• Natürlich liegt das hauptsächlich an deiner koppel, wenn dies bei dir klappen würd!!! ich hab sowohl 20 jahre ungedüngte Obstbaumwiese als auch ungeliebte Wiesenstückle wegen Silieren (zu gefährlich, zu klein) und halt alles maschienell geräumte zum nachweiden. ich krieg ärger mit den Männers, wenn ich die Stück nicht in vernünftigem Zustand hinterlasse, was heißt nachsensen oder gar nicht erst so hoch werden lassen bzw drübermulchen ab gewisser größe Aufwuchs. mfg Kirsten

  • Meiner Erfahrung aus 35 Jahren Araberhaltung in Eigenregie sagt: Es ist ein großer Teil Veranlagung dabei. Während meine ersten Araber völlig reheresistent waren, hatten die Nachkommen eines bestimmten Hengstes alle irgend wann ihren Reheschub.
    Kontraproduktiv sind: enge Begrenzung der Weidezeit, abgefressene Weiden, blattreiches Heu.
    Ideal sind trockene Kuppelweiden, gerne mit überständigem Altgras.
    Ganzjahresweide ist für die Weide selbst kompletter Wahnsinn. Die braucht auch Erholungszeiten.
    Pferdeheu soll zwar keinen Regen bekommen haben und noch Farbe haben, aber einen geringen Blattanteil und hohen Stengelanteil haben und deshalb nach der Blüte geschnitten worden sein.
    In der Anweidezeit bekommen die Pferde erst einen halben Tag Heu im Paddock und gehen dann satt auf die Weide. Ist die Heuqualität zu gut, wird mit Stroh gemischt.
    Für die Fütterung von Shetties mal "Shetlandponys" von J.E. Flade lesen.

  • Aus insgesamt drei Reheerfahrungen kann ich Unterschiedliches berichten.

    Ein Fall von Belastungsrehe bei einer Warmblutstute.

    Ein Shetty mit chronischer Rehe, das hatte ich gerettet und nach 1,5 Jahren dann doch über die Regenbogenbrücke geschickt.

    Ein Shetty, mit Fütterungs- Unfall- Rehe, das ist "geheilt". Ich setze das bewusst in Anführungszeichen, denn so ganz bin ich davon nicht überzeugt und bin immer auf der Hut.

    Fütterungs- Rehe kommt nicht von heute auf morgen! Auch wenn es oft so aussieht, gibt es eine Vorgeschichte! Und die Vorgeschichte heißt: jahrelange Überernährung. Bewegungsmangel ist immer ganz schlecht, aber: Ganz egal, ob mit oder ohne Bewegung, wichtig ist auch bei Tieren: "Esse ich mehr als ich verbrauche, nehme ich zu!" Langsam und schleichend werden die Ponys immer dicker, bis sie dann verfetten und dann reicht ein kleiner Auslöser, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und die Rehe ist da! Bei manchen Ponys/Pferden baut sich der Körper bei fortwährender Verfettung irgendwann um, in diese metabolische Figur (starke Fettpolster an bestimmten Stellen, Muskelabbau an Anderen...). Ist es einmal so weit gekommen, gibt es kein Zurück! Auch bei regelmäßiger Bewegung und angepasster Fütterung wird jede überzählige Kalorie wieder in diesen Polstern eingelagert. Diese fiesen Fettzellen warten nur auf den minimalsten Kalorienüberschuss! Schwupp! Hat man wieder einen "Hengsttyp", aber nicht unbedingt gleich einen Reheschub.

    Ganz ehrlich: Die chronischen Rehefälle kenne ich eigentlich so: Pony hat den Schub überstanden, und dann: Ebenso schleichend wie das Grundproblem begonnen hat, verfällt der Besitzer wieder in die alten Gewohnheiten: Etwas zu wenig Zeit zum Pony bewegen, etwas zu viel Futter (Input vs. Output) doch mal auf die Wiese, hat doch früher auch gut gegangen etc.! Und dann geht das Ganze wieder von vorne los. Und jedes weitere Mal entsteht der neuerliche Schub schneller. Irgendwann ist es dann so weit und die Entzündung hat sich derart manifestiert, dass ein Pony absolut abgemagert aussehen kann und trotzdem noch einen Reheschub erleidet in dem Moment, wenn man vielleicht ein wenig dran füttern möchte. Die Energie wird einfach nicht mehr zum Körperaufbau verwendet, sondern nur noch für die Entzündungsprozesse. Auch ohne Cushing! Der Organismus ist schlichtweg völlig aus der Bahn geraten.

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Sehr gut beschrieben! Und ziemlich exakt meine Meinung. ich glaub nämlich nicht, dass das mit ben bei Clea ohne Arbeit funzen könnte, der ist obwohl top aussehend (Tunieranfänge in M, also auch vollbelastbar) und ohne Übergewicht schwerkrank....wir haben Ben 2017 um ein haar verloren , weil der plötzlich über Nacht seinen Mähnenkamm abbaute (anwesend hier unter stets gleichen Bedingungen also bereits 4 jahre!!), das Fett war sozusagen vergiftet-->Leber und vor allen Dingen Niere angegriffen, Symptome bißle wie Kreuzverschlag, Temperament extrem wechselnd, vermehrtes Einbrechen der Vorderbeine. und ja, etwas zu wenig Arbeit und die Symptome +falschen Fettpolster kommen retour, wir zählen die Pinkelhäufigkeit via Aufschrieb in Abhängigkeit vom Wetter/weidezeit.

    Mein letzterworbenes Tier hatte chronische Rehe im Dauerschub (also instabil) mit atypischem Verhalten (naja, soo selten scheint mir dieses Verhalten gar nicht zu sein, viele berichten, dass sich ihr Tier von einem Schub in den nächsten turnt!). Einfache Futterrehe erscheint mir als durchaus therapierbar, so man schnell genug ist, dass Werkzeug und Möglichkeiten parat hat, aaaber diese chronischen Fälle sind extrem belastend für Besitzer und Pferd.

    ich hatte vorher 4 Fälle mit einfacher Futterehe gehabt, kein Thema bißle verbreitete weiße Linie einmal runtergewachsen und ruh (also zumindest so lang die Tiere in meinem HH lebten). ich hab auch einige Fälle mit chronischer Rehe kennengelernt, die wieder eine gewisse Lebensqualität erlangt haben, aaber so jemanden aus dem Schub zu bekommen ist schwer und extrem kosten+zeit+nervenaufwendig.

    mfg Kirsten

    Edited once, last by Bennyblue ().

  • Clea, Deine Aussage kann ich bestätigen. Mein Shetty lebt mit meinem großen zusammen, Heu ist immer zur Verfügung, Koppeln habe ich keine mehr, nachdem ich meinen Huzulen (EMS) an die Rehe verloren habe. Seit Elvis (Shetty) ständig Heu zur Verfügung hat, frisst er viel weniger, macht viele Pausen und hält so einigermaßen die Figur. Ganz ohne ein bissi Arbeit geht's aber bei ihm auch nicht.


    Mich würde interessieren, was bei Dir auf den Weiden wächst. Wir ziehen jetzt nach Ungarn und dort habe ich 1,5 ha zur Verfügung. Ich möchte da nichts falsch machen.