Öffentlichkeitsarbeit für den Einsatz von Rückepferden !

  • Am Sonntag hatten die örtliche Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen zum Thema "Waldbewirtschaftung heute und morgen eingeladen" ! Was mich gefreut hat, dass nicht nur Grüne Kandidaten für Land und Bund anwesend waren sondern auch Vertreter der SPD und der CDU !


    [Blocked Image: http://www.kreis-anzeiger.de/f…49622_M.jpg.17842228.jpeg]



    Einen Bericht dazu will ich Euch nicht vorenthalten : http://www.kreis-anzeiger.de/l…is/florstadt/13374281.htm


    Leider hat der oder die Schreiber/in die Stückmassen ein wenig drucheinander gewirbelt, wir sprachen von Stückmassen bis 0,4 m³ bzw. hatten die vorgelieferten Stücke etwa 0,25 m³ pro Stück.


    Für viel wichtiger als Pferde für irgendwelche Shows und Wettbewerbe durch die Republik zu karren halte ich es, dass die Pferde auch produktiv in die Arbeit, und in diesem Falle in der Holzbringung, eingebunden werden.
    Wenn wir die Pferde in die Arbeit bringen wollen, dann muss das so stallnah wie möglich sein und nicht einen Kalblütertourismus zum Trallala-Zirkus im Stile der Pferdesportverbände !

    Die nächste Veranstaltung ähnlicher Art findet am 1.9.13 im Rahmen des Traumwald Jubiläums in Büdingen am Wildpark statt.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Was mich gefreut hat, dass nicht nur Grüne Kandidaten für Land und Bund anwesend waren sondern auch Vertreter der SPD und der CDU !



    Ist ja schliesslich Wahlkampf. :thumbsup:

    :) Kühe sind die besseren Menschen :)
    und ausserdem schmecken sie auch besser!

  • Ich war auch vor Ort und kann nur sagen:


    "Ja es war eine sehr gute Veranstaltung!"


    Gratulation Ralf!!!


    Gerne wieder beim nächsten Termin!


    Gruß aus Frankfurt


    Martin

  • Am Sonntag waren wir in Büdingen im "Traumwald" am Wildpark.


    Dort haben wir das Holzrücken mit Pferden einer doch recht großen Interssentenschar näher gebracht. Es gab gute Rückmeldungen, interessierte Fragen und eine kleine gute Diskussion.


    [Blocked Image: https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn2/1230064_151445348396881_556804507_n.jpg]

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Hallo,
    der este Teil liest sich richtig gut, Henry und Thomas sind ein richtig gutes Gespann, das jede Arbeit ganz cool bewältigt.
    Aber verstehe ich das in den Absätzen danach richtig, daß der Oberchefförster sagt, daß Pferdearbeit nur dann gemacht werden kann, wenns anders gar nicht geht?
    Sind die Zahlen denn richtig, daß die Maschine das drei bis vierfache in der Stunde schafft und dadurch die Pferdearbeit 30% teurer wird?
    Ein Pferd kostet im Unterhalt das ganze Jahr, die Maschine nur während des Einsatzes. In der Anschaffung ist die Maschine bestimmt wesentlich teurer als ein Pferd. Was ist mit den Schäden die ein Harvester macht?
    Alles rein informative Fragen für mich, denn, mit dem Thema habe ich mich noch nicht so intensiv beschäftig.
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Ein Bericht über den 1. Vors der IGZ Hessen in der Taunuszeitung:


    http://www.taunus-zeitung.de/l…er-Kraftakt;art690,783100


    Für mich sieht das auf dem Bild so aus, als wenn der Rücker gerade vom Bier am Tresen aufgestanden ist um eben ‘mal schnell ein bisschen Stöcker im Wald zu schubsen.
    Ein wenig mehr Professionalität bei der Arbeitskleidung hätte ihm besser gestanden um damit auch der Öffentlichkeit klarzumachen, daß es sich nicht um ein Freizeitvergnügen handelt. Außerdem legt die Berufsgenossenschaft aus gutem Grund Wert auf die PSA (Persönliche Schutz-Ausrüstung).

  • Ganz so kritisch würde ich das Outfit jetzt nicht beurteilen. Wenn er keine Fällarbeiten und/oder Motorsägearbeiten zu verrichten hat und auch in der Nähe nicht gearbeitet wird, würde ich das als ausreichend bezeichnen. Das Pferd gefällt mir richtig gut und passende Ausrüstung scheint es auch zu haben.

  • Für die Öffentlichkeitsarbeit für die Pferdearbeit ist das Foto meiner Meinung nach ok, im Gegensatz zu dem was ich diese Tage eingestellt habe. Nur der Text scheint gegen Pferdearbeit zu sein, nach dem Motto: im Ausnahmefall kann man sie ja noch einsetzten, sonst ist es blödsinn. So kommt es jedenfalls rüber.
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Auffällig ist, das viele Förster( hier der Forstamtsleiter) oft als erstes die höheren Erntekosten für die Arbeit mit den Pferden nennen.
    Kaum aber nennen sie die höhere Pfleglichkeit und dass unter dem Strich mehr Ertrag aus der Waldbewirtschaftung bleibt. Das beweisen die Studie von Julia Wirth und das Forstamt Hümmel.


    Hier die Arbeit von Wirth: http://www.waldwissen.net/tech…de_seilschlepper/index_DE


    Zu dem vergleicht der Förster hier Äpfel mit Birnen. Er stellt die Kosten in einem Forwarder-optimierten Bestand den Pferdekosten zum vorliefern gegenüber.


    In dem Bestand in dem das Pferd hier arbeitet, wären die Forwarderkosten unendlich hoch, weil seine Leistung gegen null geht und somit ist es unwirtschaftlich.
    Also ohne Pferd könnte er diesen Bestand nicht wirtschaftlich beernten !


    Damit der Forwarder alles rücken kann, braucht er alle 20 m eine Rückegasse und verdichtet bis zu 50 % des Waldbodens. Die Folgekosten (weniger Holzzuwachs, weniger Holzbodenfläche, Stammverletzung, Wurzelverletzungen, schlechterer Waldzustand, aus dem Wald abfließendes Wasser, etc.) sind in dem Preis nicht enthalten. Müssten aber - weil sie vom Pferd nicht verursacht werden.


    Wenn er vergleichen will, dann kann er nur die Arbeit in Beständen mit mehr als 20 m Gassenabstand vergleichen, die ein beiseilen des Holzes oder eben das Vorliefern mit dem Pferd erfordern. Gegenüberstellen kann man nur den Seilschlepper und das Pferd, der Forwarder wird im Regelfall in beiden Fällen für das Endrücken und Poltern benötigt.


    Mir liegt jetzt keine aktuelle Leistungstabelle vor welche die Leistung eines Seilschleppers im Kurzholz zeigt. Die Leistung von Pferd und Seilschlepper liegen nicht weit auseinander. Dürften je nach Stückmasse und Bestand evtl. sogar höhere Leistungen für das Pferd bescheinigen.
    Die Pfleglichkeit ist auch hier wieder beim Pferd viel höher.

    Ein Seilschlepper incl. Arbeiter kostet ca: 50-70 € je Stunde
    Ein Pferd incl. Fuhrmann ca: 40 € die Stunde.
    Wie die Kosten bei gleicher Leistung aussehen muss ich jetzt nicht beschreiben.


    Zur Info: in der Arbeit von Wirth geht es um Vollbäume, im Artikel Taunuszeitung geht es um Industrieholzabschnitte ( 4 oder 5 m )


    Hier mal Maschinenkosten lt. KWF:
    http://www.kwf-online.org/uploads/media/Kalk_KWF-Schema.xlsx


    Der Preis für Industrieholz liegt lt. Bericht dieser Woche im Hessenbauer bei ca: 50 €/Fm für überwiegend Buchenholz


    Jetzt darf gerne spekuliert werden, warum viele Förster oder Forstamtsleiter gegen das Pferd argumentieren ( müssen) ! Ich bin gespannt was ihr so denkt ! ????

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Gewinnmaximierung jetzt! was in 20 Jahren ist? bis dahin ist der Förster in Rente

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Ja richtig
    Gewinnmaximierung im staatswald sind die Gassen eh schon da all zwanzig Meter also los gehts.
    Das pferd ist dem seilschlepper hoch überlegen was Schäden und rückegeschwindigkeit angeht.
    Der vorwarder ist ebenfalls viel effektiver wenn vorgerückt ist, aber es ist eben ein Unternehmer mehr der bezahlt werden muß, und so den Gewinn schmälert . Die meisten Aufträge Werden ja eh mit Einschlag und Endrücken ausgeschrieben, also fast egal wie, wo soll bei ca um die zwanzig Euro noch der Pferderücker bezahlt werden.?
    Patrick

  • Das ist das, was ich gestern gesehen habe.
    Damit ich Pferden bei Präsentationsveranstaltungen den Rücken zudrehe, muss es schon ziemlich übel aussehen. Gestern habe ich immer wieder Zuschauer bei einer Holzrückevorführung seitwärts und rückwärts aus Gefahrenbereichen gezogen. Meist weil es zu spät zum warnen war. Die Leute hatten so ein Glück, so eine nette Stute dabei zuhaben.


    Aber jetzt erst mal von Anfang an:
    In Landau fand gestern der 2. Brennholztag statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierten verschiedene regionale Sägewerke, Forstunternehmen und Hessen Forst ihre Betriebe, Fuhrparke und Produkte. Es fand eine Brennholzversteigerung zu Gunsten des Schwimmbades statt. Dazu kamen diverse Vorführungen. Sehr gute (Jagd)Hornbläser, eine Mann der mit seiner (winzigen) Motorsäge Holzkunst erschuf, ein Tierpräparator der seine Waldtiere ausstellte und ein *Erlebnis-Pfad* zum Wald entdecken. Das Beste waren Timber-Sport Präsentationen durch den mehrfachen Weltmeister Dirk Braun. Gefreut hatte ich mich allerdings auf das Holzrücken mit Pferd.
    Das war dann nicht nur eine Endtäuschung, sondern schrammte ein paarmal an Unfällen vorbei und war eine wahre Anti-Werbung. Schon bei der Begrüßungsrede wurde darauf hingewiesen, dass der Mann, der eigentlich zum Holzrücken mit seinem Pferd Jule kommen wollte leider krank sei. Er hätte Jule aber mit würdigem Ersatz geschickt.
    Ausgeladen wurde eine sehr nette 17jährige, braunschimmelige Rheinisch-Deutsche. Sie trug ein elegantes, rechtes Zweispänner Geschirr. Da war ich dann schon das erste Mal skeptisch. Als dann der Mann die erstaunlich kurzen Einspänner-Gurtleinen in vorbildlicher Achenbach-Manier aufnahm und die Stute von seiner Helferin trotzdem am Kopfstück geführt werden musste war ich mir schon ziemlich sicher, dass es eine etwas seltsame Vorführung geben würde. Ein dritter Helfer lief vor Jule her und rief mit wedelnden Armen: „Platz da! Bitte Platz da!“ Jule wäre gerne abgewendet, was aber der Mann und die Frau unterbanden. Dann war man in den extra dafür in den Boden gesteckten Tannenwäldchen angekommen. Die drei Leute vom *Rücketeam* hatten alle Händevoll zu tun um die Stute vor den, nach Ansage 500 kg, Buchenstamm zu bekommen. Als Jule dann antreten sollte *latsche* sie in den Zug und blieb bei Wiederstand sofort stehen und schaute zu ihrem Fahrer zurück. Blick Marke: „Hey, Du hast vergessen die Bremse los zu machen.“ Auf die nächste Anweisung trat sie in den Zug und sofort bei wiederstand zurück, worauf ihr Fahrer auch zurückwich und fast über den Stamm gestolpert wäre. Die Frau hechtete ans Kopfstück und *fing* Jule wieder ein. Im dritten Anlauf wurde Jule von der Frau geführt, fast gezogen, der Fahrer klatsche ihr in bester Wild-West-Manier die Leinen auf den Rücken und der dritte Helfer griff in die Kette zwischen Stamm und Ortscheid. (Ein Blickkontakt mit meinem Mann und der nahm unsere protestierende Tochter mit zum Würstchen essen.) Noch zwei weitere Anläufe und Jule zog den Stamm vom Fleck. Ihr Geschichtsausdruck zeige deutlich, dass sie von dieser ganzen Aktion nichts hielt, aber die gute Erziehung es ihr verbot das deutlich zu machen.
    In der ersten Kurve holte das Stammende den 3ten Helfer fast von den Beinen. Nur ein beherzter Sprung über den Stamm rette ihn. In der nächsten Kurve knallte der Stamm unter einem Ladewagen vor die Lauffläche des Reifens. Der Ruck brachte Jule aus dem Tritt und brachte die Frau, die sie noch immer führte, ins straucheln. Jule hat sie aber sehr liebevoll am Zaun hochgehoben und vor dem Fallen auf die Füße gestellt. Auf den nächsten 10 m überrollte der Stamm seitwärts die Hälfte der künstlichen Aufforstung und ich zog unsanft eine Mutter mit 3 kleinen Kindern aus der Auslaufzone des rollenden Stamms. Der Rest der Runde verlief gefahrenfrei. Die nächste Runde ums Karree wurde von vornherein größer angelegt. Die Zuschauer wichen frühzeitig aus, der Ladewagen wurde durch seinen Eigentümer weggefahren. Da, wo die erste Runde ungefährlich(er) geworden war, schoss das Stammende durch das nun erzwungene winkelige Abbiegen das Gebläse für die Hüpfburg gute 7 m durch die Gegend. Bevor es wieder angeschlossen war, wurden einige Kinder durch das zusammensinkende Spielgerät begraben. Jule wurde vom Stamm befreit und schnell auf den Anhänger bugsiert.


    Die zweite Vorführung startete zwar ohne Anfagen von Jules Seite und die Zuschauer bleiben weiter weg, aber auch sie lief nicht ohne *Schäden* ab. Einer Motorsäge wurde das Schwert verbogen, eine ältere Dame mit Rollator verknaste sich auf der Flucht vor dem überrollenden Stamm den Knöchel und der Fahrer bekam das Ortscheid in die Wade gerammt.


    Ich habe mir dann einen der Organisatoren geschnappt und ihm nahe gelegt sich das nächste Mal einen echten Holzrücker zu suchen und jede weitere Vorführung durch diese Mannschaft zu unterbinden, wenn nicht doch noch was ernsteres passieren soll. Er schaute mich mit riesigen Fragezeichen im Gesicht an: „Wieso, das machen die doch ganz nett?“ Ich versuchte ihm zu erklären, dass es sich hier um ein Planwagenpferd handelt und auch die Leute scheinbar nur darin ausgebildet zu sein seinen. Als er dann meinte es sei doch wohl egal, was ein Pferd zieht habe ich ihn gefragt: „Lassen sie auch jemanden, der einen Laubsägekurs gemacht hat mit der Motorsäge in den Wald zum Bäume fällen?“ Offensichtlich stellte er sich das bildlich vor, denn er verfärbte sich ein wenig ins käsige. Immerhin ging er dann zu den *Rückern* und schickte sie mit der Ausrede das Programm wäre so sehr hinterher, das ihre dritte Vorführung leider ausfallen müsste, nach Hause.
    LG
    Sonja

    LG Sonja


    Beschäftige Dein Pony, sonst beschäftigt es Dich.

  • Hi,
    das Pferd was neulich auf dem Titelbild unserer Tageszeitung stand heißt auch Jule und kommt aus Borchen, es ist wohl dieselbe, die in Landau rücken sollte. Vielleicht (Verschwörungstheoriemodus an) hat das Methode, das man zeigt, wie blöde, gefählich, mühsam, kompliziert und veraltet die ganze Sache doch ist, und daß man heutzutage nur mit modernen Maschinen vernünftig arbeiten kann. Dazu noch der Artikel aus der Taunuszeitung... (Verschwörungstheoriemodus aus).
    Gruß, Harald

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • dann antreten sollte *latsche* sie in den Zug und blieb bei Wiederstand sofort stehen und schaute zu ihrem Fahrer zurück. Blick Marke: „Hey, Du hast vergessen die Bremse los zu machen".

    :) Die Erfahrungen haben wir bei unseren Pflügeversuchen auch gemacht, seit dem üben wir mit angezogenen Bremsen den "schweren Zug". Aber das gehört hier nicht her.
    Gruß, Jeverson

    Nach dem Misten ist... vor dem Misten :pinch:

  • Ich hatte auch den Gedanken, das es dieselbe Stute sein könnte.
    Diese Jule kommt aus dem Kellerwald.
    Die haben auch eine HP. Da gibt es auch eine Rubrik Holzrücken, aber ohne Fotos davon. (Wundert mich auch kein bisschen.)
    LG
    Sonja

    LG Sonja


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