Leistungseinbruch im Gelände

  • Hallo,


    meine rheinisch deutsche Kaltblutstute ist vier Jahre alt. Vor einem Jahr habe ich sie angeritten und bilde sie seitdem weiter aus. Sie wohnt ganzjährig mit einem Shire Wallach in einem Offenstall mit großem Auslauf.
    Etwa zwei bis dreimal in der Woche wird sie longiert oder auf dem Reitplatz gymnastiziert, desweiteren geht sie mit dem Wallach etwa zwei bis dreimal in der Woche für zwei bis zweieinhalb Stunden ins Gelände.
    Reiten wir aus, ist sie anfangs recht fleißig, aber nach etwa einer Stunde wird sie sehr langsam, stolpert und schleppt sich förmlich durch den Wald. Um ihre Energie möglichst lange zu nutzen, wird im Gelände nur noch im Schritt geritten.
    Ich habe persönlich nicht das Gefühl daß ihr permanent Energie fehlt oder sie gar keine Kondition hätte. Sie bekommt am Tag etwa 10kg Heu und 0,5kg haferfreies Müsli + Reformin. Sie ist zwar schlank, aber nicht mager. Muskeln kann ich eigentlich nicht so wirklich erkennen.
    Wie kann ich sie lauffreudiger und ausdauernder bekommen?
    Sollte ich mehr Müsli füttern und wie kann ich gezielt Muskeln aufbauen?
    Ich habe eigentlich bei Hafer immer die Sorge, daß ich sie nicht mehr kontrollieren kann oder sie ständig weiße Mäuse sieht.
    Ich freue mich schon auf viele nützliche Tipps.

  • Hi,


    ich finde das Pensum für ein 4j. Kaltblut ziemlich groß. Meine Schwarzwälderstute habe ich erst mit 4j angeritten und danach zwar regelmässig im Gelände geritten, aber noch keine 2 1/2 Stunden. Im Mai wird sie 7 Jahre (staun) , aber ich hatte noch vor einem Jahr - als sie 6 Jahre war, nach einem Ausritt den Eindruck, daß sie müde Augen hatte. Wir rasen nicht durchs Gelände, gehen auch viel Schritt, sie war immer fleissig und hat einen ganz schnellen Schritt, aber sie sah im Gesicht einfach müde aus. Ich denke, das strengt auch mental an.
    Zu fressen bekommt sie - wenn keine Weidezeit ist - ca 6kg Heu, 2 Händevoll Hafer und Müsli dazu Stroh.
    An Deiner Stelle würde ich es mal mit Hafer probieren, langsam anfangen und steigern und schauen, ob Du einen Unterschied siehst.
    Viele Grüße

    Schwarzwälder sind echt stark!

  • Dein Tier ist ja noch recht Jung, und ich könnte mir Vorstellen, das es nach einer Stunde einfach Probleme hat (haben könnte) mit dem Ausbalancieren resp das Gleichgewicht mit Reiter unter Kontrolle zu halten.
    Kaltblüter brauchen einfach mehr Zeit um Erwachsen zu werden, da nutzt Kraftfutter zufüttern nicht wirklich.
    Sie sehen zwar kräftig aus, aber das täuscht auch recht oft.

  • Hallo,


    mein Wallach ist vor einer Woche erst 5 geworden. Ich mache das so, daß ich ihn immer so viel fordere das ich Ihn nicht überfordere. Genaues beobachten und bei kleinsten Zeichen mache ich langsam Schluss. Er ist eine ganz ehrliche Haut und wenn er komuniziert das er müde ich oder das es einfach nicht sein Tag ist denn wird eben ein bischen langsamer gemacht.


    Ich weiß zwar nicht welchen Rang dein Pferdchen hat, aber wenn es niedirg ist und sie über den Tag Stress hat oder Nachts nicht richtig schlafen kann, dann kann sie auch nicht die ganze Leistung bringen. Vielleicht mal versteckt beobachten.


    Das sie nicht so viel Muskeln hat die man sieht ist das nicht so schlimm, die Muskeln die man sieht sind meist nur für den Spurt gedacht (Bodybilder, haben dicke Muskeln, kurze spurtbewegungen beim Gewichteheben).


    Die Muskeln für die Kondition sind meist nicht so dick, man schaue sich mal einen Marathonläufer an, meist hackelige Menschen. Die aber ohne Probleme 42 km laufen. Dagegen ein Sprinter für 100 m der hat dicke Muskeln an den Beinen. Deshalb mach dir nicht so viele Sorgen über nicht sichtbare Muskeln, ist schon schön wenn sie da sind, aber sagen nichts über Kraft oder Kondition aus.


    Mit dem Zufüttern ist auch eine Möglichkeit. Ich geben meinem seit ich ihn habe Hafer und Mais, er läuft damit gut. Zusätzlich noch Möhren, Äpfel und war noch so gerade im Angebot ist. Dazu ein gutes Mineralfutter. Einfach mal probieren.


    Vielleicht wächst sie aber auch gerade und dann ist ihr die Belastung durch den Reiter unangenehm.


    Viel Erfolg noch

  • Hi,
    wollte mich nur kurz für die Anregungen bedanken. Stelle seitdem auf Hafer um und habe die Geländeritte reduziert, die Platzarbeit in dem Umfang aber belassen.


    Ich war am WE mit der kleinen für zwei Stunden im Busch. Sie war sehr fleißig, wir sind sogar ein paar kurze Strecken getrabt. Ich hatte nicht einmal den Eindruck sie wäre schlapp oder müde. Mit soviel Energie sind wir glaub ich noch nie zurückgekommen. Der Hafer + weniger Arbeit scheint ihr gut zu bekommen.


    Viele Grüße, Susanne

  • Ich will jetzt nicht schwarz malen, aber hast du mal Blut abnehmen lassen? Ich würde das im Auge behalten, weil es auch erste Hinweise auf Tying-up oder PSSM sein könnten...
    Zuerst helfen da auch immer Futter- und Arbeitsumstellungen, aber langfristig blieb immer alles gleich... Also soll nur eine Anregung sein, vielleicht war es einfach wirklich nur zu viel Pensum für die Kleine...


    Farina

  • ich denke eher, dass es etwas mit überforderung zu tun hatte und nicht krankheitsbedingt


    Kaltblüter sind Spätentwickler und dementsprechend finde ich auch 3 jahre viel zu früh um sie mit gewicht zu belasten


    man sagt ja - 3 jährige 3 mal
    4 jährige 4 mal die woche usw.


    aber bei kaltis alles ganz hösch und ganz langsam

    Wenn man glücklich ist, sollte man nicht noch glücklicher sein wollen

  • Das mit dem Spätentwickler ist son "Lieblingswort" oder wie soll ich das nennen?


    Ich würde das nicht verallgemeinern auf eine Sorte Pferde die aus hunderten von Rassen und zigtausend Tieren besteht. Es gibt Pferde die sich langsamer entwickeln das ist richtig, aber du kannst nicht mit einem Satz ALLE KBs in einen Topf schmeissen, das ist unrealistisch ;)

  • Ich finde die Heumenge recht wenig! Das fressen meine Araber ja schon! Mein Rh.-Dt. Kaltblut hat wesentlich mehr Heu verputzt und auch gebraucht, als Deine Stute bekommt.


    Lass doch mal Deine Futterration checken oder rechne das selber mal durch, wenn Du das kannst. Mir erscheint das sehr wenig. Mineralfutter??


    Und um mal gleich weiter im Klugscheissermodus zu bleiben:
    Dein Arbeitspensum finde ich für ein 4 jähriges Pferd auch nicht gerade wenig.


    Mein Hengst ist auch gerade im Sommer eingefahren worden, hält auch ca. eine Stunde vor dem Marathon Wagen gut durch aber dann ist auch bald schluss. Man merkt ihm an, das erstmal die Kondition/ Ausdauer für längere Strecken noch fehlt und auch das Konzentrationsvermögen!


    Diesen Winter sind wir ihn ca. ein mal die Woche gefahren, nur um das gelernte nicht zu vergessen und ansonsten hat er noch diesen Winter erstmal "Welpenschutz" und muss noch nicht richtig arbeiten.


    Er läuft sehr viel auf der Wiese und geht spazieren, also Bewegungsmangel hat er nicht, aber er muss noch nicht regelmässig arbeiten...


    Wenn Dein Pferd da schon manchmal ermüdungserscheinungen aufzeigt, behaupte ich mal, hast Du erste Zeichen einer Überforderung nicht mitbekommen, das Pensum ist zu hoch und /oder an der Fütterung stimmt was nicht. Das es gesund ist, sollte klar sein.


    Gruss
    Kerstin

  • Hi,
    ich möchte, jetzt fast ein Jahr nach diesen "Leistungseinbrüchen " (die Stute wurde im Mai fünf ) mich hierzu noch einmal äußern. Ich muß sagen, daß mein Pferd und ich Gott sei Dank auch, viel dazugelernt haben.


    Zum einen haben wir das Mineralfutter gewechselt. Das macht sich nicht nur optisch bemerkmar, sondern auch irgendwie in der Arbeitswilligkeit (schwer zu beschreiben). Nach der Anschaffung der "Pferdefütterung" berechne ich die Rationen selbst und sehe nun auch deutlich, was an Rauh- und Kraftfutter mehr oder weniger gefüttert werden muß/darf.


    Außerdem legen wir auch mal Bummeltage ein, an denen mehr mit Hirn und weniger mit Muskeln gearbeitet wird. Die gesamte Grundkondition wurde durchdacht und ein bißchen mit System aufgebaut.


    Wir haben bis zum Ende des Winters keine "Schlappheiten" mehr gehabt, das Gegenteil ist eher der Fall. Wo ich versuche Rücksicht zu nehmen, fragt sie nach ob sie mal schneller oder mehr darf.


    Durch sytematischen Aufbau der Muskulatur ist sie denke ich kräftiger geworden und will von sich aus mehr leisten. Der TA sagt, er hätte selten ein so athletisches KB in einer solchen top Form gesehen.


    Außerdem möchte ich jedem nahelegen einfach mal auf und in sein Pferd zu hören. KB sind von Natur aus sehr ehrlich. Man muß Ihnen nur zuhören. Das habe ich gelernt.


    Gru?, Susanne

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