Eigenes Pferd kaufen

  • Liebe Pferdefreunde,
    ich möchte mir gern ein eigenes Pferd kaufen. Es ist einfach schöner, wenn man so ein Pferd sein Eigen nennen kann. Jedoch sind die guten Pferde - wie hier - nicht gerade zu einem kleinen Preis zu bekommen. Darum habe ich schon gedacht, dass ich für den Kauf einen günstigen Kredit aufnehmen werde. Ich möchte gern mal dazu eure Meinung hören. Würdet ihr für euer Traumpferd einen Kredit aufnehmen um es kaufen zu können? Wie weit würdet ihr mit der Pferdeliebe gehen?


    Dani

  • Hallo Dani,


    ein eigenes Pferd kostet nicht nur den Anschaffungspreis. Es müssen auch genügend finanzielle Mittel für Unterhalt, Schmied, Tierarzt, Zubhör usw. vorhanden sein. Meist übersteigen die laufenden Kosten im Lauf der Jahre bei weitem den Anschaffungspreis. Ein Darlehen für den Kauf würde ich daher niemals aufnehmen.


    Hast du dir schon überlegt, eine Reitbeteiligung einzugehen? Die Kosten hierfür sind überschaubar und es ist fast wie ein eigenes Pferd. Das Risiko teurer OP-Kosten (Verletzung, Kolik) ist nicht zu unterschätzen.


    LG Gabriele

  • Hi,


    mein 1.Pferd habe ich - vor 37 Jahren ;-) mit einem Kredit gekauft, Papa hat gebürgt ;-)
    Das war überschaubar - ich mußte 30DM im Monat abbezahlen. Heute würde ich lieber eine RB eingehen und dann nebenbei sparen fürs eigene Pferd.

    Schwarzwälder sind echt stark!

  • Auf keinen Fall ein so (relativ) kurzlebiges Wesen auf Kredit kaufen, lieber sparen. Pferde gibt es doch schon ab € 2.000,--, auch brauchbare.


    Die monatlichen Kosten bei Haltung im eigenen Haus/Hof (Seobstversorger) liegen etwa bei uns hier südlich München bei ca. € 200,- bis 300,--.


    In einem Reitstall als Einsteller etwa € 350,-- bis 850,- (mein Nachbarreitstall), dazu kommen dann noch Tierarzt und Hufschmied.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Kann mich der Meinung von A. Nemitz nur anschliessen. Es gibt zahllose Beispiele, bei denen das Pferd kurz nach dem Kauf an einer Kolik eingegangen ist oder aus irgend einem anderen Grund erlöst werden musste. Wie gross ist dann die Enteuschung, wenn man noch lang für etwas bezahlen muss, dass man schon garnicht mehr besitzt.


    Kuumtholz

  • Ich würde nie für "überflüssigen Luxus" wie ein Pferd einen Kredit aufnehmen.


    Daher rate ich auch zu Reitbeteiligung und jeden Monat Geld für's eigene Pferd zurücklegen.

    I woke up today and wished for tomorrow
    I don't want to be like anyone else
    I woke up today and wished for tomorrow
    I don't want to even be myself
    co:Marilyn Manson

  • Huhu!


    ich würd mir sehr gründliche Gedanken darüber machen, was ich will und was realistisch ist....
    Ich habe hier eine spezielle Situation, der kein "normales" Pferd so ohne weiteres gewachsen ist, dh ich muß sowieso auf meine Bedürfnisse passend ausbilden. Pferde sind ganz schön instabil mit der Gesundheit, mein Verschleiß liegt bei 4 von 6 in 12 jahren..., nix worauf ich stolz bin: 1*Fütterungsfehler, 1*Alterschwäche, 1*Unfall, 1*Krank. Ein taugliches Pony gibt es um 300-500,-€, taugliches KB um 1000,-€, Pferde weiß ich grad nicht, aber ich würd gewiß keine 2000,-€ ausgeben. Wenn es dafür schon eng wird, dann wird das nichts. Meine Damen mußten grad Geschirr neu 400,-€, Zahnarzt 80,-€, Hufschmied 2*Vollbeschlag, Impfen (Turnier), Osteopath 200,-€, jetzt steht noch Sattler 100,-€, und Kutschneuaufbau mit 1000,-€ an.............okay, solche Ausgaben kommen nicht jedes Jahr, da hab ich schon draufhingespart.
    Da du im Kutschthread gepostet hast, Kutschbeteiligung findest du bestimmt!!! Jeder Fahrlehrer ist froh um Heinzelmännchen und von dem aus, wirst du bestimmt weitergereicht.
    mfg Jankerin

  • Hallo,
    Pferd auf Pump über Jahre würde ich auch nicht machen kommen ja doch immer Kosten dazu Geschirr, Unterkunft und so weiter habe auch gerade ein neues Geschirr kaufen müssen da das alte Kumt zu eng wurde.Also lieber sparen und bar bezahlen.


    Kirsten Janker wo gibt es denn bei euch Kaltblüter für 1000,00€ gefahren und gearbeitet zuverlässig?


    ein gutes Kalti liegt bei uns so um 3000,00€ was ich aber auch fair finde, die Warmen werden weit aus höher gehandelt.
    Gruß Pac

  • :) Hallo ich würde mir nie ein Pferd auf Kredit kaufen...weil heutzutage was man in unser schnelllebigen Zeit nicht mehr hat man morgen seinen Job noch oder nicht! Gan zu schweigen, von den schnell ins tausende schnellende Tierarztkosten, oder die Kosten für sehr gutes Zubehör wie Sattel, Trense oder gar Geschirr...oder gar die Kosten für einen Stallwechsel...und die Haftpflichtversicherung!!! :P

  • Hallo, Ihr,


    ich habe 1991 mein erstes Pferd hochtragend im März 'auf Pump' gekauft und hatte dann vier Wochen später zwei. Die beiden habe ich jetzt 20 Jahre. So fit wie sie sind hoffe ich, dass wir auch noch unsere 'Silberhochzeit' schaffen. Die beiden haben damals - und das war zu DM-Zeiten eine Stange Geld - 11.200 DM gekostet. Zu dem Zeitpunkt als ich wusste, Du musst sie jetzt kaufen, sonst ist sie weg! kannte ich sie schon fast ein Jahr und wusste: DAS ist das einzige Pferd, was ich jemals wirklich haben will. Kann man nicht erklären. Ich habe dann mein Saxophon verscheuert, um eine Anzahlung von 1000,- DM leisten zu können, und den Rest durfte ich zum Glück abstottern. Die fehlenden 10.000,- habe ich in einem halben Jahr aus dem Boden gestampft. Ich habe von 4.00 Uhr bis 7.00 Uhr Büros geputzt, von 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr in der Bäckerei Brötchen verkauft, dann in der Uni gehockt, dann Pferde gemacht, dann gebüffelt und dann wieder geputzt. Und ich habe streckenweise wirklich von Toastbrot mit Mayonaise und Tee gelebt, weil für was anderes kein Pfennig mehr da war. Aber es war es absolut wert.
    Im Nachhinein betrachtet war das der beste Wahnsinn, den ich je im Leben betrieben habe. Ohne das Pferd hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt, wäre nicht auf den Hof gezogen, und mein Leben wäre komplett anders verlaufen. Aber ich verstehe schon aus heutiger Sicht auch meinen armen Papa, der in Panik geriet und mich komplett für bekloppt erklärte 8) 8) 8) 8) . Also, solche Geschichten müssen nicht immer schiefgehen. Aber dann muss DAS Pferd zuerst da sein. Geld leihen, um dann irgendein Krabbelpony zu kaufen, weil grad so schnell nix besseres da ist würde ich nie. Das hält man nur durch, wenn es die Sache wirklich absolut wert ist. Bei mir und meiner Maus (die heißt wirklich Eismaus) war das so. Und dieses Gefühl ist in 20 Jahren nicht einen Tag weg gewesen - KOSTBAR !!! - ich war sie nicht einen Tag leid und habe nicht einen einzigen Tag gezweifelt oder bereut.


    Gruß
    Claudi

  • @Pacanmelly: Deshalb sagte ich doch: Mach dir gründlich Gedanken, was du wofür genau haben willst und warum!
    Ich brauchte für meine Situation zwar ein belastbares arbeitsfähiges Pferd, aber nix perfektes. Mein Jetzt-Pferd kostete 1200,-€, ist gut ausgebildet, aber halt eben nicht perfekt und älter. Alte Pferde über 15 Jahre sind idr billig bis sehr billig. Ein Shetty mit 20 steht grad in der zweiten Lebenshälfte. Was ja nu nicht heißt, daß ein Pferd mit über 20 keine Distanzen mehr laufen kann. Es braucht ein bißchen Kenne und Fingerspitzengefühl für alte Pferde, aber dann sind die oft besser nutzbar als manch unerzogener Jungspund. Meine Pferd müssen in erster und zweiter Linie stehen in jeder Situation, bißchen nicht perfekte Kinder brauchen bißchen coolere Pferde als Durchschnitt. Meine Pferde laufen als Arbeit gesehen höchstens dreimal/Woche und in den Ferien meist täglich 1-2 Stündle.
    Wenn ich Kutsch fahren will, ist doch zuerst die Frage was will ich warum? landschaft angucken, Stille geniessen zb, da braucht es nichts besonderes für, daß geht mit egal was+Kutsch egal. Kutschfahren rasant und zweispännig? hast du Humor oder nicht? Shetty oder Welsh? Oder muß es was großes sein? (Ziemlich ausgeschlossen, denn dann wäre dieser Thread nicht eröffnet worden, da das ein völlig andere Liga als freizeitmäßig fahren ist)
    Jetzige Madam ist mein erstes KB und mit Sicherheit auch mein letztes, obwohl ich sie total mag und ihre Vorzüge schätz. Aber die frißt und scheißt!! Ein Haffi könnte ähnliches leisten bei weniger Umsatz und wäre vielseitiger nutzbar.
    mfg Kirsten
    p.s.: Claudi, für meine Bibine bin ich auch durch halb Deutschland für ein altes Pony, aufgrund einer Beschreibung am Telefon und hab es nie bereut! ich hab mich ähnlich verleidet, damit die Gäule genügend Futter und Ausrüstung usw hatten, aber für den Kaufpreis nie....

  • Also ich würde Dir raten, Dir eine Reitbeteiligung zu suchen. Wenn Du schon bei der Anschaffung eines Pferdes ein finanzielles Problem hast, was machst Du, wenn es kank wird und vielleicht sogar in eine Klinik muß. Ist dann der nächste Kredit fällig? Überlege es Dir gut. Auch die laufenden Kosten für ein Pferd sind nicht zu vernachlässigen. ..."Pferdeliebe"... Du tust dem Tier keinen Gefallen, wenn Du es nicht optimal versorgen/behandeln lassen kannst, wenn das erforderlich sein sollte.

    Liebe Grüße
    Ute

    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Hallo, ich würde mir auch gerne ein Pferd kaufen und spare schon seit zwei Jahren dafür...
    Ihr spricht hier alle noch von Tieraztkosten oder Klinikkosten. Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht...und jetzt weiß ich gar nicht, ob es in meiner jetzigen Situation überhaupt realistisch ist, ein Pferd zu kaufen.
    wie hoch sind die Tierarztkosten (so im durchschnitt, was ihr bezahlt)?
    Vielleicht kann ich mir ja ein gesundes Pferd kaufen (wenn ich einen Arzt mitnehme, der das Tier vor dem Kauf untersucht).

  • ... und dann hat das Pferd einen Unfall, eine Kolik,...?
    Dann sind die TA-Kosten da. Du solltest 100 Euro pro Monat dafür zur Seite legen. Ich hatte letztes Jahr im Durchschnitt 600 Euro pro Pferd, allerdings ging der größte Anteil auf einen Stute, andere hatte dafür außer WK und Impfen nichts.
    Gruß

    SP

  • Vielleicht kann ich mir ja ein gesundes Pferd kaufen (wenn ich einen Arzt mitnehme, der das Tier vor dem Kauf untersucht).

    Hallo,


    auch ein gesundes Pferd wird mal krank oder verletzt sich........


    Ich habe über Jahre keine Tierarztkosten gehabt und dann ein Jahr, da schleppte mir eine Einstellerin Influenza ein und es waren 3 Pferde übel krank.

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

  • Das sind dann aber ehe ausnahmen, mit denen man nicht rechnet...
    kann aber immer passieren, da hast du recht.

  • . . . mit denen man nicht rechnet und wo man trotzdem eine Entscheidung fällen muß - die nicht selten auch von den finanziellen Möglichkeiten abhängt.
    Ich hatte in 35 Jahren Pferdehaltung 4mal schwerste Koliken. Dreimal mit homöopathischen Kügelchen hingekriegt - Kosten da Selbstbehandlung: keine - Glück gehabt! Einmal Darmverschluß bei einem einen Tag alten Shettimixfohlen(Wert ca. 100 DM), unsere Kinder saßen heulend drumrum - also habe ich es in die Tierklinik gefahren - Überlebenschance vielleicht 50% - Rechnung: 3000 DM!!!!!! Angekündigt waren 1500 DM, daß habe ich irgendwie noch geschluckt, aber dann war die Operation sehr viel komplizierter und es mußten Immunglobulinspenden gegeben werden, weil das Fohlen keine Muttermilch bekommen hatte und und und . . . also eigentlich war ich in diesem Moment Pleite. Dann hatte wenige Tage später ein 3jähriger Isi eine perforierende Augenverletzung - Operationskostenvoranschlag 1000 DM - dem Himmel sei Dank wieder homöopathisch hingekriegt. Sonst hätte ich das nächste Pony einschläfern lassen können.
    Vor zwei Jahren wurde dieselbe Isi (inzwischen 18J.) von einer Kreuzotter ins Maul gebissen - Tierarzt, Spritzen - ich hab vergessen was es gekostet hat.
    In allen Fällen hätte eine ankaufuntersuchung nix genützt. Die fohlende Stute war kerngesund, das Fohlen für einen Tag auch - dann nicht mehr. Die 3J. Isistute war kerngesund bis sie sich die Augenverletzung zugezogen hat und dann auch wieder bis zum Schlangenbiss topfit.
    Also ein gewisses Polster für die unerwarteten Ausgaben sollte man schon haben.
    Man kann gar nicht so blöd denken was alles passieren kann. Im Notfall würde ich ´nen Kredit für eine Behandlung aufnehmen, wenn gar nix anderes geht - aber für den Kauf eines Pferdes/Pony - niemals!

  • Das sind dann aber ehe ausnahmen, mit denen man nicht rechnet...
    kann aber immer passieren, da hast du recht.


    Ja, wie willst Du denn Krankheit vorhersehen? Krankheit ist nie berechenbar. Unfälle genauso wenig.


    Das sind die Unwägbarkeiten des Lebens und die kannst Du entweder abfangen oder musst, wenn Du schon jetzt jeden Monat am Existenzminimum lebst, von der Anschaffung eines Tieres, dessen Behandlung Tausende von EUR kosten kann, absehen oder überlegen, ob Du die Investition in eine Kranken- oder OP-Versicherung tätigen willst.

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!