Wurmkurunverträglichkeit-Alternativen?

  • Hat hier jemand ein Pferd, das keine Wurmkurzen verträgt? Was macht ihr?
    Meiner hat nun zum zweiten Mal eine Kolik nach der WK. Diesmal ziemlich heftig und ich bin nur noch froh, ist er wieder fit jetzt. Ich werde ihn nicht mehr entwurmen, jedenfalls nicht, wenns nicht nötig ist (Labortest).
    Diesmal haben wir ihn eigentlich gezielt mit der Fütterung darauf vorbereitet, da der Verdacht da war, dass er das letzte Mal auf die WK reagierte. Hat leider nicht geholfen.


    Wie entwurmt ihr? Habe nun diverse Tipps bekommen wie 'mit Meerrettich' entwurmen und solches Zeug.
    Hat hier jemand Erfahrungen mit entwurmen ohne Wurmkur?

  • Hallo


    ich kenne nur die methode das man das gewicht vom pferd nimmt und nur soviel wurmkur gibt wie nötig.


    sowieso nach einer besimmung welche oder überhaupt würmer vorhanden sind .


    zum glück hab ich keine probleme damit .


    bitte berichte doch weiter was du unternimmst !



    grüssle cissi

  • Wurmkur sollte man IMMER nach Gewicht geben, unabhängen davon, wie verträglich es ist ;-).


    Jaaaa, war bisher auch froh, nie Probleme zu haben. Aber wenn man keine Probleme hat, kauft man sich am Besten ein Pferd.

  • Was sagt denn der TA?
    Kolik nach Wurmkur entsteht in den meisten Fällen nicht durch die Arznei sondern durch die abgetöteten Würmer. Deshalb sind Koliken bei Kombipräparaten auch häufiger, d die Anzahl der Würmer einfach größer ist.
    Sollte es sich aber eher um Eine Unverträglichkeit der Wirkstoffe oder Trägerstoffe handeln, wäre vllt eine Entwurmung per Spritze eine Alternative?!


    LG, pauline

  • Von einer Unverträglichkeit habe ich bisher noch nie etwas gehört, da würde ich mit dem TA Alternativen abklären, z.B. Entwurmen per Spritze. Alternative Möglichkeiten mit ausreichender Wirksamkeit sehe ich nicht,sonst würden diese Möglichkeiten sicher populärer und würden mehr genutzt. Was man noch tuen kann ist eine gute Weidepflege mit täglichem Absammeln.


    Das Körpergewicht ist unbedingt zu berücksichtigen, wobei der angegebene Wert keinesfalls unterschritten werden sollte, sonst züchtet man resistente Stämme. Eine geringfügige Überschreitung der Menge ist unbedenklich.

  • hallo
    ich habe im net mal alternative Wurmkuren für Hunde gefunden. Spezialfutter usw. habe das aber nicht weiter verfolgt. Ich glaube die Sache wurde nachher auf gegeben. Für Pferde habe ich noch nichts in der Art gefunden. Vielleicht weiß ein Tierheilpraktiker mehr oder Homöopath. Das mit den Möhren ist ja wohl nur ein Gerücht, das die entwurmen sollen :S. Dann kenne ich noch die Version mit dem Wurmfarn hm aber ehrlich da traue ich mich nicht so recht dran. Weil ich nicht aus probieren möchte wieviel man davon dem Pferd so gibt. ?( Im Stallmeister stehen auch so Rosskuren, die sicherlich eher dem Pferd Schaden zu fügen, als den Würmern. :pinch:

  • Unverträglichkeit gibt es leider schon und die Reaktion ist die gleiche, ob gefüttert oder gespritzt, denn es geht ja um den Wirkstoff und nicht die Verabreichungsart. Kann gut sein, dass er allergisch reagiert. Manche Pferde kriegen Schuppen, Juckreiz oder auch starken Haarausfall. Oder eben leider Koliken.
    Das mit den Möhren glaub ich auch nicht, jemand meinte, es passiere genau das Gegenteil: Möhren geben den Würmern besseren Nährstoff, die Viecher vermehren sich wie Hasen und folglich haben die Pferde viele Würmer im Kot, was fälschlicherweise als 'Entwurmung' gedeutet wird.


    Ich denke auch, dass sicher keine perfekte Alternative zu finden ist, aber immerhin etwas, was ein bisschen hilft, wenn denn...
    Weiden werden immer abgesammelt. An der Pferdepflege liegt es nicht. Es ist definitiv eine Unverträglichkeit. der TA war ja da, den muss ich jetzt nicht mehr fragen.

  • Aber es gibt doch verschiedene Wirkstoffe. Dein Pferd wird doch nicht gegen alle Wirkstoffe gleichzeitig allergisch sein. Und Dein Tierarzt wird Dich doch hoffentlich nicht einfach so ratlos stehen gelassen haben, der sollte sich doch bemühen eine Lösung zu finden. Wenn nicht, würde ich gezielt nachfragen.

  • Er findet, ich soll das Pferd komplett nach dem Ausschlussverfahren durchchecken lassen. In der Klinik natürlich.
    Das hat zwei Haken: Ich bin nicht TA und könnte mir das nur etappenweise leisten. Und im Moment reagiert mein Pony immer noch sehr schlecht auf Situationsveränderungen. Mit einer Umquartierung in die Klinik mache ich die ganze Arbeit zunichte. Es wäre für ihn im Moment nicht einfach zu verkraften. Deshalb möchte ich ihm den Stress erlassen und jetzt erstmal langsam und Stück für Stück vorankommen. Da sind wir dran. Aber eben, langsam.
    So siehts jetzt halt so aus, dass ich im Frühling dann erst Kot abgebe und hoffentlich eh nicht entwurmen muss. Wenn doch werde ich, sofern keine andere Möglichkeit besteht, halt den TA schon mal vorwarnen können.
    Ja, wird wohl schon ein Wirkstoff sein, nur gibt es eigentlich nur zwei Arten von Kuren. Und wenn Du einen Tag und die halbe Nacht um Dein Pferd gebangt hast wegen einer doofen Wurmkur, dann lässt die Motivation, etwas auszuprobieren einfach nach.

  • Hi,


    laut meiner THP ist das das EInzige, wo wirklich Chemie ins Perd muss. Und zwar auf keinen Fall zu knapp oder gar unterdosiert (Resistenzen!).
    Es gibt durchaus mehr als 2 Wirkstoffe zum Entwurmen.
    Hast Du vielleicht unglücklicherweise denselben Wirkstoff in 2 unterschiedlcihen Präparaten erwischt?
    Hat dein Pferd früher die WKs vertragen?
    Falls Du einen THP hast, der dein Pferd kennt, würde ich mich mit dem/der mal beraten, ob man ein Perd da nicht unterstützen kann. Ich nehme an, dein TA hat dir gesagt, wie die Proben zu sammeln sind, damit sie überhaupt eine gewisse Aussagekraft haben?
    Gruß

    SP

  • Man kann auch homöopathisch entwurmen - es ist halt mehr Zeitaufwand als wenn man dem Pferd einmal eine Tube ins Maul steckt da man an 3 Tagen 3xtäglich Globuli geben muß. Eine Freundin von mir hat 8 Pferde die sie nur homöopathisch entwurmt. Es wurde sogar mal eine Kotprobe von einer Tierärztin eingeschickt ob das überhaupt wirkt. Das Resultat war astrein.


    http://www.amazon.de/Naturheil…n-behandeln/dp/3548367887


    In diesem Buch wird es genau beschrieben.

  • es steht fast in jedem waschzettel, wann pferde mit kolik auf wurmkuren reagieren.... nämlich dann, wenn viele würmer im bauch sind, die aufgrund der wurmkur gekillt werden. das "leichengift" der würmer verursacht dann, dass darmbakterien absterben, und die kolik verursacht.


    das gift der wurmkur wirkt nur auf würmer, fische, schnecken etc, deshalb steht auch jedesmal darauf, darf nicht in gewässer gelangen. warmblütern (bis auf einige collies, bobtail, sheltie die allergisch auf avermecine, dazu gehört ivermecin sprich "ivomec etc") reagieren nur in äußerst überhöhten dosen (fast dem 50fachen!!!!!!!) erst auf das wurmgift.


    ich halte kolikpferde nach der wurmkur für schlecht entwurmte pferde

  • Wir entwurmen die Pferde, entgegen vieler Meinungen nur 2 x pro Jahr. Wenn ich ein Tier zukaufe entwurme ich es sofort, danach im Rhytmus mit den anderen, es sein denn es liegt ein Grund vor.
    Bevor sie auf die Weide kommen, gibt es z.B. eine Panacur und jetzt zu Nicolaus Ivermectin (i.m).


    Meine Pferde sind gut "im Lack", Leistungsfähig und gesund, den TA sehen wir eigentlich nur für die Wartugsarbeiten.


    Mir ist ein Fall von so ner alternativen Entwurmung bekannt in dem die Tiere auf einmal alle "Ekzem" bekamen, ich weiss nicht was daraus geworden ist aber ich schätze mit Graipfruitkernen entwurmen die da inzwischen nicht mehr.


    Kotproben? Mich würde mal interessieren was es damit eigentlich auf sich hat, ich habe auch schon mal welche untersuchen lassen, weil mich interessiert hat ob mein Entwurmungssystem ausreicht. Bisher haben die noch nie was gefunden, manche Leute behaupten das wäre eh nicht aussagekräftig.


    prigal :
    Bei der homöopatischen Wurmkur mit den Globuli hätte man vielleicht auch vorher mal ne Kotprobe ziehen sollen und schauen ob man was findet???

  • kotproben können nicht aussagekräftig sein, besser sind blutuntersuchungen......


    im kot der pferde sieht man nur tote würmer (altersschwach) oder wurmeier.....
    da würmer aber kollektiv sterben und kollektiv eier legen, gibt es soviel wurmnachweisfreie zeit, dass ein pferd tatsächlich völlig verwurmt sein kann, ohne ein einziges ei und einen einzigen wurm im kot zu finden....


    würmer "schweben" ja nicht im darm rum, sondern heften sich an darmwände, bohren sich in lungen, herzmuskeln und lebern fest, dasselmaden sogar im gehirn und im gaumen/zungen der befallenen tiere.... klasse! wie kann man die im kot feststellen???????


    habe mal link im inet gefunden....


    http://www.cavallo.de/medizin/…rmkuren.332617.233219.htm


    sehr interessant..... falls er nicht geht..-- google----- cavallo wurmkur eingeben.....

  • bei den alternativen Kräuterkuren fehlt mir einfach der Wirksamkeitsnachweis......
    sowas wie vorher - nachher


    es gibt Untersuchungen von Gestüten, in denen konsequent täglich Koppeln entmistet wurden; die Ergebnisse waren zur Prophylaxe recht ordentlich; nur das ist etwas anderes als ein verwurmtes Pferd wurmfrei (wurmarm) zu kriegen; der letzte link spricht übrigens auch nur von "vorbeugend" :whistling:

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Zunächst kann man davon ausgehen, dass alle Pferde Würmer haben. Sie stehen in ihren Boxen, wo der Kot sich mit Stroh und Heu mischt; sie gehen jahrein, jahraus auf dieselben Weiden, die ein Eldorado für Parasiten sind. Sie haben Eier der Dasselfliege am Fell gerade da, wo sie sich häufig lecken.
    Eigentlich müßte nur bei starkem Wurmbefall etwas unternommen werden. Aber es ist eine gute Regel, es routinemäßig zu tun, nur sooft wie nötig (s.u.). Und dabei ist Chemie unumgänglich.


    "Man kann auch homöopathisch entwurmen "


    Wenn damit der gleiche Effekt gemeint ist wie bei der chemischen Wurmkur, dann ist das f a l s c h! Mit Homöopathie kann man nichts abtöten, das ist eine p r o biotische (lebensfördernde) Methode, keine a n t i biotische (Leben tötende) Methode. Man kann mit homöopathischen Mitteln den Organismus konditionieren, seine Gesundheit stärken. Ein gesunder Organismus hat weniger Parasiten (das gilt für Mensch und Tiere gleichermaßen wie für Pflanzen). Auf dieser Ebene wirkt auch (neben anderem) das Füttern von Möhren (vorausgesetzt, es wird Öl beigegeben): das fettlösliche Vitamin A ist das Schleimhautschutzvitamin und fördert Abwehrmechanismen. Knoblauch hat einen noch stärkeren Effekt auf den Wurmbefall.


    Auch mit pflanzlichen Arzneimittel sollte man vorsichtig sein (gerade mit dem erwähnten Wurmfarn). Pflanzenheilmittel sind (anders als Homöopathika) Drogen - die Dosis macht das Gift.


    "das "leichengift" der würmer verursacht dann, dass darmbakterien absterben, und die kolik verursacht."


    Tote Würmer töten keine Bakterien, ganz im Gegenteil, das wäre ein Festmahl für einige unter ihnen. Wenn große Mengen Würmer abgetötet werden, könnte das allenfalls Stoffwechsel-Beschwerden verursachen.


    Koliken nach WK können viele Ursachen haben, z.B. Darmverschluß durch Knäuel abgetöteter Würmer, Krämpfe durch überstarke Darmreizung, Verstopfung von Gefäßen ...


    "das gift der wurmkur wirkt nur auf würmer,.... reagieren nur in äußerst überhöhten dosen (fast dem 50fachen!!!!!!!)"


    So sollte man es nicht sagen, das ist eher gefährlich. Nur eine Substanz hat diesen hohen "Sicherheistindex", und das ist nicht Ivermectin. Grundsätzlich ist jedes chemische Mittel giftig, es kommt nur auf die Dosis an. Es gibt Pferde, die reagieren schon bei normaler Portion, andere sagen bei mehrfacher Überdosierung garnichts (Glück gehabt!). Bei der WK ist es richtig, lieber etwas mehr als zuwenig zu geben (wer kann sein Pferd vor der WK schon wiegen?), aber ich würde mich nicht darauf verlassen, dass 10fache Überdosierung noch vertragen wird (erst recht nicht 50 fache). Ein paar Klicks im Internet, und man hat klare Aussagen: "Eine 10fache Überdosierung führt zu Unverträglichkeitsreaktionen wie z.B. Mydriasis. Noch höhere Überdosierungen können jedoch zu Atemdepressionen und Ataxien bis hin zum Tode führen." Und anderswo: Die orale Verabreichung von 1,2 mg/kg bis zu 1,8 mg/kg wird symptomlos toleriert, 2,0 mg/kg verursachten Ataxie, Depression und scheinbaren Sehverlust (weiter auf http://www.vetpharm.uzh.ch/).


    "Wir entwurmen die Pferde, entgegen vieler Meinungen nur 2 x pro Jahr....Bevor sie auf die Weide kommen, gibt es z.B. eine Panacur und jetzt zu Nicolaus Ivermectin "


    Das ist eine sehr vernünftige und im Normalfall ausreichende Praxis, wobei Nikolaus in manchen Jahren zu früh sein kann. Bei der "Herbst"wurmkur will man vor allem die Dassellarven treffen. Die brauchen etwa 4 Wochen, um sich aus den Eiern, die die Pferde aufgeleckt haben, zu entwickeln. Wenn aber der Herbst sehr warm gewesen ist und der erste Frost erst Ende November auftritt, erwischt man mit der WK um Nikolaus nur die bis dahin herangereiften Larven, nicht die, die noch in der Entwicklung sind. Die würden dann trotz WK überleben und das ganze Jahr im Organismus parasitieren. Es sollte also besser Winter-Wk heißen, erst 4 Wochen nach dem ersten Frost!


    "Kotproben? ... Bisher haben die noch nie was gefunden, manche Leute behaupten das wäre eh nicht aussagekräftig".


    Kotproben sind im R e g e l f a l l nicht notwendig, weil tatsächlich nicht aussagekräftig. In Problemfällen sind sie allerdings wichtig, wobei dann sehr sorgfältig vorgegangen werden muß (s.u.)


    "kotproben können nicht aussagekräftig sein, besser sind blutuntersuchungen......"


    Das ist so falsch. Kotproben können sehr wohl aussagekräftig sein, wenn man sie richtig nimmt und auswertet. Die Larven/Würmer machen eine Körperwanderung durch, parasitieren im Darm und verabschieden sich i.d.R. nicht von allein (weshalb man sie selten im Kot sieht). Aber sie scheiden Eier aus, weil sie sich so fortpflanzen. Diese Eier (auch Larven) erscheinen im Kot, und man kann aus der Art und Anzahl der Wurmeier (bzw. Larven) einen Befall beurteilen. Wichtig ist ein planvolles Vorgehen: es müssen mehrere Kotproben (Sammelkotprobe) genommen werden und im Zweifelsfall auch wiederholt. Es ist richtig, dass die Eier/Larven trotz Wurmbefall nicht immer im Kot nachzuweisen sind. Und Dassellarven lassen sich so garnicht feststellen.


    Die Blutuntersuchung ist k e i n Ersatz für die Kotuntersuchung. Da könnte man zwar durch eine Veränderung des Blutbildes auf Parasitenbefall schließen, weiß aber noch lange nichts über die Art der unerwünschten Gäste.


    Es ist nicht notwendig (und praktisch nicht machbar), ein Pferd völlig wurmfrei zu halten (genausowenig wie bei Hund und Katze). Wichtig ist, die Abwehrkraft des Pferdeorganismus durch optimale Haltung (Boxen- und Weidemanagement) und Fütterung zu stärken. Die jährlich zweimalige Wurmkur ist ein guter Kompromiß zwischen garnichts und zuviel.

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