Lehrreiche Fragen, gute Antworten

  • Gardist hat recht! :thumbsup:


    Die Variante mit den Schafen war mir absolut neu.. und die Interpretation von Herrn Nemitz dazu finde ich ausgesprochen interessant....


    Man lernt hier wirklich nie aus!! :-]

  • Hallo Liesa,
    Die Bockdecke war ursprünglich einfach ein Leintuch welches man auf die Beine gelegt hat um die Hosen wegen der doch oft nicht so sauberen Leinen zu schützen.
    Solche Wickelwerke von Bockdecken waren damals nicht üblich.


    Gruß
    der Lohmüller

  • Quote

    Solche Wickelwerke von Bockdecken waren damals nicht üblich.


    Gibt es gegen Wickelwerke etwas einzuwenden? Ich hab mir im Herbst eine Bockdecke aus Wollstoff mit zusätzlichem Winterfutter genäht. Die hält nicht nur sauber, sondern auch trocken und vor Allem auch gaanz toll warm. Die zieht man aber wirklich nur auf dem Bock an, weil man damit ganz schlecht laufen kann.


    LG Iris

    "Es ist immer problematisch, wenn das Pferd mehr Hirn hat als der Mensch." Zitat unser Hufschmied :D

  • Es ist sehr schwierig eine genaue Begriffzuordnung zu schaffen, jedoch schließe ich mich Gardist an. Die ursprüngliche Bezeichnung Bockdecke kommt von den Galawagen wo diese in schwerer Ausführung reich verziehrt mit Borten Wappen Emblemen Troddeln und Bordüren besetzt war teilweise mit starker Pappe verstärkt um sie in besonderer Form zu halten.


    Die Spritzdecke fälschlich eben als Bockdecke bezeichnet da sie über den ganzen Kutschbock verlief, diehnte hauptsächlich als Schutz gegen Feuchtigkeit und gab es gefüttert und ungefüttert.


    Die heute am häufigsten verwendete Decke ist die Kniedecke, da diese auch nur eine Handbreit unter dem Knie enden soll und allein die Aufgabe hat die Bekleidung des Fahrers vor Verunreinigung zu schützen.


    Mit freundlicem Gruß der Prickler

    :P

  • Ich liebe die bildlich Darstellung zum besseren Verständnis. Heute kann man ja Solche ruck-zuck im Internet finden.
    Zu Gardists Antwort ein Zitat auf der Homepage der Schweizer Sattlerei Niederberger:

    Quote

    Bockdecken


    William Felton schrieb 1794: "Die Bockdecke gehört zum primären Zierrat einer Kutsche."


    Die Bockdecke widerspiegelt das prunkvolle Interrieur der Kutsche und bietet dem Betrachter einen Einblick in die im Inneren verwendeten Materalien. Diese Eigenschaft macht sie zum atemberaubenden Anblick.


    (persönliche Anmerkung: vermutlich hauptsächlich bei Gala- und Prunkwägen eingesetzt.)


    [Blocked Image: http://bilddatenbank.khm.at/images/500/WGBG_DP_12_06.jpg][Blocked Image: http://bilddatenbank.khm.at/images/500/WGBG_W_26_01.jpg][Blocked Image: http://bilddatenbank.khm.at/images/500/WGBG_W_12_06.jpg][Blocked Image: http://bilddatenbank.khm.at/images/500/WGBG_W_3_01.jpg][Blocked Image: http://bilddatenbank.khm.at/images/500/WGBG_D_2_003.jpg][Blocked Image: http://bilddatenbank.khm.at/images/500/WGBG_D_9_H_03.jpg]
    [Blocked Image: http://www.sattlerei-niederberger.ch/bilder/bo5_bd1.jpg][Blocked Image: http://www.sattlerei-niederberger.ch/bilder/bo2_bd5.jpg]


    [line][/line]
    Und hier ein "Widderblachl" - Als Ziegenhalter kenne ich dieses "Verhüterli" unter der Bezeichnung "Bockschürze"
    [Blocked Image: http://www.barbadosblackbellyzucht.beepworld.de/files/kingarthur.jpg]
    :-] Herr Nemitz

    Lange Ohren sind meine Leidenschaft! Deine auch?

    Edited 2 times, last by Albert ().

  • Dankeschön!


    Aber gut, dass ich sowas nicht pflegen muss, da ist man ja nur noch am Troddeln polieren. Sowas ging wahrscheinlich nur mit Heerscharen von unterbezahltem Personal.


    Gruß
    Claudi

  • Die Maße der Achenbachleine sind für Pferde von mittlerer Größe ca. 1,68 m Bd (Bandmaß)bei der Kumtanspannung bei einer Deichsellänge von der Sprengwaage bis zur Spitze des Viererhakens von 2,80m.


    LG Gabriele

  • Jetzt mal eine Frage aus der Fahrpraxis:
    Wie kann man einen angefangenen Bogen nach Achenbach vergrößern, ohne dass die Pferde ihre Innenstellung verlieren?


    Durch leichts nachgeben der inneren leine.




    Peitsche anlegen, aber aus dem FREIEN Arm. 8)
    Muß ggf erst trainiert werden, klappt dann aber.


    Das anlegen sprich treieben des inneren Pferdes/Ponys kann das nachgeben unterstützten.
    Ein geübter Fahrer ist auch in der lage beim Einhändigen fahren innen oder aussen nachzugeben.


    lg Reinhard

    - ein gutes Pferd mißt maximal 148 cm
    -Fr.: Was ist ein guter Zweispänner ??? Aw.: Ein Halbes Gespann !!!!!!! :D
    wen es interessiert schaut bei "you tube" nach "Clasic-Power" da sind einige Filmchen von mir

  • Bingo, Reinhard,
    das innere Pferd kommt durch das Nachgeben vor und bringt durch vermehrten Zug an der Sprengwaage die Deichsel nach außen und der Bogen wird größer.


    LG Gabriele

  • Dann will ich einmal eine Frage stellen - für Praktiker- Die Antwort steht vermutlich in keinem Lehrbuch:


    Im vergangenen November habe ich als Gast einer munteren Gasthausrunde von Traditionsfahren in Wien einen Hinweis eines alten Wiener Fiakers aufgeschnappt, bei dem er beklagte, dass viele alte Fiaker - Erfahrung den Bach runtergeht:


    "Alte, erfahrene Fiaker legten das Auge des Innenstrangs verkehrt herum, mit dem Aufziehleder nach unten, auf das Ortscheid! Bei Dockenanspannung war es egal."


    Was war der Grund für dieses Tun?


    Nicht Googeln, sondern mitdenken. Und die beiden Eingeweihten (Kutscher und Gardist): bitte Anderen den Vortritt lassen.


    Hinweis: Das bezog sich auf zweispännige Fiaker - was ja aus "Innenstrang" und "Dockenanspannung" zu entnehmen sein dürfte.

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    Edited once, last by Albert: Tippfehler beseitigt ().



  • meine vermutung ist das,das gemacht wird um ein verkanten/haken des aufzieher an der brake und vorallem der deichselaufnahme zuvermeiden. des halb wird es bei dockenanspannung wohl auch egal sein ,da sind die stränge ja überhalb der bracke.


    lg Reinhard


    Ps.: so un nu googeln wir das ma

    - ein gutes Pferd mißt maximal 148 cm
    -Fr.: Was ist ein guter Zweispänner ??? Aw.: Ein Halbes Gespann !!!!!!! :D
    wen es interessiert schaut bei "you tube" nach "Clasic-Power" da sind einige Filmchen von mir

  • Nein - zumindest war das nicht die Begründung des alten Fiakers.


    Noch ein Hinweis:
    Dieses "verkehrt herum Auflegen" war nicht gedacht, um Missgeschicke zu vermeiden, sondern dazu, wenn ein bestimmtes Missgeschick eintrat, dass der Fiaker sein "Zeugl" elegant und Pferdesschonend nachhause bringen konnte.

    Lange Ohren sind meine Leidenschaft! Deine auch?

  • Nein - zumindest war das nicht die Begründung des alten Fiakers.


    Noch ein Hinweis:
    Dieses "verkehrt herum Auflegen" war nicht gedacht, um Missgeschicke zu vermeiden, sondern dazu, wenn ein bestimmtes Missgeschick eintrat, dass der Fiaker sein "Zeugl" elegant und Pferdesschonend nachhause bringen konnte.



    wollten die etwa im sturzfall die stränge leichter öffnen können?????


    lg Reinhard


    Ps.: bin noch nich zum googlen gekommen

    - ein gutes Pferd mißt maximal 148 cm
    -Fr.: Was ist ein guter Zweispänner ??? Aw.: Ein Halbes Gespann !!!!!!! :D
    wen es interessiert schaut bei "you tube" nach "Clasic-Power" da sind einige Filmchen von mir

  • O mei, oh mei: Der alte Kaas!


    Da ist schlicht das Ortscheit zu kurz; das Aufziehleder nach unten gedreht heißt, daß dieses stets voll Dreck ist, wenn man die Stränge löst.


    Bitte glaubt nicht jedenSchmarrn, den Wiener Fiaker verzählen. Schaut Euch nur einmal deren Beschlag an, dann bekommt Ihr eine Ahnung von deren Pferde-Qualifikation.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Bitte glaubt nicht jedenSchmarrn, den Wiener Fiaker verzählen.


    Der Herr war an die 90, aus einer Generation, in der der Fiaker in Wien nicht bloss zum Herumkutschieren von japanischen und amerikanischen Touristen diente. Ob das, was er erzählte ein Schmarrn ist, kann ja jeder entscheiden, wenn er die Auflösung gehört hat.


    Nicht bloss der Bayer auch der Steirer steht dem, was aus Wien kommt, eher skeptisch gegenüber :-] .

    Lange Ohren sind meine Leidenschaft! Deine auch?

  • Der Herr war an die 90, aus einer Generation


    Wenn der mit ca. 20 Jahren mit dem Fiakern angefangen hat, dann war das um 1940 (da war ja Österreich eh schon "deutsch"...), und in dieser Zeit mögen vielleicht keine Japaner in größerer Zahl in Wien gewesen sein, aber ein öffentliches Transportmittel war da der Fiaker wohl auch nicht mehr.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

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