Probleme mit verdichtetem Boden

  • Moin,
    naje wer zwei Schwergewichte das ganze Jahr auf nen halben ha hält Tag ind Nacht braucht sich nicht wundern über schlechte bodenverhältnisse, bei Offenstall und 5 ha und sechs pferde verläuft sich das eher, wenn sich jemand wie Fuhrmann damit beschäftigt und sogar Verweise bringt die Hieb und stichfest sind braucht man doch gar nicht erst sticheln.
    wenn die pferde dann noch 6std am Tag gar nicht auf der Weide sind meinetwegen nur auf ein halbes Jahr gerechnet weil sie arbeiten Ist es doch wohl logisch des der Boden intakt ist.
    bei oberflächendruck reicht ja nun auch der leichte Frost des Winters um den Boden wieder zu lockern bei Tiefenstruktur eben nicht.
    gardist kannst du überhaupt mit Pferden arbeiten?
    patrick

  • Bei den ganzen Verweisen auf irgendwelche Bücher, Dipomarbeiten und Dissertationen frage ich mich immer, ob die jeweiligen Autoren in diesem Forum auch mal über eigene Erfahrungen verfügen.



    Jeder der versucht seine Pferde möglichst artgerecht im Herdenverband in Offenstall- und ganzjähriger Weidehaltung zu halten, der kann über derart unqualifizierte Aussagen nur müde lächeln.


    Wer hier schreibt und drei Tage später wieder seine Beiträge löscht. Wer seine Identität verschweigt, wer noch nie gezeigt hat dass er mit Pferden was tut. Der hat vermutlich keine Erfahrungen, da hast du recht.


    Wer seine Arbeitspferde ganzjährig im Herdenverband draussen hält, der arbeitet wohl nix mit denen. Dann ist das für ein Arbeitspferd natürlich nicht artgerecht. ökologisch gesehen wäre es dann besser die Pferde abzuschaffen und Gemüse anzupflanzen.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Wer seine Arbeitspferde ganzjährig im Herdenverband draussen hält, der arbeitet wohl nix mit denen. Dann ist das für ein Arbeitspferd natürlich nicht artgerecht. ökologisch gesehen wäre es dann besser die Pferde abzuschaffen und Gemüse anzupflanzen.


    mir fehlt hier auch der bezug zur praxis.
    ihr solltet doch mal die kirche im dorf lassen, standweide bezeichnet man auch bei uns die winterweide. auf der 2000 m² großen winterweide steht ein offenstall mit 2 boxen und paddock. der stall sowie das paddock sind mit paddockmatten ausgelegt. die tiere können sich innerhalb der weide frei bewegen, tag und nacht. der boden ist auf dieser weide absolt verdichtet, es zeigen sich die gleichen symtome wie hier bereits beschrieben.
    natürlich könnte man das ganze vermeiden, durch haltung in höhlen und auf matratzen.


    gruss

    :] " Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten." :]


  • wer möchte denn von euch jetzt ernsthaft erzählen dass das hier keine bodenverdichtung nach sich zieht.
    ich dachte wir ziehen hier an einem strang, aber die wahrheit möchte man nicht hören.


    gruss

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  • auch Bodenverdichtung
    nein, Flügel haben die Pferde (und Ochsen) noch? keine


    mich hat mal jemand auf die Fußabdrücke im Moos (Moor) angesprochen; das läuft bei mir unter Mikro-Habitat, Stapfen für Stapfen

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Noch mal, ein gut durchwurzelter Boden verträgt Druck in gewissen Maß, der hat einfach ausgedrückt, eine Art Federwirkung, man braucht nur drüber zu laufen, spürt man das Aes bleiben auch keine Spuren.
    Lieber Gardist, gerne kannst du kommen ich trete den Beweis an.
    Jakob, Fuhrmann hat Recht besorge dir des Buch von Müller-Rusch, vor vierzig Jahren hat er mich mit seiner Logik schon überzeugt.
    Denkt ganz einfach mit der Natur, wir brauchen das Rad nicht neu erfinden.
    Ein Maisacker bei dem der Humus bei Regen mit in den Bach läuft, der kein Leben mehr hat, das ist klar, der wird wie Beton. Mit genügend PS und Mineraldünger wächst trotzdem wieder Mais, nur wie lange noch?


    der Lohmüller

  • Auch ein Pferd mit 1 Tonne bringt viel Druck auf dem Boden also Verdichtung. Hier spricht man von ein Druckkegel. Dies auf ein kleine Fläche (der Hufe).
    Der grosse Unterschied aber ist, das die Boden Lebewesen können um diesen Kegel herum, und sie langsam wieder aufbrechen.


    Die Walzen auf moderne Maschinen, verdichten Flächig, hier ist es unmöglich für die Würmer durchzukommen. Hinzu kommet ein "Bugwelle" welches vor dem Rad entsteht.
    Ab 5 tonen entsteht in der Tiefe eine weitere Verdichtung, wenn beide zusammen kommen ist Schluss.


    Mir hat ein 80 Jährige Bauer erzählt, "er hätte mit ein Bettpflug (kein Selbstfahrer) ein Furche ziehen können ohne den Pflug anzufassen, dies ginge bei den heutigen bearbeiteten Böden nichtmehr"

  • Es wurde bereits gesagt, daß der Grad der Bodenverdichtung und die Regenerationsfähigkeit von der Beschaffenheit der Böden abhängt. Da ein schluffiger, zur Staunässe — bedingt durch die Durchlässigkeit des Untergrunds — neigender Ton- oder Lehmboden wesentlich aufwendiger zum natürlichen Verhalten rekultiviert werden muss als ein durchlässiger Mineralboden mit kiesigem oder felsigem Untergrund können pauschale Aussagen und Lösungen zur Problematik nicht funktionieren.


    Ich habe hier einen tonig/schluffigen Boden mit Senken die das Wasser nicht in den Untergrund flächig durchlassen können. Die jahrzehntelange Bearbeitung mit Maschinen hat das Nässeproblem an die Oberfläche verlagert und die Niederschläge sammeln sich jetzt in den Senken. Dadurch wird das Problem nicht besser, denn das Oberflächenwasser spült die Kleinstteile in die Senken und macht den Boden weiterhin undurchlässig. Die Pflugfurche hat die oberen 15-20 cm wieder natürlich werden lassen, nur die Niederschläge der letzten Wochen haben gezeigt, das der Boden weiterhin diese Niederschlagsmengen nicht puffern kann. Nur dort wo ich durch die Verlegung von Drainagen diese verdichteten Schichten aufgebrochen habe versickert das Wasser.


    Da ich in der Lage bin die verdichten Bodenschichten maschinell aufzubrechen (eigener Bagger) werde ich das in Angriff nehmen und über die Ergebnisse zu gegebener Zeit berichten.

  • Fuhrman hat Recht besorge dir des Buch von Müller-Rusch


    @ lohmüller, ok wir werden uns das buch bestellen, von fuhrmann emfohlen, wäre nett wenn ich eine isbn- nr. hätte, danke.


    Da ich in der Lage bin die verdichten Bodenschichten maschinell aufzubrechen (eigener Bagger) werde ich das in Angriff nehmen und über die Ergebnisse zu gegebener Zeit berichten.


    finde ich gut das du uns dann in kenntnis setzt, bin gespannt was dabei rauskommt.


    gruss

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    Edited 3 times, last by jakob ().

  • Meiner Meinung nach kommt es in dem Video mit den Pferden aud der einmalig Befahrenen Fläche zu keiner nennenswerten Strukturveränderung, auch wenn die Wetterbedingungen im Herbst eine Befahrung der Böden schwierig machen.
    Wenn ich eine Spatenprobe von diese Fläche nehme, in der Spur, wo der Miststreuer gefahren ist, so werde ich vielleicht eine Strukturveränderung in den obersten 5 cm haben, welche ich durch die anschließende Bodenbearbeitung wieder aufbrechen kann, wenn ich 10-15 cm tief pflüge.


    Der Fendt bring seinen Mist/Kompost bei trockneren Bodenverhältnissen aus, aufgrund der größeren Aufstandsfläche resultieren Druckzwiebeln, die trotz des trockenen Bodens über 20 cm Bodentiefe hinausgehen, so mag es vielleicht sein, dass es aufgrund des ausgetrockneten Bodens an der Oberfläche zu keiner Strukturveränderung kommt, allerdings dann im Unterboden, welche ich auch durch einen Tiefenlockerer nicht wieder beheben kann. bei uns in der Landmaschinenschule hieß es, lockern kann ich nur, wenn es trocken ist, in 50 cm Tiefe ist es nie richtig trocken, womit nur eine Drainage gezogen wird oder alles verschmiert wird.

  • Hallo,
    im Rinderforum ist das Thema mit einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2006 ( http://www.soil.ch/doku/gefaherdung_schwerlast.pdf ) auch "aufgemacht" worden.
    Diese Broschüre habe ich hier noch nicht gesehen, darum weiß ich nicht, ob sie bekannt ist.
    Sie ist Gott sei Dank nicht so umfangreich, man kann sie beim letzten Kaffee vom Frühstück lesen und der Inhalt auch für mich begreiflich.


    Sie behandelt allerdings nur die Verdichtung und deren Ursache. Nach den letzten Beiträgen ist das anscheinend ja noch ein Thema.
    Eine kurzfristige Lösung, nach der am Anfang gefragt wurde, bietet sie jedoch nicht.

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Im Gartenbau gibt es die Möglichkeit verdichteten Boden wieder lockerer zu bekommen
    das nennt sich rigolen bzw.holländern .
    Ist eine schwere Hand- Arbeit und nur bei kleineren Flächen zu empfehlen .
    Der Oberboden wird entfernt, der Unterboden aufgelockert ,
    dazu dann Mist ,Grüngut ,Kompost ect. eingearbeitet
    dann kommt der Oberboden wieder drauf.
    Im Garten,kleiner Fläche gut möglich ,
    aber auf großem Acker vermutlich nicht machbar.

  • Den fruchtbaren Oberboden beseite legen und den Untergrund so tief wie erforderlich mit dem Bagger durcharbeiten, danach den Oberboden wieder andecken.
    Soll aber nicht heißen, daß ich jetzt einen 3/4 ha wie Braunkohle-Tagebau aussehen lassen will, sondern Streifen für Streifen in Angriff nehme. Wie breit diese Streifen sinnvollerweise ausfallen muß die Praxis zeigen.

  • Den fruchtbaren Oberboden beseite legen und den Untergrund so tief wie erforderlich mit dem Bagger durcharbeiten, danach den Oberboden wieder andecken.


    Was spricht deiner Meinung nach gegen den Einsatz eines Tiefenmeißels, außer natürlich wenn sich noch eine funktionierende Drainage in der Fläche befindet, deren genaue Lage nicht bekannt ist?
    Ich habe ( auch auf Flächen die durch Pferde stark verdichtet worden sind..... ) recht gute Erfahrungen damit. Es bringt immerhin so viel Lockerung in den Boden, dass nachfolgende Gründünger wie z.B. Lupinen vernünftig tief wurzeln können. Allerdings sind die Verdichtungen hier zumeist "nur" um die 50-60cm stark ( Geest ).

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