Unwetter aktuell

  • Sehe das jetzt erst. Wohne 15 Minuten weg. Da siehts grausam aus, Jahrhundertealter Baumbestand und wertvoller Wirtschaftswald sind zerstört.
    Meine laienhafte Überzeugung ist auch, daß wir in Zukunft wg. dem Klimawandel mehr mit solchen Unwettern zu kämpfen haben. Aber das sit nur so mein Gefühl.
    Freitag gabs in Frankfurt/ Main Unwetter mit Starkregen. Alle Berufsfeuerwehren und auch die Freiwilligen waren im Einsatz.

  • Bei mir im Raum Kiel hatten wir diesen Sommer eine erhebliche Trockenheit und nur aufgrund der Bodenbeschaffenheit ist hier nicht die Ernte verdorrt sondern optimal eingebracht worden. Der Drusch wurde vielfach in die Nacht gelegt damit das Getreide den richtigen Feuchtegehalt aufwies. Getreide über 15% Feuchte gibt Abzüge weil es getrocknet werden muß, unter 13% gibt es aber keine Aufschläge weil es so trocken ist. Da muß die Balance aus Trockenheit und Gewicht stimmen und 1% Unterschied kann bei entsprechender Menge schon viel Geld bedeuten.


    Bis vorletzte Woche hatten wir Trockenheit und Temperaturen um 30° C, nacht bei 15 -17°. Die Vegetation reagierte mit vorzeitigem Laubabwurf, es sah zeitweise wie im Herbst aus. Jetzt, nach über 1 Woche Regenwetter, ist die Bodenfeuchtigkeit ca 5 cm im Boden unter Gras eigedrungen. Draunter kommt nur Staub. Ich repariere gerade Drainagen für die umliegenden Bauern und sehe täglich die Entwicklung der Bodenfeuchtigkeit.


    Im übrigen sind hier Bäche trocken — und ich meine staubtrocken — ,Wasserlöcher sind nur noch Schlammpfützen. Das hatte den Vorteil, daß ich meine Wasserlöcher endlich einmal ausbaggern und entschlammen konnte :D


    Ich bin aber sicher, daß in vergangenen Zeiten die Regenmengen auch mehr als in den letzten 50 Jahren waren. Ich mache das fest an der Tatsache, daß die mittlerweile zugewachsenen Abzugsgräben von vor 100 Jahren und mehr bestimmt nicht aus lauter Langeweile von Hand ausgehoben wurden. Deren Pflege wurde eingestellt und jetzt wundern sich die Bauern, daß sie „absaufen“...

  • bei uns kam gestern Abend auch eine Unwetterwarnung rein. In der Nacht kamen dann die ersten heftigen Gewitter.
    Heute sah ich ein Schönwetter-Fenster, das war kürzer als gedacht. Mein Pony musste schlussendlich 30 Minuten im Flotten Trab heimtraben, überall Blitze und Donner, ich trabe sonst nicht bis in den Stall rein, aber heute wollten wir uns einfach nur retten. Innerhalb von wenigen Minuten war unser Abfluss überfordert und schon bald stand auch auf dem Hof das Wasser!
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  • Wir sind gestern gar nicht erst rausgekommen. Pony bei Schönwetterfenster saubergemacht und dann war Schluss. Sah erst gar nicht so schlimm aus, ein bißchen Regen und Wind aber Stütchen wollte partout nicht an die Kutsche, zitterte und wich aus. Schlußendlich zeigte sich, daß sie Recht hatte, nach 5 Minuten wurde es echt heftig. Haben uns dann untergestellt, den Sturm abgewartet und danach noch ein bißchen auf dem Reitplatz vom Boden gefahren. Überall stand Wasser, aber da unser Ort auf einer Anhöhe liegt, war es GsD nicht so schlimm. Unsere Abwasserleitungen sind gut mit den Wassermengen fertig geworden. Sie armen Leute, denen das Wasser ins Bad zurückgelaufen ist, was ne Sauerei.
    Dieses Jahr ist wirklich heftig.....
    Mikado: Hoffentlich kommt bei Euch alles wieder in Ordnung!

  • Halb so schlimm, die Tiere wie auch Menschen sind es sich gewohnt.
    Der eine Kuhstall bleibt trocken, es ist vor allem der Auslauf der unter Wasser steht, so gehen die Kühe dann eben rein (haben Auslaufstall Haltung). Der obere Pferdestall bleibt trocken, einzig das Mistwasser läuft in den Auslauf von meinem Pony. Der untere Pferdestall steht eher mal unter Wasser, da kommt aber noch vom Misthaufen das Mistwasser dazu, der so schön über meinen Auslauf zu den anderen Boxen runter läuft. Der Bauer wollte diesen Sommer die Wand neu machen, hatte aber dennoch nie Zeit dafür. Aber meist ist es einfach Einstreu raus, neues Einstreu rein 1-2 Tage später alles wieder trocken. Gibt einfach immer ne Sauerei!Der Pony

  • ...heute in Liederbach am Taunus, so berichtet die Hessenschau.


    Dagegen gibt es Rückstauklappen. Ist hier mehr oder weniger Standard geworden. Ich bau' die Dinger ein, die werden einfach in die Schmutzwasserleitungen integriert.

  • Wir waren Sonntag auf einer O-Fahrt.
    Wir machten eine Methamorphose vom Mensch zum Fisch durch. Wir lebten im Wasser.
    Es war aber wirklich nur Regen, wenn auch reichtlich. Wir hatten keinen Fetzen trockenen Stoffs mehr am Körper.
    Aus meinen Lederfahrhandschuhen tropfte gestern nachmittag noch immer Wasser, genauso aus meinen Schuhen.
    Immerhin ist das eine Geschirr schon wieder gerichtet. Das andere ist dann heute dran. Es war gestern noch immer zu nass.
    Wir hatten somit Glück und sind von Unwettern verschon geblieben.

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • Der Planet hat Fieber !


    lt. Greenpeace hatten wir gerade das wärmste Jahr seit der Temperaturaufzeichnung.
    http://www.greenpeace.de/theme…awandel/planet-mit-fieber


    Ein Grund mehr den Traktor stehen zu lassen und Pferdekraft zu nutzen.


    Doof für diejenigen die es (noch) nicht können !
    Aber man kann es ja lernen. Es gibt genügend Fuhrleute die ihr Wissen weitergeben.


    Ein gute Investition in unsicheren Zeiten der Geldanlage.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Fuhrmann, Arbeiten mit Pferden ist ökologisch gesehen sicher sehr gut, das alleine löst das Problem aber nicht.
    Aber es gibt ja viele weitere Dinge die ökologischer Schwachsinn ist. All die Industriebetriebe die nach wie vor in vielen Ländern ohne Partikelfilter etc. den Dreck rausrauchen lassen, Industrien die extrem verschwenderisch mit Ressourcen umgehen, viele Länder ohne Recycling, viele Länder wo man für jeden Meter das Auto nimmt, anstelle mal selbst läuft. All die Leute die mal eben schnell mit dem Flugzeug rumfliegen für einen lustigen Städtetrip, all die Nahrungsmittel sowie aber auch Luxusgüter die mit den Flugzeugen transportiert werden, ja gar Pferde werden unterdessen eingeflogen usw.


    Das arbeiten mit Pferden ist schön, es ist ideologisch und es trägt sicherlich klein wenig dazu bei, die Erde etwas länger am Leben zu erhalten. Die grossen Probleme löst es aber nicht.

  • @ Mikado


    Eines löst vor allem die Probleme NICHT, wenn ich so handele dass die anderen was tun sollen, weil die ja viel schlimmer sind als ich. Wenn das alle so machen, dann gibt es keine Verbesserung.


    Mit Pferden arbeiten kann ich tun, ich selbst, und auf die Produkte der Industirie immer mehr verzichten. Nicht ganz, aber reduzieren. Vlt. auf ein verträgliches Maß !


    Wenn ich zwei Menschen dazu bewgen kann anderes zu handeln, und diese zwei wiederum je zwei Menschen inspirieren, Und diese vier dann wieder je zwei...... wie war das noch mit dem Reiskorn auf dem Schachbrett `?

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

    Edited once, last by Fuhrmann ().

  • Natürlich, man kann andere Menschen mitziehen mit seinem Verhalten.
    Aber ich denke da gibt es eben Dinge die einfacher sind vorzuleben und andere Menschen mitzureissen als Arbeit mit Pferden. Wie z.B. eben zu Fuss zu gehen und nicht für jeden Meter das Auto nehmen, die Treppe benützen anstelle den Lift (Strom einsparen), Nahrungsmittel wie auch andere Produkte und Dienstleistungen aus seiner Region beziehen, Gemüse etc. nach Saison einkaufen. Es ist mir immer noch Schleierhaft wie man denn Erdbeeren im Dezember essen will, die in der Regel durch die halbe Welt gekarrt/geflogen werden um dann zu merken, dass sie ja nicht mal wirklich nach Erdbeeren schmecken, oder eben keine Städte Trips mit dem Flugzeug zu machen, sich nicht ein Pferd aus Kanada einfliegen lassen, es gibt genug Pferde im eigenen Land (wobei hübsch sind sie ja diese schwarzen Kanadier), Gewisse Grossunternehmen nicht zu unterstützen, nicht dort zu arbeiten und deren Produkte nicht einkaufen usw usw usw. Das sind alles Dinge wo man im Kleinen bei sich zu Hause machen kann.
    Nicht jeder kann so schnell mal seinen Traktor gegen das Pferd austauschen... Und dann gibt es noch die grossen Dinge, die aber noch viel mehr ausmachen.... aber kaum zu ändern sind...

  • Ich finde es immer sehr interessant sich mit den alten Leute zu unterhalten. Vor 60 Jahren war hier jeder Haushalt autark. Sie hatten keine Gärten um sich darin auszuruhen und zu entspannen sondern bauten dort ihr Gemüse an. Heute haben die Kinder der Kinder in den Garten gebaut weil ja jeder auch sein eigenes Haus haben möchte. Es gibt fast keine Nutzgärten mehr dafür aber seit Oktober ein eigenes Fitnessstudio im 2000 Einwohner Ort. Früher wurde die Zeit und Energie mit Ochsen oder Pferden auf dem Acker verbracht der jetzt dem riesen Komlpex weichen musste. Trotzdem sind die Leute weder zufriedener noch gesünder oder glücklicher. Man brauchte damals nicht unbedingt täglich mit dem Auto irgendwo hin weil man ja alles im Ort hatte. Schule, Kindergarten, Metzger, Bäcker usw. Heute gibt es dafür mehrere riesige Einkaufszentren im nächsten größeren Ort wo ich einen Apfel kaufen kann der noch ägyptischen Staub an sich hat. Das Hauptproblem ist glaube ich einfach die Bequemlichkeit. Es soll immer alles schneller und einfacher werden.


  • Doof für diejenigen die es (noch) nicht können !
    Aber man kann es ja lernen. Es gibt genügend Fuhrleute die ihr Wissen weitergeben.


    hmmm, ich warte noch heute auf Deine Rückmeldung zum Pferdearbeit lernen als Praktikant bei Dir - besprochen beim Grünlandkurs letztes Frühjahr.


    Wenn es bei Dir zeitlich nicht möglich war oder Du mir nichts beibringen willst, ok, aber mal kurz rückmelden, das wäre fair gewesen......

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

    Edited once, last by Sanhestar ().

  • @ Mikado:


    Im Grunde ist es mir erst mal egal wo jemand ansetzt und versucht unsere Umwelt ein wenig zu schützen. Und ich denke letztendlich ist es egal ob großes oder kleines Projekt. Einem Korb voll Kartoffel ist es wurscht ob kleine Kartoffel drinn sind oder große, es bleibt ein Korb voll Kartoffel. Wenn man Erbsen zählen will, dann könnte man sogar sagen, dass im Korb mit dem kleinen Kartoffel mehr Kartoffel drinn ist als in dem mit den großen.
    Was ich sagen will: die Menge machts.


    Und wo, wenn nicht in einem Forum, dass sich das Arbeiten mit Pferden auf die Fahne geschrieben hat, sollte man andere motivieren mit ihren Pferden zu arbeiten. Selbst wenn für den Sonntagsausflug das Pferd statt dem Auto genutzt wird finde ich das schon super gut. Es wird meine Intension bleiben für die sinnvollste Pferdenutzung, das Arbeiten, zu werben.
    Heute der Sonntagsausflug, morgen die Heuballen und übermorgen der Selbstversorgergarten.....warum nicht ?


    @ Sanhestar: Du hast eine PN !


    @ KleinesLottchen, yep ich gebe dir recht. Und wer zahlts ? Die Natur !

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Ich meine es sollte jeder machen wie er kann oder möchte, aber eins ist klar, wenn ich die Zeit habe lass ich den Traktor stehen und nehme die Pferde. Es macht mir viel Spaß mit ihnen zu arbeiten. Schon der Umgang, das Verhalten der Pferde beim warten wenn der Wagen beladen wird oder beim Holzrücken wenn der Stamm angehängt wird, das alles muß gelernt werden. Freue mich schon aufs nächste Wochenende, denn ich habe heute wieder mein Jahresbedarf für unser Zweifamilienhaus an Brennholz zum Selbstwerbern bekommen. Hier sieht man es aber, das Leute die keine möglichkeit haben ein Pferd einzusetzen müßen entweder die Meterscheide aus dem Bestand zum Weg tragen oder sie nehmen die teure Version, die fertigen Polter am Wegesrand. Denn bei uns darf man nur auf den Waldwegen fahren und selbst die Rückegassen sind für selbstwerber tabu. Da ist es gut Arbeitspferde zu haben und sie hier sinnvoll einzusetzen.


    Gruß
    Jürgen :)

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