Meine Tonne, welches Alter ?

  • Hallo Hasi,
    man fährt sehr bequem in so einer Tonne. Der Fahrer sitzt hinten neben der Tür rechts. Durch die Sitzbank mit der Aussparung, sitzt der Fahrer auch als Einzigster in Fahrtrichtung.
    Mit seinen Mitfahrern ist man in der Tonne oft in einer netten "Klönrunde" unterwegs.
    Ja das mit Asterix und Oberlix finde ich auch ;) . Das Teil wirkt sehr altertümlich.


    Viele Grüße
    Hans-Jörg

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Na der Doktor Puttlich ist doch mit so einer gefahren, der vom Immenhof :D


    Daran werde ich immer erinnert wenn ich ne Tonne sehe :thumbsup:


    LG


    Petra

    :D Shetty Team Jahnke - Klein Stark Schwarz

  • Hallo !
    Anfang April ist mir bei einer Fahrt mit meinem Noriker das altersschwache Radgummi - vielleicht noch die ersten Radgummis von 1900 - zum Teil abgesprungen. Die schon länger angedachte Erneuerung war fällig.
    Da die Substanz der Räder auch nicht mehr die beste war (alter Holzwurmbefall), habe ich neue Räder anfertigen lassen.
    Fast in meiner Nachbarschaft fertigt ein noch junger Stellmacher im Nebenjob neue Kutschräder.
    Hier der Link zum Stellmacher: Klick hier und dann weiter klicken auf Stellmacherei.
    Die Räder sind hervorragend geworden und befinden sich jetzt in meiner Werkstatt zur weiteren Bearbeitung (Schleifen, färben, Lack usw.). Vier Monate ist die Tonne somit nicht mehr gelaufen.


    Jetzt geht es wieder an den Zusammenbau des Wagens.


    Leider ist mir der Hersteller meiner Tonne/Governess-Cart noch unbekannt.
    Die Achswellen tragen das Firmenzeichen der Bergischen Patentachsenfabrik Wiehl (BPW), jedoch ohne Fertigungsnummern und dürften um 1900 gefertigt worden sein, da diese Firma 1898 gegründet worden ist.


    Ein der Ölkappen der Tonne besitzt eine Signatur.
    Die Gravur lautet: Hub. (Hubert ?) Scheeren Düren No


    [Blocked Image: http://s3.directupload.net/images/user/100727/maan24s5.jpg]


    Hat hier schon jemand etwas von diesem Hersteller gehört ?
    Irgendwie kommt mir die Schrift auch recht modern vor.
    Vielleicht war das die Werkstatt, die dem Wagen die rote 50er-Jahre Kunstlederpolsterung verpasst hat.


    Über einen Hinweis zu der Ölkappengravur würde ich mich freuen.


    Beste Grüße
    Hans-Jörg

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Hallo !
    Gestern war es soweit, endlich konnte ich meine Tonne wieder anspannen.
    Wie so oft fahre ich dann alleine mit meinem Noriker los.
    Vorher habe ich aber noch ein paar Bilder von ihr gemacht.


    Die neuen Räder


    Bild


    Bild


    Bild



    Beste Grüße
    Hans-Jörg

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Hier einmal zwei aktuelle Bilder.

    "Sagt mir nicht, was ich recht mache. Sagt mir lieber, was ich verkehrt mache, denn davon lerne ich am meisten." Kgl. preußischer Baurat Wilhelm Schmidt (1858-1924), Erfinder der Heißdampfmaschine.
    "Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Kaiser Wilhelm II.

  • Durch Zufall bin ich hier gelandet - ich hab auch so eine Tonne gekauft - für kleines Geld - es waren ein paar


    Bretter morsch - da sie lange draußen stand! :(


    Wir haben sie jetzt überholt - und demnächst wollen wir anspannen - bin mal gespannt wie es sich anfühlt!


    Hab leider noch keine Fotos! :-]

  • Hallo,


    Ich hoffe das Thema wiederbeleben zu können, da selbst betroffen.


    Leider kann man die allermeisten Bilder, die mal eingestellt wurden nicht mehr erkennen, wäre toll auch das PDF über die Tonneau bekommen zu können.


    Meide Geschichte:


    Vor kurzem ein Tonneau erworben, schön und gut, leider ist das Problem, sind, die Londen. Schreckliche Teile, die jemand mal rangemacht hat, schwere Metallrohre und auch noch unterschiedlich gebogen.


    Siehe hässlich verbogene Anzen, wohl irgendwie selbstgemacht
    >https://www.pic-upload.de[/img]
    >https://www.pic-upload.de[/img]
    Gefährt im Zug
    >https://www.pic-upload.de[/img]
    Gefährt im Stand
    >https://www.pic-upload.de[/img]





    Ich bin ein Neuling, daher beschreibe ich die Probleme, wie ich es kann... Und erhoffe mir Hilfe von euch.
    Durch diese hässlichen Rohre schaukelt sich das Gefährt auf, von links nach rechts und etwas nach oben und unten, folglich eliptische Bewegungen, wie auf einem Schiff. Ich meine die Londen sind viel zu weit auseinander für das Pferd. Und natürlich unterschiedlich hoch. Weder für Mensch noch Tier angenehm.
    Meine Lösungsgedanken, die auch vollkommen falsch sein können:
    1.Kutsche zum Schmied, Anzen biegen lassen, ich weiß allerdings nicht genau, wie.. Hat jemand Maße, Skizze?
    2.Anzen absägen lassen und diese Einsteckanzen reinschieben und dadurch Breite und Länge einstellen. Geh das überhaupt beim Einachser?
    3. Anzen ganz auswechseln, Frage ist nun woher neue und richtige kriegen und wie müssen sie beschaffen sein, damit unterschiedliche Pferde reinpassen, oder wenigstens eines?
    HilfeHilfeHilfe!

  • wesentlich weiter könnte dann vielleicht ein Wagner helfen, der macht Anzen aus Holz und wenn er sein Handwerk versteht passen die nicht nur zum Tonneau sondern verbessern zusätzlich die Fahreigenschaften des Gefährts.

    Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht.
    Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.
    »Kraft zum Lieben« Rede 1963, Martin Luther King (1929-1968)


    "Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt."

    Jehuda Bacon, *1929, Auschwitz-Überlebender

  • Vor allem sollte das Geschirr für einen Ein-Achser-Wagen ausgelegt werden und nicht für einen Zweiachser. Die Tragaugen sind viel zu weit, dadurch ist keine sichere/feste Befestigung für die Anzen möglich und die Anzen können sowohl seitlich als auch auf- und niederschwingen.
    Welche Verstellmöglichkeiten das Sieltec-Geschirr bietet, kann ich nicht beurteilen, von den Bildern her ist es jedenfalls Murks und absolut nicht pferdeschonend. Am sinnvollsten eine Fahrer in der näheren Umgebung suchen, der sich das ganze mal anschaut und evtl. Verbesserungsmaßnahmen vorschlägt.
    Übrigens, wenn im Profil der Wohnort angegeben wäre, könnte man wahrscheinlich leichter helfen, da die Forums-Mitglieder über ganz Deutschland verbreitet sind.

    Fahren mit zwei PS

  • Danke.
    Ich probiere es mal mit einem Lederselett, aber ich fürchte, dass ich die Anzen nicht beide einschnallen kann. Zu weit auseinander...
    PLZ 27211

  • Zum Thema Sieltec und Einachser: generell ist das eine Geschirrart, die völlig anders als Leder funktioniert und durchaus ihre Stärken und Schwächen wie jedes Geschirr nun mal hat. Im K-Pony-Bereich halte ich das Sieltec bei Einachser <100kg für perfekt, weil es eine vernünftige Auflagefläche hat und grad für extremeren Fahrstil wegen der sehr guten Federung geeignet ist. Meine Pony in der Einfahrphase haben sich jedoch beschwert, bei Einachsern über 100kg bevorzugten sie eindeutig Leder....wegen Zuviel seitl. Vor/Rückbewegung der Anzen.
    Ganz klar warum viele Leut so aufs Sieltec schimpfen ist: jegliche Art von Fahrzeugmängel zeigt diese Geschirrart viel früher und stärker an. Wenn also die jetzigen Anzen das Gefährt in Ungleichgewicht bringen wird ein Sieltec-Selett die Sorgen verstärken. ich bin immer "große" Pferde (Haffi, KB) mit Leder-Selett gefahren. Heut hab ich einen speziellen 2. Bauchgurt gebastelt, wodurch sich an jeder Kutsch mit jedem Pferd, das Anzenspiel via Schnalle beliebig festsetzen läßt. Optimal für mich+Pony haben sich 4 cm erwiesen. Du könntest als Versuch mal simpel ein Führstrick unterm bauch durchziehen von Anze zu Anze und schauen ob ihr beide euch wohler fühlt. Bißle dürfte es sich verbessern, aber vermutlich werdet ihr nur mit anderen Anzen und Leder-Selett glücklich.
    Entscheidend für unterschiedliche Pferd ist die Anspannhöhe, was bei Großpferden relativ simpel ist, da ich hier auf dem Selett um 12-16 cm in der Höhe variieren kann, bei Sieltec noch wesentlich mehr 25-30 cm sind hier möglich.
    Du fährst mit ner Tonne, rein vom Gefährt und Pferd her, ziemlich manierlich auf befestigtem Untergrund. Da ist die Scherenbreite nicht soo wichtig, dh 5-10 cm Luft zum Pferd sind oft zu beobachten. Miß deine Pferdsbreite (lederselett drauf, 2 Stecken li+re nebens Pferd auf Seletthöhe und nun messen...müsste um 55 cm ergeben<-Achtung ich nix Großpferdeahnung hab ist geschätzt!..also wenn zukünftige Anzen dann 55-60 vorn breit sind passt mal für das Gro aller Kleinpferd.
    Nur beim Sieltec und im Sport brauchst unbedingt Anzen mgl. nah am Pferd, weil du hier in extremtempo ums Eck düst. Wenn die Anzen 10 cm Luft haben können die natürlich gut es Pferd treffen mit Schwung bei wüstem Fahrstil, deshalb fährt man diese Gefährte halt eben manierlich.
    mfg Kirsten

  • Eine verstellbare Metallschere ist bei einer Tonne nicht nur ein Stilbruch sondern auch witzlos:
    Da sich der Korpus nicht verstellen und somit unterschiedlich ausbalancieren lässt, ist Größe des Zugpferdes ziemlich festgelegt.
    Auf lange Sicht hin solltest Du deshalb Holzanzen ins Auge fassen- die verbessern durch ihre Fähigkeit zu federn auch den Fahrkomfort fürs Pferd.


    Bis dahin kannst Du aber schon vieles verbessern, indem Du Deine Bilder selbst kritsch anschaust:
    Dass Sieltec für diesen Wagen völlig ungeeignet ist, haben ja schon andere geschrieben, ein Einachser-Selett ist also ein absolutes Muss!
    Da eine Tonne relativ schwer ist ( bzw durch die Bauart hohe Belastungsspitzen beim Pferd entstehen) würde ich auch ein gutes Brustblatt aus Leder empfehlen.
    Dann solltest Du die Stränge länger machen: Dein Pferd ist jetzt etwa 10 cm zu kurz eingespannt!


    Die jetzige Schere muss auf jeden Fall schleunigst gerichtet werden, wenn Du Dein Pferd nicht sauer machen willst: die schmalste Stelle muss zwischen den Bögen sein und natürlich müssen die Anzen auf gleicher Höhe sein! Den Abstand misst du wie von Kerstin beschrieben.

  • @Bennyblue


    Die Tonne wiegt 300kg. Ein Hart-Selett (Leder muss es doch heutzutage nicht mehr sein) erscheint mir sinnvoll, das stimmt, wird aber genau wie Du es sagst die Fehlerhaftigkeit der Anzen nicht korrigieren.
    Diese massiven Metallrohre, wer auch immer auf die Idee gekommen ist, scheinen auch großes (Ungleich-)Gewicht rein zu bringen. Ich kann es gern mit dem "2ten Bauchgurt" ausprobieren, schätze das Ergebnis so wie mit dem Hartselett oben.
    Ich bin mir auch nicht sicher ob die Vorbesitzer ein schiefes Pferd oder ein schiefes Selett hatten, denn die eine Anze ist höher als die andere festgeschraubt und beide sind unterschiedlich gebogen. Egal, mir passt es nicht.


    @pauline


    Stilbruch ist mir sowas von unwichtig! Ich fahre sogar gelegentlich ohne Gebiss und den Aufsatzhacken benutze ich auch nicht. Ich glaube aus den Zeiten sind wir langsam raus. Pferdefreundlichkeit zählt, genau wie Du es sagst.
    Die Frage ist, wo bekomme ich passende Anzen aus Holz, ich weiß weder die Länge, noch die Beschaffenheit, die dazu passen müssten? Achja, bezahlbar sollte es auch sein. Man muss evtl. das Tonnentier ja irgendwohin karren und wieder zurück und so wie ich geschaut habe kosten NUR die billigsten Holzanzen ab ca. 300€ aufwärts ohne Aus- und Einbau.


    Nach Abnehmen der Geschirre sehe ich aber deutliche Unterschiede im Druckverhältnis: Unter dem Sieltec entstehen bei weitem nicht so stark definierte Abdrücke wie unter Leder. Beim Brustblatt brauche ich gar nicht zu schauen, beim Sieltec ist es nur etwas feucht, bei Leder nassgeschwitzt und schäumend verdreckt durch den aufgewirbelten Wegestaub. Kann sich jeder aussuchen was es lieber mag. Und bitte nicht wieder mit Stilbruch kommen. Meine Beobachtungen beziehen sich auf 2-Achser.


    Aktuell kann ich die Stränge nicht verlängern ohne dass das Pferd mit dem Selett zieht (sch...iefe Anzen halt wieder), auf den Bildern täuscht es etwas, da für die Bilder immer gebremst wurde und das Hintergeschirr griff zu spät da Erstfahrt und zu weit eingestellt.


    Also, laut alten Bildern sind die Anzen der Tonneau sowohl gänzlich gerade, als auch gebogen vorhanden, mit Beschlägen oder nur mit Ösen oder oder...


    Bitte nicht hauen, mein erster Gedanke, bevor ich hier gefragt habe, war die Anzen gleich hoch zu schrauben und den Metaller sie "gleichmäßig" biegen lassen ähnlich den heutigen Gig-, Einachserscheren.

  • Stilbruch ist eins, aber es Sieltec hat mM defintitiv eine Schwäche im Bereich schwerer Einachser beim Selett aufgrund der höheren Vor/Rückbewegung der Anzen. 2.ten vernünftigen Bauchgurt sich basteln sei jetzt mal kein Problem, aber bei einem 300kg-Karren musst du sehr eng anspannen um die seitl. Vor/Rückbewegung der Anzen einzuschränken. Bei mir/Shette und einer 120-kg-Gig betrug trotz sehr knapp eingestellten HG dieses Vor/Rückspiel Anze um die 10 cm, mehr als meine frisch eingefahrenen Pony tolerieren mochten. Dein BB hat akut den Halsriemen nicht unterpolstert, bitte laß dein Pferd mal grad ein Steilstück unbeladen raufziehen und leg dann deine Hand unter den Riemen....nicht besonders pferdsfreundlich, oder? Halsriemen beim Sieltec gehört generell unterpolstert! Falls du viel fahren willst und dein Pferd regelmäßig die 400 kg (du+Gig) aufhalten soll, würd ich Umgang ebenfalls unterpolstern. An dein kopfstück musst dringend nochmal ran, akutell ist: Stirnriemen zu lang, Klappen viel weit hinten, deshalb vermutlich ohne Funktion (also wenn du die nicht brauchst, dann montier die ab!), Nasenriemen fehlt, weshalb ganzes Kopfstück zu weit nach hinten rutscht, Kehlriemen deutlich zu eng, reine Wassertrense ist nicht das pferdsfreundlichste Gebiß zum fahren, eine schmale Stange wär netter für es pferd...oder Fahr-wassertrense mit 4 Ringen, bitte suchen hier im Forum, Pauline erklärt warum und welche Funktion.
    Was du bei einer 300-kg-Gig benötigst ist sehr altes hand-woll-gestopftes Leder-Selett und dieses unterpolsterst mit mind. 2 cm Evazote oder Memory-Foam oder med. Dekubitus fell. Sei sehr vorsichtig mit den neueren Materialien und kontrollier gut. Teilweis sind zb diese heut üblichen Plastik-Gummi-Zuschnitte als Selett-Futter sehr scharfkantig....
    Einer der Sieltec-Vorteile ist , dass es schiefe Anzen aus sich selbst raus für es Pferd erträglich ausgleichen kann, dass schafft kein Leder, also Wechsel erst nachdem beide Anzen gleiche Höhe haben(konnte nur kurz mal 1 Foto erspähen, dann gab es Virus-Meldung).
    So sieht bei mir ne EInachsanspannung mit Sieltec aus:
    [Blocked Image: http://up.picr.de/30448760cd.jpg]


    mfg Kirsten

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