Kutschenschein ?

  • Arthur, endlich mal wieder etwas zum eigentlichen Thema das sinn macht.


    Da es keinen anderen Nachweis seitens der Gesetzgeber gibt, der belegen kann ob sich der Fahrer in irgendeiner weise einer Ausbildung unterzogen hat um ein Gespann im Straßenverkehr lenken zu können denke ich das die Versicherung eben dieses Fahrabzeichen meint.


    Und solange es da nichts anderes gibt, ist es aus meiner Sicht nicht verwerflich wenn sich doch einige Gedanken machen um dazu zu lernen und nicht einfach so auf blauen Dunst los zu juckeln, dafür ist inzwischen auf unseren Straßen zu viel los.


    Ob diese Diskussion allerdings Volker geholfen hat wage ich zu bezweifeln, leider, würde gerne von ihm wissen wie es denn nun ausgegangen ist.


    LG


    Petra

    :D Shetty Team Jahnke - Klein Stark Schwarz

  • Hi,

    Da es keinen anderen Nachweis seitens der Gesetzgeber gibt, der belegen kann ob sich der Fahrer in irgendeiner weise einer Ausbildung unterzogen hat um ein Gespann im Straßenverkehr lenken zu können denke ich das die Versicherung eben dieses Fahrabzeichen meint.

    das wird es sein, zumal die Prüfung des IVer sich ja auf das Fahren im Straßenverkehr bezieht, auf die Turnierfahrerei zielt ja erst der IIIer.


    Ob diese Diskussion allerdings Volker geholfen hat wage ich zu bezweifeln, leider, würde gerne von ihm wissen wie es denn nun ausgegangen ist.

    Ja, er sollte sich mal äußern, hier sind es ja mittlerweile vier Seiten hitzige Diskussionen enstanden, teilweise mit heftigen Streitereien.


    Volker: Schreib mal was dazu, wir wollen wohl alle wissen, was dabei herausgekommen ist :-] .
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Kommentar des Juristen:


    Nicht wirklich interessiert der nicht vereidigte Gutachter einer Versicherung. Klar, so ein Typ geht raus und prüft vorab für die Versicherung, ob man unwiderruflich zahlen muss. Auch ein Gerichtsverfahren kostet Geld. Manche Dinge sind eindeutig, da kommt der Versicherungsscheck ohne großes Tohuwabohou ....


    Aber vor den Gerichten zählt alleine der gerichtlich bestellte vereidigte Sachverständige :-)


    Das sind eben zwei Paar Stiefel ...


    Als Jurist lasse ich mich hier von einem "Versicherungsfuzzi" nicht wirklich ins Boxhorn jagen.

    Norweger sind nicht stur, sondern sie geben ihrem Halter nur die Möglichkeit über die eigenen Fehler nachzudenken!!!


  • Aber vor den Gerichten zählt alleine der gerichtlich bestellte vereidigte Sachverständige :-)

    Ja aber ; was wenn der Sachverständige Turnierfahrer ist und von Landwirtschaft keine Ahnung hat ?
    Außerdem ist ja nicht alles was man / frau mit Pferden machen kann gleich eine Landwirtschaft .
    Wer muß oder sollte dann den Kutschfahrt Fahr-oder Führerschein
    ( oder wie auch immer das Papierchen heißt) haben ?
    Der Besitzer der ja normalerweise die Versicherung für sein Pferd abschließt ?
    Oder der Fahrer ?
    das können ja 2 total verschiedene Personen sein .
    Wenn ich das ganze mal richtig überdenke kommen immer mehr Fragen .


    Ich wollte vor Jahren eine Versicherung bei der besagten Ülzener haben.
    Da hätte ich als Privatmensch jede einzelne Kutsche extra versichern müßen .
    Auf meine Frage "was wenn ich mal mit Pferd die Wiese abschleppe ,
    mit meinen Pferden den Mist wegfahre ,
    oder ein paar Koppelstangen ziehe "
    hieß es einfach ; Das ist Landwirtschaft und muß extra versichert werden.


    GsD gibt es auch andere Versicherungen wo alles was ich privat für mich ,mit meinem Pferden mache
    versichert ist , solange ich kein Geld dafür nehme.

  • GsD gibt es auch andere Versicherungen wo alles was ich privat für mich ,mit meinem Pferden mache
    versichert ist , solange ich kein Geld dafür nehme.



    Ich denke das wäre mal ein eigener Thread wert:


    Wer hat welche Versicherung und was beinhaltet sie und evtl. auch zu welchem Preis.
    Drosi mach doch mal ein Thema auf.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Gardist


    Keine Sorge. Zumindest die Gerichte wenden sich i.d.R. an die Verbände, z.B. die FN oder den VFD, teilweise gibt es hier "inoffizielle" Vorschlaglisten. Dass ein B-Trainer von den Gerichten bestellt wurde, habe ich persönlich noch nie mitbekommen :-)


    Alle, die ich als Gerichtsgutachter kenne, sind zumindest Trainer A, meist Richter, Bundes- oder Landestrainer, i.d.R. PferdewirtschaftsMEISTER (keine Pferdewirte!!!), etc. - allesamt Profi-Fahrer (oder bei Reitunfällen Profi-Reiter) gut, größtenteils im internationalen Spitzensport unterwegs ...


    Aber ich denke, dass auch Hammann, Brauchle und Co. als Spitzensporter Straßenverkehrsdinge bzw. das Verhalten von Pferden im Straßenverkehr ganz gut beurteilen können. Glaube kaum, dass von denen noch keiner die ein oder andere Kutsche in seiner Ausbildung "umgeworfen" hat :P


    Dass sich eine Versicherung vorab mal an einen bekannten B-Trainer wendet, um vorab zu klären, ob der ein oder andere Unfall in sich schlüssig ist bzw. ob es nicht evtl. möglich ist, dem Fahrer ein Fehlverhalten unterstellt werden kann, kann schon möglich sein. Aber so ein "Privatgutachten" einer Versicherung hat nicht wirklich Bestand vor Gericht.


    That's it!

    Norweger sind nicht stur, sondern sie geben ihrem Halter nur die Möglichkeit über die eigenen Fehler nachzudenken!!!

  • Nachdem die Beiträge hier immer mehr am Thema vorbeigehen möchte ich auch mal meine Erfahrung mit meiner Versicherung (UELZENER) beisteuern: Ich hatte einen Kutschenunfall, als mein Pferd bei einem entgegenkommenden Autokran mit gelben Blinklichtern scheute, rückwärts ging und die Kutsche vom LKW touchiert wurde. Sie fiel um, ich auf die Strasse, hatte aber die Leinen noch in der Hand, Pferd blieb stehen. Wir haben ausgespannt, die Kutsche wieder aufgerichtet und ich bin nachher noch weitergefahren. An der Gig von SAWA war nur der Kotflügel verbogen. Am LKW hatte es an der Seite Beschädigungen gegeben, die lt. Kostenvoranschlag ca. € 3000,- betrugen.
    Ich habe der Versicherung den Unfall gemeldet, der Meldung aber gleich eine Kopie des VFD-Fahrerpasses und eine Bescheinigung über die Teilnahme an einem Seminar "Unfallverhütung beim Gespannfahren" hinzugefügt. Es gab keine Rückfragen oder dergleichen, der Schaden wurde anstandslos beglichen. Ich weiss nicht, ob dies der Fall gewesen wäre, wenn ich nichts hätte vorweisen können.
    Andererseits frage ich mich, warum besagter "Volker" sich so besorgt zeigt, daß seine Versicherung seine Fachkenntnis anzweifelt. An seiner Stelle hätte ich längst geschrieben, daß ich seit soundsoviel Jahren fahre, bisher unfallfrei etc. und damit hätte sich die Sache wahrscheinlich erledigt.
    Die ganze Diskussion um den "Kutschenführerschein" geht doch an der Sache vorbei. Sicher gibt es auch Leute die ohne Kfz-Führerschein besser fahren als manch andere aber das darf man nicht verallgemeinern.
    Gruß FRITZ

  • Gardist@ mittlererweile verstehe ich nicht mehr, warum du immer noch auf dem gleichen Punkt rumreitest. Was hast du daran nicht verstanden, dass eine Versicherung es verlangen kann ? Verträge haben eben Bedingungen ( wurde doch von mehreren Leuten auch so geschrieben ). Passen sie nicht, sehe ich mich entweder nach einer anderen Versicherung um, oder erfülle die Anforderungen. Wie wohl jeder weiss, unterschreibst du mit Zeichnung des Vertrages, was in den AGB`s steht - also auch die Konditionen eines Schadensfalles. Klärst du die detaillierte Defintion nicht schriftlich, hast du möglicherweise Probleme. Günstigerweise macht man das sogar schon vor Abschluß.


    Hör endlich auf, dauerhaft falsch etwas zu behaupten, dass nie so geschrieben wurde .... Wo steht "rechtsgültig" ? Und deine anderen Unterstellungen ebenso. Das ist ja längst geklärt, dass jeder Vertrag für beide Seiten mit den Bedingungen geschlossen wird, die beide Seiten akzeptieren. Nur wer sich nicht kümmert, sitz möglicherweise in der Tinte. Ginge es nach deinen Behauptungen lässt sich daraus ableiten : Ich habe eine Vertrag, einen Schaden und bin nicht verpflichtet, ausser meiner Angabe, dass ich weis was ich tue, weil ich x-Jahre fahre .... sehr schlüssig.

    Die Fahrausbilderin

  • Habe jetzt nicht den ganzen Thread gelesen aber ich möchte noch etwas "Praktisches" loswerden:
    Mein Mann und ich haben nahezu alle Versicherungen bei einem Versicherer abgeschlossen. Also für Haus und Hof, Familie, Tiere, Autos, Gesundheit... - ALLES! Und kein Billiganbieter aus dem Internet! Dem "guten Kunden" gegenüber, ist die Versicherung auch kulanter, wenn es mal etwas teurer wird.
    Wenn man jedoch einen richtig schweren Unfall verursacht, mit schweren Personenschäden, wo es richtig teuer wird, dann hat man eh' die A...-Karte gezogen und die Versicherung wird versuchen, sich herauszuwinden. Es kann NIE schaden, ein Fahrabzeichen zu machen! Im Zweifel eines Rechtsstreites mit der Versicherung, hat man zumindest dieses "Ass" im Ärmel! (Und die Rechtsschutzversicherung bei einem anderen Versicherer abschließen!) :whistling:

    "An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

  • Interessant finde ich, dass sowohl in den Diskussionen hier als auch bei den Versicherungen immer die Qualifikation des Fahrers im Vordergrund steht. Dabei ist die Ausbildung der Pferde doch mindestens genauso wichtig! Das sieht man ja auch bei der Prüfung zum FN Fahrabzeichen Klasse IV, bei der es um das Beherrschen eines Gespanns im Straßenverkehr geht. Das haben wir nach meinem ersten einwöchigen Fahrkurs alle ganz gut hinbekommen, aber eben mit den Lehrgespannen des Ausbliders, die sich von Bussen, Müllautos etc. nicht beindrucken ließen.


    Danach gingen dann alle nach Hause und fingen an, mit ihren eigenen Pferden zu Fahren. Und da passierten dann die Unfälle, weil diese Pferde eben nicht so routiniert waren wie die Lehrpferde. Natürlich hatte der Ausbilder auf genau dieses Problem hingewiesen, ihm ist kein Vorwurf zu machen. Diejenigen von uns, die ihn oder andere Fahrlehrer bei der Ausbildung ihrer eigenen Pferde hinzuzogen, haben auch keine Unfälle gehabt und können inzwischen auch mit den eigenen Pferden sicher fahren. Aber eben nur, weil auch die Pferde nun einen entsprechenden Ausbildungsweg hinter sich haben.

  • Hallo,
    so, nun möchte ich wegen meiner Frage nicht n neues Thema aufmachen.
    Also ich fahre seit 40 Jahren meine Shettys, ich habe kein Fahrabzeichen, ich habe von meiner Versicherung es schriftlich das ich auf Strassen ohne Fahrerlaubnis fahren darf. Nun sagte mir jemand ich bräuchte trotzdem ein Fahrabzeichen wenn ich aus Niedersachsen rausfahre, da ich mal eine größere Tour plane .. werde ich also in BW verhaftet wegen fahren ohne Fahrerlaubnis ? ;-) Mein größtes Problem den Fahrschein zu machen ist die Zeit.. ich pflege zur Zeit meiner Mutter, arbeite, versorge 9 Pferde.. ach ja Basispass hab ich auch nicht .. vielleicht kann mir ja jemand helfen ? Würde es auch reichen ein paar Stunden zu nehmen bei einem Fahrlehrer ? Danke Euch schon mal

  • Grundlage für derartige Pflichten wäre die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO).


    Und da steht nun wirklich nichts davon.


    Falls lokale Behörden für die Zulassung gewerblicher Pferde-Fuhrhaltereien so etwas fordern, mag das etwas Anderes sein, kann aber niemals für "Jedermann" gelten.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Ich danke Euch.. das macht es mir viel einfacher. Also kann ich beruhigt allein durch Deutschland tingeln mit meinem Pony ;-)

  • Habe jetzt nicht den ganzen Thread gelesen aber ich möchte noch etwas "Praktisches" loswerden:
    Mein Mann und ich haben nahezu alle Versicherungen bei einem Versicherer abgeschlossen. Also für Haus und Hof, Familie, Tiere, Autos, Gesundheit... - ALLES! Und kein Billiganbieter aus dem Internet! Dem "guten Kunden" gegenüber, ist die Versicherung auch kulanter, wenn es mal etwas teurer wird.
    Wenn man jedoch einen richtig schweren Unfall verursacht, mit schweren Personenschäden, wo es richtig teuer wird, dann hat man eh' die A...-Karte gezogen und die Versicherung wird versuchen, sich herauszuwinden. Es kann NIE schaden, ein Fahrabzeichen zu machen! Im Zweifel eines Rechtsstreites mit der Versicherung, hat man zumindest dieses "Ass" im Ärmel! (Und die Rechtsschutzversicherung bei einem anderen Versicherer abschließen!) :whistling:

    Hey Shettyfreak,


    danke für deinen Beitrag, das war wirklich mal was "Praktisches" und wie ihr das macht, hört sichs sehr vernünftig an.
    Ich würde jetzt nicht grundsätzlich gegen "Billiganbieter aus dem Internet" wettern, denn nicht jeder Versicherer, der Online-Dienste anbietet is a) billig und b)minder kompetent.
    Aber darf ich fragen, wo ihr versichert seid? Ich bin bei mehreren verschiedenen Versicherern für unterschiedliche Sachen, speziell die Pferdehaftpflichtversicherung (innerhalb der Privathaftpflicht) haben wir bei Cosmos abgeschlossen.


    Zum eigentlichen Thema: Ich würde bei der ganzen Angelegenheit lieber auf Nummer Sicher gehen mit Fahrabzeichen, bei solchen Grauzonen-Geschichten, bei denen man am Ende immer auf das Wohlwollen der Versicherung angewiesen ist, schadet es nicht, vorzusorgen.

    Es gibt keine tieferen Geheimnisse, als die zwischen Reiter und Pferd.

    Edited 3 times, last by Reiter Alfred ().

  • Da kann ich dem Shettyfreak nur voll zustimmen. Die Rechtsschutzversicherung immer bei einer anderen Versicherung abschließen. Denn die Rechtschutzversicherung bei der gleichen Vers. wird einen Teufel tun und gegen die gleiche Versicherung Rechtsschutz geben. Zudem hat man vor Gericht vielleicht bessere Karten, wenn man durch Fahrabzeichen (FN) oder Fahrerpass (VFD) nachweisen kann, dass man eine Ausbildung zum Kutschenfahren gemacht hat. Rechtlich vorgeschrieben ist dies bei Privatfahrten nicht. Mir hat mal ein Gutachter erzählt, dass er einen langjährigen Fahrer prüfen musste, der in einen Unfall verwickelt war. Die Szene vor Gericht: Richter zum Angeklagten, haben sie denn Ahnung vom Kutschfahren, darauf dieser ich fahr doch schon seit 50 Jahren. Darauf der Richter, als sie das Kutschfahren gelernt haben, war eine viel einfachere Verkehrssituation, der heutige Verkehr ist viel anders und schwieriger. So musste sich der langjährige Fahrer einer Begutachtung unterziehen -die er aber gut bestand. Die Problematik für uns Kutschfahrer ist, dass im Normalfall der Richter -verständlicherweise- keine Ahnung vom Kutschfahren hat und sich daher einen Gutachter hinzuholt. Mit einem Fahrabzeichen hätte der Mann sicherlich einen Vorteil gehabt. Daher muss jeder für sich entschieden, wie er mit dieser Situation umgeht.
    Anders verhält es sich beim gewerblichen Fahren. Dort ist eine Ausbildung zwingend vorgeschrieben. Denn sich -wie vielfach - mit einer langjährigen Erfahrung zu argumentieren, kann im Fall des Falles nach hinten losgehen (siehe oben) Falls der Reiter Alfred Interesse an einem Fahrkurs hat: Ich wohn gleich um die Ecke. Er kann ja mal auf meine HP schauen: www.fahrsport-suckart.de
    Gruß Fritz

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