Warum macht sie das?

  • Hallo,


    ich war gestern wieder mit meiner Fanny im Holz und hab Schwachholz, also sehr leichte Stämme, an die Waldgasse gerückt. Fanny hat da immer wieder die Untugend schon während dem Anhängen des Baumes nicht stehen bleiben zu wollen. Sie trippelt, geht vorwärts oder seitwärts, zieht einfach an. Ist der Baum angehängt kann sie immer noch nicht warten und steigt manchmal, dann beim losziehen geht sie sofort über in den Trap und lässt sich nur sehr schwer bändigen. Auch bei der Richtungsangabe geht sie immer am Ziel vorbei und wird beim korrigieren eher panisch.


    Ich hab sie seit 2009 und sie zeigt seither das Verhalten immer nur im Wald. Wenn ich einen Stamm auf der Rückegasse anhänge und mit ihr geh, es es für sie kein Problem und sie macht es wie im Bilderbuch.
    Sie tut mir Leid und ich möchte es ihr abgewöhnen, in dem ich sie vorher immer beruhige, aber es klappt nicht.



    Gruß
    Tim

  • hallo tim,


    danke fürs einstellen des video. :)
    war bei unserer stute auch auf einmal so,weiß bis heute nicht warum ?
    junior ist dann eine zeitlang neben ihr hergelaufen und hatte sie berugt, seit 2 jahren keine probleme mehr.


    gruss

    :] " Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten." :]

  • Guten Tag,
    ein sehr eifriges Pferd. Ich würde eine Zeit lang mit einem Helfer am Kopf des Tieres üben. Oder falls Du hast eine Zeit lang zweispännig mit einem ruhigen und coolen "Onkelgaul" rücken kannst, könnte das was bringen.
    Hast Du das Kumt auf gute Passform überprüft? Vielleicht drückt da ja was, so dass Fanny die Arbeit schnell erledigen will?
    Grüße
    Florian

  • Hallo Tim,


    mein Wallach hat sich im letzten Frühjahr genauso verhalten .
    Er hatte etwas Winterspeck angesetzt, doch mit einem etwas größerem Kummt ging es dann sofort wieder.

    Grüße aus dem Osten,
    Martin

  • Danke fürs Einstellen Video!! Also ich kenne dieses Verhalten von Husch vor Kutsch noch bißle extremer.....seit 6 Jahren intensiv dran am Problem mittlerweile zu 80% behoben, aber ist kein Verlaß drauf, kann immer wieder mal auftreten, komischerweise hat die das nur an der Kutsch, beim Arbeiten ist sie völlig entspannt? Beipferde helfen, sind aber keine Allheilmittel. Das einzige was hier hilft, wenn die echt abdreht ist Hechtsprung an Kopf, umarmen und ins Ohr flüstern, manchmal erfolgt dann sofortiger Übergang ins dreibeinpennstadium, sehr selten klappt es nicht, dann muß dem Kutscher aber sehr schnell ne Alternativlösung einfallen. ich vermute, dass das irgendwann mal überlastet war..., weil komisch ist dieses Steigen völlig ohne Raumgriff. Bei uns hat, so verrückt das sein mag: Leinen wegschmeissen und reine Stimme häufig Erfolg gebracht. Husch zeigt dieses Verhalten heut am meisten bei Kinderrunden, dh "Langzeit" lediglich Stop and go ~alle 100-200 Meter (während Kids Schnitzeljagd machen oder ähnliches), dabei hat die aber lediglich Bollerwagen bißle Gepäck und mich+1-2 fußfaule Kids zu ziehen (also ~150 kg komplett), ihre Nerven halten heut dieses Minustempo ungefähr 30-45 Minuten, danach ist schluß mit lustig. mfg Kirsten

    Edited once, last by Bennyblue ().

  • Hallo Leute , hallo @'Noro
    Meiner meinung nach du bist nicht eindeutig genug , du redest etwas zu viel, Pferd steht - du redest , Pferd geht - du redest.
    Mit beruhigen kann es darum nicht klappen , weil Pferd villeicht das als loben versteht und du verstaerkst es nur .



    Versuch es so - wenn Pferd beginnt zu zappeln - kurz einschreien (mit zB. EEEjjjjjjjjjj...:) ) , und still sein , zu 99% Pferd beruhigt sich , und Du bleibst auch stil , bevor Pferd unruhirg wird geht Ihr beide los.
    In "Ruhe" Pausen die leinen locker halten und Pausen mit der Zeit verlaengern.
    Es wird klappen :)



    P.S. Deine Videos finde ich super , und die sprueche zB. "holländischen "Van Hand" -System mit der bewerten Blut-Hochdruck-Hydraulik" sind klasse :))



    Entschuldigung fuer mein Deutsch
    Gruesse Slawek .



    [i]aaa..... und statt klopfen - streicheln

  • Hafiking schreibt, was ich auch tun würde.


    Sie ist sehr eifrig. Darum würde ich es evtl mit Scheuklappen versuchen, nur um zu sehen, ob sie vielleicht zu weit vorraus denkt.

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!:

  • Ich bin für eine Kombination von Hafiking und nikt.
    In der Ruhe liegt die Kraft. Das gilt auch für die Sprache. Pferde die *vollgetextet* werden hören nicht, schlecht oder kaum auf Stimmkomandos.
    Lass die Stimme zum Zuckerbrot werden.
    Und versuche Deine Leinenhilfen weicher / softer / leichter werden zu lassen. Dein Pferd macht auf mich den Eindruck eines sehr arbeitswilligen und mitdenkenden Partners. Nach meinen Erfahrungen werden solche Tiere noch besser, wenn man selber in seiner Laut- und Körpersprache ganz leise wird. Werde selber zum totalen Energiesparmodel und Dein Pferd bringt top Leistung auf dem Punkt.

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • Fanny läuft am Pflug sehr schön wenn ich mich richtig erinnere.
    Ich wurde am Kopf führen bis sie sich beruhigt hat oder wie shon vorgeschlagen mit ein Zweite Persohn am Kopf.
    Viel Erfolg.
    Arthur

  • was mir persönlich fehlt, ist eine Rückmeldung, wenn sie etwas gut gemacht hat, sprich Lob, selbst für nur einen Sekundenbruchteil ruhiges Stehen. Fanny zeigt das einmal sehr schön, sie steht, schaut sich um, wartet und "fragt" "ist das richtig?" und es kommt nur Schweigen von Dir. Also macht sie etwas, was eine Reaktion von Dir auslöst, nämlich wieder losgehen. Darauf reagierst Du und bestärkst das daher deutlich mehr, als das ruhige Stehen.


    Und vielleicht fällt Dir auch auf, wie angespannt und ungeduldig Deine Stimme bereits klingt.


    Weiterhin gibtst Du das Steh-Kommando in unterschiedlichen Situationen: einmal, wenn die tänzelt = dann wäre es ein Marker für tänzeln und ein anderes Mal, wenn sie steht oder sogar, wenn sie losgeht. Es fehlt also die Konsistenz für sie, welches Verhalten Du nun mit dem Steh-Kommando abrufst.


    Das ist ein menschlicher Fehler: wir gehen davon aus, dass für Tiere ein Wort, das für uns einen festgelegten Sinn hat, weil wir das Wort VERSTEHEN, gleiches bedeutet. Für Dich ist klar, dass Steh = bleib stehen heisst. Für Fanny gibt es aber diverse Zwischenstufen zu steh = dem stehen BLEIBEN. Da gibt es das anhalten (das wäre dann z.B. ein Halt), ein warten (das würde dann noch am ehesten dem steh gleichkommen), ein ermahnen (hier gibt es immer wieder nur "Fanny").


    Dein Tonfall beim Loben ist der gleiche, wie beim ermahnen (als Du dann endlich mal lobst...). MInute 1 zeigt ein schönes, ruhiges Stehen. Du ignorierst das, und sagst das ruhig erst, als sie sich wieder bewegt und darüberhinaus ein so langes Lob "soistsbrav", dass da im Endeffekt sich in das Lobe"wort" schon wieder unerwünschtes Verhalten einschleichen kann. Ein "gut" oder "fein" ist kürzer und kann daher gewünschtes Verhalten viel exakter bestätigen. Weiß sie denn überhaupt, das "soistsbrav" ein Lob ist?


    Alle Deine Stimmkommandos kommen in Zusammenhang mit Bewegung, so dass für sie klar ist "wenn der Typ da hinten redet, muss ich losgehen oder zumindest mich bewegen". Die Leinenhilfen sagen was anderes und sie wird immer frustrierter und will "nur noch los, damit das endlich mal zu Ende kommt".


    Ich würde auch nicht so lange mit ihr diskutieren, dass sie nun doch endlich mal lange stehen bleibt. Das kann sie aktuell nicht, weil sie die Aufgabenstellung nicht verstanden hat. Ich würde jedes, noch so kurze Stehen mit einem Lob verstärken, sie dann antreten lassen, ein paar Schritte gehen, weich anhalten, kurzes Stehen, Lob, losgehen. Kann sie das kurze Stehen, dann in Sekundentakten (hier hilft mitzählen: Halt - 1 + Lob - losgehen; Halt - 1, 2 + Lob - losgehen; Halt - 1, 2, 3 + Lob- losgehen; bevor Du nicht bei 10 + Lob bist, keine zu grossen Zwischenschritte beim stehen lassen) verlängern. Stehen und stehen bleiben sind für Tiere zwei unterschiedliche Aufgaben, die sie getrennt lernen müssen. Dieses ruhige Stehen würde ich auch erst abseits der Rückearbeit erarbeiten, damit diese Fehlverknüpfung aus ihrem Kopf kommt (sie macht es nur im Wald, weil Tiere orts- und situationsbezogen lernen und sie (noch) nicht oder nicht mehr generalisieren kann, dass ruhiges Stehen auch hier gewünscht ist (da hat sich irgendwann mal der Anfang dieser Verhaltenskette unbemerkt eingeschlichen und jetzt ist das zu einem Problem geworden).


    Bei 1:45/1:47 lässt Du sie dann endlich losgehen, nachdem sie gestiegen ist = starker Verstärker für ihre Verhaltenseskalation, die Du hättest vermeiden können, wenn Du beim ruhigen Stehen bei Minute 1 nach losgehen gefragt hättest.

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

    Edited 2 times, last by Sanhestar ().

  • :unterschreib:


    Das ist die Beschreibung zu der mir heute Früh die Worte fehlten.

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • trotz allem macht sie auf mich den Eindruck eines Pferdes das Angst davor hat das das angehängte Holz zu schwer sein wird. Woher hast du sie denn?
    Das genaue üben der Kommandos macht aber auf jeden Fall Sinn.

  • Hallo Noro,
    nicht angesprochen ist das ahängen.


    Im ersten Video (

    )
    ziehst Fanny den Stamm vom Zopf, die Ästestummeln bremsen da sie in "Fahrt richtung" zeigen. Hier muss sie stark arbeiten.
    Grundsätzlich ziehen wir von der Wurzelende.


    Im besprochene Video, hast den Stamm sehr lang angehängt. dadurch wir sie nicht "gehoben" beim ziehen welches auch ein erleichterung für das Pfert ist.
    Beispiel:



    Das Gesschirr wenn daselbe wie beim Pflügen, kann nicht das Problem sein.


    weitehin viel Erfolg
    Arthur

  • @'dorina
    Ich hab sie von nem Händler, der angeblich verantwortlich mit den Pferden umgeht und sie nicht zum Metzger bringt. Kommt von Salzburg. Seiner Aussage nach ging sie im Vieacker

    @'Ross-hof
    Ja da steht sich auch ohne Probleme und ist ruhig. Auch wenn ich auf der Rückegasse einen Stamm anhänge bleibt sie ruhig, nur im Bestand ist sie so.


    @'Arthur
    Ja, die Kette ist zu lang, da bin ich schon dabei mir eine Lösung zu überlegen.
    Zu dem verlinkten Video. Diesen Baum musste ich auch erst vom Stock ziehen, da er während des umschneidens gebrochen ist. Hier hatte ich dann keine Motorsäge dabei und habe ihn dadurch nicht entastet und abgelängt. Da der Zopf zur Wiese hin lag und ich auf die Wiese wollte/ musste, hab ich ihn am Zopf angehängt.


    Danke für das Feedback, ich versuch es um zusetzen.


    Gruß
    Tim

  • Ich schließe mich voll und ganz Sanhestars Aussagen an.
    Was auch noch hilfreich wäre, ein Video von der Rückegasse, wo du auch mal alles mit ihr machst wie im Wald. Da könnte man dann sehen, ob du irgendwas anders machst als im "Enrstfall" und da ansetzen

  • Hallo Tim,


    beim Rücken verfällt man oft in ein Muster:
    In den Bestand laufen, anhängen, dann los. Oft kommt noch ein Lasthaken mit einer Sperrklinke dazu. Man hängt ein und es macht "klick" Beim Pferd halt auch.


    Dann rückt man an die Gasse, hängt ab und entspannt. Das Pferd halt auch.


    Probier doch mal die Pausen nur noch angehängt am Holz zu machen. Setz Dich hin und reg Dich nicht über den Gaul auf, schau Sie nicht an und denk nicht nach. Mach halt Pause.
    Ist echt nicht einfach wenn es einem im Arsch kocht. Wenn ich jetzt frech wäre würde ich noch schreiben: Sprich nicht so viel mit Ihr, es ist ne Stute, die hört eh nicht zu. Aber so was schreibt man nicht ;-)


    Wünsche Dir viel Geduld!!


    Gruß Thomas

  • Ohje, guter Tipp, das bringts fast auf den Punkt. Die Pferde haben den klick oder das Kettengeräusch echt schnell abgespeichert. Und Stuten hören sehr genau auf die Klicks von uns.... :P Manchmal eben ZU genau :wacko:

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!: