Rechtsumkehrt

  • Wie sind denn Eure Meinungen zur Rechtsumkehrtwendung?
    Laut FN ist sie wohl verboten und wird auch nicht mehr gelehrt. Zumindest steht das so in dem Buch von Temporini "Der sichere Weg zum Fahrabzeichen".
    Oder gibt es die doch noch, so im Hausgebrauch oder auf dem Turnierplatz? Wir hatten da neulich eine Diskussion.
    Nicht dass ich die unbedingt lernen möchte, mir laufen die Pferde auch schon linksrum weg...
    (Seufz, in 5 Tagen ist Prüfung und ich habe die Wendung nicht wirklich im Griff...)

  • Hallo,


    was es nicht alles gibt ...


    ... dann, habe ich ja jahrelang alles falsch gemacht, nichts gewusst davon ... bei mir gingen alle Wendungen ob links oder rechts gleich gut.

    :) Fahren ja: aber mit Verstand :)

  • Hallo, Hoheit,


    ich weiß zwar nicht, ob die Rechtsumkehrtwendung noch gelehrt wird oder nicht, aber in der Praxis ist es schon gut, wenn man sie kann, da Du in Situationen kommen kannst, wo Du nicht anders kannst als rechtsumkehrt zu wenden. Mir ist es z.Bsp. passiert, das ich auf einem Waldweg wegen eines umgestürzten Baumes nicht mehr weiterkam, links war ein ziemlich tiefer Bachlauf, rechts ein Hang. Mir blieb also nichts weiter übrig, als rechtsum gegen den Hang zu wenden, um zurückzufahren.
    Ich habe während meines Fahrkurses auch mit Wendungen Probleme gehabt, mit dem eigenen Gespann hab ich dann kräftig geübt. Und glaube mir, es steigert das eigene Selbstbewußtsein ungemein, wenn Du bei einer gelungenen Wendung aufg engem Raum von Zuschauern hörst "da sieht man den Könner".
    ich wünsche Dir noch viel Spaß beim Wendungen üben und "toi,toi, toi" bei Deiner Prüfung :D :D :D


    coachdriver

    Fahren mit zwei PS

  • iss ja doll, was alles so verboten ist in Deutschland!!!!!!! :rolleyes:


    Im Straßenverkehr ja vieleicht noch nachvollziebar wg. Gegenverkehr, aber sonst..........?


    wenn man`s kann, ist ja auch kein Fehler, oder....?

    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Hi Hoheit,


    also die Rechtsumkehrtwendung ist nur im Straßenverkehr verboten, da wir ja auf der rechten Seite fahren. Jedoch auf geeignetem Gelände kann die Rechtsumkehrtwendung durchaus gefahren werden und da ist es auch erlaubt. Bei uns wird die Rechtsumkehrtwendung noch gelehrt. Man sagt eben, das sie verboten ist und bezieht sich dabei auf den Straßenverkehr, da ja die praktische Prüfung bei einem Fahrabzeichen Kl. IV ja nur um den Straßenverkehr geht


    Im Gelände kann es sicherlich vorkommen, das eine Rechtsumkehrtwendung gefahren werden muß, da es anders nimmer geht.


    Für deine Prüfung drücke ich dir die Daumen und frag ruhig deinen Fahrlehrer nach der Rechtsumkehrtwendung und laß sie dir zeigen.


    Grüßle Jörg

    Die Kunst des Fahrens endet, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt dort, wo das Wissen endet. :]

  • Es ist schon schade, daß nicht mal im FN-Richtlinien-Band Fahren die Rechtskehrtwendung ordentlich beschrieben ist. Sie wird allerdings noch weiterhin an den Prüfungen gefordert! Sowohl theoretisch, als auch praktisch!


    Kommt natürlich auf den jeweiligen Prüfer an.
    Sind Dir die Leinengriffe dazu klar oder soll ich sie Dir beschreiben?

  • Danke für die Antworten.
    Wie lernen beide Umkehrwendungen, rechts und links, und sind sie auch schon gefahren.
    (Genauso sind wir auch schon galoppiert, obwohl das auch nicht erlaubt ist.....)
    Eben vor allem ausgehend von Temperino der ganz ausdrücklich sagt, dass rechtsrum verboten ist und nicht mehr gelehrt wird!


    Aber genau wie coachdriver sagt, kannn es ja Situationen geben, wo's nur nocht rechtsrum weitergeht.
    So gesehen ist es richtig von meinem Fahrlehrer, uns das beizubringen.
    Die einzige Begründung, die mir eingefallen ist, verboten ist verboten (laut FN und co), und coachdriver isz z.B. nicht vorausschauend genug gefahren 8)


    Das Verbot wegen Straßenverkehr ist ja nachvollziehbar, aber mir ist gerade nicht klar, warum es rechstrum PFERDEschädlicher sein soll als linksrum. (vorausgesetzt, man fährt korrekt)


    Aber es ist schön, dass man Euch "alte Hasen" fragen darf.

  • Tja, man muß nicht alles glauben, was Herr Temporini so schreibt..


    Fakt ist, daß die Rechtskehrtum _im_Straßenverkehr_ verboten ist !


    Auch das Galoppieren ist _im_Straßenverkehr_ verboten.


    Beides aus Sicherheitsgründen.


    Zur kompletten Ausbildung eines Fahrers gehört natürlich auch die Rechtskehrtum - es kann immer mal die Situation entstehen, daß man die mal braucht.


    Und die Pferde sollten links- und rechtsherum natürlich in der Lage sein, eine entsprechende Wendung zu gehen.


    Nur bitte auf dem Platz üben wegen Straßenverkehrsordung.


    Galoppieren wird übrigens zur besseren Gymnastizierung empfohlen (auch von der FN bzw. den Bundestrainern etc.)

  • Hi Mahki,


    Zitat

    Original von Mahki


    Tja, man muß nicht alles glauben, was Herr Temporini so schreibt..


    Nun ja, der Temporini ist schon jemand, der etwas vom Fahrsport versteht. Trotzdem ist seine Aussage, das die Rechtsumkehrtwendung nicht erlaubt ist nicht ganz zutreffend.


    Allerdings muß man auch mal sehen, für wen das Buch hauptsächlich geschrieben wurde. Namlich für den Fahranfänger, der sich durchgerungen hat, das kleine Fahrabzeichen zu machen und die fahren ja nun mal eben nur im Straßenverkehr. Von daher ist die Aussage wieder korrekt.


    Falls es dich beruhigt, Temporini hat noch zwei andere Sachen in seinem Buch, die nicht ganz so korrekt sind.


    Grüßle Jörg

    Die Kunst des Fahrens endet, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt dort, wo das Wissen endet. :]

  • Zitat

    Original von Dreddy
    Falls es dich beruhigt, Temporini hat noch zwei andere Sachen in seinem Buch, die nicht ganz so korrekt sind.


    Grüßle Jörg


    Oh welche denn? Würd ich gern wissen...


    Temporini war das erste Buch, das ich über fahren gelesen habe und fand es größtenteils sehr gut geschrieben. Zwar hatte ich auch noch die Richtlinien daliegen, aber da sind ja überhaupt keine Bilder drin...
    Ich habe aber bei T. mal gestutzt, als er immer wieder vom Kammdeckel geschrieben hat (Wendungen), ich aber leider nirgends gefunden habe, was denn der Kammdeckel sein soll. Und da war dann der Griff zu den Richtlinien, wo eben so schöne Zeichnungen drin sind.
    Als "Standardwerk" verwenden wir übrigens Lamparter, ist zwar recht antiquiert, aber die "Sprüche", z.b. zum Leinenaufnehmen, sind klar und übersichtlich.

  • Hi Hoheit,


    als erstes die Peitschenhilfe. Es gibt die treibende, die verwahrende und die versammelnde Peitschenhilfe. Offiziell gibt es die strafende Peitschenhilfe nicht mehr. Nun lies was Tempo dazu schreibt.


    Das Zweite ist das Aufschirren des Kumtgeschirres (Bild). Steht man nicht normalerweise vor dem Pferd und streift ihm das Kumt oder Brustblatt über? Dann schau mal wie Tempo das macht. Klar man kann sich nun darüber streiten.


    Für dich rate ich dir, mache es so, wie dein Fahrlehrer es dir gezeigt hat, dann bist du in der Prüfung auf der sicheren Seite.


    Grüßle Jörg

    Die Kunst des Fahrens endet, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt dort, wo das Wissen endet. :]

  • Ich möchte Herrn T. jetzt nicht auf Teufel komm raus verteidigen, aber er schreibt zu den Peitschenhilfen:
    "Nach Achenbach unterscheiden wir drei Arten von Peitschenhilfen:
    die treibende(...), die vesammelnde oder verwahrende(...) und die strafende"
    Genau die drei Hilfen stehen bei Lamparter auch drin, und das ist "Original" nach Achenbach.
    In den Richtlinien redte man auch von 3 Arten, die treibende, die versammelnde und die verwahrende.
    Im Endeffekt könnte man sogar auf insgesamt 5 kommen, treibend, versammelt, verwahrend, strafend und lobend (ja, die solls auch geben).


    Interessant ist auch, dass bei T. immer der Beifahrer die Verkehrszeichen gibt, auch beim rechtsabbiegen
    Bei Lamparter gibt alle der Fahrer selber.
    In den Richtlinien ist es links Beifahrer oder Passagier, bei rechts steht nur..."muß das eforderliche Fahrtrichtungszeichen gegeben sein". Darf man sich also aussuchen wer.


    Da wir ja gerade Endspurt haben und nur noch in der Stad (ok ist nur ein größeres Dorf) herumfahren, haben wir schon festgestellt, dass es sehr sinnvoll ist, wenn das Verkehrszeichen nach rechts nicht vom Fahrer gegeben wird. Denn dieser hält seine Hand einfach viel zu kurz raus und die blöden Autofahrer wollen dann trotzdem noch schnell rechts vorbeidüsen(!).
    Und im Strassenverkehr dann mal kurz einhändig abbiegen ist mir noch zu gefährlich.


    Im täglichen Leben wird ja eh jeder seinen eigenen STil finden.

  • Hi Hoheit,


    siehste und wenn du noch drei andere Bücher liest, bekommst du noch drei weitere Meinungen.


    Wichtig ist zu wissen, das es sie gibt und wie man sie evtl anwenden muß. Aber das wirst du nach der Prüfung, wenn du allein fährst herausfinden.


    Zur Prüfung mach es so wie es dein Fahrlehrer sagt. Bei uns war es so, das beim Linksabbiegen der Beifahrer das Handzeichen gegeben hat. War ganz witzig, weil auf der linken Seite ja der Prüfer gesessen ist und er dann immer das Handzeichen geben mußte.


    Viel Glück bei der Prüfung


    Grüßle Jörg

    Die Kunst des Fahrens endet, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt dort, wo das Wissen endet. :]

  • Hi Jörg !


    Ich als "alter" Temporini-Verfechter ;) möchte mich auch mal kurz zu Wort melden ...


    Zur Rechtsumkehrtwendung ist zu sagen, daß sie immer noch abgeprüft werden kann, also auch zu lehren ist. Sie ist zwar im Straßenverkehr verboten, aber dennoch noch gängig, wenn´s mal "Not am Mann ist" und es gar net anders geht als rechtsum ...


    Bez. der Peitschenhilfen im Buch von Rudolf Temporini ... Was meinst Du da genau, was denn da falsch wäre, nur weil er die strafende Peitschenhilfe angesprochen hat ?? Die gab´s früher sicherlich und ich denke, daß es heute auch noch Fahrer gibt, die sie ab und an mal einsetzen ... ;) Zwar sicherlich nicht korrekt, aber warum deshalb nicht ansprechen ??


    Und bez. dem Überstreifen des Brustblattes oder des Kummets ?? Hmmm ... Wenn ich mir überlege, daß ich mich vor meinem Pferd aufbaue und ihm von vorne das Brustblatt oder das Kummet überstreifen sollte, würde ich garantieren, daß mein oder auch so manches andere Pferd erst mal versuchen würde, nach hinten auszuweichen. Klar, gibt es sicherlich auch Pferde, denen das nichts ausmacht. Wollte aber nur mit sagen, daß ich damit sehr gut fahre, wenn ich neben meinem Pferd stehe und von der Seite diese Arbeit verrichte.
    Ich stell mich ja auch net direkt vor mein Pferd und setz ihm Halfter, Trense oder sonst was auf.
    Also als falsch oder als ganz abwegig würde ich das nicht bezeichnen, was der Herr Temporini so schreibt. Da stickt schon einiges an Erfahrung drin in diesem Buch ! Das kann ich auf jeden Fall bestätigen und unterstreichen !!


    Gruß Sabine

    Fahrstall Schweickert
    76703 Kraichtal-Landshausen

  • So, es hat alles wunderbar funktioniert, ich habe jetzt meinen Führerschein, obwohl die praktische Prüfung nicht optimal lief...unter anderem ist mir ein Randstein unter die Kutsche gesprungen...


    Vor der Praxis stand ja noch die Theorie am Fahrlehrgerät, wir durften reihum Griffe und Wendungen erläutern und vormachen. Bei der Rechtsumkehrt hat die Vormachende gleich dazu gesagt, dass sie im Strassenverkehr verboten ist. Aber beide Prüfer waren sich einig, dass eswichtig ist sie zu kennen, eben wenn man an einer Stelle umdrehen muß, wo es halt links z.b. ganz steil runtergeh.
    Wenn ish dann also demnächst meine Kutsche habe und "selbständig" fahre, werde ich also beide Richtungen regelmäßig üben - ist sinnvoll.

  • Hallo Hoheit !


    Na dann mal Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung !!


    Und das mit der Rechts- oder Linksumkehrtwendung, das macht man eh automatisch immer wieder beim praktischen "selbständigen" Fahren ...


    Also viel Glück und weiterhin alles Gute


    Sabine

    Fahrstall Schweickert
    76703 Kraichtal-Landshausen

  • Hi Hoheit,


    erstmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.


    Das du dann die Rechtsumkehrt und Linksumkehrtwendung selbständig üben willst, ist sehr lobenswert. Es kann nicht verkehrt sein beide Wendungen zu können.


    Wünsche dir für die Zukunft ein unfallfreies fahren.


    Grüßle Jörg

    Die Kunst des Fahrens endet, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt dort, wo das Wissen endet. :]

  • Hi Sabine, :))


    Zitat

    Original von SabineS


    Zur Rechtsumkehrtwendung ist zu sagen, daß sie immer noch abgeprüft werden kann, also auch zu lehren ist. Sie ist zwar im Straßenverkehr verboten, aber dennoch noch gängig, wenn´s mal "Not am Mann ist" und es gar net anders geht als rechtsum ...


    Da stimme ich dir insofern überein, das man die Rechtsumkehrtwendung noch benötigt. Allerdings wird sie bei uns in Bayern, wenn überhaupt, nur noch am Fahrlehrgerät geprüft und dann nur bei Kandidaten für das DFA III (Zweispänner) Der Kandidat für das DFA IV fährt ja nur Straßenverkehr und brauch es daher zur Prüfung nicht.

    Zitat


    Bez. der Peitschenhilfen im Buch von Rudolf Temporini ... Was meinst Du da genau, was denn da falsch wäre, nur weil er die strafende Peitschenhilfe angesprochen hat ?? Die gab´s früher sicherlich und ich denke, daß es heute auch noch Fahrer gibt, die sie ab und an mal einsetzen ... ;) Zwar sicherlich nicht korrekt, aber warum deshalb nicht ansprechen ??


    Stimmt Sabine, in der Praxis gibt es die strafende Peitschenhilfe immer noch. Jedoch manche Experten nehmen das was in einem Buch geschrieben steht, für das Allerheiligste. Und wenn da steht, das es die strafende Peitschenhilfe gibt dann ist das so und sie erzählen auf der Prüfung das dann auch so. Hmm nun ja, jetzt kommt es dann auf den Richter an, was er daraus macht. Jedenfalls könnte es sein, das der Fahrlehrer im Boden versinken möchte, wenn er genau das gegenteil erklärt hat.


    Zitat

    Und bez. dem Überstreifen des Brustblattes oder des Kummets ?? Hmmm ... Wenn ich mir überlege, daß ich mich vor meinem Pferd aufbaue und ihm von vorne das Brustblatt oder das Kummet überstreifen sollte, würde ich garantieren, daß mein oder auch so manches andere Pferd erst mal versuchen würde, nach hinten auszuweichen. Klar, gibt es sicherlich auch Pferde, denen das nichts ausmacht. Wollte aber nur mit sagen, daß ich damit sehr gut fahre, wenn ich neben meinem Pferd stehe und von der Seite diese Arbeit verrichte.
    Ich stell mich ja auch net direkt vor mein Pferd und setz ihm Halfter, Trense oder sonst was auf.
    Also als falsch oder als ganz abwegig würde ich das nicht bezeichnen, was der Herr Temporini so schreibt. Da stickt schon einiges an Erfahrung drin in diesem Buch ! Das kann ich auf jeden Fall bestätigen und unterstreichen !!


    Ja da hab ich ja schon weiter oben geschrieben, das man hierüber diskutieren kann. Auf dem Trainer C Lehrgang wurde die Version, sich vor dem Pferd stellen favorisiert und ich muß sagen, das ich es auch immer so gelernt habe. Aber wie gesagt hierüber kann man endlose Diskussionen führen.


    Grüßle Jörg

    Die Kunst des Fahrens endet, wo die Gewalt beginnt - Gewalt beginnt dort, wo das Wissen endet. :]

  • Hallo Leute,


    für die Prüfung gilt immer was in Band V steht, wie folgt
    Die Rechtsumkehrt.
    Die Rechtsum-Kehrtwendung ist im Straßenverkehr verboten und zur Schonung der Pferdebeine zu vermeiden. Da diese Wendung im Leistungssport vorkommen kann, ist sie bei Trainer A-Prüfungen (Fahrlehrerprüfungen) zu lehren und auch zu prüfen.


    Ich werde sie selbstverständlich weiterhin lehren, aber sehe sie nicht als Bestandteil einer Prüfung und würde in diesem Fall die Prüfer in einer ruhigen Minute darauf ansprechen.
    Gruß aus Franken
    Willi

    Nur Kaiser und Könige fahren Schimmel! :tongue: