Wie haltet Ihr es mit dem Füttern unterwegs bei Wanderfahrten?

  • An Ostermontag hatten wir eine Ausfahrt mit 5 Kutschen von unserem Kutscherstammtisch. Ziel war das traditionelle Reiter- und Kutschertreffen in Oberkostenz im Hunsrück. Ich hatte die weiteste Anfahrt und am Schluss 54 km auf dem Tacho (Schnitt 9 kmh) als ich wieder im Stall ankam. Am Ziel standen Wasser und Heu zum Verfüttern bereit was ich auch genutzt habe. Andere Kutscherkollegen waren der Ansicht "Gefüttert wird zuhause" und haben ihre Pferde nur getränkt obwohl ihre Pferde auch 6-8 Stunden unterwegs waren. Ich lasse mein Pferd ja auch bei jedem Halt fressen womit ich aber auch Aussenseiter bin. Ich war schon als Wanderreiter der Ansicht, daß das Pferd als "Dauerfresser" wenigstens alle Stunde eine Fresspause von 5-10 Minuten bekommen sollte und halte das auch bei meinen Ausfahrten so. Wie ist Eure Meinung dazu?
    Gruß FRITZ

  • :thumbup: ...
    Hast du auch was bekommen? Du bist warscheinlich auch kein "Dauerfresser" vielleicht zumindest. Wie oft, denke ich, hängt von der ganzen Fahrzeit ab. Bei Fahrten von zwei bis drei Stunden machen wir eigentlich keine Fresspausen, es sei denn wir halten irgendwo sowiso und es ergibt sich etwas. Bei userer Ausfahrt neulich, ca 30 km, hat unsere Elena beim Halt auch grasen dürfen, auch mit (Pfui) Gebiss.
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Unsere Ponys bekommen auch immer fressen, wenn wir unterwegs sind und eine längere Pause machen, egal ob wir 2 oder 4 Stunden unterwegs sind, wenn wir pausieren gibt es Luzerne, die ich immer dabei habe, egal ob Wanderfahrten, Ausfahrten oder Turniere. Die Ponys mögen das alle sehr gerne und mampfen sofort los. Bei Heu machen sie unterwegs lange Zähne. Getränkt wird natürlich auch öfter, wenn der Bedarf da ist.

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.

  • Auch ich halte es für wichtig, auf längeren Touren Fresspausen für die Pferde ein zu planen - für Gras oder Heu!


    Reine Kraftfutterpausen gehen zwar schneller, belasten aber den Magen enorm - dafür sind Pferde einfach nicht gebaut.


    Spätestens nach 3 Stunden würde ich eine Pause von mindestens 30 Minuten ruhiges Fressen von Gras oder Heu einplanen ( Tränken dauert auch seine Zeit)
    irgendwann zwischendrin eventuell - aber weniger wichtig- ein bisschen Kraftfutter.

  • Bevor meine Ponymädchen und ich selber irgendwas bekommen, werden grundsätzlich zuerst die Ponys versorgt.
    Wenn vom Veranstalter nichts für die Pferde angeboten wird, konfiziere ich grundsätzlich Mineralwasser aus dem ich die Kohlensäure rausschüttele und es an die Ponys verteile.
    Ich weiß schon, warum meine Pferde immer alle aus der Flasche trinken können.
    LG
    Sonja

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • Moin moin,
    wir machen bei der Arbeit auch nach 3 Std eine Pause von einer Std für Wasser Heu und Kraftfutter, dies würde ich bei einer Fahrt auch versuchen irgend wie einzuhalten. Wir sehen eben unser Pferd nicht als Sportgerät und so dürfen sie auf einem Turnier auch nicht 2 Std auf dem Hänger alleim vor sich hin verbringen mit Sattel usw am besten noch drauf, Prüfung reiten oder fahren und dann nach haus in die Box. Schönes Pferdeleben. :cursing:
    Patrick

  • Hi,


    wir lassen auch grasen, während den Pausen, oder geben Müsli, wenns kein Gras gibt.
    Manchmal haben wir auch diese Heubrickets dabei, ist eine praktische Sache.
    Wenn wir lange Ausritte machen, gibts es meist auch eine kleine Fresspause zwischendrin.
    Die Pferde freuts :-)

    Schwarzwälder sind echt stark!

  • Hallo
    Gemäss vielen Studien ist es bewiesen, dass Pferde alle 3-4 Stunden etwas zu fressen haben sollen, weil sonst die Gefahr von Magengeschwürden sowie Stoffwechselprobleme vorkommen.
    Ich selbst mache momentan vor allem Wanderungen. Wir sind da schon mal 6-8 Stunden unterwegs. Alle 2-3 Stunden, wenn ich eine gescheite Wiese finde, darf er 15-30 Minuten Gras fressen.
    Damals bei den DIstanzrennen, bekamen unsere Pferde auch nach jeder Schlaufe (nach dem Vet Check und bei der verordneten Pause) Futter. Auch bei meinen damaligen Wanderitten usw.


    Wenn also Tagesfahrten etc. gemacht werden und schon brauchbares Heu vor Ort vorhanden ist, würde ich meine Tiere immer fressen lassen!


    LG

  • Hallo,
    ich kann mich den oben gennanten Beiträgen nur anschließen.Gerade der Verdauungstrakt der Pferde
    ist so empfindlich,daß sollten inzwischen auch die "Letzten"mitbekommen haben.
    Leider haben auch wir in unserem Fahrerkreisen Menschen,die zuerst an sich denken,sobald sie ankommen.
    Bei uns stehen eben die Ponies im Vordergrund,man erlebt ja auf so Veranstaltungen die tollsten Sachen.
    Wir haben deshalb auf längeren Touren immer selber Wasser und etwas Heu dabei,damit die Tiere
    ihre Ruhepause bestmöglich nutzen können.
    Grüße aus Nordhessen :-]

  • Egal ob unsere Packtierwanderungen oder die Wanderkutschenfahrten, diese Unternehmungen sollen uns Spaß und Freude machen. „Uns“ das sind „wir“, wir Menschen mit unseren vierbeinigen Kammeraden. Spaß und Freude gelingen halt schlecht mit leerem Magen! Unsere Kammeraden, mit denen wir unterwegs sind, dürfen wir nicht wie Autos behandeln, mit denen wir auf Reisen erst, gerade bevor der Tank leer wird, zur Tankstelle fahren und dazwischen unsere Stopps nach unseren knurrenden Magen ausrichten können.


    Wir haben bisher gute Erfahrungen gemacht, wenn nach zwei bis max. drei Stunden eine Pause in der Dauer von ½ Stunde und nach weiteren ca. 2 Stunden eine lange Pause von min 1 Stunde eingelegt wurden, und in dieser Rhythmus bis zum Abendhalt weiter eingehalten wurde. Dieser Rhythmus und Pausendauer passte gut mit der „Magenbefriedigung“ von „uns“ zusammen. Wir wählen unsere Halts so, dass unsere Kameraden weiden können (und sei es nur ein Wegrand). Speziell bei Packtierwanderungen dürfen unsere Kameraden auch bei kürzeren Stopps, wie Begegnungen mit staunenden und fragenden Mitmenschen, Fotopausen, Hindernisbeseitigung und -wiederaufbau (Wanderdurchlässe an Weiden) etc. ihren Dauerfresserbedürfnissen nachkommen.


    Unsere Erfahrungen mit mehrtägigen Wanderkutschenfahrten mit bis 12+ Stunden vom Morgenstart bis Abendhalt sind noch recht dürftig. Beim vorjährigen Unternehmen in der Puszta waren wir an einigen Tagen mit dieser Etappendauer und Rhythmus nur im Schritt unterwegs. Aber auch dort haben wir erlebt, dass am Ende dieser Pausen, die Tiere sich mehr um uns und unsere „Lukullitäten“ zu interessieren begannen als dem magenfüllenden Weidegras. Das war für uns bei den Packtierwanderungen immer ein Zeichen, dass die Pausenlänge gepasst hat. Praktische Erfahrungen mit mehrtägigen Wanderkutschenfahrten, bei denen längere Trabpassagen eingelegt werden, habe ich noch keine.


    Bei unseren leichtfuttrigen Kameraden (Haflinger und Esel) verzichten wir bei unseren Unternehmungen meist auf Kraftfuttergaben, die unsere Kameraden auch im arbeitsfreien „Heimbetrieb“ nicht kennen. Im Vorjahr haben wir während der 14 tägigen Vagabundiererei nach der Abendweide und dem Abendessen der Zweibeiner kleine Mengen Kraft- und Mineralfutter gegeben.

    Lange Ohren sind meine Leidenschaft! Deine auch?

  • Schade, das es noch "Pferdeleute" gibt, die so eine Meinung haben! Das sieht man ja oft, gerade auf Orientierungsfahrten, die ja auch meistens über den ganzen Tag gehen. Da gibt es unterwegs bzw. an Start und Ziel oder in den Pausen noch nicht einmal Wasser :-(


    Da wird abgespannt und viele stehen dann da gleich unmittelbar danach am Wagen und haben die Bierflasche in der Hand. Pferde bekommen nichts zu saufen oder zu fressen, eine Decke oder ein Halfter ist auch unnötig. :cursing:


    Das zum Thema Dauerfresser und wie empfindlich der Pferdemagen ist, wurde hier ja schon geschrieben. Im Sommer gibt es ja meistens so viele Gelegenheiten die Pferde wenigstens Grasen zu lassen und man kann auch einfach Heu Briketts oder ähnliches platzsparend mitnehmen. Unsere Pferde dürfen, wenn sie "frei haben", also in den Pausen oder wo auch immer etwas länger gewartet wird oder nichts von Ihnen erwartet wird, fressen. Das wissen sie auch und sind nicht so gierig, das sie ausnutzen würden. Ein angenehmer Nebeneffekt ist dann auch, das sie Pferde lernen, das Pause Pause ist, wo sich ausgeruht wird und das dann auch entspannt genutzt wird. Kein Gescharre oder sonstiges Gehibbel!

  • beim Reiten und Wandern halte ich es, seit ich es vor über 20 Jahren gelernt habe, nach dem "isländischen System":


    Ritte bis zu 2 Stunden - keine Pause
    alle längeren Ritte: 10 Minuten Pause, inkl. Fressen, jede Stunde (plus/minus), nach 3-4 Stunden eine lange Pause von ca. 60 Minuten.


    Beim Fahren wird die stündliche Pause wohl eher schwieriger umzusetzen sein (hier fehlt mir die Erfahrung noch), hier würde ich dann auf einen 2-3 Stunden Rhythmus wechseln und die Pause entsprechend länger wählen.

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

  • @Alle: Vielen Dank für die hilfreichen Beiträge, die mich in meiner Ansicht bestärkt haben, auf längeren Fahrten Fresspausen, auch für die Pferde, einzuplanen.
    Gruß FRITZ

  • Aus dem Military-Fahrsport kenne ich alle ca 10 km eine 10 minutige Zwangspause mit Vetchek,Atmung und Puls müssen sich beruhigen sonst gibts keine Weiterfahrt.Bei dieser Zwangspause werden Bauchgurt gelockert,verschwitzte Körperteile und Beine abgewaschen aber kein Futter gegeben,Wasser nur Schluckweise nicht in einem Zug trinken lassen.Die Pferde müssen an das trinken vom Eimer gewöhnt sein.
    Bei Ganztägigen Wanderfahrten die Gemütlich ablaufen also viel Schritt sollte man alle 2 Stunden eine Pause einlegen ,keine grosse Mengen oder schweres Futter geben ,diese drücken beim Arbeiten auf das Zwerchfell und können Kreislaufkolaps bis Koliken auslösen.Am besten sind Heunetz oder Heusack.Rastplätze sollen im Schatten bei heissem Wetter ,bei kalten in der Sonne geplant sein.
    Im Mai ist eine /mehrere Kutschenfahrt/en durch die Wachau geplant ,werden aber bei nur bei guter Wetterlage durchgeführt.


    Wünsche allen Wanderfahrern schöne Erlebnisse ,bleibt Unfallfrei und haltet die Pferde Gesund.
    Grüsse von Spyder.

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  • Military-Fahrsport?!?

    Zaheera


    Pferdewirtschaftsmeister
    FN-Trainer A Fahren -Leistungssport-
    FN Trainer B Fahren -Basissport-
    FN Richter Fahren -Breitensport-
    TREC Richter Reiten/Fahren

  • Hallo Spyder,
    du lässt uns doch hoffentlich an den Fahrten durch die Wachau "teilhaben"!! Oder?? Strecke, Bilder usw. Danke im Voraus.
    Gerlinde

  • Naja, das Pferde kurz vor der Heimfahrt im Hänger nichts zu fressen kriegen, kenne ich auch - und finde es sogar sinnvoll. Zumindest wenn man nicht nur kurz um die Ecke fährt und leider einige Zeit auch ueber sau schlechte Strassen (oder zwischen ruecksichtslosen LKW Fahrern) fährt. Da meine Tiere sich weigern, während der Fahrt im Hänger irgendwas anzuruehren glaube ich dass es auch ganz gut so sein kann.


    Ich finde halt die Regelung Fuettern mind. 1 Std. vor der Anstrengung / Aufregung praktikabel. Wobei meine Tiere während längerer Pausen grasen duerfen. Grasen fuehrt ja dazu, dass sie sich entspannen.

  • Unsere Strecken liegen täglich zwischen 35 und 50 Km. 2,5-3 Std. vormittags Fahren, dann 2 Std. Mittagspause, dann den Rest der Strecke.


    Wir nehmen je 2 Pferde einen Heusack mit, geben Mittags zuerst 1 Kübel Wasser, dann das Heu, und nach einiger Zeit weiteres Wasser. Kraftfutter gibt es mittags nie, die Pferde sind zu erhitzt. Abends gibt es Kraftfutter erst nach mind. 2 Std. nach Ankunft.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Ich habe bisher öfter Tagesfahrten gemacht und die Wasserversorgung dem Wetter angepaßt - also je wärmer es ist, desto öfter gebe ich Wasser und biete dann meistens auch Futter an. Wenn man seinem Pferd (seinen Pferden) "zuhört", dann "sagen" die schon bescheid, wenn sie was brauchen. Wenn es richtig warm ist, mache ich spätestens alle 2 Stunden Pause.
    Zum Füttern haben sich dabei eingeweichte Rübenschnitzel bewährt, die man z.B. mit Weizenkleie oder etwas untergerührtem Hafer aufpeppen kann. Das schlägt nicht so auf den Magen wie pures Kraftfutter und geht schneller als Heufütterung, die ja viel Zeit braucht. Außerdem bekommt das Pferd so gleich noch eine Dosis Wasser. Ich habe Traber (immer nur einen, wenn der ausgedient hat, rückt der nächste nach). Die sind eher schwerfuttrig und die lasse ich in den Pausen soviel fressen, wie sie wollen. Ich gehe es vom Tempo her allerdings auch gemütlich an (Durchschnittsgeschwindigkeit max. 10 km/h) - bei Distanzfahrten würde ich vielleicht öfter kleinere Mengen geben.