Nytech light

  • Hallo, Ihr Lieben,


    die Kopfstück-Aufgabe ist geschafft und jetzt habe ich mich entschlossen, gänzlich aufzuräumen.


    Mein Moritz soll ein neues Geschirr bekommen - wenn hier keine gewichtigen Einwände kommen sollten, wird es ein
    Nytech light, Fahrsport Lessing


    Warum ich meine, daß das für uns das Beste ist:
    a) Moritz und ich fahren z. T. unter erschwerten Bedingungen, d. h. er muß manchmal richtig schwer ziehen. Böschungen, Äcker, "abgesoffene" Wege mit schwerer Kutsche zu befahren, ist hier durchaus wahrscheinlich. Er soll also ein Geschirr bekommen, daß ihm diese Arbeit nicht erschwert und solche Bedingungen auch klaglos aushält.
    b) Die Auswahl in Shetty-Größe ist mager - zuerst dachte ich in Richtung Marathonausrüstung, aber da denkt man wohl eher nicht an Shettys. Maßanfertigungen in deutschem/englischen Geschirrleder sind sehr, sehr teuer und gerade hat unser hiesiger Sattler eine vernichtende Kritik aus Fahrerkreisen bekommen. Importgeschirre aus Asien möchte ich an meinem Pferd eigentlich nicht sehen.
    c) Ich wollte möglichst nur ein Geschirr sowohl für Kutsche als auch für die Gig haben - einen durchgehenden Tragriemen, der bestenfalls fixiert werden kann und zusätzlich je zwei paar Zugstränge. Hier verabschiedete ich die Zilco Shetty Sportz-Serie.
    d) Ein anatomisch geformtes Brustblatt sollte auch sein - mein Moritz soll im Bedarfsfall den Hals nach unten recken können, ohne vom Brustblatt unnötig behindert zu werden.
    e) Stilechtigkeit und Turniereignung sind hier irrelevant.



    Damit blieb nur noch Nytech light.


    Ich freue mich auf eure Kommentare - vielleicht habe ich etwas vergessen zu bedenken? Oder es gibt es besseres Geschirr, von dem ich noch nichts weiß.
    Wie immer - danke im voraus.


    Es grüßt mit Hü und Hott
    Die Ardennerin

  • Bevor ich Nytech kaufen würde, würde ich Arden oder Zilco kaufen. Wenn ich nie Turniere fahren würde dann die Günstigvariate: Sieltec!!!!

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.

  • Also ich würd mit dem Geschirrkauf generell einfach noch bißle warten bzw testen was ich will, da dürfest du mit einem Buget von <800€ sehr sehr weit kommen...
    Zuerst du willst in Zukunft hauptsächlich einachsig fahren? Wie schwer ist dein Einachser genau? Wenn es flott geht, könnte ich dir eins meiner Sieltec-Seletts schicken um mal ne Woche damit zu fahren, dann hast du das mal in der Hand gehabt und Moritz hat erzählt was er in Kombi mit dir +deinem Einachser von der Sache hält...meine wollen <50 kg am liebsten Sieltec, aber >50 kg Leder-Selett (einzel-Selett von Lessing oder Loesdau zu 100,- -200,-€ hat hier immer ausgereicht+50,-€ polster 2-4 cm Filz oder Evazote oder Memory foarm) drunter. Ein breites Lastenselett brauchst denk ich erst bei Vielfahren mit Gewicht + Einachser, ansonsten such einfach das breiteste käufliche, zb Oberteil Pony Unterteil mini-Shetty.
    Und BB? Also meinen ist das scheißegal, womit sie ziehen dürfen sie tuns einfach, auch mit Heukordel quer....ist ja kaum gewicht hinterm dem Pony einachsig, mal halbes jahr mit unperfekt passendem BB laufen hat hier noch niemand auch nur ansatzweise ein häarle gekrümmt! Passen muss das Selett beim Einachser und das HG sollt korrekt verschnallt sein, aber da mußte ich egal welcher Schrott noch nie was tauschen wegen mangelhafter Paßform, ich würd hier zb den billigen Umgang problemlos nochmal 10 Jahre nutzen, jedoch die Scherriemen von Größe Shetty in Pony hochqualitätig tauschen (vernünftige Scherriemen Pony kosten mind. soviel wie ein HG in Durchschnittqualität).
    Wir wissen ja immer noch nicht wie Moritz nu aussieht, aber bei KB-Shetty klingeln bei mir die Glocken und ich würd mir nicht zutrauen die Paßform des BB als korrekt zu beurteilen.
    Kann ja auch nicht viel falsch sein, ob schnallen seitlich am BB also Zugstränge separat oder direkt festvernäht, haben meine Pony noch nie kommentiert, höhe des BB ist oft nicht korrekt einstellbar, weil die Halsriemen, die da so im handel unterwegs sind, häufig zu kurz oder lang geraten sind (zu lange kann man sehr gut mit Sporenriemle oben mittig kleiner binden, zu kurze grad mit Heukordel strecken um rauszufinden ob sich so die Paßform verbessern läßt. Wenn es trotz passender Länge Halsriemen immer noch kantet das BB, dann mal schauen wo der Ortscheid so hängt und grad mal versuchsweise an der kutsch raufsetzen bis Zugstrang parallel Erdboden, wenn du jetzt immer noch nicht zufrieden bist, ab in die tonne damit (obwohl mich ja brennend interessieren würd warum das Ding immer noch nicht paßt?)


    Vorsicht bei geschwungenen BB, viele verkanten oder kippen im schweren Zug, wenn man eins hat, welches super paßt auf dein Pony dann ist das auch bestimmt sein Geld wert, aber so etwas sollt dann ein Profi beurteilen (Achtung Profi genau auf Ahnung abklopfen!). Ich behaupte kein Profi kann ein BB beurteilen ohne da im schweren Zug mal seitlich nebenher gelaufen zu sein....an eine Shetty-brust passen diese alten doppelgefalteten ungepolsterten Leder-BB sich nach meiner Erfahrung noch am ehesten an, diese dickgepolsterten sehr harten modernen zeigten bei mir auch im Dauereinsatz nie was von Paßform.
    ich hatte jahrelang Sieltec alles bis auf Selett, sieht vielleicht unmöglich aus, aber ist leicht zu tragen bei häuslichem Anspannchaos, mal in die Wama schon siehts aus wie neu und man kann es völlig problemlos im Alltag in den Dreck feuern oder zusammengeknautscht ins volle Auto pressen.
    Ein 800,-€ Geschirr ist ein Traum, der mich ziemlich stressen würd. Weniger Stress hätt ich da beim Gebrauchterwerb zu 400,-€, paar Riemen, die mir gefallen eventuell umbauen und wenn der Rest nicht gefallt weiter mit geringem Verlust.
    mfg Kirsten

    Edited once, last by Bennyblue ().

  • Eigentlich, @Ardennerin, brauchst du kein Selett mit durchlaufenden Trageriemen, der fixierbar sein muss....Du brauchst nur zwei Bauchgurte. Einen losen, einen festen. So mach ich's auch, klappt hervorragend. So kann ich mein Selett sowohl für den Fohlenwagen als auch für den Buggy verwenden, der ja eine Schere und keine Gabel hat.

  • Hi,
    was ist das Tolle an diesen Plastikgeschirren?? Keiner will in Plastikunterwäsche Sport treiben ... aber den armen Pferden wird das zugemutet. Nur sie sich nicht wehren und lautlos leiden, heißt das nicht das wir machen dürfen was wir wollen.
    Zugegeben Ledergeschirre sind nicht billig und man muss sie pflegen, aber dann hat man ein Geschirr ein Leben lang. Das teure an Pferden ist auch nicht die Anschaffung, sondern die Haltung!


    Gruß,
    Tonkal

  • Das tolle ist, dass ich das Plastik so an ein Shetty bekomm, dass dieses damit vernünftig ziehen kann, was bei Shetty/Mini mangels Platz ja nicht soo einfach ist. Mein Ledergeschirr war zumindest mal gut gepflegt (und hier 16 Jahre lang mind. 2*/Woche in betrieb) und heut stünden die Pony und wir ziemlich anders da, hätte ich dreimal Leder beschirrt gehabt!!! Diesen Anblick wie sich das Leder binnen Sekundenbruchteilen an jeder einzelnen Schnalle zerlegte, ist das was ich nach unseren schweren Unfall noch als Blitzlicht hab, zu unserem Glück hatten wir extrem flinke Pony und 2 Plastikgeschirre, die gehalten haben....zumindest ein Plastikhintergeschirr ist für einen Ponyfahrer im Verkehr nicht verkehrt. mfg Kirsten

  • Hi,
    was ist das Tolle an diesen Plastikgeschirren?? Keiner will in Plastikunterwäsche Sport treiben ... aber den armen Pferden wird das zugemutet. Nur sie sich nicht wehren und lautlos leiden, heißt das nicht das wir machen dürfen was wir wollen.
    Zugegeben Ledergeschirre sind nicht billig und man muss sie pflegen, aber dann hat man ein Geschirr ein Leben lang. Das teure an Pferden ist auch nicht die Anschaffung, sondern die Haltung!


    Gruß,
    Tonkal

    Na, ich weiß ja nicht. Wenn ich Sport mache, habe ich keine einzige Naturfaser an mir, sondern nur verschieden Polyester.
    Das fängt bei der Funktionsunterwäsche an und hört bei den Leichtlaufschuhen auf. Mit Baumwolle würde ich mir einen ganz schönen Wolf laufen.
    Die Plastikargumentation dürfte somit eigentlich vergangenen Zeiten angehören.

  • Du möchtest nicht. Das ist ja durchaus legitim. Aber das Plastikgedöns immer wieder so zu verteufeln und dazu die zitierte Argumentation zu benutzen ist ziemlich altmodisch. Aber gerade die Fahrer hängen gerne in alten Mustern fest, wie ich seit Jahren feststellen darf....

  • Wir sind auch Vielfahrer und das einfachste Sieltec ist absolut okay für uns - ich weiß ausser Optik keine Nachteile!!!

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.

  • Ich überlege gerade, ob es möglich ist, an einem Nylongeschirr (Brustblatt und Hintergeschirr) sämtliche Riemen durch Biothane zu ersetzen... Es müsste nichts genäht werden, sondern könnte mit Schiffchenschnallen verbunden werden (wie bei "selbstgemachten" Leien).
    Nur für die Leinenringe habe ich noch keine Idee...
    Ist das zu waghalsig oder kann sowas sicher funktionieren?

  • Jeder kann natürlich sich und seine Pferde so anziehen wie er es denn gerne hätte. Es ist auch eine Stil- und Kulturfrage. Ich laufe ja auch nicht im Adidas-Drei-Sreifen-Trainingsanzug im Ort herum, obwohl auch das sicherlich für manchen praktisch sein mag.


    Nur für mich ist auch Fahren eine Sache der Kultur: Sowie ich in meiner Wohnstube einen soliden Holztisch schätze, und nicht einen mit Resopalplatte (die sich natürlich zugegebenermaßen leichter reinigen läßt). Doch schließlich kommt das Wort Kultur von "colere" = "pflegen", und mit diesem Pflegen habe ich sicher auch Freude an einem gut gearbeiteten Geschirr.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • ...nur zum überlegen.Ich wollte beim Sattler 4 Stränge fürs englische Kummt- Geschirr
    nähen lassen, mit " Kunststoffseele" damit sie ja nicht reißen.
    Da meinte er, das macht er nicht, er denkt dabei an die Pferde, er fährt selber.
    Begründung: Diese Kunststoffeinlagen machen die Stränge unnachgiebig wie Eisen, jede Erschütterung oder jeder Schlag bei schlechten Wegen
    geht auf die Schultern und Buggelenk, im schweren Zug natürlich.
    2-lagig, oder 3- lagig, vierfach genähte Lederstränge halten einiges aus, wenn sie reißen, hat es meist andere Gründe.



    Gruß, Winne

  • In über 40 Jahren gewerblichen Fahrens habe ich einmal 1 Vorderstrang abgerissen und vor 8 Wochen bei einem Durchgeher 1 Strang des Zweispänners.


    Ich bin auch kein Freund von den Einlagen in den Strängen, einmal ist der schon genannte Grund, dass Stränge auch einmal reißen sollen/dürfen, zum anderen verschiebt sich diese Einlage, sodass man immer wieder die Stranglöcherf nachlochen muss.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Ich benutze, bzw jetzt benutzte ;-(( auch Zilko für die Kaltblutshettys. Habe mir dann aber ein selett in Größe PONY statt shetty genommen, da gibt es mir durchgehendem Riemen.
    Bin mit dem geraden und auch dem geschweungenen BB immer zufrieden gewesen.


    Habe damals auch zwischen Lessing und Zilko hin und her übelegt.

    [




    ....auch Islandpferde kann man fahren! (Nicht nur im Anhänger....)

  • Egel wie lang die Diskussionen zu Plastikgeschirren auch werden, es bleiben am Ende immer nur zwei wesentliche Argumente der Befürworter übrig: das Zeug ist billig und pflegeleicht.
    Die Pferde interessieren bei den Diskussionen zu Plastikgeschirren ohnehin niemanden.

  • Hallo,


    ein gut sitzendes, hochwertig verarbeitetes und damit fürs Pferd angenehmes Geschirr kann aus Leder oder aus Kunststoffen bestehen. Pauschal schlecht fürs Pferd sind Kunststoffgeschirre m.E. keinesfalls.
    Auch sollte man berücksichtigen, dass der Fahrsport vielfältig sein kann und darf: Vom Traditionsfahrer bis zum Distanzfahrer... Und für verschiedene Schwerpunkte ist eben auch unterschiedliche Ausrüstung sinnvoll.


    Gruß Tina

  • Hallo, ihr Lieben,


    @Bommel
    Danke für Deine Erfahrungen mit Zilco und den Tip, Pony-Größe zu nehmen, um aus der Shetty-Schmuddelecke zu kommen.


    Das Sattler-Argument ist schon interessant. Stadt-Kumt und verstärkte Zugstränge bei schwerem Zug - da mag etwas von dran sein. Bei Sielenanspannung kann sich das Brustblatt bewegen, da gleichen sich die Kräfte besser aus, aber die Pferdekraft kann nicht optimal wirken. Arbeitskumt und schwerer Zug - da nahm man Ketten und Seile: vielleicht haben die Seile ein wenig nachgegeben, die Ketten aber sicher nicht. Dafür war bestenfalls das Kumt gut gepolstert. Richtig?


    Hat hier jemand Erfahrung mit Marathon-Kumt? Vielleicht wäre das ein brauchbarer Kompromiß - was meint ihr?


    Ich möchte zum Thema Ledergeschirr noch etwas beisteuern:
    Wer ohne diesbezügliche Nachfrage zu einem preiswerten oder auch nicht so preiswerten Ledergeschirr greift, wird in aller Regel Importware aus Indien und Pakistan bekommen. Jeder, der es wirklich will, kann sich über die Bedingungen der Ledergewinnung, -verarbeitung und Geschirrproduktion näher informieren.


    Für mich persönlich ist das - neben dem Argument der Pflegeleichtigkeit - wichtig. Billig sind übrigens gute Kunststoffgeschirre wirklich nicht - Arden oder Zilco kosten vierstellig für Einspänner.



    Es grüßt mit Hü und Hott
    Die Ardennerin

  • Jeder kann natürlich sich und seine Pferde so anziehen wie er es denn gerne hätte. Es ist auch eine Stil- und Kulturfrage. Ich laufe ja auch nicht im Adidas-Drei-Sreifen-Trainingsanzug im Ort herum, obwohl auch das sicherlich für manchen praktisch sein mag.
    Nur für mich ist auch Fahren eine Sache der Kultur: Sowie ich in meiner Wohnstube einen soliden Holztisch schätze, und nicht einen mit Resopalplatte (die sich natürlich zugegebenermaßen leichter reinigen läßt). Doch schließlich kommt das Wort Kultur von "colere" = "pflegen", und mit diesem Pflegen habe ich sicher auch Freude an einem gut gearbeiteten Geschirr.

    ...hier in der Nähe wird die letzte deutsche Postkutschenlinie betrieben; Kutsche, Kutscher und Postillion; alles im historischen Stil. Wäre mal interessant zu erfahren, wievielen Leuten aufgefallen ist, dass die Pferde ein Biothane-Geschirr tragen... 8) ?

    Never be afraid to try something new;
    remember: Amateurs built the Ark
    but Professionals built the Titanic...

  • Wer ohne diesbezügliche Nachfrage zu einem preiswerten oder auch nicht so preiswerten Ledergeschirr greift, wird in aller Regel Importware aus Indien und Pakistan bekommen. Jeder, der es wirklich will, kann sich über die Bedingungen der Ledergewinnung, -verarbeitung und Geschirrproduktion näher informieren.


    Ob es mit den Produktionsbedingungen und der Umweltbilanz von Kunststoffgeschirren besser aussieht, denn die kommen auch entweder aus Pakistan, Indien oder zumeist aus China....
    Eine der wenige Fachmessen für Fahrsporthändler ist die Spoga in Köln. Dort findet man die Hersteller von Geschirren und die tragen entweder Turban oder haben Schlitzaugen.


    Mir fällt zunehmend die große Diskrepanz auf, die zwischen dem Wunschdenken und der Realität so vieler User hier liegt. Eigentlich wollen hier alle eine heile, biologisch-dynamische Märchenwelt, in der alles lokal, nachhaltig und natürlich frei von Chemie produziert wird. Aber was interessiert das Gewäsch von gestern, wenn es an den Geldbeutel geht. Dann plötzlich ist alles egel: unendlich lange Transportwege, Kinderarbeit, Umweltverschmutzung usw. Hauptsache es ist billig.
    Dann diskutiert man hier lieber seitenweise, warum das Import- oder Platikgeschirr nicht so recht passen will und wundert sich, warum es kaum mehr fähige Geschirrsattler gibt, statt sich darüber auszutauschen, wo gute Sattler noch Geschirre aus umweltfreundlich vegetabil gegerbtem Leder und strohgestopfte Kumte herstellen. Aber wozu braucht man einen Sattler, denn man hat doch einen Fahrkurs von 1 bis 6 Wochen absolviert. Damit hat man ja alle nötigen Fähigkeiten erworben, um den wirklich korrekten Sitz und die Qualität eines Geschirres kompetent beurteilen zu können. Das Wissen von Generationen lernt der moderne Fahrer angeblich im Eilverfahren.

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