Zucht ohne Körung?

  • So viel ich weiss von meinem Zuchtverband können Söhne von Hengsten aus dem HB II nicht gekört werden.
    Ob es Unterschiede zwischen den Verbänden gibt weiss ich nicht.


    Unterschiedliche Vorgehensweisen in den Verbänden sollte es eigentlich ;) nicht geben - alle unterliegen der ZVO ( Zuchtverbandsordnung) die für jede Rasse bundesweit festgeschrieben ist.
    Tatsächlich unterscheidet sich die ZVO aber von Rasse zu Rasse - das hatte ich in meiner Antwort nicht berücksichtig.


    So ist es beim Süddeutschen KB so, ich ich oben beschrieben habe: HB II - Nachkommen sind voll eintragungsfähig.
    Beim Rheinisch Deutschen KB ist dagegen ein HB I - Vater Voraussetzung - allerdings gibt es in der ZVO für die Eintragung ins HB I folgenden Zusatz:

    Quote

    Hengste mit nicht dem Hengstbuch I entsprechenden Leistungsinformationen des Vaters erfüllen die Anforderungen zur Eintragung nur dann, wenn sie in einer Hengstleistungsprüfung gemäß § 411f (1) ZVO eine gewichtete Endnote von 7,5 und besser erzielt haben, wobei keine der Merkmalsnoten unter 6,0 liegen darf.


    Für mich liest sich das so, dass ein HB II - Nachkomme dann eingetragen werden kann, wenn er zusätzlich zur erfolgreichen Körung eine Leistungsprüfung mit den angegebenen Noten abgelegt hat - aber ich kann mich natürlich auch irren :D


    Für eine genaue Antwort müsste man also wissen, über welche Rasse wir hier eigentlich sprechen...
    Das einfachste und sicherste wäre eine Nachfrage beim betreffenden Zuchtverband :whistling:


    die Nummer 16 war einen cm zu klein.
    Nun frag ich mich, so ganz generell, warum das bei 3 jährigen ein Ausschlusskriterium ist, den cm macht der doch locker in den nächste 1,2 Jahren, wohl eher mehr.


    Die Größe wird vom Rassestandard festgelegt. Ist das Pferd zu klein, ist es nicht körfähig, weil es dem Rassestandard nicht entspricht - Punkt, aus.
    Da hat der Hengsthalter auch ein bisschen selber schuld - hätte er doch leicht selbst feststellen können, ob die Fahrt zur Körung überhaupt lohnt.


    Wenn der Hengst nächstes Jahr " ins Maß gewachsen " ist, kann er ja erneut vorgestellt werden....

    Edited once, last by pauline ().

  • Hi, habe eben in MS-Handorf angerufen. Vor Donnestag kann ich keine Auskunft über das Körprotokoll bekommen, da die zuviel mit anderen Körungen beschäftigt sind, so die Auskunft. Auf die Nachfrage, ob die Nachkommen eines ungekörten Hengstes gekört werden können, sagte mir die Dame in der Zentrale, daß das nicht möglich wäre, das Einzige wäre, zu der jetzigen Körung wiederspruch einzulegen. Ob die Dame in der Frage allerdings kompetent genug war, weiß ich nicht.


    @ Fritz: der letzte Mohikaner....


    Wenn man sich einen Hengst anschafft sollte man auch schauen, dass man ihm eine passende Haltung bieten kann.

    Ein Wallach wäre vorhanden. Kann er nicht auch mit gedeckten Stuten stehen? In Einzelhaft würden wir ihn mit Sicherheit nicht stellen.



    Finanziell lohnt sich die Zucht garnicht, allein die Futterkosten für ein Pferd bis es 3 jahre ist sind höher als man einen 3 jährigen Kalten kaufen kann

    Das ist uns schon klar, die klein-klein Züchterei ist eh nur Hobby.


    Für eine genaue Antwort müsste man also wissen, über welche Rasse wir hier eigentlich sprechen...

    Das ist ein Rheinisch-Deutscher...



    Außerdem, es gibt noch andere nette Hengste, wie Nikodemus. Von dem haben wir ein, für uns, wunderschönes Fohlen und nächstes Jahr gibt es wieder die gleiche Anpaarung :thumbsup: .
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Wenn man sich einen Hengst anschafft sollte man auch schauen, dass man ihm eine passende Haltung bieten kann.
    Ein Wallach wäre vorhanden. Kann er nicht auch mit gedeckten Stuten stehen? In Einzelhaft würden wir ihn mit Sicherheit nicht stellen.

    ich kann jetzt nur für Isländer und Highlands sprechen.


    Da stehen die Hengste mit tragenden Stuten zusammen oder in den Junghengstgruppen. Wallach plus Hengst kann (!) funktionieren, kann aber auch schief gehen.


    Stellt sich ja darüber hinaus auch die Frage, wie viele Fohlen ihr von ihm ziehen wollt. Wenn er nicht mehr für euch als Zuchttier in Frage kommt, kann er ja als Wallach weiterhin bei euch leben und arbeiten.

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

  • Wenn ihr den Jungen haben wollt, kauft ihn.
    Wartet auf das Körprotokoll und endscheidet dann, ob er eine eurer Stuten beglücken darf oder nicht. Dann wird kastriert.
    Wird es ein Stutfohlen, haben deren Nachkommen wieder die Möglichkeit den *Fehltritt* der Oma, spätestens Uroma auszugleichen.
    Wird es ein Hengstchen, ist eben gleich klar das er ein Wallach wird.
    LG
    Sonja


    PS: Oder ihr stellt ihn später zur Nachkörung (evtl. im anderen Verband) noch mal vor. Je nach dem was im Protokoll steht.

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • Wusste nicht, dass ihr eine Liebhaberzucht betreibt. Da ich mich auch in Müsli verliebt habe, als ich sie nur kurz gesehen habe, kann ich euch gut verstehen. Wenn Geld und Platz vorhanden ist, das Protokoll keine böse Überraschungen enthält, schlagt zu.

    Optimismus ist bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf den höchsten Berg zu steigen und "Scheiß Götter" zu rufen. (frei nach Terry Pratchet)

  • jeverson: Irgendwie verstehe ich das nicht: Ihr wollt evtl.mit einem nicht gekörten Hengst züchten, die Nachkommen sollen dann aber unbedingt möglichst gekört werden. Wo ist da die Logik? So wie ich Euch verstanden habe, wollt Ihr ja nur für den Eigenbedarf züchten. Ist es da nicht völlig egal, ob die Pferde dann auch gekört werden könnten?
    Gruß FRITZ

  • Hallo Fritz,
    sooo viel Eigenbedarf haben wir auch nicht. Es war auch kein Pferdekauf geplant, aber wie das so ist: Gelegenheit mach Diebe :rolleyes: . Das Pferdchen gefiel uns nur so gut, da haben wir gedacht, wo fünfe satt werden.... Dann übelegt man wozu man ihn alles gebrauchen kann, Arbeiten, Onkelpferd, wenn nach der Ausbildung Routine da ist, als Fahrlehrmeister für den Nachwuchs, das alles als Wallach. Dann kamen weitere Gedanken: So, wie der dasteht ist er eigentlich zu Schade zum Legen, er könnte doch seine guten Seiten vererben. Wenn wir Stuten decken lassen kommen Fohlen, wenn wir öfter decken lassen kommen noch mehr Fohlen ??? . Dann müssen wir welche loswerden, aufessen wollen wir sie aber nicht alle, also müssen sie dann verkaufen. Wenn dann alles offiziell eingetragen ist geht das besser. Die bisherigen Väter unserer Fohlen sind prämierte Hengste gewesen und die für die nächste Saison werden es auch sein. Die Gedanken von dem Legen lassen oder nicht Legen lassen waren erst nur am Rande, mit viel Gegenwind in der Familie, also nur rethorisch. Aber inzwischen, im Verlauf der Diskussion hier sind wir, auch meine Frau, doch sehr hin- und her gerissen.
    Außerdem wissen wir noch nicht einmal, ob der Hengst noch zu haben ist, denn wir haben zuletzt mit dem Besitzer an dem Tag der Körung gesprochen.
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • jeverson: Danke für die Information. Jetzt verstehe ich Euch besser. Ich wünsche Euch, daß Ihr die richtige Entscheidung findet. Bei der Vererbung von erwünschten Eigenschaften fällt mir immer die Geschichte von dem hässlichen Professor ein, der eine bildhübsche, aber strohdumme Frau heiratete und dachte, jetzt bekommen sie hübsche und intelligente Kinder. Sie waren dann aber leider hässlich und dumm. Ich gebe aber zu, das passt hier nicht so richtig dazu.
    Gruß FRITZ

    Edited once, last by FritzS ().

  • ich würde ihn kaufen. Ihr könnt ihn brauchen und er gefällt euch. Ob als Wallach oder Hengst könnt ihr immer noch entscheiden, da ihr verschiedene Haltungsmöglichkeiten habt. Für die Arbeit und den täglichen Umgang ist doch das Interieur das Allerwichtigste.
    Grüße Gabriele

  • Hallo zusammen,
    Ich denke das mit dem Hengst nicht gekört sollte gut überlegt sein , vor allem die Zucht . Ich finde es gibt genug zuchtversuche auf dem Markt ohne Papiere die dann irgend wann zum Schlachter gehen . Patrick

  • Ich denke das mit dem Hengst nicht gekört sollte gut überlegt sein

    Am Ende ist der Thread hier da, um gut zu überlegen :] . Es gibt hier grundverschiedene Meinungen und viele Denkanstöße an Dinge, von denen ich vorher nicht einmal ahnte, das es sie gibt.

    es gibt genug zuchtversuche auf dem Markt ohne Papiere die dann irgend wann zum Schlachter gehen


    Klar gehen die zum Schlachter, mit 25 Jahren oder später, es würde von dem Hengst ja nur ein paar Fohlen geben, von ein oder zwei Stuten.
    Es gibt durchaus Leute, denen "gute" Papiere nicht sooo wichtig sind, dafür aber ein gutes Pferd vielleicht nicht ganz so teuer kaufen müssen.
    Dann habe auch Leute mit kleinem Gelbeutel eine Gelegenheit.
    Außerdem ist er ja noch nicht einmal gekauft.
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Klar gehen die zum Schlachter, mit 25 Jahren oder später, es würde von dem Hengst ja nur ein paar Fohlen geben, von ein oder zwei Stuten.


    Das würde ich mir ganz besonders gut überlegen.
    Ihr belegt in der Regel zwei Stute. Bis ihr sehr, wie der Hegst sich charakterlich vererbt gehen schon mal 2 - 3 Jahre ins Land. Dann stellt ihr fest, dass das was euch zur Zucht mit diesem Hengst bewegt hat nicht wie erwartet *geliefert* wird. Wenn es ganz dumm gelaufen ist seit ihr im dritten Zuchtjahr und habt bis 6 Fohlen die nicht dem Zuchtziel entsprechen.
    Also erst mal eine Stute belegen und den Hengst noch 3 - 4 Jahre Hengst lassen um ihn dann zu kastrieren weil er sich nicht wie gewünscht vererbt? Armer Hengst. Ständig die Stuten in der Nase und nur einmal der Natur folgen. Bis dahin hat er evtl. auch noch seinen Kaufgrund verloren, weil er gefrustet ist.
    Steck mal einen Seemann nach 6 Monaten auf dem Meer in einen Puff und er darf an nichts dran. Keine schöne Vorstellung. Und das auch noch über Jahre ...
    LG
    Sonja

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • hallo,


    von Zucht null Ahnung hab, aber den Kandidaten wunderhübsch finde und ich leg auch Wert auf einen Charakter/Gebäude/Größe, der marktmäßig nicht mehr gewünscht wird, der Herr Fröhlich würd in mir definitiv keinen Käufer finden. Egal, ob der Hengst nun Hengst bleibt oder nicht, du schriebst weiter vorn, dass ihr dann 6 Pferdchen habt.....und ich lese, wie ihr grad akut den Fahrvirus voll empfangen habt (liest sich total nett, ich mag deinen Schreibstil!): Paßt auf euch auf, dass Hobby Hobby bleibt, es ist ein zeitintensives. Ich trauere meiner Hanne stark hinterher, trotzdem bin ich froh: ein KB scheißt einfach andere Haufen als die nutzlosen. Und Flitztier wird vermutlich den HH wechseln, nicht weil es bißle egozentrischer ist, sondern weil es vom Typ her immer viel Arbeit braucht um kopfklar zu bleiben und ich nicht immer soviel zeit habe und mir dann Vorwürde mach oder um 22.00 noch schnell bißle Boden einschieb damits Pony wenigstens was zu denken bekommt. KB sind ARBEITSpferde, rumstehen sollten die nicht....und bei Vollarbeit noch 6 KBs zu versorgen ist eine Menge Holz. mfg Kirsten
    ich schrieb es grad bei Shettyzubehör: Es gibt Rassen, wo man ohne zu zahlen genügend "Notfälle" sammeln kann, welche nach erfolgreicher Korrektur/Ausbildung genauso tauglich sind, wie ein liebevoll aufgezogens bestens gehändeltes Pferdchen......kostet Arbeit und Zeit, aber ist sehr befriedigend

    Edited once, last by Ben2003 ().

  • Hallo zusammen,


    ich habe von Zucht und Zuchtordnung nicht viel Ahnung. Aber wenn ich das Zuchtsystem richtig verstehe werden junge Hengste im Alter von 2,5 Jahren zur Körung vorgestellt. Diese sind dann aber noch nicht ausgebildet und keiner kann Aussagen zur Leistungsbereitschaft und Gelassenheit bei der Arbeit machen? Ich denke deshalb: Faulheit / Trägheit und die erwünschte Gelassenheit nicht verwechseln.


    Wenn ihr überlegt in die Zucht einzusteigen bleibt ja noch die Möglichkeit der Nachkörung und bis dahin eben Ausbildung. Sollte er dann doch nicht in die erwünschte Richtung einschlagen bleibt noch die Kastration.

  • Hi,
    Nachkörung ist für ihn nur noch möglich, wenn man gegen das Körurteil Widerspruch einlegt, so hat man das uns in Handorf erklärt. Wir konnten den Hengst bei dem ganzen Trubel aus der Nähe anschauen, er war gelassen. Außerdem werden wir ohne Einsicht in das Körprotokoll nichts unternehmen. So wie es z.Zt. aussieht, haben wir sowieso einen finanziell potenteren Mitbewerber. Schade.
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Hallo,
    das ganze Thema hat sich erledigt. Wir haben heute nach viel überlegen abgesagt, einen Wallach hätten wir nicht wirklich gebrauchen (er ist halt sooo schön :love: ). Auch wenn er bei einem anderen Zuchtverband gekört worden wäre, hieße das nicht, daß er als Deckhengst für Rh-Deutsche durchgehen würde. Das würde auch bedeuten, daß es für den Nachwuchs keine Förderung gäbe, die man ja auch gerne mitnimmt.
    Allerdings sind wir durch diesen Thread nicht dümmer geworden :whistling: .
    Gruß, Harald


    PS: Auch ein Hengstfohlen würde dann automatisch ein Wallach, da es keine Chance auf Körung hätte.

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

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