbeitet haben auf unsrem Demeterhof das Vielfachgerät mit Igel zum Hacken ausgerüstet und den Orion , mit Sitz und Deichsel ausgerüstet , vor die Rösser gespannt oder den alten ,wer ihn noch kennt KH4 und mit einem umgebauten Kartoffelroder gefahren .
    Damals waren wir Biobauern die ebig gestrigen , aber im denken und Handeln der Zeit weit voraus .
    Hans-Georg

  • Ob die VW Abgasmogelpackung auch für Pferdegezogenen VW gilt ?Was ist schädlicher ?Der 60jährige 15PS Oldtimer mit 15 liter Dieselverbrauch oder der 13Ps Hilfsmotor mit 3 liter Benzinverbrauch.Zum Lärmunterschied ,das Olditraktor getaker hab ich noch bis nach Mitternacht in den Ohren,den Hilfsmotor nach dem Stop kein bisschen.
    Wer genug Pferde für seine bodenbetriebenen Geräte hat, bekommt sicher eine Umweltschutzprämie.


    Spyder.

  • Leute, vorsicht, dass die Diskussion nicht in die falsche Richtung gerät. Auch wenn beiderseits Argumente da sind, finde ich eine Pro/Kontra Diskussion doch produktiver als eine die nur darauf zielt, diejenigen die mit Motor arbeiten bekehren bzw runter machen zu wollen. Deshalb greife ich den Vorschlag mit der Tabelle noch einmal auf. Man könnte daraus auch eine Art Ökobilanz für Hilfsmotoren im Pferdezug auswerten. Sicherlich sehr umfangreich aber möglich.
    Trotzdem ist die Argumentation von Gardist nicht von der Hand zu weisen.

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!:

  • Hallo zusammen,
    die Diskussion für und wieder eines Aufbaumotors hatte ich die letzten Jahre öfters.
    Es scheint, als wenn die Fuhrleute im deutschsprachige Europa unbedingt alles mit Bodenantrieb machen wollten.
    Tatsache ist, beides hat seine Berechtigung. Hier muss man einfach den jeweiligen Anwendungsfall betrachten.
    Wenn jemand ein altes mechanisches Mähwerk hat, das für seine Zwecke ausreicht soll er es in Ehren halten und gut Pflegen.
    Tatsache ist, dass die tierische Antriebskraft einfach begrenzt ist.
    Früher wurde auch nur stundenweise und nicht den ganzen Tag gemäht. Bei Mähbreiten von 1,2-1,5m. Und das mit am Schluss (bis auf Doppelmesser) ausgereifter mechanischer Technik. Da lässt sich auch heute mechanisch nicht mehr viel verbessern. Der Beweis, dass bei europäischen Verhältnissen mit zwei Pferden über 2m dauerhaft gearbeitet werden kann, muss noch erbracht werden, erst recht, wenn das Gelände bergiger wird.
    Gerade beim Mähen kommt es auf eine gleichmäßig hohe Drehzahl an, und die ist bodenmechanisch eben schwer zu realisieren.
    Die Lautstärke und das Gewicht ist eine Auslegungssache ich habe schon ein Mähwerk mit Aufbaumoto (gedrossel) gebaut, und das Geräusch des Mähbakens war im Betrieb lauter wie der eigentliche Motor. So ein Mähwerk ist nicht schwerer als mechanisch angetrieben, selbst ein 13 PS Benzinmotor wiegt nur ca. 40kg.
    Aber Fuhrmann und Pferde konnten sich aufs Fahren konzentrieren und mussten sich nicht abmühen das Mähwerk auf Drehzahl zu halten. In jedem Gelände!
    Wenden und Schwaden sieht anders aus. Diese Geräte bis ca. 3m Arbeitsbreite brauchen weniger Leistung. Hier ist ein Bodenantrieb gut möglich. Auch hier gilt, wohl dem der noch gute alte Geräte hat.
    Kreiselwenden braucht einiges mehr an Kraft. 4-fach Kreisel sind realistischer Weise nur mit Motorkraft, erst recht bei hohem, grünen Gras, zu betreiben.
    Grüße
    Teamster

  • Nach dem Mähe kommt das Kreiseln, möglichst 2x am selben Tag.
    Wer hat den zwei gespanne um das Heu für nicht nur die Pferde sondern auch Kühe zu machen?


    Motoren Kraft kann auch ein Beitrag zur Umwelschutz werden:


    Als Beispiel sei hier ein 400ha Betrieb in Ostdeutschland erwähnt. Die Betriebsleiter, zwei Brüder sind Pferde begeistert und setzen konsequent die Pferde für die Arbeiten ein wo sie sinnvoll sind. Beispielsweise mit zwei Gespannen ziehen sie jeweils einen Vorderwagen mit 6er Kreiselheuer, welches mit ein Motor angetrieben wird. Die Gesamte Arbeitsbreite beträgt ca. 12 Meter und die zwei Motoren benötigen zusammen nur 1,5 Liter in der Stunde. Von Ihr 32.000 € ltr. Sprit im Jahr sparen sie 11.000 - 15.000 ltr.(Im vergleich zur Schweiz, wo es eine Diesel Prämie bezogen auf das ha gibt, werden sie „bestraft“, weil sie weniger Zuschuss beantragen können) (Starke Pferde Nr. 68, 4/13 sS. 15 )


    Mit kleine Schritte kommen wir nur vorwärts.

  • Die Gesamte Arbeitsbreite beträgt ca. 12 Meter und die zwei Motoren benötigen zusammen nur 1,5 Liter in der Stunde.


    Und das glaubt ihr wirklich?
    Ein Kreiselheuer mit 6 Kreiseln benötigt, je nach Hersteller, ca. 20 - 35 PS an der Zapfwelle. Selbst wenn ihr den dann mit einem eigentlich zu schwachen Motor von z.B. 4 KW betreiben würdet, dann würde der Treibstoffverbrauch pro Motor immer noch bei über 3 ltr. / Stunde liegen. Allerdings dürft ihr dann nur wenig Gras zu wenden haben, denn sonst wird das nichts mehr.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gardist ()