Pferdearbeit - Was kostet eine Stunde ?

  • Dann bin ich mit 20€/h also eine von den bösen Preisverderbern...
    Zu meiner Verteidigung kann ich aber vorbringen das ich die dortigen Geräte nutze und es hier in der Nähe keinen "Pferdearbeiter" gibt dem ich den Preis versaue. Der vor mir mit seinen Pferden ausgeholfen hat, hat gar kein Geld dafür genommen sondern sich ab und zu ein Gerät ausgeborgt.
    Ach und die Gärtnerei muss auch noch eine Person abstellen die mit mir zusammen arbeitet. Bei ein mal in der Woche auf dem Acker ist mein Pferd nicht so gut, das ich Pferd und genaues Gerät führen hinbekomme.

  • Ich bin eher davon ausgegangen was der Gärtner bereit wäre zu zahlen.
    Ohne Pferd habe ich, zu der Zeit, bei ihm für einen Stundenlohn von 5€ gearbeitet.
    Was hier in der Gegend ein normaler Stundenlohn ist! Davon kann auch keiner leben ...


    Mein Pferd verdient zu seinen Kosten etwas dazu. Da ich dieses Jahr wohl kein Heu brauche, hat es fast für den Hufschmied gereicht.

  • Vorsicht bei den Stundensätze, dass wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen !


    Beispiele:


    Stundensatz eines Unternehmers: hier sind alles Kosten enthalten wie Lohn, Sozialabgaben, Anfahrt, Pferd, Unternehmerisches Risiko, Gewinn, Zinsen etc.


    Netto- Stundenlohn eines Arbeitnehmers: das ist das was der Arbeiter dann frei zu Verfügung hat.


    Brutto-Stundenlohn eines Arbeitnehmers: hiervon muss der Arbeiter noch seinen Anteil an Sozialabgaben und Steuern zahlen.
    Und der Arbeitgeber führt seinen Anteil auch ab, müsste eigentlich drauf gerechnet werden um vergleichen zu könnne.


    Ein Unterschied: ein Arbeiter hat meist eine Vereinbarte Stundenzahl mit der er sein Jahreseinkommen kalkulieren kannn. Ein Unternhemer muss ich um Aufträge kümmern um genügend Einnahmen zu haben. Ggf auch Durststrecken ohne Aufträge überbrücken können. Pferde fressen auch wenn sie nicht arbiten bzw. Zinsen will die Bank auch wenn man nicht arbeitet, die Versicherungen wollen auch ihren Beitrag.



    Dazuverdienen:
    Im Grunde subventioniert der Hobbyhalter eine Dienstleistung !


    Ob sowas gut oder schlecht ich wage ich nicht zu beurteilen, aber ein paar Gedanken dazu:
    wenn man keinen Hauptberuflichen die Arbeit damit "kaputt" macht ist es eine Möglichkeit die Pferdearbeit zu etablieren. Alles was man anfängt wird erst mal ein Zuschussgeschäft sein.


    Wenn man allerdings einem Hauptberuflichen damit die Lebensgrundlage zestört finde ich das nicht gut, weil im Endeffekt beide nicht davon leben können und wir die Pferdearbeit auf diese Weise eher vermindern anstatt sie zu fördern.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

    Edited once, last by Fuhrmann ().

  • Würde mich freuen wenn Ihr Eure Kalkulationen mal zeigt


    Ich musste für das Landratsamt eine Mittellohnkalkulation erstellen. Ich bekomme das Ding hier nicht rein, da lag ich bei 42 €/h Einspännig, das war 2011. Mit diesem Ansatz arbeite ich auch.
    Wenn es jemand interessiert, per Mail kann ich die Liste schicken.


    Gruß Thomas

  • Thomas, deine Kalkulation würde mich interessieren.
    Entweder per mail oder PN.


    Eine Kalkulation Deckungsbeitrag für die Pferde findest du weiter oben in einem Beitrag von mir.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Da ich nur privater Pferdehalter bin und die Pferde als meinen Luxus betrachte, mache ich lieber keine Kostenaufstellung...
    Hauptsächlich lasse ich mein Pferd in der Gärtnerei arbeiten, weil mein eigener Garten zu klein ist um regelmäßig anzuspannen.


    Was der Gärtner für sich selber nimmt weis ich nicht. Er arbeitet viel und lebt nicht in Saus und Braus. Das ist das was ich weis.

  • >Hallo zusammen ,


    ich denke das dorina das schon ganz gut macht wenn es keinem die Lebensgrundlagen nimmz,
    wir sollten uns als Holzrücker alle auf einen Nenner treffen und zusammen arbeiten ,und uns nicht die Preise kaputt machen es gibt einfach zu wenig
    wir nehmen hier oben 42 netto einspännig und 60 netto zweispännig die Std und helfen uns gegenseitig bei den Aufträgen . Ich und die anderen denken eben das es nur so geht was auch richtig ist.


    eine Förderung halte ich fÜr nicht gut , denn fällt sie weg jammern alle wiederr rum , ich will nicht wie die Landwirte abhängig vom Staat sein .


    wer flexibel ist kann auch ohne Hilfe Geld verdienen , man muss halt evtl seine Ansprüche reduzieren hat aber evtl den Job und das Leben welches sich man wünscht


    ich glaube das die meisten mit Pferden aus Überzeugung arbeiten und nicht des vielen Geldes wegen, auch wenn der Stdlohn reell sein muss
    Patrick

  • Hallo,
    Vorab: ich bin kein Holzrücker, höchstens für mein eigens Brennholz.
    Trotzdem wage ich mich mal ein paar Überlegungen in die Diskussion zu schmeißen.
    Als selbstständiger Unternehmer will und muss ich mindestens 15 € Netto die Stunde Verdienen.
    damit komme ich bei rund 2800 h/a auf etwa 3000 €/Monat, was ein Durchschnittlicher Industriearbeiterlohn ist.
    Dazu kommen etwa 5,50 €/h Sozialversicherung und 7,50 €/h Einkommensteuer, macht in der Summe 28 €.
    Wenn ich die hälfte meiner realen Arbeitszeit Verkaufen kann ( mehr ist wohl kaum drin!?) sind das schon 56 €/h + MwSt. die ich in Rechnung stellen muss (müsste)... nur für mich! Pferd + Arbeitsgerät kommt dann dazu.
    Da ist dann noch keine Eigenkapitalverzinsung, Kapitaldienst, Abschreibung, Energiekosten, Futter,... was weis ich drinn enthalten.
    Wenn ich einen höheren Anteil meiner Arbeitszeit Verkaufen kann sieht die Rechnung besser aus.


    Nur mal so zum Nachdenken.


    Eine besinnliche Zeit wünscht,
    Fred

  • Hallo Fred,


    arbeitest du 2800 h/a ?
    Also die Jahrestd. bei 40h/Woche sind 1760h/a.
    Du würdest also 1000h mehr arbeiten als der Industriemitarbeiter (von denen die meisten aber 35H/Woche haben).


    Ansonsten gebe ich dir recht.


    Gruß und guten Rutsch


    Carsten

  • Jetzt ist es auch bei mir soweit. Wir haben für den 14. Februar den ersten kleinen Auftrag zum Holzrücken. Bis jetzt haben wir nur, wenn überhaupt, für uns Holz gemacht. Ich hab mir dann immer die Bandsäge kommen lassen und für die Nutzung gezahlt. Jetzt rücke ich für den Sägenbesitzer. Das bringt mir umgerechnet 10€/h. Das heißt für mein Holz zu schneiden. ca 50-60€. Je nachdem wieviel arbeit uns dort erwartet geht die Rechnung auf. Anfang nächster Woche schau ich mir die Gegebenheiten mal an. Es ist ein Auftrag über meinen Bruder, dessen Bekannten gehört der Wald und die Bandsäge. Ist also eher so ein "eine Hand wäscht die Andere" Geschäft. Aber das sind mir die Liebsten.


    Gruß Michel

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!:

  • Ja Danke, werden wir bestimmt haben. Momentan beschränkt sich die Zugarbeit ja eher auf Wasserbehälter den relativ steilen Hang zum Stall hochzuziehen, da wir am Stall nur nen Wassertank haben und der ist momentan regelmäßig eingefroren. Sonst werden die beiden halt geritten, im Moment.

    Das einzig Beständige ist der Wandel :!:

  • zwar schon länger her, Antworte aber trotzdem noch.
    Die 60 h-Woche ist in der (tierhaltenden) Landwirtschaft nicht wirklich ungewöhnlich.
    Ich selbst verdiene mein Geld überwiegend im Ackerbau (ganz unmoralisch mit großen Traktoren) und komm mit weniger h aus. So über den dicken Daumen 49 Wochen zu 50 h.
    Grüße
    Fred