Kartoffel anbauen mit Pferden, Rinder, Eseln, Mulis !

  • Hallo,

    wir bauen seit 2012 Kartoffeln mit Pferden an, circa 1 Morgen ( 2000-2500qm), seit 2015 geschiet der gesamte Kartoffelanbau ( also von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte) komplett mit den Pferden. Trotzdem bin ich noch unzufrieden, deshalb hier meine Frage an Euch.

    Wir haben schweren Boden deshalb ziehen wir die Furchen mit dem Häufelaufsatz vom Vielfachgerät (und nicht mit den Lochsternen).

    Das Problem ist, das ich bisher noch keine Vorgehensweise gefunden habe, diese Furchen wieder akkurat zu zubekommen.

    Wir haben verschiedenes probiert:

    1) zueggen.....dabei passiert es aber das die Eggenfelder doch einige der Kartoffeln in den Furchen mitziehen

    2)mit dem Vielfachgerät die Dämme ( welche ja schon beim Furchenziehen entstanden sind) zu "zerteilen"......es ist schier unmöglich, zum einen ( wir arbeiten zweispännig) müssen die Pferde dafür auf den Dämmen laufen was nicht wirklich funktioniert, zum anderen ist es sehr schwer, diesen Damm wirklich genau in der Hälfte zu zerteilen

    3) wir haben auch schon versucht einspännig mit Meyerhacke oder Häufelpflug den Damm zu zerteilen, aber meinen Mitarbeitern rutscht dabei immer das Gerät raus, es ist dann wirklich ein richtiges "geeiere":rolleyes:


    Wie macht ihr das? Ich hatte schon überlegt mir eine "kartoffelegge" zu bauen, wo ich die Zinken verkürze ( da wo die Kartoffeln sind) und sie insgesammt "versteife"????


    Außerdem suche ich Tipps/ Adressen etc. wo ich Ersatzteile für die tradionellen Geräte finden kann.....zum Beispiel für die Schare des Häuflers (Köckerling) oder Pflugschare.....oder bleibt da "nur" der Schmied???( die herkömmlichen Agrakataloge haben alles fünf nummern zu groß :wacko:???)

    DANKE

  • Wir haben schweren Boden deshalb ziehen wir die Furchen mit dem Häufelaufsatz vom Vielfachgerät (und nicht mit den Lochsternen).

    Bevor hier in die Details des Kartoffelanbau's gegangen wird, würde ich doch schon gerne mal vorher erfahren, was denn so eure ackerbaulichen Vorgehensweisen in puncto Kartoffelanbau sind ?


    - welche Vorkultur

    - Herbstfurche

    - Mist ?

    - Gründung ?

    - welche Frühjahrsbearbeitung ?

    - ?

    - ?

    - ?

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Das finde ich auch als sehr interessantes Tema.

    Kartoffeln kommen bei mir nach Getreide, meistens nach Hafer. Nach der Ernte werden die Stoppeln geschält und je nach Wetter zwei bis dreimal im Abstand geeggt. Anfang bis Mitte September Gründung säen. Bis 15. Dezember ( Düngeverordnung) Mist und Winterfurche. Ab März bei gut getrocknetem Boden wird abgeschleppt. Dann Anfang April je nach Wetterlage wird der gut abgetrocknete Kartoffelaker mit dem Grubber gerichtet. Kartoffel setzen und nach ca. zehn Tagen, das ist sehr vom Wetter und der Keimung abhängig wird blind gestriegelt. Auch achte ich auf eine mindestens vierjährige Rotation.

  • OK ja, sorry .....mir war halt gerade mein Anliegen so super wichtig, deshalb bin ich damit gleich so "eingefallen"

    Wir haben als -Vorkultur Weizen, danach wird mit den- Pferden geschält ( was 2018 auch nicht anders gegangen wäre),-geeggt und dann wird eine -Gründüngung eingesät.....früher immer Senf welcher dann mit dem Ausfallgetreide aufgegangen ist....2018 nun das erste Mal die Gründüngung "Hohebuch"...auf die aufgegangene GD wird Mitkompost gefahren ( Ende Oktober)

    im Frühjahr wird gepflügt, gegebenenfalls mit der Saatbeetkombi ( Eigennachbau von der freien Entwicklung von K.Strüber)gefahren, dann geeggt und Furchen gezogen

    während der Kulturzeit wird gehackt und gehäufelt ( einreihig), geerntet wird zweispännig mit einem Kartoffelrodepflug , die Mitglieder der SoLaWi helfen beim aufsammeln,sodass alles gemeinsam in 4 Std geerntet werden kann...


    Ich hoffe ich habe an alles gedacht.....achja das absammeln der Kartoffelkäfer/larven erfolgt per Hand

  • Nun, das klingt ja erst mal nach einem - nach althergebrachten Vorgaben - nachvollziehbaren Arbeits- und Kulturverlauf.


    Du erwähntest weiter oben euren schweren Boden.

    Nun, den haben andere andern Ortes ja auch. Aber was heißt das ... ?

    Lehm(ig) - oder schon Ton(ig) ?


    Zu Kartoffeln empfiehlt alte Fachliteratur oft eine tiefe Herbstfurche. Diese ist bei Gründüngung, welche ja nach heutigen Erkenntnissen über die Wintermonate bestehen bleiben soll, da sie ja u.a. bei leichten Böden auch Erosion von Mutterboden verhindern oder zumindest begrenzen kann, nicht angebracht.

    Mist- oder Mistkompost, wie Du schreibst, würde ich nach Möglichkeit schon auf die Stoppel (bei Getreide als Vorfrucht) ausbringen und einackern (Schälpflügen, Grubbern, Scheibenegge). Auch als kleine Grunddüngung für die Zwischenfrucht.

    Im Frühjahr dann genügend tief (?) Pflügen und sobald es geht abschleifen, damit s.g. Unkräuter schnell auflaufen, und mit dem, in den nächsten Tagen nachfolgenden Eggenstrich oder auch dem Grubbern schon wieder weitgehend (zer)-gestört werden.


    Zum eigentlichen Kartoffelanbau direkt kurz vor dem Legen (max 1-2 Tage) tief Grubbern und eggen (bei s.g. "Minutenböden" direkt vorher, also am gleichen Tag, wenige Stunden ...) .

    Dann sollte der Ackerboden eigentlich in einem Zustand sein, der das Pflanzlochen mit dem Vielfachgerät relativ problemlos machen lässt.

    Danach flaches zuhäufeln mit dem Vielfachgerät.

    In den nächsten Tagen und Wochen - bei hoffentlich wüchsigem Wetter - alle paar Tage abschleppen mit einer Kettenschleife bzw. Eggen mit den "kurzen Spitzen / Zinken" einer Netzegge.

    Und dann immer wieder hacken, häufeln, eggen, häufeln, hacken, usw. usw. ... :]


    Hier hat's in Beitrag # 6 einige Bilder von verschiedenen Vielfachgeräten:

    Gerät zur mechanischen Unkrautbekämpfung im Gemüsebau


    Und hier nochmal ein Bild (Kettenschleife) vom:

    "Samstag den 25. April 2009 war ja der "Kartoffeltag" der IGZ - Hessen"

    wo es leider keine ausführliche Bildergalerie mehr gibt ... ???


    Kaltblutpower.
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