Doppellongen-Probleme Kaltblut

  • Brauche Eure Hilfe. Wir haben einen 8jährigen rh.-westf. KB-Wallach, der in der Entwicklung etwas spät dran ist. An der Doppellonge habe ich ziemliche Probleme mit ihm. Ich habe div. Lehrgänge besucht (auch von Herrn Gehrmann) und dennoch weiß ich mir keinen Rat mehr. Unser Hektor läßt sich einfach nicht biegen, vor allem auf der rechten Hand legt er in der Kurve plötzlich zu und rennt weg :cursing: . Zum Glück ist die Halle nur 40x40, so kann er mir an der Longe nicht komplett abhauen, aber das Ganze ist nicht gerade effektiv. 1000 kg hält Frau (oder Mann) nicht mal so einfach...... Außerdem würde ich ihn gerne mit feinen Hilfen stellen, doch er ist so büffelig (nur!!! an der Doppellonge) das die Hilfen eher Brechstangen-mäßig ausfallen. Wer hat Erfahrung in dieser Hinsicht und kann mir Tips geben????? Die RL empfiehlt das Roundpen, aber da kann ich keine Schlangenlinien machen und fürs Fahren ist die DL-Arbeit das Richtige.....
    HILFE!!!!! :wacko:

  • Hallo,


    hat sich denn schon mal ein TA oder ein Osteopath das Pferd angeschaut und gesundheitliche Probleme, die dieses Wegbrechen auslösen können, ausgeschlossen?


    Mit welcher Zäumung arbeitest Du an der Doppellonge?

    Sabine M.H.
    Arbeitende Ziegen und Highland Ponies

  • Der Hinweis mit TA od Ostheopath ist gut! Würde auch mal auf Verspannungen und Wirbelsäule achten.


    Ich find die Roundpen-Arbeit auch für Fahrpferde sehr gut. Du mußt ja nicht ständig dort bleiben aber mal solange bis es weiß was du willst. Vor allem kannst Du da auch mal ganz ohne Leinen arbeiten, event. nur mit Stick. Hast du Hilfe bei dieser Arbeit?


    Ich würde auch mal versuchen an der lateralen Biegung vom Boden und vom Sattel aus zu arbeiten, dann von Boden aus am Rand des Roundpens bis du wieder auf die Doppellonge zurückkommen kannst. Für diese Arbeiten reichen Knotenhalfter oder Kappzaum völlig aus.


    So würde ich es machen. :-]

  • Also Hektor ist vollkommen ok, wir haben ihn seit 6 Monaten und er wurde komplett durchgecheckt incl. Röntgen. Er ist m. E. nach unwillig, weil er sich biegen soll. Das mag er überhaupt nicht. Roundpen ist allerdings zu klein für ihn und nur im Kreis arbeiten will ich ihn nicht. Das kann ich auch aufm Hufschlag in der Halle. Es geht darum, die Vorarbeit fürs Einfahren zu leisten, und dazu gehören Schlangenlinien, Volten und Bögen...... An der Kutsche muß er ja auch abbiegen können!
    Ich arbeite ihn mit "normalem" Gebiss, d.h. doppelt gebrochener Trense. Also zu scharf kann die nicht sein.
    Er ist einfach büffelig, und da komm ich nicht gegen an - will es auch nicht auf die harte Tour.
    Tipps???????
    8|

  • Zu den lateralen Biegungen:
    Komischer Weise geht er problemlos Schenkelweichen an der Doppellonge - mit weichen Hilfen. Auch Rückwärtsrichten. Nur eben auf dem 2. Hufschlag gehen oder Volten (abwenden) klappt nicht.

  • Ich hatte mal so ein "Quadratpferd", das wurde in allen Ecken beim Fahren langsamer und steif. Der Richter nach so einem mittelmäßigen Dressurergebnis meinte dann: "Der hat so einen kurzen Rücken, vielleicht stoßen die Rippen aneinander, wenn er sich biegen soll." ??? Ich habe nie ergründen können, ob das nur ein Spaß war.
    Lange ist das Roß nicht bei mir geblieben, ist zum Planwagenziehen gegangen, da kommt es nicht so drauf an!


    Gruß vom Harzrand


    Helga

  • Vielleicht hat dein Pferd Gleichgewichtsprobleme bei engen Wendungen? Pferde haben nicht so bewegliche Rippen, wie wir Menschen. Ungymnastiziert müssen sie in der Kurve mit der Hinterhand ausweichen. Das ist an der Doppellonge durch die äußere Begrenzung wenig möglich. Sie lernen erst allmählich in der Biegung die Kruppe zusenken und das Gewicht durch vermehrtes Untertreten des inneren Hinterfußes aufzunehmen. Versuche zunächst, ihn auf relativ geraden Linien etwas mehr zu versammeln - könnte evtl. helfen.


    LG Gabriele

  • Schulterherein und Kruppeherein an der Hand erarbeiten,dann an der Doppellonge und unter dem Sattel.


    Das Pferd lernt unter den Schwerpunkt zu treten,biegt sich und wird leicht in der Hand.


    Man kann jedes Hinterbein entsprechend arbeiten und das Pferd gerade richten.


    Hieraus werden alle weiteren Lekionen erarbeitet.


    Geht mit jedem Pferd.


    Gruß Heinz.

  • Ich habe mit meinem Kaltblut exakt das gleiche Problem!


    Im Round Pen geht er ohne alles, an der Longe und an der Doppellonge einwandfrei.
    In der Halle kann ich ihn mittlerweile auch super Longieren (hier hat er auch einige Male das apprupte Abwenden "geprobt" - konnte ihn aber durch den Kappzaum "in der Spur" halten) - Doppellonge ist allerdings nicht möglich, da er hierbei apprupt abwendet und ich dann überhaupt keine Chance mehr hab (Ski fahren am Gebiss....).


    Ich longiere ihn daher nur und fange jetzt nach ein paar Monaten wieder mit dem Fahren vom Boden an - lasse also erstmal die Doppellongen-Arbeit weg. So muss ich zwar viel mehr mitlaufen (beim Fahren vom Boden in Schritt und Trab), aber ich brauche das eben auch als Vorbereitung aufs Fahren :)


    Solltest du zu einer Lösung gelangen - bin ich auch sehr interessiert daran :thumbsup:


    gruß Miri

  • Doppellonge kann oft kontraproduktiv sein, insbeondere, wenn die Longe um die Kruppe des Pferdes geführt wird. Die Bewegung des äußeren Hinterbeines gibt dem Pferd im äußeren Maulwinkel so einen mit bei jedme Schritt, dass sie sich lieber nach außen als nach innen stellen würden.


    Bevor Du mit Biegung anfängst, erst mal an der Stellung arbeiten: Roundpen, Longe von Deiner Hand aus, durch den inneren Gebissring (durch diesen von außen nach innen) führen und dann am Gurt oder Sattel befestigen. So kannst Du wunderbar stellende Paraden geben. Je mehr du durch die Longierpeitsche Richtung Gurtenlage treibst, je mehr Stellung wird das Pferd anbieten. Das Pferd muß also übr die Schulter nach außen laufen, wo die Begrenzung durch die Wand des Roundpen erfolgt.


    Durch diese Arbeit merkst Du, ob Dein junges Pferd überhaupt schon die Kurventechnik beherrscht, auf dem inneren Hinterbein die Last aufzunehmen. Solange er sich das nicht traut, wird er bocksteif um die Kurven schieben. Und, wie es sich für ein starkes Pferd (mit dickem Kopf) gehört, nimmt er dann ein Maul voll und flieht aus der unangenehmen Situation.


    Wenn das mit der Stellung und dem Lastaufnehmen funktioniert, beginnst Du, die Wand durch die Doppellonge zu ersetzen.


    Unabhängig davon, kannst Du ja Bodenarbeit in der großen Halle machen. (Verwechsel dabei aber nicht Schenkelweichen mit Biegung.)


    Mit kalten Pferden habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie viele Dinge, die andere Pferde schon aufregen können, mit stoischer Ruhe ertragen. Wenn sie dann aber (aus ihrer Sicht) überfordert werden, fliehen sie aus der Situation. Dass dabei dann noch so ein portiönchen Mensch an irgeneiner Strippe hängt, ist ihnen dann schlichtweg wurscht. Geh in der Ausbildung nochmals einen Schritt zurück, bis an den Punkt, wo er dich nicht stehen lässt und mach von da aus in kleineren Schritten weiter.


    Viel Spaß weiterhin.


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

  • die natürliche schiefe eines jeden pferdes führt zwangsläufig dazu, dass es auf einer seite deutlich schlechter in die biegung geht. wir machen konsequent folgende übungen:


    1. nach jedem arbeiten wird gedeht. mit möhre oder apfel auf jeder seite bis zum knie, möglichst so, dass das jeweilige hinterbein angehoben wird. zum abschluss zwischen den vorderbeinen runter und nach hinten zum wölben des rückens.


    2. dehnungsübungen mit trense. abkaueübungen und hals nach rechts und links stellen. dazu gibt es schöne darstellungen von phillipe karl. das funktioniert prima.


    3. beim longieren fordere ich biegung und stellung auf beiden seiten sehr langsam und schonend in dem ich langsam den zirkel enger werden lasse und dann wieder größer.


    4. beim reiten machen wir die gleichen übungen, wie unter 2. beschrieben. wichtig ist, dass das pferd mit der direkten wirkung des gebisses auf die zunge und die kiefeäste keine schmerzen hat und dagegen angeht. das schafft zusätzliche verspannungen.

  • Ich hatte ein Süddt. Kaltblut. Er war an der Doppellonge auch richtig heftig und wollte sich nicht biegen. Aber bei ihm konnte ich genau sagen, dass es nur die Büffelligkeit war. Da er unter dem Sattel und vor der Kutsche sich biegen und stellen konnte, dass einem das Fahrerherz aufging.
    Ich finde nicht, das als Vorarbeit zum Einfahren Schlangenlinien gehören und Biegungen. Das lernt er vor der Kutsche schon noch früh genug. Nach meiner Erfahrung können selbst die Pferde nach dem Einfahren sich noch nicht vernünftig stellen und biegen. Das kommt alles mit der Zeit. Der Ausbildungsstand nach dem Einfahren, ist nur brav die Kutsche gerade aus ziehen. Selbst die Kurven im Schritt sind da noch eckig. Wie ein Vorredner schon erwähnt hat, muss die Hinterhand beim biegen vermehrt last aufnehmen können. Aber wie das geht, finde ich, kann man einem Pferd nicht nur an der Doppellonge lernen. Doppellonge ist ein gutes ergänzendes Mittel nebst reiten und fahren. Aber kein Lehrmittel. Doppellonge beim Einfahren nimmt man auch nur her, um dem Pferd das Abbiegemanöver, Halt, Komm und Steh zu lehren.
    Deine Erfahrung an der DP möchte ich dir nicht abschreiben. Kann gut sein, dass du Pferde exzellent an der DP arbeiten kannst. Aber ich denke, für das was du willst, ist deine Arbeit an der DP wie du sie beschrieben hast kontraproduktiv. Du möchtest doch dein Pferd einfahren lassen. Dann tu das doch auch. Und lass die Vorarbeit weg. Lass lieber den Profi sofort ran. Etwaige Fehler wieder aus zu bügeln kostet noch mehr Geld und Zeit. :)

  • @Vinoverde:
    Ich gebe Dir insofern recht, als das DL bei einigen Pferden ohne weiter führende Arbeit an die Grenzen stoßen kann.
    Grundsätzlich - finde ich- liegst Du aber völlig falsch.


    Wer DL-Arbeit wirklich beherrscht, kann damit wesentlich mehr aus einem Pferd heraus holen als durch reines Fahren: die Einwirkung ist viel sensibler und punktgenauer.
    DL ist nicht nur Vorarbeit, sondern unterstützt auch die weitere, verfeinernde Ausbildung, weil sie sämtliche Arbeit an der Hand ohne Last ermöglicht.
    Und die Möglichkeiten sind so viel vielfältiger...

  • Quote

    Wer DL-Arbeit wirklich beherrscht


    Jaaaa, aber genau da liegt das Problem. Wenn die DL nicht wirklich beherrscht wird, bereitet die Anwendung dem Pferd mit Schwierigkeiten noch mehr davon.


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

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