ZDF-Beitrag „Unsere wilde Meute“ über Rückepferde

  • Hat jemand von euch den Beitrag über Rückepferd Max im ZDF „Unsere wilde Meute“ am 02.05.2009 gesehen? Mich würde interessieren, wie diejenigen, die sich intensiv mit dem Thema Rückepferd befassen, von diesem Bericht halten. Mir standen während der Sendung bei der einen oder anderen Szene die Haare zu Berge. Aber vielleicht bin ich ja als absoluter Laie nur zu empfindlich und das Arbeiten mit Pferden im Wald läuft genauso ab?
    Deshalb würde mich eure fachliche Meinung dazu interessieren! Vielleicht hat einer von euch den Beitrag ja gesehen ... ansonsten ist der auch in der Mediathek vom ZDF ...


    Lieben Gruß ... Ina

    Wenn ein Pferd bis drei zählen kann, hat das Pony schon bis zehn gezählt.
    Ein Shetty schon wieder rückwärts bis null!!!

  • Zum einen ist es ein typsicher schneller Fersnehfilm, in nicht mal 20 Min soll die Ausbildung und Arbeit eines Rückepferdes gezeigt werden. Was bisher davor und drumherum war sehen wir nicht. Man kann so was nicht in 20 Min zeigen.


    Für mich machte das Team nicht den Eindruck daß es sich um proffessionelle Rücker handelt, die tagtäglich im Wald sind.


    Letztendlich kann ich es aber nicht berurteilen weil es immer nur Ausschnitte sind die ich sehe.


    Aber bei welchen Szenen standen dir denn die Haare zu Berge ?


    Von der IGZ gibt es einen Video, "das Pferd im Forst" oder "das Pferd im Wald", dort sind zumindet drei Arbeitsverfahren für Pferde recht gut erläutert und gezeigt.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Das bestätigt auch meinen Eindruck, daß es nicht sehr professionell war. Aber ich bin ja absoluter Laie ...!


    Als er das junge Pferd zweispännig vor den Wagen spannen wollte, standen mir als erste Mal die Haare zu Berge! Das erste Mal anspannen kenne ich anders! Außerdem kann das Pferd ja eigentlich nicht von der Deichsel weg, wenn man den äußeren Strang als erstes befestigt. Dann fand ich es komisch, daß er ein junges Pferd, daß (so wie ich es verstanden habe ...) noch nie im Forst war, einen riesigen Baumstamm hinten anhängt. Fängt man da nicht auch „klein“ an und steigert sich dann nicht langsam? Der arme Max wußte gar nicht, wohin er laufen sollte, weil er mit der EIN-Leinen-Führung seines Besitzers nichts anfangen konnte.
    Dann fand ich es komisch, daß der Mann am Hang unterhalb des Stammes gelaufen ist und aber auch gleich noch erzählt, daß er schon einmal von einem überrollt worden ist. Ist das so? Geht man auf der Abhangseite? Ich wäre, vom Gefühl her, genau auf der anderen Seite gelaufen.
    Nachdem er den Stamm nun auf dem Waldweg gerückt hat, stellt er sich genau zwischen zwei Stämme und haut seine Haken (oder wie auch immer das Werkzeug heisst ...) in den Stamm und zieht diesen auf sich zu und springt drüber. Ich möchte nicht wissen, wie viele sich da schon verletzt haben ...


    Mich würden die Videos, von denen du geschrieben hast, interessieren. Ich find das Thema nämlich sehr spannend. Sind die Filme im Internet zu sehen?


    Gruß Ina

    Wenn ein Pferd bis drei zählen kann, hat das Pony schon bis zehn gezählt.
    Ein Shetty schon wieder rückwärts bis null!!!

  • Quote

    Außerdem kann das Pferd ja eigentlich nicht von der Deichsel weg, wenn man den äußeren Strang als erstes befestigt.

    zu dem Zeitpunkt wo sich der Kerli umgedreht hat war noch keiner seiner Stränge eingehängt, weder innen noch außen; und das unerfahrene Pferd zuerst einspannen???

    Quote

    Fängt man da nicht auch „klein“ an und steigert sich dann nicht langsam?

    doch; aber es ist ja ein Film ;)


    Quote

    Der arme Max wußte gar nicht, wohin er laufen sollte, weil er mit der
    EIN-Leinen-Führung seines Besitzers nichts anfangen konnte.

    naja, die Stimmkommandos wären da auch noch gewesen; schätze der typische Demonstrationseffekt. zudem hat sich in der Situation der rechte Zugstrang vom Kummet gelöst, so kann der Max den Stamm nicht ziehen;
    was mich in dem Zusammenhang interessiert: hier sind die Zughaken am Kumt nach unten offen, warum?


    Quote

    und haut seine Haken (oder wie auch immer das Werkzeug heisst ...)

    Sappie?


    tausend Dank für den Hinweis auf den Film!!

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • hier sind die Zughaken am Kumt nach unten offen, warum?


    Am bayrischen Spitzkummet sind üblicherweise die Zughaken (Pratzen) für die Stränge nach unten offen, für das (seltene) Hintergeschirr nach oben offen.


    A. Nemitz

    A. Nemitz

  • Dank Mediathek kann man sich das eine oder andere ja auch noch (mehrmals) ansehen, selbst wenn's eigentlich schon gelaufen ist ... :thumbup:


    Wie "Fuhrmann" schon schrieb, in 20 min. kann man nicht ausreichend wiedergeben, was so in 3 Jahren eines Pferdelebens schon alles passiert ist.
    Andererseits aber alle Achtung, daß der gute Mann, der ja wohl auch nicht mehr der allerjüngste ist, sich überhaupt noch mit der Ausbildung eines jungen Rückepferdes abgibt !
    Aber da er sich wohl schon sein ganzes Leben lang mit dieser Materie befasst und noch 5 weitere (Rücke)Pferde im Stall hat, wird er sich schon darüber Gedanken machen, wie er jeweils vorgehen will ...


    Und - Pferde sind keine berechenbare Größe - auch wenn man der Meinung ist, daß man Es - Sie - Ihn gut zu kennen scheint. Auch "alten Hasen" passieren Mißgeschicke und leider gibt es auch hin und wieder mal Unglücksfälle ;(


    Außerdem kann das Pferd ja eigentlich nicht von der Deichsel weg, wenn man den äußeren Strang als erstes befestigt.


    Wie war das noch mal mit der Reihenfolge beim Anspannen:


    Leine(n) - Aufhalter (zu erst mal lang) - Stränge ..... und nicht irgendwie anders !


    Außerdem war man ja noch beim Anspannen - alles zugleich geht nicht. Auch nicht zu zweit. Und auch Kaltblüter können schnell sein ... :whistling:


    Da die Momentansituation im Gelände von Meter zu Meter wechseln kann - und im Wald und am Hang tut sie das faktisch auch laufend so - kann man nicht "immer" dort sein, wo es "theoretisch" richtig und optimal wäre. In beiden Filmsequenzen, wo sich der Gespannführer gerade "unterhalb des Stammes" befindet, hat genau dieses wechseln gerade ststtgefunden. In der ersten Filmszene, wo "Sam" den Stamm am Rain aus den Schlag zieht ist der Gespannführer doch so lange oberhalb des Stammes, wie es die Situation erfordert. Erst beim ablegen des Stammes am Fuße des Rain's befindet sich der Gespannführer auf der abgängigen Seite - allersings vor dem Stamm, vorne - in höhe des Pferdes. Und auch bei der zweite Rückesequenz mit dem jungen "Max" ist soweit alles o.k.
    Ob dieser Stamm tatsächlich das erste ziehen einer angehängten, nicht rollenden Last (Wagen/Kutsche) war, entzieht sich unserer Kenntnis. Ich persönlich hätte erste Zugversuche mit einem 3 jährigen auch mit einem leichteren Stamm / Stammstück angefangen, aber wenn der gut Mann meinte, daß es so o.k. wäre ...


    Und - wenn er (der Gespannführer) beim ablegen der Stämme am Lagerplatz (Polter) nicht mehr über einen 30-40 cm dicken, langsam rollenden Stamm hüpfen kann, den er gerade mit einer "Sappie"



    beiholt, dann wird's eh schoo Zeit d'haam z bleib'n !

    Kaltblutpower.
    Wehe, wenn sie losgelassen :D


    > ein „Mehr“ muss nicht immer auch ein „Besser“ bedeuten <


    Bewahren von Traditionen ist nicht das Anbeten von Asche, sondern die weitergabe des Feuer's
    (frei nach Gustav Mahler)

  • Quote

    Am bayrischen Spitzkummet sind üblicherweise die Zughaken (Pratzen) für
    die Stränge nach unten offen, für das (seltene) Hintergeschirr nach
    oben offen.

    weils immer so war? hmmm.....

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


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  • :D :D :D ... ihr seid aber auch kleine Pfennigfuchser ... natürlich weiss ich, in welcher Reihenfolge angespannt wird ... ;) ... war vielleicht ein wenig falsch ausgedrückt ... :whistling: ... :D :D :D !!!


    Ich bleibe trotzdem dabei, daß mir dieser Beitrag nicht gefallen hat! Nun hoffe ich, daß der nächste Beitrag von „unsere wilde Meute“ über die Briards besser wird ... ich bin gespannt ...


    Gruß aus dem Norden ... Ina :thumbsup:

    Wenn ein Pferd bis drei zählen kann, hat das Pony schon bis zehn gezählt.
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  • Sinnvoll wäre es dem ZDF diee Kritik zu schreiben......und vielleicht auch daß es proffesionelle Holzrücker gibt, die zu begleiten es sicher interessant ist.

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Sinnvoll wäre es dem ZDF diee Kritik zu schreiben......und vielleicht auch daß es proffesionelle Holzrücker gibt, die zu begleiten es sicher interessant ist.



    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es dem Fernsehen im seltensten Falle darum geht "professionelle" Handwerker etc. bei der Arbeit zu zeigen. Die haben lieber einen alten Mann, der (wie es in meinem Beruf gerne gezeigt wird) in einer Ecke einer alten Scheune vor sich hinwurstelt.

    :) Kühe sind die besseren Menschen :)
    und ausserdem schmecken sie auch besser!

  • ..umso wichtiger ist es daß man als der oder diejenige die die Rundfunkgebühren zahlt sein Mund aufmacht !

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • Ich glaube, daß werde ich tun! Die Email-Adresse habe ich ja noch, weil ich nach der Sendung über die Briards gefragt habe. Gedreht hat das eine Filmproduktionsfirma für das ZDF. Die Sendung über die Briards werde ich noch abwarten und dann mal eine Email verfassen.


    Grüße aus dem sonnigen Norden ... Ina

    Wenn ein Pferd bis drei zählen kann, hat das Pony schon bis zehn gezählt.
    Ein Shetty schon wieder rückwärts bis null!!!

  • Man darf dem Fernsehen allerdings auch nicht zu große Vorwürfe machen:
    Die suchen einen Holzrücker. Dann sagt irgendwer: "Da und da ist einer."
    Die Fernsehleute haben 1. nicht unbedingt Ahnung von Pferden und deren Ausbildung und 2. sicherlich auch nicht vom Holzrücken.
    Woher sollen die also wissen, was der betreffende Mann falsch macht ?
    In MEINEM Fall war es etwas anders: Das Fernsehen hat sich von den Handwerkskammern Adressen von professionellen Korbmachern geben lassen und sich dann doch für einen "Bastelrentner" entschieden.
    Wenn das ZDF in diesem Fall sich also z.B. Adressen bei der IGZ (falls die überhaupt von deren Existenz wissen ?( ) besorgt hätte und dann WIDER besseres Wissen einen "Freizeit-Rücker" gefilmt hätten, DANN wäre es wirklich kritisierungsfähig. Ist es so natürlich auch, aber m.E. nicht in DEM Maße, weil sie es eben nicht besser wissen. Man sollte also grundsätzlich nicht alles für bare Münze nehmen, was man im TV sieht, gemäß dem Motto: "Denn sie wissen nicht, was sie tun."

    :) Kühe sind die besseren Menschen :)
    und ausserdem schmecken sie auch besser!

    Edited once, last by kuhtreiber ().

  • was man noch dazu wissen muß:
    im Niederbayrischen hat jeder Landwirt ein bißchen Wald, und fast jeder davon hat 2 Rösser im Stall stehen und geht ganz selbstverständlich schon seit urgroßvaters Zeiten in den Wald um Holz rauszuholen; die Gegend ist recht hügelig und so haben es die Generationen vor ihnen auch schon gemacht; jeder hat seine eigenen Erfahrungen und meistens fangen sie mit den Pferden recht früh an, quasi im Alltag....
    nein, das kann so ein Film nicht annähernd wiederspiegeln
    alles professionelle Laien 8)
    ich würde die Kirche im Dorf lassen

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Die Fernsehleute haben 1. nicht unbedingt Ahnung von Pferden und deren Ausbildung und 2. sicherlich auch nicht vom Holzrücken.
    Woher sollen die also wissen, was der betreffende Mann falsch macht ?


    Dann müssen wir es ihnen eben sagen !

    Kannst Du schon mit Pferden arbeiten ?
    Oder mußt Du noch Traktor fahren ?

  • So ganz eigentlich sollte man froh drüber sein, daß über so etwas wie einen Pferderücker überhaupt ein Bericht gedreht wird... dem Laien werden die Datails mit Sicherheit gar nicht auffallen, der Profi sollte sich drüber im Klaren sein, daß es einfach an der Kürze und Knappheit eines solchen Berichtes liegt.


    Was mit so einer Reportage aber hoffentlich erreicht wird ist, daß sich Laien für das gezeigte Tun interessieren und somit eine Anlaß haben, sich kundig zu machen, bei der IGZ oder sonstwo. Und ist es nicht genau das, was sonst immer gefordert wird? Interesse zu wecken...


    Hagelt es jetzt Kritik, dann wird es solche Filme eher gar nicht mehr geben, als in "korrekter" Form.


    LG
    Tina

  • Ich sehe es auch so, daß es eine Form von Öffentlichkeitsarbeit ist. Und wichtig ist, daß es überhaupt zum Thema wird.


    Wenn ich zufällig einen Bericht über Angler oder sonstige andere Hobbies anschaue und kaum ne Ahnung davon habe, fällt mir nicht auf, was da u. u. für eine Stuss im Detail produziert wird. Was hängen bleibt, ist das Thema und der grobe Inhalt.


    Was nicht heißt, daß es nicht schöner wäre, wenn das Gezeigte auch korrekt dargestellt wird.

    Schimmel


    -------------------------
    =) Es sind nicht die großen Erfolge, die viel zählen.
    Es kommt vielmehr darauf an, aus den kleinen viel zu machen ;)

  • Wenn ich solche Berichte sehe, könnte ich heulen. Ich muß viele " Überzeugungsgespräche "
    führen um Arbeit für mich und meine Pferde zu bekommen. Wenn dann die Verantwortlichen
    im Forst solche Berichte sehen, kann man sich die Mühe schon fast sparen. Die Einzigen
    die darüber lachen können sind die Forstbeamten für die man schon mal gearbeitet hat.

    Einen Tag nach der Ausstrahlung dieses Beitrages hat mich ein Förster gefragt:


    " Haben sie gestern den Bericht mit dem alten Mann gesehen, der mit einem Stock gestützt,
    ohne Forstbekleidung, mit seinem Gaul durch den Wald gestolpert ist? "


    Diese Frage sagt doch alles. Oder?!



    Na ja weiter gehts.