(Ein-)Fahren ohne Scheuklappen

  • Vielleicht interessiert es euch, wie es mit dem kleinen Zappelphillip weitergegangen ist :)


    Ende März (knapp einen Monat nach dem Durchgehen wegen dem Zug) wurde er kastriert. Das hat sehr schnell Entspannung in die ganze Sache gebracht, auch wenn natürlich die Verkehrs-Unsicherheit immer noch tief sass. Im April habe ich angefangen, ihn regelmässig im Zweispänner zu fahren, noch ohne Scheuklappen. Das ging immer besser und wir trauten uns dann mit der Zeit auch, neue Routen zu gehen und uns Dinge anzuschauen. Den Zug haben wir aber vorerst vergessen, dafür bin ich ihm mit ihm sehr viel an Strassen entlang gelaufen, immer an Zaum oder Knotenhalfter, um ihn halten zu können. Darüber war auch ein paar Mal sehr froh, denn bei überholenden Bussen, Traktoren, Lastwagen usw. wollte er jeweils durchstarten. Immer wenn wir grossen Fahrzeugen begegneten, habe ich je nach Möglichkeit versucht, sie zu verfolgen, um ihm zu zeigen, dass die sich weg von ihm bewegen.

    Ab August konnte ich dank meiner neuen Kutsche anfangen, dreispännig zu fahren, wobei der Schreckhafte dann in der Mitte lief. So eingerahmt, kam es fast nicht mehr vor, dass er Angst bekam.

    Im Herbst habe ich dann endlich passende Zäume mit Scheuklappen gefunden und ihn sorgfältig daran gewöhnt. Das hat dann tatsächlich den Durchbruch gebracht. Er schaut sich nun gefährliche Sachen weniger lang an und steigert sich nicht mehr so stark in etwas rein.

    Gegen Mitte Oktober war das Vertrauen zu ihm dann wieder gross genug, dass ich ihn einspännig angespannt habe, dieses Mal MIT Scheuklappen. Vor kurzem habe ich einen wöchigen Fahrkurs absolviert, in dem wir mit den Gespannen in dichtem Verkehr unterwegs waren. Das hat mir zusätzliche Sicherheit gegeben (man lernt nie aus und so ein Fahrkurs ist IMMER zu empfehlen, auch wenn man denkt, dass man ja schon jahrelang gut fährt und viel Erfahrung hat ;) ) und danach habe ich mich erstmals mit dem Pony am Einspänner ohne Begleitpony auf befahrene Strassen getraut. Und siehe da, er zappelt noch etwas rum, aber von Durchstarten keine Spur.

    Letztes WE dann der Test: eine grössere Tour am Sulky. Wir sind 35 km durch ein Tal gefahren, in dem es Züge, Schnellstrassen, Dörfer usw. gab. Ja, er ist immer noch guckig, das bringt man wohl nicht so schnell weg. Dank der Scheuklappen schaut er die Dinge nur noch kurz an, stockt, und dann sind sie bereits aus seinem Blickfeld und vergessen. Wir hatten einige brenzlige Situationen mit schwerem Verkehr und gefährlich überholenden Autofahrern, das hat das Pony aber souverän gemeistert - insgesamt bin ich sehr stolz auf den Kleinen, wie gut er es gemacht hat. Übrigens war der Zug ganz nebenbei kein grosses Thema mehr ;)


    Für dieses Pony sind Scheuklappen definitiv notwendig und ein Gewinn. Aus anderen Gründen (Beissereien im Mehrspänner und zugunsten besserer Ansprechbarkeit einzelner Ponys) habe ich nun alle vorsichtig auf Scheuklappen umgestellt und finde es angenehmer zu fahren. Ich bleibe aber dabei: ein Fahrpferd sollte wenn möglich beides kennen, mit und ohne Scheuklappen.

  • Hallo

    ich kenne von fremden Pferden beides.


    Also ein versuch ist da immer lohnenswert. Die meisten Pferde sind ruhig wenn sie sehen was auf sie zukommt, verhalten sich aber auch mit Klappen ruhig, andre eben nicht.

    Die die sich nur ohne Klappen fahren ließen, haben wir dan erst mal so gewöhnt und dann später wider mit klapen weiter gemacht.


    LG Manuel

    Zitat Ralf Zauner: " Kannst Du schon mit Pferden arbeiten?



    Oder musst Du noch Traktor fahren?"

    (11.09.1965-22.10.2015)


    Unsere HP : ....kochertaler-fuhrhalterei.de


  • Rainy , kannst nicht nur aufs Pony stolz sein, sondern auch auf dich:).

    Schöne Geschichte, die durch Beharrlichkeit zu einem guten Ende geführt hat, Danke.

  • Rainy, Deine Arbeit mit den Ponys ist immer wieder toll! Freut mich sehr, daß Du nun die Früchte Deiner Arbeit ernten darfst.

    Suns always shine :)