• Hallo liebe erfahrene Pferdehalter,
    ich halte schon seit mehr als 30 Jahren Pferde am Haus - der alte Kuhstall auf meinem Höfchen wurde zu einem guten, artgerechten Boxenstall mit viel Luft,und ich habe mich immer bemüht zu lernen,denn ich bin von Haus aus zwar mit ländlichem vertraut, aber nicht unbedingt mit Pferdehaltung.
    Bei uns wird täglich sauber gemistet und mit frischem Stroh ergänzt, außerdem benutzen wir "Stallsuper" (Superphosphat) zur Minderung des Amoniaks. Von vielen "Pferdekollegen" kriege ich mehr oder weniger deutlich den Vogel gezeigt: Draufstreuen ist die Devise, und Stallsuper? viel zu teuer! Ich meine aber: selbst wenn man dick draufstreut - die Pferde müssen auf ihrem Mist leben und atmen mindestens beim Liegen den Mief ein. Amoniak ist ein sehr leichtes Gas und dränglet sich nach oben.
    Ich fände es toll, wenn ich dazu mal ehrliche, fundierte Meinungen bekäme.
    Viele Grüße vom Harz
    Cinderella-Lady
    PS: Mit Husten haben wir so gut wie nie zu tun - poch..poch..poch auf Holz.

  • da rüttelst Du an Glaubensfragen :rolleyes:

    Quote

    guten, artgerechten Boxenstall mit viel Luft

    das dürfte das allerwichtigste sein, und das "Stallsuper" ist das Tüpfelchen auf dem " i "
    wir haben auch immer geräumt, wobei wir ganz leer geräumt nur nach Bedarf haben
    wenn Ihr keine Probleme hattet, würde ich an dem Regime auch nichts ändern und bevor das Geld in rosarot mit Straßsteinen besetztem Zugehör landet, lieber so 8)

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Bei uns wird täglich sauber gemistet und mit frischem Stroh ergänzt,

    Wenn doch täglich gemistet wird, wozu braucht ihr dann noch chemische Mittelchen? Ich würde die weglassen. Sind in meinen Augen überflüssig und haben im Stall nichts zu suchen. Ammoniak bildet sich erst, wenn der Mist etwas älter ist. Der Abbau von Harnstoff und Aminosäuren dauert eine Weile.

    Edited once, last by Honeybear ().

  • Hallo Cinderella-Lady,


    wie schon gesagt hier geht es wieder um eine Glaubens(Geld) Frage. Warum sollst Du etwas ändern? Lass die anderen ruhig reden. Diese werden schon Ihre Gründe haben es anders zu machen. ;)

    Lieben Gruss von Capria

  • Ganz ehrlich??


    Was soll die Chemie?? Für mich rausgeschmissenes Geld bei täglich gemisteten Boxen. Auf die idee wäre ich nichtmal gekommen, soetwas zu kaufen.


    Und ansonsten, (wozu Boxen??) Offenstall gebaut und Pferde raus! in meinen Augen das gesündeste das geht. Immer Bewegung und frische Luft. Nur deutlich unbequemer für den Menschen. Was mir in dem Falle egal wäre.

    Ponys are like potato chips, you can't have just one!!

  • Das ist schon wieder ein Thema, bei dem größere Glaubenskriege ausgefochten werden könnten:


    Richtig oder Falsch, das dürfte kaum pauschal zu beantworten sein.
    Das hängt sehr stark von der Haltungsform, dem Gebäue, dem verfügbaren Einstreumaterial, dem zeitlichen Aufwand und auch den Tieren ab, die in diesem Stall leben sollen. Gut ist meines Erachtens, was zu gesunden und sauberen Pferden führt. und da scheint dein Weg nicht der Schlechteste zu sein, denn deinen Pferden scheint es ja dabei gut zu gehen.


    Mein Weg wäre dieses nicht, denn die sauber gemistete Box ist nur solange sauber bis ihr ständiger Bewohner das nächste Mal mistet oder strahlt. Auch das gründlichste Misten hinterlässt feuchte Stellen, in denen sich Urin sammelt und die die zersetztenden Bakterien am Leben erhält. Die lose Decke frischen Strohs kann den Urin nur unvollständig aufnehmen. Superphosphat zum Binden ist eine Lösung, aber ich hätte Angst davor, das die Tiere es mit dem Futterstroh aufnehmen. Alles in allem: Das ist mir für den notwendigen Aufwand zu ineffektiv.


    Ich selber bin Anhänger einer gut geführten Matraze, sowohl im Boxenstall als auch im Laufstall.
    Matraze soll heißen, es wird täglich dick Stroh aufgestreut, solange bis sich eine mindestens 15 cm starke Matte gebildet hat, die auch nicht mehr umgegraben werden kann. Danach wird kann die tägliche Strohmenge reduziert werden, es sollte aber immer eine saubere Schicht oben auf liegen. Wichtig ist, das in der Matte nicht jeden Tag rumgestochert wird, und vor allem da, wo die Pferde hin strahlen auch mal Pferdeäpfel hinkommen.
    Was nun passiert ist folgendes: Das Stroh, das unten liegt, wird durch die Bewegung der Tiere angestossen, also die Schicht, die den Getreidehalm vor Fäulnis schützen soll, angekanckt und kann nun Flüssigkeit aufnehmen, der Urin wird gebunden, und Ammoniak kann kaum noch entstehen, die Pferdeäpfel tun ein übriges. Das was dennoch entsteht wird, ebenfalls vom Stroh gebunden. Nichts desto trotz ist ein Ablauf an der Box hilfreich, der überschüssige Feutigkeit ableitet. Die tägliche Pflege besteht im groben Einebenen und im täglichen Drüberstreuen. (täglicher Aufwand für 4 Pferde ca. 10 min)
    Ausgemistet wurde einmal im Frühjahr, wenn die Tiere draussen waren (mit dem Frontlader, anders ist es kaum mehr möglich) , um dann über den Sommer die Matraze nach und nach für den Winter neu aufzubauen. Ich habe eigentlich nie Ammoniakgeruch wahrnehmen können, und meine Pferde hatten ebenfalls nie Probleme mit Luft oder Hufen.


    Ich würds immer so wieder machen, wenn ich könnte....


    Gruß


    Lars

  • Servus,


    wir haben sehr grosse Boxen ca. 26 qm. Unsere Stuten sind sehr sauber und pinkeln immer jede in ein gewisses Eck und äpfeln auch nur auf einen gewissen Platz. Wir entäpfeln je nach Zeit so alle 2 bis 3 Tage je nach Feuchte...unser Stallboden ist leicht schräg so daß dass Pippi abläuft in die Dungrinne die täglich gereinigt wird.Wir streuen Stroh ein aus eigenen Anbau...auf den Boden der Boxen streue ich Steinkalk, so nehme ich evtl. Düfte mit.


    Wir haben nie ein Fliegenproblem, unsere Tiere sind sehr gesund und anhand der Kotprobem auch mit sehr wenig, wenn überhaupt Wurmbefall, kommen inzwischen mit 2 Wurmkuren aus, da wo nichts ist auch nichts entwurmt werden muss! Es wird tagtäglich genügend Stroh aufgestreut und es gibt haupstsächlich Wiesenheu.


    Bei feuchten Wetter und hoher Luftfeuchte wird 2 - 3 wöchentlich komplett alles entfernt und wenns trocken ist 1 wöchentlich.


    Unsere Pferde sind viel draussen, müssen aber abends in den Stall ist eine Versicherungsauflage, da wir an einer viel befahrenen Haupststrasse sind und sich unser Betrieb auf beide Strassenseiten erstreckt.


    Wir fahren sehr gut damit, haben weder Strahlfäule oder sonst was!


    Liebe Grüsse :-]

  • Uppss hatte vergessen, daß wir einen alten kühlen Steinernen Kuhstall haben mit sehr viel Frischluft, da es viele immer offenen Fenster gibt...und wir immer frische Luft haben!


    Danke noch mal fürs Wort! :-]

  • Hallo Ihr....
    Kaum hat man einen knappen Tag nicht hingesehen, schon gibt es eine Menge zu beantworten!
    Zuerst einmal recht schönen Dank dafür, daß Ihr Euch mit meinem Problem beschäftigt habt.
    Und nun zum Einzelnen: Offenstall in letzter Konsequenz geht nicht immer - ich habe nur eine kleine eigene Fläche, auch noch ziemlich weit vom Dorf, und außerdem neigt eines meiner Ponys zu Sommerräude, da muß man schon mal reinstellen können! Und mit der Kette Pony - viel Gras - Hufrehe haben wir leider auch Erfahrung.(Zum Glück ist das damals gut gegangen und nichts zurückgebleiben.) Wir handhaben das nun so, daß die Ponys "zu Hause" bleiben, im Sommer Tag und Nacht im geräumigen Paddok mit Schatten, Wasser und Heu und wenn das Gras nicht mehr so fett ist, gehen sie stundenweise zu den "Großen" auf die (Pacht)- Weide, ebenso wird in kleinen Steckpaddoks
    nach der Sommermitte das Gras im Obstgarten abgefressen. Kleinpaddodks vor den Boxen lassen sich nicht einrichten, weil der Stall der sehr alten hübschen Hofanlage eine gesetzte Feldsteingrundmauer ca 0,5 m hat.
    Hier kommt auch gleich die Antwort speziell für Lars: Eben der alte Stall - da kann man nicht mit Bobcat o.Ä. misten, so sehr mir seine Erklärung zum Funktionieren der Tiefstreu einleuchtet - und immer nur so für 14 Tage drauf streuen ? Siehe Lars.
    Noch ein Wort zur "Chermie". Es ist nun einmal so, daß Amonphosphat, das sich mit dem Amoniak bildet, nur schwer wasserlöslich ist und darum nicht in die Luft entweicht. ( I-gitte-git, die Chemielehrerin, aber dieser Trick iist alte bäuerliche Weisheit ) Außerdem wird das Stallsuper auf die verbliebene Streu gegeben, dünn wie Puderzucker, vor dem Drüberstreuen, da wird nix mitgefressen!
    Ich finde so einen Gedankenaustausch toll!
    Viele Grüße vom Harzrand
    Cinderella-Lady
    Helga

  • Auch von mir noch eine kurze Notiz:


    Wir stellen unsere beiden jungs über nacht in Boxen, tagsüber sind sie mit den Rindern auf der Koppel mit Offenstall. Sowohl Offenstall als auch Boxen sind mit Sägemehl und Stroh eingesteut, es wird täglich abgemistet und die nassen Stellen entfernt. Sägemehl wird je nach Bedarf, Stroh wird täglich nachgestreut. Ca. viermal im Jahr werden die Boxen und der Offenstall komplett leergeräumt und neu eingestreut. Seit ca. 14 jahren halten wir so unsere Tiere und hatten noch keine Probleme damit.


    Viele Grüße


    coachdriver

    Fahren mit zwei PS

  • Meine 2 Hotties sind von 6 Uhr bis 17.30 Uhr auf der Koppel. Nachts dann in ihren Boxen und ich miste jeden Tag alles ordentlich sauber. Im Winter finde ich nen festen Stall schon praktisch und ich tu mir leichter mit der arbeit. :)


    Mein 27 jähriger Dülmener hat chronische Bronchitis, aber man merkt fasst nichts mehr davon, weil ich ne super homöopathische TÄ habe. Ist sehr erstaunt wie super der drauf ist. Hät sie vor 10 Jahren nicht gedacht.


    Im Frühjahr bis Spätherbst habe ich sie Tag und Nacht aussen, wo sie auch nen Unterstand drin haben.


    Im Winter kann ich sie net aussen lassen, weil ich Naturboden habe und da läßt sich stellenweise für meine Hotties net schön drauf laufen. Habe mehrere Wiesen eingezäunt, wo ich kein Problem mit schlechtem Boden mehr habe :) Ich hoffe mal, daß sich die stellen wieder verwachsen, denn ich möchte keinen ärger mit meinem Pa oder Brüdern bekommen. Kann ja dann auch im Frühjahr mit der Hand etwas nachsähen :P


    Chemie braucht man doch wirklich nicht im Stall, wenn täglich ordentlich sauber gemacht wird! :!: :(

  • Habe ich bei meinem langen Schrieb gestern nicht mit erwähnt: Die Trennwände zwischen den 3 Boxen sind ohne Gitter und so niedrig, daß die Pferde/Ponys sich sehen und auch berühren können. Wer von den Herrschaften ungestört sein will, kann zurücktreten, da gibt es Platz genug. Die beiden Fahrponys stehen sowieso zusammen in einer Box.


    Noch mal viele Grüße vom Harzrand


    Cinderella-Lady :-]

  • Ich will nicht vieles wiederholen, was bereits geschrieben wurde. Deshalb nur kurze Anmerkungen. Ich denke Ammoniak steigt nicht nach oben, sondern sinkt. Deshalb soll man keinen Tränkeeimer mit Wasser lange rumstehen lassen. Das Wasser würde das Ammoniak annehmen. Gute Boxenwände haben deswegen am Stoß der Holzbohlenfüllungen auch schon mal gefräste Lüftungsschlitze. Chemie in der Einstreu kann ich nicht nehmen. Unsere Vierbeiner fressen viel zu gerne von dem guten Weizenstroh. Wallache pinkeln naturgemäß mehr in die Boxenmitte. Deswegen nehmen wir neben den Pferdeäpfeln auch schon mal feuchte Stellen raus. Ansonsten muß Matratze im Winter sein und täglich wird drüber gestreut.


    Gruß Herbert

    Eine hübsche Frau und schöne Pferde sind ein Glück auf dieser Erde

  • Unsere Pferde sind tagsüber auf einer sehr großen Koppel mit Unterstand, nachts im Stall. Der Stall ist ein umgebauter Kuhstall mit 4 Boxen. Es wird täglich einmal gemistet und nasse Stellen entfernt und mit etwas Sägespäne und reichlich Stroh darüber eingestreut. Die Sägespäne binden den Urin ziemlich gut.


    Mit unseren jetzigen 3 Pferden haben wir keine Probleme.


    Eine unserer früheren Stuten hatte jedoch chronische Bronchitis (hatten wir beim Kauf nicht bemerkt, und als wir sie nach 6 Wochen in einem anderen Stall, in denen sie noch in Beritt war, abholten, war nach altem Recht die Gewährleistungsfrist abgelaufen). Reine Sägespäne-Einstreu und nasses Heu halfen nicht. Eine spezielle Allergie lag laut Bluttest auch nicht vor. Medikamentöse Behandlungen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Hier half wirklich nur 24 Stunden Frischluft und viel Bewegung. Die Bronchitis hat sich erst langsam gebessert, als wir sie zu einer Bekannten in den Offenstall brachten. (Eine Offenstallhaltung bei unserem Stallbesitzer ist leider nicht möglich, da dieser die Pferde wegen früherer "Pferderipper" in nicht allzuweiter Entfernung nachts im Stall haben will.)


    Vielleicht ist so ein Ammoniak-bindendes Mittel doch noch eine Hilfe für ein sehr empfindliches Pferd in Boxenhaltung.


    Viele Grüße Gabriele

  • Quote

    Ammoniak (NH3)


    Ammoniak
    ist ein farbloses, stechend riechendes Gas. Es läßt sich zwar in einer
    bestimmten Konzentration 5 - 18 Vol% entzünden, brennt aber nicht
    selbstständig weiter. Ammoniak ist leichter als Luft und kann mit
    Wasser gebunden werden. Dabei entsteht Salmiakgeist.

    aus:
    http://www.feuerwehr-halle.de/…e/gefahren_atemgifte.html


    ich denke, die Schlitze dienen der besseren Luftzirkulation insgesamt...

    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird." Edward Snowden - 6.6.2013


    "Aber lasst euch sagen: Es ist schwer eine Obergrenze für Menschen zu finden, wenn das Leid keine hat!" Luise Kinseher - 24.02.2016

  • Bei uns wird täglich sauber gemistet und mit frischem Stroh ergänzt, außerdem benutzen wir "Stallsuper" (Superphosphat) zur Minderung des Amoniaks.


    wenn man die Tiere und Hufe Gesund erhalten will, gibt es nur diesen Weg, aber wenn es nach Amoniak riecht, dann sind entweder zu wenig Öffnungen vorhanden, oder die Decke ist zu niedrig.


    Weil wenn genügend Luft Zirkulieren kann (kein Durchzug!), entsteht NULL Geschmack.

  • Zitat von »cinderella-lady«
    Bei uns wird täglich sauber gemistet und mit frischem Stroh ergänzt, außerdem benutzen wir "Stallsuper" (Superphosphat) zur Minderung des Amoniaks.


    wenn man die Tiere und Hufe Gesund erhalten will, gibt es nur diesen Weg, aber wenn es nach Amoniak riecht, dann sind entweder zu wenig Öffnungen vorhanden, oder die Decke ist zu niedrig.


    Weil wenn genügend Luft Zirkulieren kann (kein Durchzug!), entsteht NULL Geschmack.

    Dem möchte ich doch vehement widersprechen:


    tägliches Misten und Streuen ist sicherlich ein möglicher Weg, aber bei weitem nicht der Einzige... auch andere Systeme funktionieren, wenn sie richtig geführt werden!


    Gruß
    Lars

  • Weil wenn genügend Luft Zirkulieren kann (kein Durchzug!), entsteht NULL Geschmack.


    Ähem, wie schmeckt denn Ammoniak? 8|


    (Sorry, konnt ich mir nicht verkneifen.)


    Und ja, Ammoniak ist leichter als Luft und sammelt sich daher nicht am Boden.

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