Thema Gebiß

  • Moin!
    Bin auf der Suche nach einem ´sanften´Gebiss für mein fein reagierendes Muli. Kandarren haben so viel hartes Metall, das stell ich mir so unangenehm vor!
    Generalfrage: Warum gibt es die Unterscheidung in Fahr- und Reitgebiss? Kann ich nicht einfach ein Reitgebiss( Wassertrense) nehmen?
    Kathrin

    Das Muli hat die Ausstrahlung des Pferdes und den Charme des Esels.

  • Hallo esel 63,


    du kannst zum (Freizeit-)Fahren jedes beliebiges Gebiß nehmen.Also auch eine Wassertrense, Olivenkopf usw. Jedenfalls eins, womit ihr beide zurecht kommt.
    Nur im Turniersport gibt es Einschränkungen, bzw sind die Gebißarten vorgeschrieben.


    Quote

    Kandarren haben so viel hartes Metall, das stell ich mir so unangenehm vor!


    Wo haben den Kandaren mehr hartes Metall, was unangenehmer ist ?

    Edited once, last by 1sp ().

  • Hallo Kathrin,
    bin aus der Pferdewelt, würde mich aber mal interessieren, haben Esel die gleiche Zahnverteilung
    und Maulhöhle wie Pferde ?
    Bin früher beim Reiten nach diversen Versuchen beim doppelt gebrochenen Sprenger verblieben,
    gefiel meinem Isländer am besten. Zum Fahren benutze ich nun doppelt gebrochene Postkandare
    ohne Kette, nachdem Versuche mit Stangengebiss voll daneben gingen. Habe für den Winter mit
    Minusgraden auch noch ein Kunststoffgebiss, mehr für Bodenarbeit, das ist mir aber eigentlich zu
    dick, bin der Meinung 16 mm Durchmesser ist für Isis dick genug, die Gebisse mit 18 -19 mm
    werden auch schon sehr schwer.
    Der Vorteil von Metall ist, daß sie nicht so schnell rau werden, gut sauber zu halten sind und
    ich habe noch nie davon gehört, das eins gebrochen ist, was gerade beim Fahren sehr
    unangenehm werden könnte.
    Gruß Wolfgang

  • Ist die Hand des Fahrenden oder das Gebiß hart? Wer sagt denn eine Kandare werde vom Tier härter Empfunden als ein gebrochenes Gebiß. Ist die Hebelwirkung eines gebrochenen Gebisses nicht ein Grund die Stange vorzuziehen. Zumal beim Reiten und Fahren ein wesentlicher Unterschied besteht. Allein schon das Gewichte der Leinen. Es gibt doch „weiche“ Kandaren und keiner sagt man braucht die Kinkette eng Schnallen.


    Es gibt gar Gummikandaren, die gerade im Winter wegen der Kälte überlegenswert sind.



    Stangengemiß ist für mich beim Fahren unter normalen Umständen Voraussetzung.

    :) Fahren ja: aber mit Verstand :)

  • Hallo Kutscher,
    habe überhaupt nichts gegen Stangenkandare, war auch mein erster Versuch, etwas gebogen für Zungenfreiheit. Probe mit Bodenarbeit, mein Pferd lief damit erst normal, nach der zweiten Wende wildes Kopfschütteln, nachsehen, Zunge über Stange - neu verschnallt, 50 m später Kopfschütteln - Zunge ist drüber, daß hatte ich mit diesem Pferd in 14 Jahre Reiten nicht gehabt. Anderen Tag mal noch höher verschnallt, Kinnkette weggelassen, max 100 m, Zunge drüber, mit sowas würde ich nicht Fahren, mit dem doppelt gebrochenen Reitgebiss Fahren vom Boden kein Problem. Habe dann also Postkandare doppelt gebrochen gekauft, Kopfstück mit beweglichen Backenstücken und es war prima. Durch die Beweglichkeit der doppelt gebrochenen Trense war die Kette wirkungslos, daher habe ich sie weggelassen.
    Das man mit weicher Hand fährt, ist für mich als Freizeitfahrer ohne Turnierambitionen sowieso klar. Die schwerere Leine (weil lang hängend) gegenüber Reitzügel ist wohl war, bei ruhiger Gangart darf sie daher bei mir gerade so auf Pferdepopo und Leinengallerie aufliegen.
    Gruß Wolfgang

  • Bedenkcke beim Reitgebiss in Kombination mit einem Achenbach Kopfstückdie Wirkungauf die Nase. Ansonsten kann man natürlich eine normale Wassertrense nutzen.


    LG
    Franzis

  • Hallo Kathrin,
    bin aus der Pferdewelt, würde mich aber mal interessieren, haben Esel die gleiche Zahnverteilung
    und Maulhöhle wie Pferde ?


    Gruß Wolfgang


    Hallo Wolfgang!


    Zähnemäßig sind sie gleich als Equiden. Nur im Verhalten und in der Beziehungsfähigkeit sind sie anders. ( :) )
    Kathrin

    Das Muli hat die Ausstrahlung des Pferdes und den Charme des Esels.

  • Bedenkcke beim Reitgebiss in Kombination mit einem Achenbach Kopfstückdie Wirkungauf die Nase. Ansonsten kann man natürlich eine normale Wassertrense nutzen.


    LG
    Franzis



    Wie meinst Du das?
    Kathrin

    Das Muli hat die Ausstrahlung des Pferdes und den Charme des Esels.

  • Beim Achenbach-Kopfstück ist der Nasenriemen direkt mit den Backenstücken verbunden (durchgefädelt) in die das Gebiss eingeschnallt wird, daher hast du immer auch eine Wirkung auf die Nase. Beim Trense + Reithalfter sind die Backenstücke mit Gebiss frei und der Nasenriemen/Kinnriemen ist extra am drunter geschnallten Reithalfter. :)


    Wenn du nur freizeitmäßig fährst würde ich das Gebiss nehmen mit dem sich dein Esel und Du am wohlsten und am sichersten fühlen, ob das jetzt Stange mit oder ohne Hebel oder einfach oder doppelt gebrochen, Gummi oder Metall oder ein anderes Material ist. Ausprobieren. :)

    LG,
    Pleini
    :-]

  • Noch mal die Frege, auf die ich bisher keine Antwort bekommen konnte:
    Warum gibt es überhaupt die Unterscheidung in Reit- und Fahrgebisse? ???
    Kathrin

    Das Muli hat die Ausstrahlung des Pferdes und den Charme des Esels.

  • Warum gibt es überhaupt die Unterscheidung in Reit- und Fahrgebisse?


    verschiedene Anforderungen bedingen verschiedene Lösungen?
    es steht und fällt ja nicht mit dem Gebiß allein, es ist m.o.w. systemimmanent; als Reiter kann man ziemlich direkt einwirken, beim Fahren läuft das zT sehr indirekt

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • In der Geschichte der Zugtiere und Reiterei hat sich in einigen Jahrtausenden so manche Sinnhaftigkeit der Nützung von Kappzäumen bis Kandarren ergeben .In der heutigen Zeit oft als Notbremse lieber ein bisschen schärfer aufgezäumt .Zu viele Freizeitreiter haben keine fundierte Reitausbildung welche eine gute Balance und feine Zügelführung erlaubt .Sie hängen an den Zügeln und jammern das keine Trense passt.Bei den Fahrern gibt es auch so unschöne Bilder wo man den Eindruck hat ,es wird die Kutsche mit dem Maul gezogen.
    Wenn ein Pferd im Genick nicht nachgeben kann nützt die schärfste Zäumung nichts und schafft nur Wiederstand im Maul.Dafür gibt es keine richtige Trense /Kandarre.
    Gruss von Spyder.

  • Zu viele Freizeitreiter haben keine fundierte Reitausbildung welche eine gute Balance und feine Zügelführung erlaubt .Sie hängen an den Zügeln und jammern das keine Trense passt.Bei den Fahrern gibt es auch so unschöne Bilder wo man den Eindruck hat ,es wird die Kutsche mit dem Maul gezogen.


    Das ist ja echt ein gemeiner Spruch .! :(
    So kann das nicht pauschal gesagt/geschrieben werden.


    Da gibt es aber auch viele mit Reit-und /oder Fahrabzeichen,die schei...reiten bzw.fahren.
    Pferd auf der Vorhend latschen lassen, Rollkur machen,ins Kreuz plumpsen ,auf Straßen volle Kanne Galopp, usw.
    Im Gegensatze dazu kenne ich gutsitzende,gutreitende "Freizeitreiter ",die sich Gedanken um ihr Pferd machen
    und eben deswegen nach einem weichen Gebiss fragen weil sie nachdenken.
    Und nicht einfach zur Kandarre greifen -weil alle das so machen.

  • Persönlich stelle ich es mir so vor, dass es einem Pferd, wenn es eine durchgehende Stange im Maul hat, leichter fällt die genaue Richtung zu erraten, die der Lenker ihm vermitteln will als bei einem "gebrochenen" Gebiß wie z.B. bei der Wassertrense. Denn bei ersterem kann das Pferd mit Zunge, Gaumen usw. eine richtungsweisende Achse betasten während es beim Zweiten tendenziell eher mehr im Maul hier- oder dahin gezogen wird.
    Das wird wohl auch der Grund dafür sein, dass beim Fahren lieber die Stangengebisse, also Kandaren genommen werden denn dem Kutschierenden fehlt die Möglichkeit per Körpergewichtsverlagerung, Schenkeldruck usw. einzuwirken.

  • Persönlich stelle ich es mir so vor, dass es einem Pferd, wenn es eine durchgehende Stange im Maul hat, leichter fällt die genaue Richtung zu erraten, die der Lenker ihm vermitteln will als bei einem "gebrochenen" Gebiß wie z.B. bei der Wassertrense. Denn bei ersterem kann das Pferd mit Zunge, Gaumen usw. eine richtungsweisende Achse betasten während es beim Zweiten tendenziell eher mehr im Maul hier- oder dahin gezogen wird.
    Das wird wohl auch der Grund dafür sein, dass beim Fahren lieber die Stangengebisse, also Kandaren genommen werden denn dem Kutschierenden fehlt die Möglichkeit per Körpergewichtsverlagerung, Schenkeldruck usw. einzuwirken.


    zu dem in rot gekennzeichnetem Satz.


    was fahren betrifft, dort wird eine Wendung durch nachgeben der äußeren Leine/n eingeleitet , das klappt sehr gut .


    MfG Roßerer

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, das passt zum Thema, bin Neueinsteiger, habe das kleine Fahrabzeichen und nehme Fahrstunden.


    Mein Reitpferd, das ich künftig fahren möchte, läuft unter dem Sattel am besten mit einer Westernkandare. Billy Allen Bit, falls Ihr das kennt, Dünne Stange mit mittellangen beweglichen Anzügen, keine Zungenfreiheit, ganz leicht gebogen, in der Mitte eine dünne Kupferrolle. Habe viele andere Dinge ausprobiert, Trensen, Kandaren in verschiedenen Ausführungen, diese Kandare liebt mein Pferd und ist bestens damit händelbar.


    Im Vergleich zu einer Postkandare dünner (ca. 14 mm, die Postkandaren für Warmblüter fangen bei 16 mm an) und vieeeel leichter.


    Spricht Eurer Ansicht nach etwas gegen dieses Gebiss als Fahrgebiss?


    Hat jemand von Euch Erfahrung mit Fahren ohne stramme Anlehnung ans Gebiss? Ich gebe mit der Kandare Impulse, im Idealfall klingele ich nur leicht an, wenn das Pferd reagiert, gebe ich sofort wieder nach. Sicherlich gibt es schon mal Situationen, bei denen ich stärker durchgreifen muss, danach gebe ich wieder nach. Wie macht Ihr das?


    LG
    Susanne

  • Fahren ohne Anlehnung. Würde ich nicht machen.
    Ohne Anlehnung ist der Fahrer zur ständigen Korrektur gezwungen. Das macht auch das gutmütigste Pferd auf Dauer verrückt.
    Zu deiner Kandarre.
    Mittlellange Anzüge hieße zweiter oder dritter Schlitz verglichen mit einer Liverpoolkandarre? Und dazu noch eine Kandarre die wesentlich dünner und damit schärfer ist?
    Würde ich auch nicht machen.
    VG

    .... und im Protokoll der letzten Woche stand noch "sehr gehorsames Pferd".


  • Ohne Anlehnung ist der Fahrer zur ständigen Korrektur gezwungen. Das macht auch das gutmütigste Pferd auf Dauer verrückt.

    Danke für das Feedback.
    Das ist wahrscheinlich eine Grundsatzfrage. Beim Reiten ist es nicht anders. Ich korrigiere, wenn notwendig, gebe Impulse. Das klappt prima.
    Mein Pferd kennt das und würde wahrscheinlich verrückt, wenn ich dauernd "dran" wäre.


    Ja, die Westernkandare entspricht dem Liverpool Anzug 2. bis 3. SChnallung, irgendwo dazwischen.
    LG
    Susanne

  • :)

    und ich bin keine "karteileiche" ;-) nur manchmal länger beim shetty


    Mit Tieren kann man reden,sind ja keine Menschen (Adriano Celentano).

    Edited once, last by rala ().

  • Hallo Susanne,
    dein Westernpferd läuft sicher, so wie du es beschreibst mit einer ständigen, leichten Anlehnung am Gebiss. Das Gewicht der Zügel kommt zu deiner Handeinwirkung dazu und wird über die langen Anzüge verstärkt.
    Anlehnung heißt nicht, dass man die Zügel oder Leinen mit viel Kraft festhält. Beim Reiten, wie beim Fahren soll die Verbindung zum Pferdemaul stets leicht federnd sein. Dabei hat man fast nichts in der Hand, das Pferd kaut zufrieden und reagiert auf die feinsten Hilfen.
    Beim Fahren sind die Leinen wesentlich schwerer und das Pferd erhält schon durch die eigenen Bewegungen ständig leichte Paraden. Eine Liverpoolkandare ist schon im zweiten und erst recht im dritten Schlitz für ein sensibles Pferd gewaltig scharf. Probiere es beim Fahren vielleicht mit einer deinem Gebiss ähnlichen Liverpoolkandare und einer weicheren Schnallung. Die langen Anzüge deiner Westernkandare wären beim Fahren im Zweispänner hinderlich, da sich dein Pferd leichter an der Deichsel stoßen, Leinen fangen, in der Deichslbrille oder den Aufhaltern usw. hängenbleiben könnte.


    LG Gabriele

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