Wann abschwitzdecke auflegen ?

  • Hi,


    mich würde mal interessieren, wann ihr eine Abschwitzdecke auf eure Kaltis legt und wie ihr das grundsätzlich handhabt.
    Was mache ich z.B. mit einem Pferd im Offenstall und einer Abschwitzdecke wenn es regnet?
    Wann nehmt ihr die Decke ab oder wechselt ihr die Decke nach einiger Zeit ?
    Wie naßgeschwitzt muß ein Pferd sein um eine Decke zu bekommen ?
    Ich habe da wirklich null Ahnung... Wäre schön, wenn ich ein paar Tips bekommen könnte.


    Viele Grüße, Susanne

  • Hallo Susanne,


    mein "Kalti" hat noch nie eine Abschwitzdecke gesehen.
    Er ist 12 Jahre alt und und hatte in dieser Zeit einmal Husten.
    Sonst war und ist er kerngesund.


    Viele Grüße

    Menschen denken, Pferde denken wie Menschen

  • meine bekommen erst eine abschwitzdecke drauf wenn die temperaturen nach der arbeit um und unter 10 grad liegen.und dann auch nur kurz, meist in der zeit der nachbereitung aber nicht länger als eine stunde(und solange kann man ja auch mal angebunden lassen unter nem dach),nix ist schlimmer als wenn eine feuchte abschwitzdecke auf dem pferd trocknet, erst dadurch gibts husten und so, weil dem körper noch mehr wärme entzogen wird.ansonsten laß ich die pferde danach raus und sich welzen. danach ist natürlich zu beachten: zugluft schadet, wind nicht.also meine stehen immer draußen, haben seit 5 jahren keinen stall von innen gesehen,haben nur ein dach zum unterstellen, das sie aber kaum nutzen.seit dem hatte ich weder husten kolik oder sonst irgend was!

  • Ich finde Abschwitzdecken eine ganz feine Sache. Auf der Kalten hatte ich zwar noch keine, aber bei den Warmblütern. Die trocknen drunter so gut und schnell. M.E. kann die Decke auch außen feucht sein, richtig perlen, und drunter ist sie trocken. Ich hab auch schon im Winter beim Schlittenfahren Abschwitzdecken draufgemacht, einfach um die Nieren bißchen zu schützen, bin gebranntes Kind mit Kreuzverschlag. Unbeaufsichtigt bzw lose kann man die aber nicht stehen lassen, da zerfleischen die Pferde die Decke.


    Es gab solche Decken mal im Angebot beim Lebensmittel-Discounter, Stück 14 Euro.

  • Meine Offenstallpferde bekommen nur bei kühleren Temperaturen nach der Arbeit / Reiten im Herbst / Winter oder bei tagelagem Regen die Bucas Smartex Rain bzw. Horseware Decken mit Abschwitzfunktion drauf. Die können drauf bleiben. Andere Abschwitzdecken nutze ich nicht bzw. nur in den Pausen bei Tagesritten.

    Schimmel


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    =) Es sind nicht die großen Erfolge, die viel zählen.
    Es kommt vielmehr darauf an, aus den kleinen viel zu machen ;)

  • Generell versuch ich immer trockenzureiten/-fahren. Mit zunehmendem Winterfell ist das irgendwann aussichtslos (dicker Bärenpelz da 24/7 Haltung in Offenstall oder Weide mit Unterstand). Bei trockenem Wetter kommt dann aufs feuchte Pferd eine normale Abschwitzdecke (wobei ich die Erfahrung gemacht habe, daß man bei einem dicken Pelz auch eine dicke Abschwitzdecke braucht, oder 2 normale Fleecedecken übereinander) drauf, die mache ich vor dem Schlafengehen runter oder sie bleibt bis zum Morgen drauf. Bei Regen/Schnee kommt die Bucas Smartex Rain drauf und am nächsten Morgen wieder runter.


    Das man die Decken nicht drauflassen könnte, das ist totaler Humbug. Vielleicht galt das früher mal, als es noch keine Funktionsmaterialien gab?! Heutzutage sind Abschitzdecken zu 100% aus Kunstfaser, die leiten die Feuchtigkeit vom Körper weg, d. h. das Fell ist dann staubtrocken und aussen auf der Decke stehen die Wassertropfen. Dies funktioniert (wie bei menschlicher Gore-Tex-Bekleidung auch) allerdings nur, wenn ein entsprechendes Temperaturgefälle besteht, d. h. es muß unter der Decke wärmer sein/werden als die Aussentemperatur ist. Daher braucht man bei einem richtig dicken Winterpelz eine dickere Decke (so meine Erfahrung), damit trocknet dann auch ein tropfnass geschwitztes KB mit Bärenpelz sehr gut. Habe im letzten Winter sehr gute Erfahrungen mit einer gefütterten Fleecedecke von Loesdau gemacht.


    Im Stall/in Boxen gehaltene Pferde brauchen selten eine Abschwitzdecke, da sie längst nicht so dichtes Fell entwickeln wie Offenstallpferde (sehe ich bei vielen Pferden im Bekanntenkreis). Das realiv dünnere Fell trocknet dann oft schon beim Ausspannen, bzw. reicht da ein kurzfristiges Auflegen einer dünneren Decke.


    Ein (von Schweiß) feuchtes Pferde würde ich niemals feucht "wegstellen", weder auf die Weide, noch in die Box. Aber das handhabt jeder anders, bzw. sind "Stallpferde" dann ja meist schon nicht mehr feucht, weshalb sich die Frage gar nicht stellen dürfte.


    LG
    Tina

  • Vielen Dank für die Anregungen, so habe ich schon mal einen Überblick bekommen.
    Wo bekomme ich eigentlich eine Bucas Smartex Rain- Decke und wo liegt der Preis? Ich habe es so verstanden, daß die Decke Schweiß raus läßt, aber kein Regenwasser rein und auch noch wärmt ? Das hört sich praktisch an.


    Gruß, Susanne

  • Genau so ist es. Gib einfach bei Herrn Google Bucas Smartex Rain ein und dann werden Sie geholfen *gg* Sind nicht ganz billig - aber es lohnt sich wirklich. Meine ersten Decken sind nun 6 Jahre alt und immer noch dicht. Eine Decke liegt nun seit 3 Jahren über die nasskalte Zeit Tag und Nacht auf dem Oldie. Der schafft es alleine nicht mehr, sich richtig aufzuwärmen.


    Ich nehme die dünnste Variante weil sie ausreichend Schutz gegen Nässe und Wind bietet und die natürliche Thermoregulation trotzdem noch funktioniert.

    Schimmel


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  • Meine erste Smartex hab ich noch zu DM-Zeiten gekauft, die ist auch immer noch dicht - lohnt sich also durchaus, etwas mehr auszugeben.


    Oft gibt es bei ebay Verkäufer, die neue-Bucas-Artikel günstiger verkaufen als im Laden. Aber unbedingt mal gucken, ob Du Dir von jemandem eine leihen kannst wegen der Paßform/Größe. Meine Dicken tragen 155cm, beide Decken sind aber schon alt, der Schnitt hat sich in den Jahren wohl geändert (hab ich gehört).


    Und ja, hast Du ganz richtig verstanden, die Decke kann man aufs klatschnass geschwitzte/-geregnete Pferd legen und es trocknet drunter, auch wenn es weiter auf die Decke drauf regnet.


    Günstiger und auch sehr, sehr gut ist die Amigo-Decke von Horseware. Die gibt es ganz ohne Futter oder "medium". Ist auch atmungsaktiv, allerdings habe ich damit noch keine Erfahrung, sie aufs nassgeschwitzte Pferd zu legen, auf dem nassgeregneten funktioniert es auch gut.

  • Ich habe ja neben den Bucas auch die Amigo bzw. die Summer Turnout. Wenn sie nass / nass geschwitzt sind und es regnet, dann bleiben sie auch nass darunter. Deshalb mag ich die mit Fleece dafür eigentlich lieber. Die Brusterweiterung der Bucas passt auch auf die Horseware - wenn man sie dreht :-)

    Schimmel


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  • Also aufs nassgeregnete Pferd hab ich die Amigo schon gelegt, Pferd wurde damit sehr gut trocken. Ist allerdings ne Amigo medium (für meine Rentnerstute).


    Ich denke, es liegt weniger am "Fleece oder nicht", als vielmehr am Futter überhaupt (irgendwas muß die Feuchtigkeit ja erstmal aufnehmen können und das tut eben das Futter). Die "ungefütterte" Bucas Smartex Rain wird mit 200g/m² angegeben, das ist genausoviel wie die Amigo in "medium".


    Was mich halt an der Smartex stört, ist, daß es durch das Fleecefutter zu abgebrochenen Haaren am Buggelenk und bei empfindlichen Pferden auch am Hüfthöcker kommt. Das habe ich verhindert, indem ich Satin an die entsprechenden Stellen des Futters genäht habe. Bei der Amigo ist das durch das glatte Futter besser gelöst, außerdem hat die noch eine längere Seitenlänge, was mir persönlich besser gefällt. Aber das ist natürlich Geschmackssache...


    Die ungefütterte Amigo (vom Dicken) würde ich so rein gefühlsmäßig auch nicht aufs nasse Pferd legen, da täte ich dann eine normale Fleeceabschwitzdecke drunter ziehen, das dürfte eigentlich auch kein Problem sein.


    Brusterweiterung brauche ich garkeine, in die Amigos passen die dicken Hälse super rein und meine Bucas-Decken sind ja schon alt, da war der Schnitt wohl etwas anders als aktuell *?* die passen jedenfalls auch gut.


    Paßform muß man wirklich probieren. Wenn man keine Decke leihen kann, dann beim ersten Mal aufprobieren, saubere Abschwitzdecke/Bettlaken drunter, dann kann man die Decke problemlos umtauschen ;)


    Berichte doch mal, für was Du Dich dann letztendlich entscheidest :-]

  • Ich bin nun doch schwer beeindruckt was ihr so an Erfahrungen gesammelt habt. Ich werde mich glaube ich erst einmal über die normale Fleece- Abschw.decke an die ganze Sache herantasten. Da meine "Dicke" letzten Winter noch nicht richtig an der Arbeit stand, bin ich dieses Jahr wirklich auf Pelz und Schwitzen gespannt. Letztendlich kommt man ja doch auch sehr schnell über den Versandhandel an Bucas Decken.


    Grüße,
    Susanne

  • Mit Decken hab ich auch so meine Erfahrungen gemacht.
    Eine Fleece-Decke oder eine Decke mit rauem Innenfutter würde ich nur so lange wie nötig drauf lassen, über Nacht garnicht: bei dickerem oder eher grobem Fell kann so eine Decke mit dem Fell-"Strich" nach hinten rutschen, aber nicht mehr gegen den Strich nach vorne, wenn das Pferd den Kopf senkt - dann wirkt das Fell gegen den Deckenflausch wie Widerhaken. Die Folge können Scheuerstellen an Brust oder Hals sein.
    Vorher anprobieren ist auf jeden Fall empfehlenswert: nicht-deutsche Deckenhersteller (z. B. Horseware) geben die Deckengrößen eigentlich mit der Seitenlänge an. Für den deutschen Markt wird dann die Inch-Rückenlänge in cm umgerechnet - mit ziemlichen Abweichungen, wenn auf- oder abgerundet wird.
    Bei ebay würde ich den Verkäufer bitten, die Rückenlänge nachzumessen; beim Kaufen im Laden nehme ich ein Maßband mit und messe selber: ich hab Decken zu Hause, die sind 20 cm länger als auf dem Etikett angegeben (für ein Kaltblut spielt das vielleicht keine Rolle, aber bei kleinen, schmalen Tieren hat man sonst ein Zelt statt einer Decke).

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