• Hallo


    Fast alle von Euch arbeiten Ihre Pferde im Wald oder in der Landwirtschaft und fahren auch Kutsche.


    Wie haltet Ihr es mit den Scheuklappen ?


    Ich wollte beim Fahren Kopfgestelle mit Scheuklappen nehmen, wegen Achenbach und so . Und wenn ich im Wald mal etwas rücken kann , wollte ich ohne Scheuklappen arbeiten. Und im Moment geht das auch gut. Fahren "MIT" , Rücken und Feldarbeit "OHNE" .Was meint Ihr ?


    Gruß

  • Huhu!


    Ich arbeite zwar nur wenig mit Pony, aber im prinzip genauso. Madam hat null Problem mit Kutsche+gefahren werden bzw Arbeit im Wald, aaaber ist nicht ausreichend schwerverkehrsicher, da sind die Scheuklappen schon eine gute Hilfe, auf die ich nicht verzichten will.
    mfg Janker

  • bei mir - beides ohne. Meine Kaltblüter kennen keine Blendkappen, wurden ohne eingefahren, und ich sehe da jetzt auch keinen Sinn drin, das irgendwie zu ändern.


    Straßenverkehr - wäre vielleicht ein Argument, aber beide Pferde sind verkehrssicher, werden auch im Strassenverkehr geritten - und da benutze ich ja auch keine. ;)


    Wahrscheinlich scheiden sich da die Geister - ich für meinen Teil brauche jedenfalls keine.

  • Hallo


    Wir brauchen 2 spännig blendkappen ... da die stute einen tick fauler ist zu anfang und der hafi sensibel auf peitschehilfen reagiert wäre es wirklich blöd wenn ich sie ( die faule) bischen antreiben will und der hafi meint er müste schneller werden :-) ....


    1 spännig sind wir mit und ohne unterwegs :-)


    Bei der arbeit ...zumindest beim holzrücken sollte das pferd meine ich schon die chance haben dem baum auszuweichen wenn er im steilhang runterkommt.... also ohne blendkappen!



    grüssle cissi

  • Grüß Euch!


    Bei der Arbeit im Holz natürlich ohne.
    Beim fahren ebenso ohne. Wir brauchen sie nicht und da wir sehr viel im Gelände fahren, finde ich es wichtig, daß meine Tiere auch seitlich sehen können, etwa einen Grabe.


    Wir haben auch einen etwas Fleißigeren und einen Ruhigeren. Allerdings merkt der Fleißige auch MIT den Scheuklappen, wenn ich den Langsameren antreibe. Ist also bei uns auch dafür unnötig.


    LG gerald

  • Hallo


    Ich fahre und arbeite ohne Klappen , ursprünglich kommt es wie Cisca schon schreibt nur für Zweispänner in Frage eben um das faulere Pferd mit der Peitsche zu treiben und das fleißige nicht moch schneller zu machen. Leider haben das die meisten vergessen dazu zählen auch die Versicherungen.Einspänner mit Klappen ist meiner Meinung schwachsinn. Das pferd guckt ja wie in einem Tunnelblick.


    Gruß Patrick

  • Hallo


    Ich fahre und arbeite ohne Klappen , ursprünglich kommt es wie Cisca schon schreibt nur für Zweispänner in Frage eben um das faulere Pferd mit der Peitsche zu treiben und das fleißige nicht moch schneller zu machen. Leider haben das die meisten vergessen dazu zählen auch die Versicherungen.Einspänner mit Klappen ist meiner Meinung schwachsinn. Das pferd guckt ja wie in einem Tunnelblick.


    Gruß Patrick




    arbeiten ohne is ja ok aber ich bin schon der meinung das beim fahren(meine nicht kutscheziehen) scheuklappen immer gut sind. nur mit scheuklappen habe ich die möglichkeit peitschenhilfen zeit- und punktgenau zugeben ohne das das pferd auf die bewegung der peitsche reagiert.
    ich denke das da die bedürfnisse zwischen turnier und freizeitfahrer manchesmal unterschiedlich sind . was du als tunnelblick bezeichnest halte ich für blickwinkel konzentrierend und ablenkungs hemend. uns aller achenbacht hat sich bei den dinger wohl was gedacht und zu dessen zeit waren fast alle pferde arbeitstiere mit 10 oder mehr stunden tagen die sich viel weniger durch äusserliche einflüsse nervös machen ließen.

    - ein gutes Pferd mißt maximal 148 cm
    -Fr.: Was ist ein guter Zweispänner ??? Aw.: Ein Halbes Gespann !!!!!!! :D
    wen es interessiert schaut bei "you tube" nach "Clasic-Power" da sind einige Filmchen von mir

  • Wir haben auch einen etwas Fleißigeren und einen Ruhigeren. Allerdings merkt der Fleißige auch MIT den Scheuklappen, wenn ich den Langsameren antreibe. Ist also bei uns auch dafür unnötig.



    sorry dann solltes du mal mit der peitsche üben,wenn ich bei meinem vierspänner peitschenhilfen an die vorderponys bzw ein vorderpony gebe wird dies selten von den anderen pony bemerkt. zumindes ist bei denen keine entsprechende reaktion zu bemerken.
    eine guter peitschen einsatz erfolgt lautlos , punktgenau und im richtigen moment

    - ein gutes Pferd mißt maximal 148 cm
    -Fr.: Was ist ein guter Zweispänner ??? Aw.: Ein Halbes Gespann !!!!!!! :D
    wen es interessiert schaut bei "you tube" nach "Clasic-Power" da sind einige Filmchen von mir

  • Der Ober-Roßarzt von Huch, Breslau, schreibt 1889 in der Deutschen Verkehrs Zeitung (DVZ):


    „Es ist unerfindlich, wie man glauben kann, dass Pferde mit Lederlappen an den Augen nicht scheuen sollen; nur die Gutmütigkeit des Pferdes und der dauernde Gebrauch der Scheuklappen ermöglicht es, damit zu fahren. Nur in einem Falle würden sie das Scheuen verhindern, und zwar, wenn diese die Augen so einschließen würden, dass die Pferde künstlich blind gemacht wären. Dann wäre es aber wiederum unerklärlich, warum sich jeder Pferdebesitzer ängstlich hütet, ein blindes Pferd zu kaufen, ja sogar das blinde Pferde von jedem öffentlichen Fuhrwerk ausgeschlossen sind. Man ersieht hieraus, dass Scheuklappen nur der Putzsucht (Anmerkung: das Herausputzen, Verschönern) ihre Entstehung verdanken. Ein schlagender Beweis für die Schädlichkeit der Scheuklappen ist die Tatsache, dass bei Wagenpferden häufiger Augenkrankheiten vorkommen als bei Reitpferden. Die Scheuklappen auszurotten, wird zunächst nicht möglich sein, denn die Macht der Gewohnheit ist stärker als der beste Wille.“


    Quelle: Archiv für deutsche Postgeschichte, Heft 1/1987

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Hallo
    Also ich würde nach wie vor gerne mit Klappen Fahren / Kutsche ziehen und ohne Klappen Arbeiten.Und ich glaube nicht , daß es die Pferde verunsichert , wenn Sie mal mit und mal ohne sind . Sie werden die Wechsel MIT / OHNE schon verkraften. Da die Sicherheit vor geht , finde ich Fahren MIT und Arbeiten OHNE die besserer Wahl.
    Gibt es da Einwände ?

  • Es wird keine Patentlösung für die Scheuklappen geben, da verschiedene Umstände deren Einsatz befürworten oder ablehnen.


    Ich selbst war jahrelang der Meinung dass es Scheuklappten nicht braucht, dann bekam ich ein Pferd in den Stall welches wohl mit Scheuklappen ausgebildet wurde, und dieser geht einfach viel ruhiger mit Scheuklappen, somit rechtfertigt sicher der Einsatz.


    @ Judith, ich halte deine Vorgehensweise für gut und praktikabel, ich praktiziere das bei einem Pferd selbst so, in der Anspannung vor dem Wagen oder Maschinen geht er mit Scheuklappen, beim Holzrücken geht er ohne.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Ein Zufallserlebnis zur Fragestellung:
    Kinderreitstunde, mein Allroundpony Balu soll eingesetzt werden, wie sichs gehört mit Sattel und Trense, da tritt er in den Zügel und das Backenstück ist hin.
    Großer Kummer: "Kann ich jetzt nicht reiten?"
    In das Fahr-Kopfstück die Wassertrense mit Zügeln eingeschnallt - wir wollten uns sowieso an der Longe mit Zügelführung beschäftigen.
    Balu, der sich beim Longieren oft ein wenig sperrt, "ging wie ein Glöckchen", auch nachher, bei ausgeklinkter Longe, "Versuch mal, was du ausrichten kannst" - blieb die Folgsamkeit erhalten.


    Habe den Versuch nicht wiederholt, aber im Zusammenhang mit unseren Überlegungen ist es vielleicht aufschlußreich.
    Könnte m.E. die Erfahrung des Pferdes dahinterstehen: Wenn ich die Dinger anziehe(n muß), dann ist (m)ein Mensch in der Nähe, der sagt schon, wo´s langgeht, und dann geht die Sache in Ordnung. Das würde auch die geringere Neigung zu Scheuen erklären.


    Gruß vom Harzrand


    Helga

  • Als meine Stute nach jahrelangem Westernreiten eingefahren wurde, wollten wir dies zunächst mit Scheuklappen versuchen, da ich ein komplettes Fahrgeschirr bestellt habe und eben so bekam. Wir mußten aber sehr schnell feststellen, daß die Stute dadurch nur verunsichert wurde und regelrecht nervös reagierte. Dann probierten wir es ohne aus und es lief wie geschmiert. Sie brauchte also freie Rundumsicht. :-]

  • Als Holzrücker kann ich nur sagen im Wald GRUNDSÄTZLICH ohne Klappen- das Pferd muß schon sehen, was ringsum passiert.
    Ansonsten bin ich der Meinung, wenn ein richtiges Vertrauensverhältnis zum Pferd besteht und es verkehrssicher ist, soll es auch alles sehen können. Dazu kann ich nur "Die Fahrschule" von Hans Fellgiebel ISBN 3-487-08272-1 empfehlen, der zwar auch das Fahren nach Achenbach befürwortet, aber auch die Arbeitsanspannungen nicht außer acht läßt.
    Mein Dicker wird von Anfang an ohne Klappen gefahren und das klappt sehr gut. Selbst wenige cm neben ihm umfallendes Totholz schrecken ihn nicht, also auch nicht LKWs, Feuerwehr etc. Mein anderes Pferd hat, wenn er RICHTIG Zicken gemacht hat, diese nur MIT Klappen gemacht.

    Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen. (A. de Saint- Exupery)


    Bauernhöfe statt Agrarfabriken!




  • Hallo, Ihr Lieben,


    ich möchte nur folgendes dazu beitragen: Es ist dasjenige Pferd am zuverlässigsten, das gelernt hat, möglichst viele verschiedene Außenreize beidseitig zu verarbeiten. Dazu muss es sie abwechselnd mit beiden Augen sehen können. Was es nicht sehen darf, kann es auch nicht als gefahrlos abspeichern. Wenn es nicht sehen darf, kann es nicht lernen.


    Deshalb halte ich es durchaus für 'entspannt', ein älteres Pferd mit Scheuklappen zu fahren . Aber wer junge Pferde von Anfang an nur mit Scheuklappen arbeitet, verhindert lernen. Und möglicherweise gehen sie dann in der einen oder anderen Situation nicht sofort auf und davon. Aber ihre Ohren haben sie als 180 ° Drehapparate auch immer mit dabei. Und die sind ja noch nicht 'verblendet'. Und irgendwann gehen insbesondere die misstrauischen dann spätestens im Einspänner eben doch ab - wegen dem zweispännig einfahren mit Scheuklappen. Oder trotz einspännig fahren mit Scheuklappen.


    Man muss eine gesunde Balance finden zwischen gucken dürfen und nicht gucken brauchen. Dann geht's auch mit Klappen. Aber 'nur Klappen' verblödet, weil Gehirnregionen der Ortung von Umweltreizen isoliert werden. Und ein blödes Pferd geht irgendwann garantiert ab.


    Gruß
    Claudi

  • Ich fahre immer ohne Scheuklappen, egal mit welchem Gefährt, ob auf der Strasse oder mit der Egge angehängt. Der Grund ist einfach: ich habe beobachtet, dass mein Engel stets unruhig wird, wenn er etwas hört, aber nicht sieht, was es ist. Es kehrt sofort wieder Ruhe ein, wenn das Pferd sieht, was die Quelle des Geräusches ist. Logische Konsequenz: keine Sichtbehinderung fürs Pferd, also keine Scheuklappen. Das Pferd darf sogar nach Herzenslust den Kopf drehen, anders formuliert: ich fahre meistens mit hingegebener Fahrleine. Ich brauche also fast nur die Stimme zum Fahren. und ich habe eine Winkerkelle: Wenn Engelchen die Winkerkelle sieht, weiss es, dass Frauchen abbiegen will. Dann brauche ich die Fahrleine nur zum Bremsen, denn Engelchen hat keinerlei Respekt vor Autos & Co. Engelchen würde also schnurstraks links abbiegen, nur wegen meiner Winkerkelle, egal, wie die Autos fahren. Das Pferd hat längst begriffen, wie Zweibeiner funktionieren. und wenn ich nicht aufpasse, wird es genau deshalb gefährlich. Ich muss wegen den einfachen Regeln, nach denen Engelchen den Job gut machen will, manchmal ein wenig korrigieren. Da muss ich wirklich sehr gut aufpassen, nicht, weil das Pferd zu wenig verkehrssicher ist, sondern weil es keinerlei Respekt vor den brummenden Blechdosen hat. Auch das ist total logisch für meinen Engel: die Blechdosen weichen immer aus, also sind sie rangniedriger. Pferdelogik.

    Livia_21

  • Ich würde sagen alles hat seine Vor- und Nachteile. Ich fahre normalerweise ohne Scheuklappen (Einspänner) und bin oft froh, daß ich dabei Blickkontakt mit meinem Pferd aufnehmen kann. Ist meiner Stute etwas nicht geheuer, dann schaut sie sich gerne nach mir um und "fragt" sozusagen, was ich davon halte. Ein kurzer entspannter Blick von mir, evtl. noch ein paar beruhigende Worte und es geht entspannt weiter. Ich habe das Pferd allerdings auch schon gut 5 Jahre und wir sind ein bestens eingespieltes Team. Als ich die Stute neu hatte (Traber von der Rennbahn), hatte sie anfangs manchmal noch ihre eigenen Ideen von der Wegplanung und panische Angst vor der Peitsche. Wenn sie die Peitsche ohne Scheuklappen von hinten kommen sah, ist sie immer gleich blöd geworden und war kaum noch zu halten. Stellende Peitschenhilfen zu geben war so ziemlich unmöglich. Deshalb bin ich anfangs mit Klappen gefahren und das ging damals besser als ohne. Auch bei der "Streckenführung" ließ sie sich mit Klappen besser dirigieren. Heute bin ich ohne Klappen besser unterwegs. Ich würde die Verwendung von Scheuklappen von der jeweiligen Situation und dem jeweiligen Pferd abhängig machen.


    Im Rahmen der Ausbildung können Scheuklappen vielleicht auch zur Verbesserung der Konzentration eines Pferdes auf die Leinen- und Peitschenhilfen führen. Ich kenne einen Ausbilder, den ich sehr schätze (Horst Monnard, Nähe Darmstadt). Er bildet Pferde ganz toll an der Doppellonge aus und verwendet dazu Scheuklappen. Er hat ein super Händchen und Pferde, die von ihm ausgebildet wurden, gehen auf feinste Hilfen. Er geht auch einfach super mit Pferden um und selbst einfachste Handgriffe rund ums Pferd sind bei ihm wohl durchdacht. Die Scheuklappen sind nur ein Aspekt seiner Ausbildungsmethode.

  • ich würde blendklappen immer vom jeweiligen pferd abhängig machen.


    joe braucht keine. der sucht, wenn es doch mal für ihn unheimlich wird, sofort mit einem ohr nach meiner stimme.... und gut ist.


    allerdings hatte ich auch schon einen warmblüter, den ich niemals ohne blendklappen gefahren hätte. der hat sich bei "kleinigkeiten" festgeguckt. da half nix.
    auch unter dem reiter hat er das prima gekonnt! :wacko:


    mit blendklappen war die welt für ihn völlig "cool".

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